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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-13 · 27 (13.7.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
27 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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5fite 444 Tr. Bl och'S Wochenschrift" ' ' Nr. 27 zweimal durch Steinschlag verwundet, am jl9. Juni freiwillig •liut Angriff, wobei er den Heldentod fand. Wir verloren an '.hm einen tapferen Soldaten und einen wackeren Kameraden, uni den die ganze Kompagnie trauert. Sein Opfer war aber nicht umsonst gebracht. Möge Ihnen dies zum Tröste gereichen.- Im'Namen meiner Kompagnie spreche, ich Ihnen für den schweren und herben Verlust unser tiefstes Beileid aus. K a r i o p p, Oberleutnant, m. p. Hrkdentod des Kätznrichs J. Körner auf dem südlichen Kriegsschauplätze. Unter dem Titel „Neue Heldentaten östeereichi'chnniiaeischer Soldateil an. der Tiroler Frone" bringt das k. ii. f, Kriegspressequartier am *23. Juni 1.917 über das Schüpenregiineut Nr. nachstehenden Bericht: Schützenregiment Nr. 25. Der Fremd hatte in zehnstündigenr Trommelfeuer die Gräben am linken Flügel des Regimentsabschnittes vollkommen - eingeebnet und die Kaverneneingänge verschüttet, als der Feind im anschließenden rechten Flügel des Nachbarregiments durchbrach und in die Stellung eindrang. Einzeln »rußte sich die Mannschaft unseres linken Flügelzuges aus dem Schutte arbeiten und hätte nicht -mehr rechtzeitig ins Gefecht treten können, als Fähnrich Körner das Geschehene, wahrnahm. Mit kühnem eigenen Entschlüsse raffte er die nächsten fünf Mann seines Zuges zusammen, stürzte sich auf den eingedrungenen Gegner und trieb im erbittertsten Nahkampfe mit Handgranaten und, als ihm diese ausgingen, mit Steinwürfen den vielfach überlegenen Gegener bis vor. die eigenen Drahthindernisse in die Flucht. Trotz Verwundung (Fußschuß) verblieb Fähnrich Körner in der Kampfstellung. Seinem hervorragend tapferen und initiativen Vorgehen ist es zu danken, daß die große Gefahr eines feindlichen Erfolges abgewendet und in eine blutige Niederlage verwandelt wurde. Ergmrzend sei hinzugefügt, daß Fähnrich Johann Körner — ein Sohn der Postmeisterswitwe Körner in Zerawitz Lei Bisenz, die erst vor wenigen Wochen ihren Gatten verloren — für diese am 10. Juni erfolgreich unternommene Aktion die. goldene.Tapferkeitsmedaille erhielt. Sein unverwüstlicher Tatendrang ließ, ihn auch am 20. Juni trotz heftigsten Trommelfeuers eine kühne Unternehmung vollbringen, wobei ein Wruftschuß seinem jungen Leben ein jähes Ende bereitete. Am 24. Juni haben wir ihn auf einem Hügel in G. (italienischem Boden) in Gegenwart des Bataillonskommandanten. Oberstleutnant Wald M a n n, Hauptm ann B r o d s k y. Reg.-Chefarzt Dr. M o st Kompagniekoinmandant Leutnant Dr. ZurkanoNitz und einer größeren Abordnung Non KaMieraden unter militärischen Ehren begraben. Feldrabbiner Dr. Linke vollzog die Trauerzeremonien. Hierauf trat Bataillonskommandant Obcrslleutnant Wald mann an das offene Grab und nahm tränenden Auges von denk „schneidigen Soldaten", der so Ausgezeichnetes leistet^ wehmütigen Abschied. Den letzten Gruß widmete ihm Kompagniekommandant Leutnant Dr. Zurkanovist der ihn'als treubewährten Kameraden schilderte, dem das ganze Regiment ein ehrendes Gedenken bewahren wird: Fähnrich Körner ist neuerdings zu einer Auszeichnung eingegeben. Bezeichnend ist, daß bei dieser Unternehmung ein anderer jüdischer' Kanierad, Tit.-Zugsführer Fritz, Fürst ein Sohn der Frau Rudolfine Für st aus Bisenz, in Anerkennung seines Mitwirkens an dem kühnen Gegenangriff des nunmehr verewigten Fähnrichs Körner außertourlich! zum Fähnrich befördert wurde. Tragisches tznde des jungen Pioniers. In der vorletzten NumMer der „Oesterr. Wochenschrift" berichteten wir von denk Heldenmut des jungen Pioniers, des achtzehnjährigen Ladislaus Gerö. Wir erwähnteu u. a., daß Gerö, der bereits die bronzene und kleine silberne' Tapferkeitsmedallle besaß, seinen Ellern schrieb, daß er nicht eher auf Urlaub gehen wolle, bis er dies nicht mit der großen Silbernen an der Brust tun könne. Gerö hatte wohl die große silberne Tapferkeitsmedaille erhalten, doch! war es ihm' nicht mehr gegönnt, mit seiner dreifachen Auszeichnung als Urlauber in seiner Heimatstadt Budapest zu paradieren, denn er fand bald darauf den Heldentod. Ueber das erschütternde, tragische Ende dieses lmustergültigeu jungen Helden schreibe Enterich,S z a b'o im „Egyenlöseg": „Die Familie des Ladislaus Gerö stellte mir. die zwe'. Briefe zur Verfügung, welche sie über den Heldentod des großartigen Jungen erhalten hat. Den einen schrieb sein Hauptmann., den anderen der Feldrabbiner. Die beiden Briefe lauten:;,4./VI. 1917. Sehr geehrter Herr! Mil schwerein Herzen und in' tiefe Trauer gehüllt, mutz ich Ihnen die schwertraurige Mitteilung machen, daß unser teuerer Läzi am 2. Juntz 11 Uhr nachts, den Heldentod gestorben ist. Anläßlich eines nächtlichen Angriffes, den wir gegen die Italiener richteten, ist Lazi, voin Splitter einer feindlichen Mine getroffen, zwischen seinen getreuen Pionieren gestorben. Er hat nicht viel gelitten, er starb augenblicklich. Ich vermag es nicht mit Worten auszudrücken, wie niederschmetternd uns alle sein Verlust traf. Offiziere und Mannschaft liebten ihn wie einen Bruder, wie einen lieben, tapferen, allzeit heiteren Kameraden. — Empfangen Sie und Ihre Familie unser Aller aufrichtige, schmerzersüllte Teilnahme. — Gestern haben wir unseren lieben Kameraden bei Ajsovizza begraben. Wir werden seine Nühsstätte mit jener Liebe pflegen, die wir dem Verewigten gegenüber stets bekundeten. Seine hinterlässenen Effekten / werde ich Ihnen gerne' gelegentlich zukommen lassen. Gott verleihe Ihnen Kraft und Trost! Käntlehner, m. p., Hauptmann." ,,K. u. k. Feldrabbiner der Israel. Militärseelsorge der 1. I.-;D. Feldpost .... Trösten Sie sich mit dem Bewußtsein, daß die Unternehmung, an welcher Ihr heldenmütiger Sohn teilgenommen hat, dem Feinde schwere Verluste verursacht hat. In meiner und eines anderen Glaubensbruders Anwesenheit wurde er bei Ajsovizza begraben." Erhöht wird das Tragische des Falles auch durch die Auszeichnung, die der Junge einen Tag vor seinem' Tode, am 1. Juni, erhielt. Au diesem Tage wurde Ladislaus Gerö "in Anerkennung-seiner besonderen Dienste^ vor dem Feinde außertourlich zum Leutnant befördert nnd gleichzeitig mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Welch tiefe Perspektive gewähren — so schließt Enterich Szabo seinen Bericht — die wenigen Worte, die der Vater beim Ueberreichen der Briefe in.seiner stolzen Trauer zu Mir sprach: „Nnm. sage, mir noch einer, daß wir Juden nicht unser Teil nehmen an dieser großen Gottesgeißel!" . Herr Chaim R a u chw erger aus Czernowitz, derzeit Wien, erhielt von seinem Sohne, Offiziersaspiranten Moritz R a u ch w e r g e r, ans itali'nischer Gefangenschaft nachstehendes Schreiben: «Manzano, 26./5. 1917. Lieber Vater! Wenn ich nur wüßte, daß Du Kenntnis davon hast, daß ich noch am Leben bin! — Daß es Gottes Wunder ist daß letzterer Fall eingetreten ist kannst Du Dir schon denken. — Ich habe tatsächlich während der letzten heißen Tage, das ist vom 17.1 Mai) keine Zeile geschrieben, weil es einfach unmöglich war. — Ich habe bis zum letzten Moment im Trommelfeuer ausgeharrt, treu meine Pfiicht erfüllend. Noch;attt vorherigen Tage, am 23. Mai, uni 11 Ahr nachts, sagte mir mein Kömpagniekommandant. indem er mir die Hand drückte: „Ich weiß, was Du geleistet, dessen sei sicher, daß der Dank nicht' ausbleiben wird!" — Am 2 Uhr früh ging ich hierauf ab, eine Spezialaufgabe vom Bataillonskommando übernehmend, mein Korpskommandant blieb noch mit einer Einheit bei letzterem Kommando, seither sah ich ihn nicht mehr, weil wir am 24- Mai, um 2 Ahr nachmittags, in Gefangenschaft gerieten. Am 13. Tag der zehnten Isonzoschlacht, der 13. ist doch kein llnglückstag! — Am 22. d. M. las ich noch ven österreichischen Generalstabsbericht, in welchem unser Regiment so rühmend' hervorgehoben wurde, das war nach m einem; r Gefechte, an dem auch unsere Kompagnie in hervorragender Weist mitgewirkt hatte, und zwar am 20. Mai, 4 Ahr nachmittags, am „Monto Santo"! — Jetzt bitte ich nur noch um eins: „Gott helfe Dir und meinen teueren Geschwistern über die schweren Tage, bis eine Nachricht von mir aeintrifft, hinweg!" ' Du siehst nunmehr, lieber Vater, detaillierter kann ich es Dir nicht angeben, daß ich, wie es einem Offiziersaspiranten zukommt, meine Pflicht, meine allerheiligste Pflicht erfüllt habe, so daß

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