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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-10 · 31 (10.8.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
31 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 3t Tlr. Bloch's Wochenschrift Sette 515 Kteratur „Zn der TMmershunde." Gedichte einer Taubblinden von Jenny Bergmann, .Insassin . der Jüdischen Blindenanstalt Berlin-Sieglitz. Verleget und Herausgeber EÄ r ie d fre r g e r, Leiter der Indischen Blindenanstalt, Berlin-Steglitz, Wrangelstraße 6/7, 1917. ,Vor einem Dutzend Jahren wendete sich die wärmste Teilnahme der gesamten gebildeten Welt den Werten der laubblinden jungen Amerikanerin Helen^Ke l.ler zu. Vor. uns liegt eine Gedichtsammlung'einer Schicksalsgenossin. Helen Kellers, die unser tiefstes Mitgefühl, unser wärmstes Interesse für die reichbegabte Verfasserin dieser schlichten, rührenden und ergreifenden Poesie anregt. Fräulein Jenny Bergmann, eine' Jüdin, ist zu Nordhausen a. Harz geboren und besuchte die höhere Töchterschule ihrer Vaterstadt. Schon in ihrer Jugend machte sich der Mangel eines feinen Gehörs fühlbar, allmählich wurde sie taub und nach einer schweren Krankheit erblindete sie vor einem Jahrzehnt. Obgleich, sie nach glücklichen Kindheits- und Jugendtagen die Not des Lebens kennen gelernt hat, wurde sie nicht verbittert,- mit bewundernswerter Seelengröße trägt sie ihr schweres Geschick, sie hat sich sogar vermöge ihrer echten, wahren Religiosität eine gleichmäßig heitere Stimmung, .zu bewahren gewußt und nimmt an dem Wohl und Wehe, ihres Familien- und Freundeskreises wie der Gesamtheit den innigsten Anteil. Ihre Dichtungen widerspiegeln ihre Wesens- und Denkungsart. Liebe und Dankbarkeit. Treue und Begeisterung für den Glauben ihrer Väter, Anerkennung der anderen Konfessionen sind die Grundzüge ihres Charakters. Eine tiefe Verehrung zollt sie dem Leiter der Anstalt, in der sie, die Vereinsamte, ein friedliches Heim gefunden hat; er widmet sich ihr in aufopfernder Weise, ihm dankt sie die Kenntnis der Fingersprache und der Blindenschrift und sie vermag in letzterer auch französische und englische Werke zu lesen. Der Weltkrieg hat sie zu hochpoetischen patriotischen Schöpfungen begeistert. Ob sie von dem Ernst und der Größe der Gegenwart, von Siegesfreude oder Trauer der Witwen und Waisen kündet, ob sie die Feste Israels, die Tapferkeit der Männer draußen, der Frauen dqheim besingt oder /die Jahreszeiten und Jahreswende, stets findet sie "gleichermaßen beredten Ausdruck. Mögen diese warmherzigen Dichtungen die wohlverdiente Verbreitung in den jüdischen Häusern finden und insbesondere ein Buch der Jugend werdend. "'.Breslau. "■-* ' . r * .... . ... ' Regina Reißer; ' : T. ' i.V '; ,mr Euch La. vrauMN." Ernst und Humor in Vers und Prosa von Clara Bau in b a ch- H o l l e. Umschlagzeichnung von HernÄne von P r e u s che n - T e l m a n. Verlag Parcus & Co., München. Preis broschiert 2M., gebunden Z M. Die Kriegsliteratur ist durch das vor uns liegende treffliche Werkchen bereichert worden, das nicht nur unseren tapferen Feldgrauen draußen, sondern nicht'minder auch den Daheimgebliebenen, den Frauen und Töchtern Freude und Erhebung bieten wird. Die geschätzte Verfasserin/ die sich als Schriftstellerin und Herausgeberin der ..Nationalen Frauenblätter". — einer Schöpfung der Kriegszeit i— in München großer Sympathien erfreut, ist der Ehre teilhaftig geworden,, daß der ruhmgekrönte Kronprinz Rupprecht von Bayern die Widmung des Büchleins angenommen hat. Als hochwillkommene Gabe an die Front empfehlen wir diese wertvolle, reich illustrierte Sammlung, von der das Dichterwort gilt: j,,Wer vieles bringt, .wird, jedem etwas bringen." Breslau. . Regina Reißer.. Jüdischer Nationalkalender 5678. Am 1. September erscheint zum drittenmal im Verlag der „Jüdischen Zeitung" in Wien unter der bewährten Redaktion von Otto'Abeles und Ludwig Dato der Jüdische Nationalkalender. Die beiden früheren Jahrgänge haben allgemein eine so gute Ausnahme gefunden, um mit Fug erwarten zu lassen, daß auch die neue Folge allseitiges Interesse erwecken wird. Arnold Zweig, der im deutschen Schrifttum wie in unseren Kreisen geschätzte Dichter, äußerte , sich voriges Jahr über' das Unternehmen in einem Briefe an die Herausgeber folgendermaßen: „Ich habe den diesjährigen Nationalkalender langsam und sorgfältig gelesen. Ich glaube, daß man die Wichtigkeit dieses Buches in. einer Beziehung, der innerpolitischen nämlich, gar nicht genug -Hervorheben, kann, wobei ich innerpolttisch auf die innere Politik des Judentums beziehe. Ich fasse alle die Artikel, die in' dieser Richtung! -wir.ken wollen, zu einer einzigen, sehr nachdrücklichen ^Kundgebung zusammen und sage, daß ich alle die. Autoren beneide, die jetzt darauf hinwirken können, daß die Juden einmütig in Aktion--treten und positiv helfen, anstatt sich in zerteilenden Komitees zu schwächen oder gar den Seelen der Einzelnen Hilfe bringen wollen, während der Körper des Volles verdirbt. . ." Das auch heuer vornehm ausgestattete, im bekannten Feldpostsormat erscheinende Jahrbuch kostet bei Vorausbestellung 3.80 Kronen — 2.90 Mark einschließlich Porto. Bestellungen sind gegen Nachnahme (oder Vorausbezahlung an das österreichische Postfparkasfenkonto 152.492) zu richten an den Verlag d»er „Jüdischen Zeitung" in Wien, II/1, Zirkusga ffe33. Briefkasten Notiz u. Wenn kurz gehalten und der Inhalt von allgemeinem Interesse ist, ja. Judenrein. Das Inserat, durch welches für eine Militärkanzlei eine perfekte Stenographin und Stenotypisten gesucht und die Grundbedingung gestellt wird, daß dieselbe eine Christin sei, ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen. Wir stimmen Ihrer Annahme zu, daß in dieser Militärkanzlei auch kein jüdischer Soldat beschäftigt ist. Auch mit Ihren übrigen Ausführungen, haben Sie recht, aber der Veröffentlich una derselben steht der scharfe Rotstift der Zensur im Wege. Glaubenstreue. Sie sind falsch informiert. Professor Mar L i e b e r m a n n, der am 29. Juli seinen 70. Geburtstag feierte, ist Jude. Er hat weder als Künstler, noch als Mensch jemals fein Judentum verleugnet. Stiller Spender. Wie wir nachträglich erfahren, erhält der Jsr. Hilfsfonds in der Schweb Sitz Luzern, ein provisorisches Sanatorium für Juden und plant den Bau eines großen Hauses. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion: S. Podzamcze, 2. Bez:. Taborstratze 12 (Hotel Stefanie). W o ch e n - P r o g r a m m : Samstag, 11. August: „Jschu Rah", Operette in 4 AuMgen. Sonntag, 12. August, nachmittags 3 Uhr: „Loi Sachmoid", Operette in 4 Aufzügen; abends halb 8 Uhr: „Kol Nidre", Operette in 4 Auszügen. Dienstag, 14. August: Wohltätigkettsoorstellung, abends halb 8 Uhr: „Rabbi AmNon", Snefane Toikef, Operette in 4 Auszügen. Mittwoch, 15. August, abends halb 8 Uhr: „Die Malke Schwu", Operette in 4 Aufzügen. Klara Krasnopolsky-Stiftung für Arme. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, zusammen X 108.— . Bcwerbungsberechtigt finv: Israelitische Arme. Bevorzugt find: Arme Verwandte der Stifterin. Berleihuugstag:.14. Oktober 1917 (28. TischrD. GesuchsbeikagenrGebnrtsschein. "Armutszeugnis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August 1917. Eiureichstelle: I, Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 15. August 1917. Josef und Cäcilie Adler-Stiftung für Wohnungsmietebeiträge. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, in Beträgen von je K 40.— bis' K 60.—, zusammen K 240.—. Bewer "ungsberech igt find: "Arme, israelitische Personen. Berücksichtigung finden in erster Linie: Verwandte der Stifterin. Cäcilie Adler, sodann Witwen mit unversorgten Kindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dem Lehrfache angehörige Personen. Verl ih «ststag: 26. Oktober 1917. Gesuchsbetlagen: Geburtsschein, Armutszeugnis/ eventuell Totenschein des Gatten. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August 1917. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 1. August 1917. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Konkurs. Die Kultusgemeinde Tulln, mit dem Amtssitze in Klosterneuburg, benötigt für die hoben Feiertage einen Schacharis Bai Tefila, der unbedingt Bai Tekea sein muß. Gehalt 150 K. Offerte an Herrn Alois Fischl, Kultusvorsteher in Klosterneuburg. 'Reisespesen werden nur dem- Akzeptierten vergütet. Zu kaufen gesucht! Wal ko ws ki. Vom 9. Brief bis Ende, eventuell die gesamten Briefe, auch antiquarisch. Zuschriften unter »Hebräisch« an die Adm. d. BI.

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