Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 29 (27.7.1917)
- Date
- 1917-07-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 475 Nr. 29 Dr. Blvch's Wochenschrift Korporal Nathan Grosz yückte gleichfalls am ersten Mobilisierungstage ein und ging Mit der ersten Marschformation M die russische Front, wo er an, den heftigsten -KäMpfep teilnahm. Er befand sich 13 Monate an der russischen Front unh vier Monate in -den Tiroler Alpeu- In hen heftigsten Kächpfen am Dnjestr wurde er, VMseiner Gewehrkugel getroffen, schwer verwundet.- Nach ferner Heilung wurde er an die italienische Front kommandiert und kam zur Baukompagnie , wo er gegenwärtig unter den gefahrvollsten Verhältnissen - im Schützengraben Dienst chistet. , Gefreiter Josef Keller, kommerzieller Beamter aus Györgyös, rückte ,aM.ersten Mo'bilisierungstage zum Infanterieregiment Nr. als Infanterist ein. kam bald auf den russischen Kriegsschauplatz, wo er zum Patröüillenführer befördert wurde. (Sr hat an zahlreichen Schlachten teilgenotnMen, - bis er nach 12monatigem Frontdienst aM 10. Juli 1916 in den. schweren Kämpfen bei Konspiec ln Galizien durch einen Granatsplitter schwer verwundet wurde. Nach! seiner Wiederherstellung kam er zur Baukomipagnie an die italienische Front, wo er .auch gegenwärtig noch unter den. schwierigsten Umstände;: gefahrvollen Dienst leistet. . Infanterist Salomdn P 0 l l a k aus Jzakonyha, Kom. Marnl'aros, rückte ebenfalls bei der ersten Mobilisierung ein, war 11 Monate hindurch an der russischen Front, wo er, von einer. Schrapnellkugel getroffen, eine schwere Verwundung davontrug.' Wiederhergestellt, kam' er an die italienische Front mit der. Einteilung zur obgenannten Baukontpagnie, wo er heute noch! zur vollen Zufriedenheit seines Kommandanten seinen Dienst versieht. Infanterist -Elias' Mendelovits aus Marmaros- Glod vstckte!aM ersten Mobilisierungstage zum Infanterieregiment Nr. ein. Er war 12 Monate lang an der ^pssWUibFxon^^vipn Mo ex, -.durchs kckie.zHetpehrkugel Verwundet, ins Ainterffrnb gErächt würde; ' Nach seiner Heilung-wurde er an che italienische Front zur genannten Baukomipagnie geschickt, wo er auch heute noch mit anerkanntem Pflichtgefühl feinen Dienst leistet. . . . -,,■ . . Infanterist Moses G> a n z. aus Alsov'iso, Komitat - Marm'aros, seit der ersten Mobilisierung eingerückt, war 11 Monate auf dem russischen Kriegsschauplatz- und wurde in den Kämpfen am San verwundet. Seit seiner Heilung versieht er bei der> Baukompagnie an der italienischen Front seinen schweren Dienst. - ' Auszeichnung zweier Kekdraööiner für tapferes Merhatten. b Der Kaiser hat verliehen für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem' Feinde-düs Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoraiion und- Schwertern deM bereits ' mit dem goldenen Vevdienstkreuz Mit der Krone ausgezeichneten, seit Kriegsbeginn an verschiedenen "Fronten sehr verdienstvoll wirkenden Feldrabbiner Dr. Samuel Lemberg er; aus dein? selben- Anlasse dem am der italienischen Front eingeb teilten Feldrabbiner Dr. SämÜel N a gelb erg. Auch, -letzterer entfaltet seit-längerer Zeit eine sehr. ersprießjliche - Tätigkeit im - Dienste seiner Glaubensgenossen; ' Auszeichnung eines ^Lebensretters. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen in AnerkeiinunF. vbrzstglicher Dienstleistrmg vor deM Feinde sowie 'RettuMMmes/-UrMroffiKiers'..-Vor deM Verbrennungstode das bgoldene Verdienstkreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille dem Fähnrich d. R. Leo EisTe r, KavM Train-Kommandy.<; '. . -- - b " - Hapferkeitsauszeichnung einer Kostßeamtin. Der Kaiser hat der Postoffiziantin Rosa Goldstein, Postdirektion Bukowina, für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem' Feinde das goldene Ber^enstkreuz.säm- Bande der - Täpserkeitsme^aille mit den Schwertern-verliehen'.- -- Diese für eine Dame außevgewöhnliche 'AuszeichnuEMIerfelben für tapferes Aus- Harren auf ihrem Posten unter unmittelbarer Lebensgefahr zuteil geworden. 1 Ms Aamilienmitglieder im Ielde. David Lustig, Siebreifenfabrikant in Lipowica, Post Suchodol bei Rozniatow (Galizien), hat elf Familienmitglieder im Felde, u. zw. fünf Sohne namens Leib, Israel, Samuel, Pinkas und Osias, zwei Schwiegersöhne, Juda Barnak und Benzion Somme rfre und, vier Enkel, Brüder Leon und Hermann S p re g e l, Sabre B r a v e r und Hermann I g r e. Die zwei älteren Söhne waren selbständige Kaufleute, während die drei jüngeren in der Fabrik des Vaters beschäftigt waren. Während der russischen Invasion wurde die Fabrik vernichtet und der alte Mann gänzlich ruiniert. Nach dem Tode ausgezeichnet. Leutnant i. d.:,R. Friedrich Weiß, beim J.-R. , wurde.- nachdem-i,Dodtz.mit - den: Militärverdienstkreüz 3. Klasse mit der Kriegsdekoratiön mit Schwertern ausgezeichnet. Dem vor dein Feinde gefallenen Ldst.-Jufanteristen Markus Bruch, Ldstreg., wurde die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. na; bi 7 Per; Aekdentod mm IfonM ' . Ernst Gialander, Mediziner-Fähnrich, 22 Jahre alt, war bereits züm drittenmal im Felde. Zuletzt versah vr seit August 1916 Sanitätsdienste: im April kam er nach Hause, uM seinen Vater, der gestorben ist, zu Grabe zu tragen. Nach diesem seinen „Urlaub" ging er abermals an die Front und geriet mitten in die zehnte Jsonzoschlacht hinein. Kaum war dieser wackere, um seine Soldaten stets eifrig bemühte junge Fähnrich drei Tage auf dem Kriegsschauplätze, als ihn währenddes Verbindens von Verwundeten ein Kopfschuß traf und er drei Tage später einer Hirnhautentzündung erlag. Vom Feldspital wurde er unter Beteiligung des gesamten Offiziers¬ und Aerztekorps zu Grabe gebracht. Der dort diensthabende Feldrabbiner machte, wie „Egyenlöseg" berichtet, der unglücklichen Mutter durch folgendes schreiben Mitteilung" von dem tragischen Ende ihres heldenmütigen Sohnes: „Feldpost , 15. Juni 1917. Sehr geehrte gnädige Frau! .Eine, traurige. Pflicht erfüllend, Macho ich Ihnen, gnädige Frau, die Mitteilung, daß das Begräbnis 'Ihres im Kampfe fürs Vaterland gefallenen Heldensohnech des Herrn Sanitäts- Fähnrichs Ernst Gal and e r, gestern, den 14. Juni, um 2 Uhr nachmittags auf dem.-MilitäMiedhof in D. (Küstenland) stattgefunden hat. Sämtliche Aerzte und Offiziere des Spitals sowie eine Anzahl jüdischer Soldaten waren anwesend. Alle lauschten rnit Andacht urid tiefer. Rührung den Worten, womit ich, soweit es meine artmv Sprache erlaubte, Ihren großen, /unsagbaren Schmerz - und unsere - Verehrung gegenüber dem Helden verdolmetschte, der mitten in der Ausübung seines' edlen, menschenfreundlichen Berufes von der feindlichen Kugel getroffen wurde. Tief gerührt, sprach ich zuletzt das Kadischgevet für bas Seelenheil- Ihres verewigten Sohnes.