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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-10 · 31 (10.8.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
31 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Geile5l4 Nr. 31 Freundschaft viel stärker als das Band der Verwandtschaft. Wie oft gestalten sich Verhältnisse zwischen zwei oder Mehreren Freunden so, daß man diese zwischen Familienangehörigen nicht findet, d. i. ihre Freundschaft übergeht ür eine Familienliebe, die man nicht zwischen Brüdern, oder Schwestern findet.. Als einziges und triftiges Beispiel genügt nur die Freundschaft hervorznheben, die wir in der „Bürgschaft" von Schiller kennen lernen. Endlich, koMmen wir. zum dritten Band zurück, d. i. WM Band der. Kameradschaft. Obwohl das. Band der Kameradschaft die dritte Stelle einnimmt, hat dasselbe im gesellschaftlichen und sozialen Leben eine viel größere und schwierigere Aufgabe als die ersten zwei Bande,, da die ersten Mei, drei oder einige Personen, während das letztere zehn, hundert und tausende verbindet. Wie entsteht eigentlich! eine Kameradschaft? Dieselbe entsteht, indem, eine bestimmte Zahl von Personen in regelmäßigen Zeitabschnitten, in bestimmten Räumen oder Ortschaften zu geistiger oder physischer Betätigung zusaMMenkommen. So entsteht gleich in den ganz jungen Jahren die < Schulkameradschast, die Kameradschaft zwischen den Angestellten in den Geschäften, die Kamerad,- schast -der Arbeiter in den Fabriken usw. Wenn wir von der kleinen Differenz zwischen Kameradschaft und Kollegialität absehen, so können wir auch hieher die Kameradschaft der verschiedenen intellektuellen Klassen und Kategorien zählen. So kennen wir eine Kameradschaft, resp. eine Kollegialität zwischen den Aerzten, Juristen, Professoren und Beamten usw. Bei den letzteren ist eine Kameradschaft zweiter Kategorie vorhanden, so z. B. die Kameradschaft, resp. die Kollegialität der Postbeamten, der Steuerbeamten, der politischen Beamten usw. Das stärkste und unzertrennbarste Band der Kameradschaft ist das der Kriegskameradschaft. Ja, die Kriegskameradschaft im Heere ist.M.^wichtMD'-MitUiÜW,'^in wichtiger Faktor. Sie bildet im Heere ein gemeinsames Leben, einen einheitlichen Gedanken und einen einhelligen Geist. Ja, die Kameradschaft bildet beim Heere dieses eine Mittel, diesen Kitt, -der die tausenden Truppen und abertausende Mannschaft zu einer festen, . starken Acauer und zu einer unbesiegbaren und uneinnehmbaren Festung znsaMMensügt. Dagegen aber, wo die Kameradschaft bei den Truppen fehlt, leiät . in erster Reihe die militärische Disziplin (was wir bald aus Erfahrung überzeugen werden), und Men möglichen schlechten, bösen, 'schadhaften, nachteiligen und sogar lasterhaften und abscheulichen Eigenschaften werden die Tore Zossen, wie Neid, gegenseitiger Haß, Mißgunst, Denunziation, Verleumdung und viele andere verderbliche Tugenden. Wie oft sind« wir .schriftlich und mündluh! vom den Kommandanten der..Spitäler, Rekonvaleszentenheimen, Arbeiterabteilungen usw. ersucht worden, bei der Predigt, während eines Gottesdienstes, auf manche, jüdische Mannschaft als Seelsorger, als Priester' mit Worten einzuwirken, daß sie einmal von der Verleumdung und Denunziation Abstand nehmen soll, die sich.ziemlich oft wiederholen und. sehr ßemoralisiereird auf die ganze militärische Disziplin und auf die andere Mannschaft wirken. So laufen z. B. nach jeder.Musterung, die in den Spitälern,. Rekonvaleszentenheimen usw. von. Zeit zu Zeit vvrgeyoMMen wird, an die Kommandanten SchriWücke meistens anonym ein mit der Frage, warum •E. H. einen A-Befimd erhalten hat, d. h. ins Feld abgehen muß, während M. N. nur einen B-Befund und U. Z. sogar einen C-Befund erhielten. Man kann sich leicht.--Vorstellen, Mie es einem Feldpabbiner zumute und. sehr unangenehm sein muß, wenn ihm der. Kommandant solche Schriftstücke vvrlegt und zeigt. Oder wieviel Mühe und Arbeit kostet es einem Feldrabbiner, bis man bei einer Formation eine rituelle Küche einführt! Wieviek Beschwerden aber gibt es dann —• schriftliche und mündliche — von der jüdischen Mannschaft aus die jüdischen Köche und. auf andere! Wir unterlassen alles übrige. Es ist von uns der Gedanke ganz fern, heute, in so einer ernsten und schweren Zeit, in welcher das Mische Volk aM' meistM litt und noch bis heute'leidet ' oder NN21N zu sagend 'Es' ist von uns der Gedanke/ ganz fern, jetzt unsere unglücklichen und in der Fremde herumirrenden Brüder zu geißeln.^ Wir wenden uns vielmehr an die Herren Berufskollegen,-an die Herren Feldrabbiner mit der Bitte, bei jeder Gielegenheit die Mischen Truppen , und Mannschaften in erster Reihe auf ihre militärische, soldatische und patriotische Pflicht, in zweiter Reihe aber auch auf die gemeinsame Kameradschaft und auf alle anderen nötigen Moralischen und ethischen.Tugenden aufmerksam zu machen. Denn wir Juden verdecken, vertuschen und verschleiern nie,das Vergehen mancher Glaubensgenossen, lassen aber nie das ganze jüdische Volk besudeln und verantwortlich machen. So müssen wir Feld-, rabbiner gleichfalls unduM so mehr mit aller Strenge und Rigorosität — wenn solche hervorgehobenen Fälle bei einzelnen Mischen Soldaten Vorkommen — mit einer geißelnden Zunge eines Jesais hervortreten, um sie von diesen scheußlichen und abscheulichen Eigenschaften. abzngewöhnen, damit dieselben nicht überhandnehmen und damit, auchdie anderen unschuldig nicht gebranömarkt werden. Denn welcher Schmerz ist es,' wenn bei den . galizischen Regimentern, bei welchen 200—300, 400—500 und sogar manchmal 600 Mische Soldaten sich befinden, durchs das Vorgehen von einigen Mischen Soldaten alle öffentlich! verunglimpft, di. zu Denunzianten und Verleumdern gestempelt werden! Darum Müssen wir stets bei jeder Gelegenheit die Mischen Soldaten auf die Einheit, Kameradschaft - Freundschaft und ^gegenseitige Liebe austNerksaM' rnachsN, belehren, unterrichten, dann werden diese schlechten Eigenschaften, diese verderblichen Tugenden, welche einzelnen jüdischen Soladten anhasten, an und für sich selbst weichen. Siehe zu unserem Satze bezüglich der Verleumdung und Denunziation: .....AI 121 ^212 mölWl Talmud Kesubauth 46 a: UV irsnbV'..TOK 1PTT n&lK sw.'21 yi und: A-IN pvb pjk jri121 ■ nöi« «mtrr-i : 'ibü *ym'£2 Siehe' auch endlii^.' btzKüglichi.-der Einheit und Kameradschaft im Heere: '21 nplWö- ÜTM'2 IST »hü : s"2Ü'^ : Dsnnn jö -irrn 1x2 121122 un'S'2 Ueber die Einheit und Gesamtheit im Heere siehe die Ethik des Judentums, vvn Prof. Lazarus, Bd. I, Kapitel 7: „Heiligung! -als'Bereinigung" § 281: „Der . Krieg". Ueber manche ethische Winke im Kriege siehe auch Hamburger, „Krieg", ferner Salvator, Band II: „Könige und Krieg"., Endliche siehe auch den 1p' '12 .um denselben gerecht zu bleiben, vvn ' deM wir in unserem letzten Artikel erwähnt und bemerkt haben, daß wir. noch, zu -deniP selben zurückkomMen werden, nämlich, 5. Buch. Mosis, Kapitel 20, Satzl 2, 3 u, 4. Dieser Kommentator dringt zunr Ausdruck — in Vchug' auf die Ethik. im! Kriege — das, was alle KoMnientatoren weiter im Kapitel 23, S. 10, zum Ausdruck bringen, was wir Mes bei un- - serer Abhandlung erfahren und kennen gelernt chäbeim Es ist daher vielleicht auch nicht ausgeschlossen,. daß^ der ip' 'bi ^uerft die Meinungen und Sentenzen Uller Kommentare durchstudiert und nachher früher zusammengestellt habe.' - ' ' v -

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