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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-27 · 29 (27.7.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
29 (27.7.1917)
Date
1917-07-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Sette 481 Nr. 29 Dir. Blioch's Wochenschrift Schönherz Isidor, Kutscher, geb. 23. Februar 1890. Poln.-Ostrau, II. Bez., Engerthstraße 203. Teller Mathilde, geb. 10. April 1893, Wien, 19. Bez., Schegargasse 1. Toper Sofie, geb. 10. Januar 1877, Lemberg, HI. Bezirk, Fasangasse 3. Weiler Stefanie, Schauspielerin, geb. 9. Januar 1889, Wien. 2. Bez., Grcdlersiraße 3. Weiß Franz. Beamter, geb. 18. April 1885, Wien, II. Bez., Karmelitergaffe 11. Winkler Emanuel, Fabriksbesitzer, geb. 30. März 1863, Wien, 4. Bez., Brahmsplatz 7. ' . Winkler Stephanie, geb. 22. April 1900, Wien, 4. Bez.' Brahmsplatz 7. Winkler Irene, geb. Weishut, Fabriksbesitzersgattin geb. 18. Februar 1872, 4. Bez., Brahmsplatz 7. Winkler Katharine, geb. 1. Juni 1898, Wien. 4. Bez., Brahmsplatz 7. __ 8V. Geburtstag einer Oberkantors-Witwe. Samstag, den 4. August d. I. feiert Frau Marie Kulka, geb' Knöpfelmacher, Witwe nach dem am 15. Dezember 1915 verstorbenen Oberkantor Moritz Kulka, der nahezu ein halbes Jahrhundert in erwähnter Eigenschaft in Kolin, einer der bekanntesten Gemeinden Böhmens in. ausgezeichneter Weise wirkte, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag. _ Grotz-Enzersdorf. fTodesfaI1.) Sonntag, den 22. Juli, 4 Uhr nachmittags, fand am hiesigen israel. Friedhof unter außergewöhnlich starker Beteiligung der gesamten Bevölkerung und vieler von nah und fern herbeigeeilter Freunde und Verehrer das Leichenbegängnis unseres verdienstvollen, langjährigen Kultusvorstehers, des Herrn Leopold Rosenbaum s. A., statt, der im Alter von 54 Jahren nach längerem, schmerzlichem Leiden verschieden ist. Unter den Anwesenden bemerkte man den k. k. Bezirkshauptmann (ijcrrit Baron Erb mit dem Herrn Bezirksfelkretär, den Bürgermeister der Stadt Herrn Dr. 5v. Buresch mit sämtlichen Gemeinderäten und Ausschutzmitgliedern, Deputationen der Kultusgemeinden Wien, Gänserndorf usw. und viele andere. Im Trauerhause hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr.. Feuchtwang aus Wien einen ergreifenden Nachruf,' in dem er die hervorragenden Verdienste und das sarbeitsreiche Leben des ^Dahingefchiedenen in prachtvoller Weise schilderte. Sodann begab sich der imposante Trauerzug züm israel. Friedhof, wo Herr Rabbiner Doktor Feuchtwang im Namen der Kultusgemeinde dem Dahingeschiedenen den letzten Dank für sein so opferfreudiges Wirken und Walten in unserer Gemeinde aussprach. Dann ergriff Herr Bürgermeister Dr. Buresch das 'Wort, der im Namen der Stadtvertretung, der der Verblichene viele Jahre ,angehörte, ihm den Dank der Stadt und deren letzten Abschiedsgrutz zurief. Die Trauergesänge xsileörrerte Herr Oberffantor Julius Fleischmann, und < nachdem Herr 'Tempelvorsteher Moritz Reumann von dem Verstorbenen Mechila erbat, wurde die irdische Hülle unseres treuen Vorstehers in dem ihm von der Kultusgemeinde gewidmeten Ehrengrabe beiaesetzt. «Sein . Angedenken wird . stets in unserem Gedächtnis bleiben. _ V- B-. - Ung-Brod. Am 17. d. M. verschied .unser langjähriges treues Gemeindsmilglied Herr Jonas Fuchs im 73. Jahre seines ausschließlich dem Wohle seiner Familie gewidmeten Lebens. Sein Leichnam wurde am 19. d. M. unter Beteiligung der gesamten Gemeinde zu Grabe getragen und betrauert dieselbe in dem Heimgegangenen einen biederen und rechtschaffenen Bürger, der stets in den Bahnen der Friedfertigkeit und Redlichkeit wandelte. Die Leichenrede hielt aus eigener Initiative als Freund, der bei verschiedenen Familienanlässen geamtshandelt hatte, Se. Ehrw. Herr Dgktor Simon Friedmann, Kultusgemeinderabbiner aus Troppau, der in schlichten und herzlichen Worten die guten Herzenseigenschaften sowie die grenzenlose Hingabe und Familienfürsorge des Verstorbenen heroorhob, wobei kein Auge tränenleer blieb. Cs erübrigt der Familie noch, Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Friedmann den innigsten Dank zu sagen für seine persönliche Beteiligung am Leichenöegängnls sowie für den' warmdurchfühlten freundschaftlichen Nachruf; ferner gebührt auch der Dank der Familie dem Vorstande und den Mitgliedern der llng.-Broder Chewra-Kadischa, welche alli zum Leichenbegängnis notwendigen Matznähmen in musterhafter mrd entgegenkommender Weise emlejteten, und dem Herrn Jakob H. Gluck, Kaufmann in llng.-Brod, der auch mit einigen Worten von? ^Verewigten an der Bahre Abschied nahm. Friede der Asche des Verewigten, Ehre seinem Andenken! SamEr-AMläum. Dieser Tage werden es genau 40 Jahre, seitdem Doktor A. Srrlvendi, seinerzeit Rabbiner in Dürkheim a. H., später in Karlsruhe i. B., ferne „Spenden-Verzeichniffe", mit denen er die Palästina-Mktkonen sozusagen populär machte, herauszugeben begann. Am 31. Juli 1877 erschien sein erster ,.Rechenschaftsbericht" über etwa 8000 Mark, die ihm „zur Linderung der Hungersnot sin Heiligen Lande" zugeflossen ^waren. Aus ^dieser Eelegenheitssammlung entwickelte sich bald ein literarisches Zentralorgan, das von Woche zu Woche als Beilage einer jüdischen Zeitung gedruckt, den Spendern und anderen Interessenten regelrecht eingesendet iwurde. Mit der Zett unternahm! S a lve n d i auch größere Aktionen, z. B. gegen den Einzelbettel, und entwickelter eine lebhafte Propaganda zugunsten von Kranken-, Waisenhäusern, und Pilgerwohnungen. So entstand das bis heute vielbewährte Schaare-Zedek-Spital in Jerusalem und zu Schlvendis Ehren endlich die nach ihm benannte Kolonie in Fedje bei Pethach Tikwa. Insgesamt hat der unermüdliche Sammler bis zu seinem Lebensende fast eineinhalb Millionen Mark zusammengebracht — ohne richtige Vereinsorganisation oder Mitgliedsbeiträgen. — Sein Sohn, Dr. H. Salven di, Militärarzt der deutschen Armee, setzt mit lobenswertem Eifer das Merk seines Vaters fort, das eben in unseren Tagen — wo Palästina seine Schicksalsstunden lebt und seine Stärkung auch politisch unser Interesse beansprucht — allgemeiner Förderung wert ist. Dr. A. Fürst. Feuilleton. Indische Treue. Zum 44.Jichresberichte der „Israelitischen Allianz". Zur Jubelfeier des großherzoglichen Paares in Karlsruhe widmete demselben der Dichter Berthold Auerbach folgendes Autogramm: „Auf dem Grund und Boden der Geschwisterliebe ist der heilige Tempel erbaut worden. Als König Salomon den Tempel bauen wollte, lag er unruhig und konnte nicht schlafen, denn er wußte nicht, wo er ihn bauen sollte." „Da rief ihm eine Stimme .zu: Steh' auf .und gehe auf den Berg.Zion", da ist der Boden! Tort haben zwei Brüder zwei Aecker nebeneinander; der eine ist reich und hat diele Kinder, der andere ist arM und hat keine Kinder. Sie haben heute am Tage geerntet und Garben gebunden und jetzt in der Nacht steht der ArMe am unteren Ende seines Ackers und denkt: Mein Bruder ist zwar reiche hat aber viele Kinder; ich will ihm von meinen Garben geben." „Der Reiche stand am anderen oberen Ende und denkt: Ich habe zwar 'viele Kinder, bin aber reich; jedoch mein Bruder ist arm, ich will ihm daher von Meinen Garben geben." „Geh' hin und du wirst es sehen," spricht Gott zu Salomon." „SaloMon ging hin, und. da sah er. wie der eine am oberen Ende Garben h inüberschob und der andere am unteren Ende Garben herüberschob. König Salomvn hat die Aecker erworben, beide Brüder reichlich belohnt und aus diesem Boden den Tempel erbaut." Wir ersehen aus diesem poetischen Gedankengange, daß nur dort, wo die Bruderliebe thront, wo die Treue zueinander lebt, dort nur ist der würdigste Platz für ein Heiligtum Gottes. Aus einem solchen Boden der stammesbrüderlichen Treue und der völkischen Gemeinbürgsch'aft baut sich seit 44 Jahren des Bestandes die Tätigkeit der „Jsraelitischeu Allianz zuWien" aus und hat sich besonders im Lause des dreijäh r i g e n W e l t r i n g e n s zu einem! der grandiosesten Hilfswerke des so schwer betroffenen Judenvolkes' emporgeschwungen. Eben der letzte Jahresbericht zeigt uns diese Allianz auf der Höhe ihrer Ausgabe, als ein bereits der Judenheit in allen Weltgegenden unentbehrliches Instrument der brüderlichen Hilfe. Es spiegeln sich in demselben auch die 'gewaltigen Veränderungen wider, die sich! politisch und sozial für die Judenheit aus diesem Weltprozesse bisher ergeben haben.

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