Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 29 (27.7.1917)
- Date
- 1917-07-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 482 Dir. BloH's Seit den Pogroinjahren, diein Rußland, in der Zeit von 1882 Mrgefangen, die sechjs Millionen Juden dopt entnervt, zerstauchst, erdrückt und in die weite Mit .Hlcheu,/ rist.^Wt dem Weltereignis, der EühxomuU->.ZEs.'r-Za.r^ms.- diese Pogromzeit voraussichtlich für immer begraben. ' 5 die . Kräfte, die von. bin'1 Anden des. Westens und des_, unerschöpflichen Bornes' der amerikanischen Judenhett ausWraucht wurden, um als russisches Hüfswerk durch Mehr als drei Jahrzehnte immer vors neuem einzusetzen, ein Hilfswerk, an welchem sich.die „Israel. Allianz" nnermWlrchj organisierend beteiligte, und das schließlich doch nur einer Sysiphusarbeit gleichen mußte, die immer von neuem beginnt, ohne ein abschließendes Resultat je zu erreichen, haben nun, durch die mit Riesenkraft all den Mittelalterlichen Schlamm wegschwemmende russische Revolution, den jüdischen Hilfskräften eine Wendungzur radikalen Erlösung der geknechteten russischen Judenheit gegEn. Wir können wohl nicht in die Zukunft blicken, um zu prophezeien, was sie in ihrem Schoße birgt, jedoch jenes Wort, das Mitten im Riesenkanipfecher Völker der frühere Reichskanzler bei der Versündigung der Selbständigkeit und Wiederansrichitungl Polens im deutschen Reichstage ausgerusen: „Es? gibt in der Weltgeschichte Lin ^Zurück," diese Kundgebung, sie hat sich schon bisherdurch allen Wandel der Geschichte bewahrheitet, und wir können Äuchj in bezug! auf das Schicksal der russifschen Judenhett es aussprechen, auch da gibt es mehr kein — Zurück! Die Jscherta mit all den Hunderten Ukasen des Zarismus^ die werden, mit Gottes 'Hilfe, nicht Mehr wiederkommen! Mtt Recht wird daher in dem Jahresberichte, gleichsam an der Spitze desselben, der Emanzip atro ns - 'Erlaß wörtlich^ angesührt und von demselben gesagt: „Das Edikt, dM die ptovlisorieche Regierun g in Rußland ftN Märtz l. I. über die Befreiung der bedrückten Konfessionen und Nationalitäten herausgegeben hat, ist ein Dokument, das für den größten Teil unserer Glaubensgenossen eine neue Epoche einleitet. Nicht nur die Aushebung des unglückseligen „Ansiedlungsrayons", die volle Freizügigkeit der Juden iM russischen Reiche wird in demselben gewährleistet, sondern auch die uneingeschränkte Zulassung derselben zu allen zivilen und milttürftchjen öffentlichen Aemtern und staatlichen Würden." Das ist die ZukunftsMnsik in dem interessanten Jahresberichte, der wir auch vertrauen wollen. Nun beginnt das weitausgreisende Kapitel „Unsere KriegshLlfsakt'ioneu" das den Hauptteil des Referates beinhattet, und wir stehen Mtt Staunen vor Summen, die uns gewaltig imponieren müssen. Es sind jedoch! die Leistungen aus Amerika, die sie aus eine solche Höhe gebracht haben, von denen daher/ mit Recht betont wird, daß sie „in den Annalen der eurotzäisch>-jüdischen Wohltätigkeit bei weitem' ohne Vergleich! dastehen". Seit Beginn^ des Krieges hatte der amerikairische Fonds der „Israel. Allianz'" bis zum 31. Dezember 1916 die Höhe von 10,318.290 Kronen erreicht, wodurch es Ld^Men/Der?hM^elNiAglW worden ist, in den 12 Monaten, vom Mar 1916 bis Mai 1917, der Zeitraum, den der gegenwärtige Jahresbericht umspannt. Wer 6,500.000 Kronen an Unterstützungen zu verausgaben, die in dem großen, umfangreichen Netz von Hilfskomttees in der ganzen Monarchie und in den okkupierten Gebieten zur Verausgabung gelangen mußten. ^. . . . ß 5Are sinMnen Hilsswerke, Ne M dem? Berichte nach Ländern, Städten und Ortschaften, wie nach Art. und Meise der Verwendung tgruppiert sind, geben ein Bild von der vielfältigen uW mannigfachen wirksamen Orga- Wochcnschnft Nr. 29 nisationstätigkeit, die die Leitungder „Israel. Allianz" tu dieser unaufhörlich-err, konstanten und permanenten Inanspruchnahme zu bewältigerr' hatte, die ein^Ruhmestirel des leitenden Vorstandes wie des sachkundigen und rührigen Sekretärs ist. /■’/ ■ ' Gleich einem schweren Alpdruck lastet jedoch' eine Sorge , für die Zukunft auf den leitenden Männern $$ „Israel:' Allianz zu Wien", die nicht unbegründet scheint und aus welche daher besonders 'hinzuweisen eine publizistische Pflicht ist. In'Anbetracht dessen, daßdurch den Anschluß der Vereinigten Staaten von Amerika an die Entente das Versiegen jener reichen Hilfsmittel eingetreten ist, die der „Israel. Allianz" von dort so munifizent zugch . flössen sind, stehen wir vor einem großen Fragezeichen, wie das Hilsswerk der „Allianz" in der weiteren Zeit der andauernden und sich mit jedem Jahre verschärfenden Kriegsnot weitergeführt werden und überhaupt durchgeh alten werden kann! " Die „Israel. Allianz" ist daher bemüßigt, an aftc vermögenden G l a u b e ns ge nassen im Jnlande die Bitte zu richten, daß sich kein einziger Jude von der Unterstützung! und dem Beitritte zu diesem unvergleichlich wohltätig wirkenden Vereine ausschließe! Ein Erlahmen seiner Aktion würde für die unglücklichen, erwerbslosen Menschen, Hr Greise, Frauen und Kinder, denen der Verein Nahrung, Obdach und im Winter Schütz vor dem Erfrieren gewährt, geradezu eine vernichtende Katastrophe bedeuten. ■- Unvergleichlich ist die Tätigkeit der „Israel. Allianz"' in' diesem Kriege noch durch ein besonderes Moment, welches bei der sonstigen Zerfahrenheit des Judentums, wenn es sich uM gemeinsame Aktionen handelt, , sich, Man; könnte; sagen, das . erstemalals!-: jausWchMet^E wiesen hat: * Es haben sichdie verschiedeüsten Schattierungen des Judentums züsamwengesunden, umindeu Plenarsitzungen des Komitees gemeinsam zu beraten, so daß nebst deM leitenden A u s s -chu s s e d e r All i a n z, dem Wiener Vertrauensmann des aMerikanischieu HilsskoMite e s auch Vertreter.der- Mn ai Bttit'h, ferner zwei galizische jüdische Reichsratsabg e ordnet e, d r e i He r r e n aus der Mitte der o r t h odoxen Judenschast in Wien und drei von der zioit i stischen Org.anisation nominierte. Vertreter an der Leitung der Hilfsaktionen sich beteiligten. Diese Vereinigungder heterogensten Elemente können wir als ein bisher unvergleichliches Charakteristika n ansehen, welches -ein erfreuliches Zeichen dafür ist, daß in der Not der Zeiten die Wd! ische Treue, Gott sei Tauch nach -immer -lebt, und die stärksten Hindernisse überwindet. : > Tie „Israel. Allianz zu Wien" hat sich -in diesen schweren Zeiten Mischer Lebensnot als der Boden bewährt, -der. würdig ist, daß sichaußidemselben das jüdische-' Heiligtum der' Gemeinbürgschaft und der stamm,- verwandten Treue erhebt. . ' In diesen, Trauerwochen um das alte Heiligtum Möge sich/jeder Jude sagen: „Der herrlichste /War. isch dein Herz;..-sei MildMig gegen die Armen; denn einen einzigen avmien Familienvater unterstützen und - seinen Kindern erhalten, gilt mehr vor Gott, als wenn du ihm. zu Ehren hundert Farben schlachtest;,. übe menschenfreundliche Taten^ aus/ denn sie sind die, besten Fürsprecher bei Gott; We Merke''.der ..Menschenliebe - gus„., sagt es der TalMüd (Sukkah 49), „WohltätiMOlMt Mehr, als alle Opfer!" - - - /- /- - . Der Ziönstetnvel ist gefallen, in.Flanrmen aüfgegängen, entzünde ich-.dir Pas' h eilige^Feuer der jüdischen Treue und du hast dir vor- Gott ein