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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-17 · 32 (17.8.1917) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
32 (17.8.1917)
Date
1917-08-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Kette: 518 Nr.. 32 Dr. Bkqchj's l o nds durchzuführen, hat nach einem wüsten Krön- > prnrzenleben. ür der liederlichen Gesellschaft von Falstaffen als seüre erste Staatshandlung die Aenderung seines. . deutschen NaMens Albert durchgeführt, um hiedurch feine künftige deutschfeindliche Politik zu kennzeichnen. Daß nun unser Kaiser sich seinen Namen Karl als Regentenruf erkürte, hat seine innere Bedeutung; der Name Karl berührt schon irn sich selbst jeden Oesterreicher sympathisch war es doch Kaiser Karl VI., der mit der Errichtung der p ragMatisch enS a nktio n dem österreichischer Kaiserhause das FundaMent aufgerichtet hat, auf welchem sich dasselbe unzerstörbar erwiesen,hat. Die außergewöhnlichsten GewaltlNoMente der Geschichte, die wir selbst miterlebt haben, Mußten auch eintreten, bis es der österreichisch-ungarischen Monarchie gegönnt war, mitten in diesem großen Weltringen einem Kaiser huldigen zu können, der prangend in dem zauberhaften Glanz der Jugend und der Tugend, ausgestaitet mit der unverbrauchten Energie, die allen Kraftanstrengungen trotzt, von der Vorsehung dazu ausersehen scheint, ein Instrument Gottes zu fein, welches prädestiniert ist, diesem nrörderischen Völkerschlachten jenen Frieden vorzubereiten, 'der allein geeignet ist, die Menschheit mit diesem Blutbade der Welt, das gewissenlose Regisseure veranstaltet haben, auszusöhnen; eines Friedens, der!zuM Weltfrieden geeignet ist, und der nur dadurch zustande komtnen kann, wenn derselbe, trotz aller Siege, nicht ein Frieden des Diktates, sondern ein solcher der V e r st ä nd i g u n g ist. Müssen wir nun da nicht mit Bewunderung zu unserem Kaiser enrporblicken, der sofort nach/ Antritt der Regierung dieses Ideal des V e r st ä n d i g u n g s fr i edens aus seine Fahne schrieb!? Mitten heraus aus dem Donner der Kanonen, umbraust vom Jubel des tapferen Heeres unseres' Vater-' .landes, das unseren jugendlichen Kaiser von dessen militärischen Heldenleistungen durch die schweren Jahre des Krieges als Soldat bewundern gelernt hatte, hat Allerhöchstderselbe dennoch, kaum nrit dem verantwortungsvollen Amte der Herrschaft betraut, sich vom kriegerischen Lorbeer nicht blenden lassen, sondern hat mit einem einzigen heroischen, gewaltigen Ruck den Frieden der Verständigung als Endziel des gigantischen Weltkrieges hingestellt, der seither trotz aller scheinbaren Hindernisse, trotz allem Maulheldentum der Ententedrahtzieher sichi seinen Weg, seinen Siegeszug in der Welt der politischen Ue'berzeugung gebahnt hat. Der Weltfriede aufder Basis der Verständigung, wenn er einst zustande komMt,. und dieser wird in der Zukunft nicht aufzuhalten sein, der wird dann in erster Reche mit dem glorreichen Rainen unseres von Liebe und Dankbarkeit umjubelten Kaiser Karl I. verbunden sein! Dieser wahrhaft humane, einzig menschliche und dadurch auch wirklich erhabene Gedanke der Verständigung, den unser Kaiser sichi als Hochziel in der Weltpolitik nach außen aufgerichtet hat, dieser ist AllerhöchstdeMselben im Wesen eingeboren, umgibt ihn auch! im Auftreten vor der Umgebung mit einem solchen Liebreiz der 'Erscheinüng> daß er sich wie selbstverständlich in der inneren Politik mit Kraft und Zähigkeit durchringt. Die!Eröffnung des Reichs rates nach dreijähriger Untätigkeit, die Eröfftrung desselben mit einer Thronrede, die zu den denkwürdigsten Dokumenten der Zeitgeschichte mit dem sie düpchhringenden demokratischenGeiste zählen wird, und die die politische Welt überraschende Amnestie von irregesührten Männern der inneren Politik finden ihren gemeinsamen Stempel in dem 'Gedanken der Verständigung, der das kaiserliche Signum trägt. Wochenschrift Verständigung — nicht Diktat; UebereinkomMen vvn Volk zu Vjolk, von Partei zu . Partei, von Mensche zu Mensch — nicht Z w a n g! Dazu gehört jedoch ein sich gegenseitiges Amnestieren — ein Vergessen der Fehler der Vergangenheit! Denn, wie es die alles verzeihende Religion als Versöhnungsmaxime zugrunde legt, daß es keinen Menschen aus Erden gibt, der nie gesündigt hätte, so gibt es auch! keine politische Partei, die sich frei von jeder Schuld wüßte, die sich irr Erinnerung der Sünden der Vergangenheit nicht mit einem wite.r }>< cravi an die Brust schlagen müßte — zum Hochziele der Verständigung ist jede politische, wirtschaftliche, völkische und konfessionelle Richtung auf eine Amnestierung der Vergangenheit angewiesen, wenn sie. der Zukunft vorbauen will. Wir Juden sind da, ohne uns zu überheben, ein Volk des Vergessens Katt xochen! Denn die Leidens statronen, die wir durchschritten haben, hat kein anderes Volk der Welt Mehr aufzuweisen, und wenn dieser Weltkrieg gewiß viel unsägliches Lech Mer alle Völker fast ausnahmslos gebracht hat, jedoch! die blutigen Striemen, die derselbe auf den gebeugten Racken der Juden ui aller Welt eingezeichnet hat, die stehen in der Sintflut des Leidens unvergleichlich! da! Und demroch, wir Juden wären als die Ersten bereit — wie-wir es schon so oft in unserer Leidensgeschichte der Welt gezeigt haben —, den Schleier der Amnestie des Vergessens über alles erduldete Weh zu breiten; uns Juden wäre das kaiserliche Programm der Verständigung — wenn es auch! für uns auf politischem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiete zur Verwirklichung käme — ein Programm der befreienden, errettenden Erlösung! Eine unauslöschliche Begeisterung für die erhabene Gestalt unseres, die aufblühende Zukunft der Mensch,-. "'heit vorahnenden"Herrschers Kaiser Karl Ich' erfüllt uns daher im Kreise der Millionen, die heute am Allerhöchsten Geburtstage Seiner Majestät aus tiefstem Herzen dem tiefgefühlten Wunsche Ausdruck geben: „Gott segne, Gott beschütze, Gott erhalte unseren Kaiser Karl I., zuM Heile unseres vielgeliebten Vaterlandes, zum Wähle der gesamten Menschheit!" Die Kukowma im Krieges) Seit Beginn des Weltkrieges tobt an den Grenzen der Bukowina unaufhörlich! der Kampf. Nahezu das ganze Buchenland hat das moskowitische Joch verspürt. Tie Hauptstadt selbst ist zuM drittenmal vvn den Russen besetzt. Cs sei den Juden dieses Landes, die bekanntlich wegen ihres glühenden Patriotismus am' meisten unter den feindlichen Invasionen gelitten haben, noch, nachstehende Schilderung gewidmet, da die Kenntnis des jüdischen Lebens in der Bukowina bis' zum Ausbruche des Krieges oft auch berufenen Kreisen ganz unbekannt geblieben ist. Zwischen Ost- und Westjudentum erscheint die Bukowina wie eine Enklave eingebettet. Es ist eine Judenschaft sui generis, die hier an drei Grenzen wohnt, und sie ist schon aus ethnographischen Gründen einer besonderen Beachtung wert. Auch viele Gebildete haben bis zum Vorjahre die Bukowina nfö' zu Galizien gehörig betrachtet. Es mußte erst der Weltkrieg kommen, um diesem Irrtum ein Ende zu bereiten. Er hatte auch zur . Folge, daß die Bnkowinaer Juden deM östlichen Judentum zngezählt wurden, ohne Angabe jener merklichen Differenzierung, die der Bukowina zwischen Ost- und Westjudentum einen besonderen Platz anweist. *) Aus Dr. Salomou Kassners ausgezeichnetem.Buche: „Die Juden . in der Bukowina", Wien u. Berlin, R. Löwit Verlag. 1917, Preis Kr. 2.—.

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