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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-20 · 28 (20.7.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
28 (20.7.1917)
Date
1917-07-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seit» 460 Nr. 28 Dir. Blvch's Wochenschrift Aenderungen im Kekdseeksorgerkorps. Unter dieser Spitznrarke schreibt „Egyenlöseg" in seiner Nummer 22 voM 9. Juni 1917, Seite 12: „Aus dem Budaptzster israelitischen Feldseelsorge-Amte wurde dessen letzter Leiter David Freudiger de Obuda an die Jsonzofront transferiert. Sein Nachfolger ist noch nicht designiert. Die Mitglieder dieses Amtes sind jetzt: Jakob Hoffmann, Oberrabbiner in Radautz (Bukowina),Feldrabbiner, und Dr. Nikolaus P e n e r, Religionsprofessor in Budapest, Feldrabbiner. Dr. (Emanuel H a v a s -Hirschffeld, Feldrabbiner, der im Wiener isr. Feldseelsorgeamte tätig war, wurde gleichfalls an die Front geschickt, an seine Stelle wurde der Pester Religionsprofessor Doktor Ludwig Kun einberufen. Ferner wurde zum St. Pölteuer Feldseelsorgeamte der Erseknjvarer Oberrabbiner Dollar Samuel Klein einberufen. Das sind ein wenig zu viel Aenderungen auf einmal. In den Transferierungen und Einberufungen, durch welche eine Anzahl ungarischer Rabbiner dem Schauplatze ihrer bisherigen Wirksamkeit entzogen wurde, kann ein Prinzip nicht entdeckt werden, hingegen sprüht der Schein wohl dafür, daß. die ungarischen Rabbiner, und besonders diese, nicht ganz ohne Tendenz hin- und .hergeworfen werden. Dies kann nur dadurch erklärt werden, daß das Kriegsministerium keinen solchen Jnforvtator hat,- der die Dienstverhältnisse und Gebundenheit der ungarischen Rabbiner kennen und das Kriegswinistjerium darüber zu informieren in der Lage wäre. Zu dem Forums welchzes gegenwärtig die Informationen besorgt, kann Man ein Vertrauen nicht haben. Man müßte mit energischen und entschiedenen Schritten dessen auf die ungarischen Verhältnisse geübte Jngerenz unmöglich machen mrd dahin wirken, daß die Angelegenheiten der ungarischen Feldrabbiner durch Intervention eines zu errichtenden ungarischWdischen Feldrabbinates geführt werden." Me Ethik im Kriege u«d die Heilige Schrift. Zugleich Erfahrungen aus meiner aktiven Dienstleistung. Von k. n. k. Feldrabbiner Dr. Leo Bertitsch, Przemysl. Nachdem wir bereits auf die von: N'L-L.n jrr“, d. i. vom gesalbten Priester, der für den Krieg bestimmt war, an das ins Feld abziehende Volk gehaltene Ansprache hingewiesen haben, nämlW aus 5. Buch Mosis, Kap. 20, S. 2, 3 und- 4, auf die wir noch! zurückkommen werden, wollen wir heute auf eine neue Stelle in unserer heiligen Schrift Hinweisen, und zwar auf 5. Buch Mosis, Kap. 23, Satz- 10, der zu den erwähnten drei Sätzen,, Bezughat. Welch! unerschöpflichen Born von ethischen Lehren im Kriege, welch unversiegbare Quelle von äworalischen Begriffen mrd Sentenzen im Kriege finden wir in diesem einzig-einzigen Satze unserer Helligen Schrift! Derselbe lautet: by nsntt X'JH a „sn im br» „Wenn du ins Feldlager gegen deine Feinde ausrückst, so hüte dich! vor allem Schlechten, vor jeglichem Schädlichen." Wir werden uns nur mit der zweiten Halste dieses Satzes beschäftigen, um zu zeigen, welch große Fülle von Tugend, Ethik und Moral wir in derselben für den in den Krieg ziehenden Mann finden. Bevor wir Mer zunt eigentlichen - Thenra unserer Betrachtung übergehen, wollen wir zuvor nur kurz gebunden auf die erste Hälfte dieses Satzes Hinweisen, nämlich auf “pO1# by runttlKirn a' wenn du insFeldlager gegen deine Feinde ausrückst. In analogem Sinne steht auch, ein Satz geschrieben, nämlich int 5. Buche- Mosis, Kap. 20, S. 1, der laillet: by rtäftbfcb^n wemr du znNt Kanchfe gegen deinen Feind ausziehst. In bezug auf die erste Parallele bemerll der . . . nns “pms .. d. h. du sollst nur gegen diejenigen zum Kriege ansziehen, die sichdir als •.TO'IK (als deine Feinde) erwiesen haben, von denen du Feindschaft erlitten und Feindschaft zu erwarten Hast, gegen welche sogar ein Angriff zur Verteidigung werden Muß. Dies alles jedoch schließt jeden Eroberungskrieg aus.-. In bezug' -auf jdie zweite ^Parallele wird ganz homogen — nach dem Talmud Sota 44 Ix— zwischen 70LV und iTOl nisn^ö unterschieden, und zwar:. unter NM. nßribfc wird ein zur Abwehr eines geschehenen Angriffes unternommener Krieg . verstanden; .unter wird ein nnteniommener Krieg gemeint, der den Zweck hat,; durch! -denselben den Feind zu schwächen,, um einem feindlichen .Angriff — durch Schwächung des Feindes — vorzubeugen. Der letztere kann nur nach- SanhedriM 2 a und 20 b durch den Beschluß. und die Zustimnmng des Obersten Gerichtshofes voneinundsiebzig ausgenommen werden. Siehe' auch- S. R. Hirsch bw Ta ■>& by xbx m«n pmiypa wy zur Stelle. In einem aber voM Feinde aufgezwungenen Krieg muß alles in den Krieg ziehen, ohne Beschluß und ohne Zustimmung des Obersten Gerichtshofes; sogar derBräu- ÜigaM, eigentlich der Neuverrnählte, aus seiner Stube und die Braut aus ihrem BrautgeMach. Siehe Talmud Sota 44 b: -vn-v« “j^v bzn.niitö rarto bzx .mann nartea ♦nn£iH£\^r:vrnrt& jnn Siehe auch' inleinen Artikel in den Prager „Mitteilungen" vom Jahre 1917, Heft 3: „Die. Beurlaubungen von Mllitärpersonen und die heilige Schrift." Nun kommen wir-zu unserem eigentlichen Gegenstand zurück, d. i. zur zweiten Hälfte des am Anslaug zitierten Satzes, nämlich: jn 'J1TO.1 „Hute dich vor allem Schlechten, Vor jeglicheni Schädlichen." Wörtlich aber übersetzt, heißt es: „Hüte dich« vor jeder schlechten Tat:" Warum Mer die heilige Schrift betont: vor jeder schlechten Tat? Es könnte doch genügen, entweder b-& jnß jr i2rt oder xn “Q“i£/ oder endlich 3n *73 Ö das heißt: Hüte dich vor Schlechtem oder vor schlechter Tat, oder endlich Vor allem Schlechten. UM aber diese Frage zu beantworten, d. i. warum die heilige Schrift v-] -q-; b^üt betont, und die zweite Frage: Was will uns eigentlich die heilige Schrift mit der Betonung dieser vier . Wörter sägen und zu deuten' geben? Das sollen wir bald erfahren und zugleich! darüber staunen, welch herrliche Tugend, welch schöne Moral und welch reiche Ethik wir finden für den Krieg, in diesen .vier Ausdrücken. .*< . (Fortsetzung, solgt ) ' Aus dem öMrreichffchxn AHeordnetenhause. In der 13. Sitzung des Asbgeordnetenhanses am 3. Juli begründete Dr. G r o ß (Polenklub) die Ablehnung des BudgetProvisoriuNts von seiten seines Klubs in einer

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