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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-17 · 32 (17.8.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
32 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Sette 527 Nr. 32 T>r.' Blioch's Wochenschrift zurückzubringen. 'Herr Albert Lucas, Sekretär des Vereinigten Verteilungskomitces, machte die Mitteilung, daß das genannte Komitee den Juden Palästinas 50.000 Dollar monatlich während einer längeren Periode zukommen ließ und daß eine besondere Summe von 50.000 Dollar bestimmt wurde, um jenen sofort zu helfen, die aus ihrem Heim vertrieben wurden. Außerdem teilte Herr Lucas mit, daß Herr Morgenthau und Professor Frankfurter imstande sein werden, mit der Türkei von Aegypten aus zu verhandeln, und daß die Verhandlungen die Möglichkeit schaffen werden, für die Juden von Jaffa, Jerusalem und anderswo Lebensmittel und andere Vorräte zu beschaffen. Behandlung der rumKnWPN WnchMnge in Rußland. Ein Bevollmächtigter eines holländischen jüdischen Unterstützungskomitees, welcher jüngst verschiedene Städte in Rußland und Sibirien, in denen sich jüdische Flüchtlinge und Evakuierte befinden, besucht hat, schildert die schreckliche Lage der rumänischen Juden, die in diesen SamMelstellen untergebracht sind. Ungefähr 150.000 Juden wurden mit Gewalt aus den rumänischen Städten viertrieben und unter den furchtbarsten Begleitumständen nach' Rußland befördert. Die jüdischen Gemeinden wandten sich an die englische Regierung Mit der flehentlichen Bitte, diesen unmenschlichen Vertreibungen ein Ende zu bereiten; Hunderte Telegramme. gleichen Inhalts wurden nach Frankreich abgesandt. Alle diese Bitten hatten keinen Erfolg. Ans London kam! wohl die Versicherung, daß, sobald diese „Evakuierten" in Rußlands ankomMen, für sie gesorgt werden würde. Aehnliche Zusagen kamen auch aus Frankreich. Die französischi-englische Militärmission hat trotze dem ruhig Milangesehen, wie Tausende jüdischer Familien in Eifenbähnzügen befördert wurden, die starkem deutschen Feuer ausgesetzt tüflEett. Hunderte von Juden sind auf dem Wege Galatz^Odessa. ums. Leben gekommen. Sie wurden in Lastzüge gepfercht und ohne' Nahrung gelassen. Abgesehen davon, waren diese armen Menschen der Wut der Michtienden rumänischen Bevölkerung, welche sie Mit Steinen bewarf, preisgegeben. Die rumänische Bevölkerung welche ja selbst unter dem Kriege zu leiden hat, wurde'noch überdies durch rumänische und russische Soldaten gegen die Juden gehetzt, indem ihr eingeredet .wurde, daß nur jüdische Spione an dem Unglück Rumäniens schuld seien. Ebenso schrecklich gestaltete sich das Schicksal dieser vertriebenen rumänischen Juden auf russischem Boden. Den Erschöpften und Kranken wurde die 'Aufnahme in die Spitäler Verweigert, ha die Nachricht verbreitet wurde, ' die rumänischen Juden hätten aus Rumänien die Cholera nach Rußland verschleppt. Nach Odessa wurden sie überhaupt nicht hineingelassen. Auf einer sumpfigen Fläche vor der Stadt lagerten etwa vierzigtausend jüdische Familien, denen als Nahrung nichts als. ein Stück trockenes Brot und gefaultes Kraut gereicht wurde. Cs ist feilt Wunder, daß unter solchen Umständen Zahllose vor Hunger und infolge Krankheiten starben. Von hier wurden die Ueberlebenden weitergeschickt: ein Teil nachAsow. ein anderer nach Rostow. Mitten im eiskalten Dezember begann Man, sie nach! Omsk und Tobolsk in Sibirien zu verteilen, wobei sie tagelange Märsche unter Bewachung von Kosaken Machen müßten. T>ie Mische Kongrchhewegung in Holland. Dias Jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet, daß die holländische Abteilung der Alliance Jsvaelite universelle, der holländische Zionistenbund und die Jtofederation Hollands ein Komitee ernannt haben, welches im Anschluß an die jüdischen.Kongresse, die in verschiedenen Ländern organisiert werden, um die jüdischen Forderungen gegenüber der Friedenskonferenz zu formulieren, eine nationale Kundgebung des holländischen Judentums im Monat November in' Amsterdam veranstalten wird. Ein Geistlicher, Ire Getreide versteckt. Aus Szatmar wird telegraphiert: Gegen den griechisch-katholischen Geistlichen Johann Ternovan wurde das Verfahren wegen Verheimlichung von Getreide eingeleitet. Der Geistliche hat das Getreide in der Gemeinde OlahMedgyes 'verkauft, nnd zwar hoch über.dem behördlich festgesetzten Maximalvreis. Ternovan verteidigte sich damit, daß er das Getreide den' Bauern nur geliehen habe. Diese Ausrede nützte ihm jedoch nichts. Er wurde vom Oberstuhlrichter zu drei Monaten Gefängnis und zu tausend Kronen Geldstrafe verurteilt. Grusinische Juden. Die bekannte Gesellschaft der Freunde der hebräischen Sprache, die ihren Namen nunmehr in „Tarbuth" (Kultur) verwandelt hat, hat in Moskau ihre erste Volksversammlung mit einem interessanten Bericht über die grusinischen Juden abgehalten.. Der Referent, der Rabbiner Baassow aus Oni, Grusien, sprach in einem fließenden, schönen Hebräisch, das den Beifall des Publikums in hohem Maße gefunden hat. Der Referent schilderte ausführlich die Geschichte der Juden in Grusien, die nach den Landesüberlieferungen nach der Zerstörung des Tempels in das Land einwanderten und durch Jahrhunderte hindurch sehr lebhafte Beziehungen mit Palästina und Babylonien unterhielten. Im Mittelalter sind dank der Judenmission, die von einein getauften jüdischen Mädchen, die heilige Nina, eingeleitet wurde, 50.000 Juden zum Christentum übergetreten. Allmählich sind die Juden in Grusien zu Sklaven der Landesfürsten verwandelt worden. Trotzi aller Verfolgungen ist der größte Teil der Juden ihrem Glauben treu geblieben und treu ihrer nie verlöschenden .Anhänglichkeit für Palästina. Gegenwärtig sei die Zahl der Juden in Grusien auf 50.000 bis 60.000 zu schätzen, die in verschiedenen Orten des Kaukasus wohnen. Bedauerlicherweise ist die Zahl der jüdischen Analphabeten unter ihnen sehr groß. Der Referent appellierte an das befreite russische Judentum, das Schicksal der entfernten Brüder in ihre.Hand zu nehmen, NM die grusinischen Inden einer glücklichen Zukunft entgegenzüführen. Vermischtes. Küifers Geburtstag._ Freitag, den 17. d. M.» um halb 8 Uhr abends, finden anläßlich des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers feierliche Fest-gottesdienste statt: im GeMeindetempel, 18. Bezirk, Schopenhauerstr. 39; im Kaiser Franz Josef I.-Huldigungstempel, 2. Bez., Pazmanitengässe 6; im Tempel, 9. Bezirk, Müllnergasse 21. im JvsefstädterteMvel, 8. Bezirk, Neudeggerg. 12. Festgottesdienst anläßlich der Befreiung von Ezernowitz. Auf Anordnung des Vorstandes der Israel. Kultusgemeinde Wien fand heute um 10 Uhr vormittags aus Anlaß der Befreiung von Ezernowitz im Gemeindetempel im 2. Bezirke, Tempelgasse Nr. 3, ein Festgottesdienst statt. In Vertretung der Unterrichtsverwalrung war Sektionsrat Dr. Thaddäus Rittner, in Vertretung des Polizeipräsidenten Polizeirat Dr. Klose erschienen. Ferner waren anwesend: der Vizepräsident der israel.

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