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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-08-10 · 31 (10.8.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
31 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Dir. Blochj's Wochenschrift Rr. - 31 Seite 507 geschmückt worden, seine irdischen Ueberreste sollen, sobald die -militärischen Verhältnisse es gestatten, nach .Pilsen überführt werden, um in heiMackicher Erde zu ruhen. Sech Geist undsein Beispiel aber lebt und/lebe sogst in detz/ trotz aller Nationalitätenunterschiede 'echheitlich beseelten Makkabäern der österreichisch-ungarischen Armee — über den Krieg hinaus: ihre blutige Masseu- A'keda möge und ivirp uns die göttliche Bersöhnungs-- ü-otschaft bringen — Len Frieden! Dr. A. Fürst. Die Kraööezeichnnng jüdischer Kefassener. Bezüglich der Bezeichnung der Gräber der auf Len Kriegsschauplätzen gefallenen Helden wurden anfangs keine besonderen Verfügungen getroffen. In derN 4000 Heldenleichen in sich schließenden Soldatenfriedhof von Mezölaboce sind jedoch in dem! Kreuzwald bereits auch die Ruhestätte mohammedanischer Soldaten bezeichnende Betonkuppeln und die Doppelkreuze der Russen in Erscheinung getreten; die über den Grabstellen der jüdischen Gefallenen angebrachten Zeichen jedoch lassen durch ihre Form in keiner Weise erkennen, welcher Konfession der unter ihnen ruhende Soldat angehört hat. Tie Frage der Grabbezeichnungen beschäftigt aber nicht nur 'im Hinterlande, sondern, auch draußen an, der Front die Bildhauer, Architekten 'und Angehörigen der gefallenen Helden in gleichem Maße. Zu Beginn des Krieges besorgte die Bestattung der Gefallenen derjenige, der gerade am nächsten dazukaM: der Waffenbruder, der Sanitätssoldat, der Pionier, der Feldgeistliche, Kompagniekommandant und, wenn es möglich war, wurde das Grab auch bezeichnet, aber in der Regel mit einem zur Hand 'gelegenen Kreuze — im übrigen ohne jede konfessionelle Tendenz. -Aus diesem Grunde wurden über i ,hie, Gräber,. gar,^ Psteler jüdischer^ Soldaten,/ Kreuze.gestellt und selten konsißt es vor, daß irgend jemand auf das Kreuz noch! mit hebräischen. Buchstaben das Wort .. „Iisroel" setzte. Anderwärts wieder werden auf den Kreuzen die Katholiken durch ein in das Kreuz ein-- graviertes kleineres Kreuz, die Mohammedaner durch den Halbmond und die Juden durch das bekannte Sechseck auf dem Kreuze gekennzeichnet, während die Protestanten außer dem Hötzkreuz keine besondere Bezeichnung aufweisen. Die Frage der Bezeichnung der Gräber jüdischer Gefallener wurde nun — wie Dr. Friedrich Groszma.nn deM„Egyenlöseg" vom russischen Kriegsschauplatz mitteilt — schon im) porigen Jahre durch ein.ArmeekoMMandobefehl geregelt. Der Befehl hat folgenden Wortlaut: „Grabmäler - für Jsiiaeliten. Die israelitische Militärseelsorge einer J.-T.-D. des 5. Ar.f-E.-K. hat darauf hingewiesen, daß oft Zweifel bestehen, wie das Grab eines gefallenen Soldaten Mosaischer Konfession bezeichnet werden, soll. - Einige derartige Gräber wären mit Kreuzen (mit oder ohne Davids Schild), andere bloß mit unästhetisch wirkenden Stangen mit dem,,Text auf der Längsseite gekennzeichnet., Die genannte.Seelsorge Hat die Anregung gegeben, die Heldengräber Von Israeliten einheitlich durch eine — der jüdischen Mazebab saus Stein entsprechende — etwa ,20 Zentimeter breite und 70 Zentimeter hohe, oben abgerundete Tafel aus Holz' zu bezeichnen, auf deren oberem Teile das Davidschild, darunter in zwei Ab- : teilungen und in römischen Ziffern die Zehngebote (I—V, VI—X), die Inschrift /Namen, Charge, Truppenkörper. .Todesdatum) und schließlich „Ruhe sanft" oder der hiefür Übliche Spruch in hebräischen Schriftzeichen angebracht wird." Iie Minderungen in Katusz und SLanistnu. Der Kriegsberichterstatter der „Frankfurter Zeitung" berichtet u. a.: „In einer anderen Tätigkeit und Leistungskraft haben sich die Russen leider.gleichfalls nicht geändert, das ist im Vandalenhaften Verwüsten, Morden, Sengen und Brennen in ihren RüGugsgebieten. Wenn man aus den Ruinen des unglücklichen Tarnopol kommt, fällt es einem schwer, sich noch etwas Trostloseres vorzustellen. Kalusz aber erreicht das Vorbild Tarnopol, und Stanislau ist nur um Weniges besser weggekommen. Es ist ganz charakteristisch, festzustellen: Wer ein Jahr Haben die Russen in Stanislau gesessen, und sie haben sich in dieser ganzen Zeit nicht eigentlich schlecht benommen. Wohl haben sie die jüdische Synagoge' a u s g| e t* rau b t, die Thorarollen herausgerissen, das Silbergerät gestohlen und sich aus den alten Samtstoffen und Brokaten Wickelgamaschen geschnitten. Wohl haben sie den schönen Stadtpark, in dem ihre Artillerie unter dem Schutz der Bäume stand, zertrampelt und verwahrlosen lassen, aber eigentliche Schandtaten sind nicht vorgekommen. Immerhin hatten es die Einwohner der nur ein bis zwei Kilometer hinter der Feuerlinie liegem den Stadt schwer genug. Der ganze an die Bystrycz Solotwinska anschließende westliche Stadtteil ist vollkommen zerschossen, an 1500 Einwohner sollen im Laufe des Jahves durch Artilleriefeuer ihr Leben eingebüßt Haben (ich gebe die mir so übermittelten Zahlen mit allem Vorbehalt), aber die Stadt wurde mit Lebensmitteln gut versorgt und die russische Polizei hielt Ordnung. Erst die im Juli einsetzenden Kämpfe entfesselten die vollkommen asiatischmierischen Instinkte der russischen Horden. Das kam nicht etwa erst beim Rückzug. Der beste Beweis dafür ist KaliM. Als die Russen am 11. Juli die Stadt Kalüstzj besetzten, würde diese Einbruchsstelle in unsere ausgebaute Lomnicastellung sofort nach Norden, Westen und Süden abgeriegelt, nur nach Nordwesten blieb eine breite, offene Stelle. Die Russen versuchten aber gar nicht, weiter vorzustoßen. Das erste, waS nach Kalusz hereinkam, waren leere Trains und Kolonnen. Sie wurden aus Läden und Magazinen gefüllt und zurückgeschafft, es war eine ganz sy st ekrü a t i s che Arbeit. Nebenher gingen unerhörte G r a u s a nt feiten gegen die meist j ü d i s ch e Bevölkerung. Es werden in Kalusz verbürgte traurige Beispiele von Vergewaltigungen von Frauen und jugendlichen Mädchen aus offener Straße erzählt. Eine ganze Anzahl Bewohner verlor ihr Leben, dann wurde, ehe die Russen am 16.. Juli Kalusz räumen mußten, die beraubte Stadt angezündet. Was nicht angebrannt, ist jammervoll zerschlagen und demoliert. Kalusz ist weit kleiner als Tarnopol, es hat nur 10.000, jenes 40.000 Einwohner, aber es wirkt kaum weniger trostlos und öde. Wahrlich, die russische Soldateska hat hier beherzigt, was der neuernannte republikanische Kommissar von Stanislau bei seiner Antrittsrede als den Unterschied zwischen altem und neuem System erklärte:,,Früher sagte man, es ist nicht erlaubt, das „nicht" könnt ihr jetzt streichen." Drei Tage nach dem Weichen der Russen aus Kalusz kam unsere Offensive von Zborow bis Zwyczyn, deren strategische Auswertung die Russen alsbald auch von der Lomnicastellung vertrieb. Tier russische Rückzug ging so schnell, daß wir in einem einzigen Tage wieder vor Stanislau standen. Hier waren inzwischen ulle Depots und Magazine geleert worden. Ein, Munit ionslager in einem tiefen Keller inmitten der Stadt sprengte man, weil es zum Abtransport zu spät wurde, ohne Rücksicht darauf, daß ein ganzer Häuserkomplex damit schwer sheschädigt wurde. In der Nacht vor dem Rück-

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