Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-06 · 26 (6.7.1917) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
26 (6.7.1917)
Date
1917-07-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022275--26123-3051464
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 428 Dr. Bloih's Jüdische Aamilien iw Jelde. (Laut Mitteilung des Feldrabbiners H o f f mann an 'den „Egyenlöseg".) '/ Väter. vier Söhne und ein Schwiegerfo ly n: Abraham Berustei n. Kauftnann und Fleischhauer nt Marosvasarhely, 49 Jahre alt, versieht im - Jnfanteneregiment Nr. seiüen Dienst. Der alte Landsturmmann. der gegenwärtig in einem Budapester Spital krank darniederliegt, hat noch vier Söhne und einen Schwiegersohn beim Militär. Von seinen Söhnen erhielt Simon für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde die silberne Tapserkeitsmedailte 2. Klasse und geriet später in russische Gefangenschaft. Der 19jährige Sohn Arp ad. dessen Brust gleichfalls die silberne Tapferkeitsimedaille schmückt. steht an der russischeir Froirt. Von dem Sohne Stefan kaut schon seit langer Zeit kein Lebenszeichen. Albert, Schneidermeister, der gleichfalls bei den ern. dient. wird gegenwärtig in einem! Sanatorium gepflegt. Der Schwiegersohn Eugen Weis'z. Rechnungsunterofsizier. macht an.der italienischen Front Dienst. Sechs Söhne: Witwe Salonton Mos ko Pits in Budapest hatte sechs Söhne an der Front stehen. 1. Ignaz, ZimMermaler, zog bei Kriegsausbruch! in den Krieg und känchfte an der russischen Front. Nach einigen Monaten geriet er in russische Gefangenschaft und gab zweieinhalb Jahre lang kein Lebenszeichen von. sich. Von dem bereits für tot gehaltenen Sohn erhielt nun die Mutter aus einem Städtchen der Bicharei ein Schreiben. aus dem sie erst das wahre Schicksal ihres Sohnes erfuhr. 2. Wolf. Schneidermeister, käNtpft als Honved seit eineinhalb Fahren an der russischen Front. 3. Julius. ZiMntermaler, ist seit zweieinhalb Jahren gleichfalls an der russischjen Front. 4. Sender, HandlungsgehUfe. 45 Fahre alt, ist ,als Kriegsarbeiter : an .. der^ italienischen Front. 5. Heinrich, ZimMermäler, Hon-* ved. kämpfte ein Fahr lang gegen die Russen und wird jetzt in einem- Budapester Honvedspital als Kranker gepflegt. 6. David. Schuhvtacher, war bei Kriegsausbruch aktiver Soldat und dient jetzt ununterbrochen seit 1912. Fast zwei Iahte hindurch; kämpfte.er an den russischen, serbischen und italienischen - Fronten und liegt gegenwärtig in einem Budapester Spital. Der Sohn des eingewanderten Kantors. Im .,Egyenlöseg" lesen wir: Das Kommando des Honved-JnsanterieregiMents Nr. hatte das Lichtbild und die biographischer sowie die Daten Wer den Heldentod des Fähnrichs Alexander Eisenberg, eines Sohnes des Fa^berenyer Kantors Bernhard Eisenberg, abverlangt. Dem Regimentskommando sind hieraus die folgenden Daten zugegangen.: 1. ,,1leber Ihr Ersuchen beehre ich mich, die Photographie, die biographischen Daten sowie die mir über seinen Tod zugekommenen Mitteilungen betreffend meinen Sohn, den Fähnrich Alexander Eisenberg einzusenden^ Mein genannter Sohn wurde am! 24. Oktober 1894 in Baja geboren, wohin ich aus Pinsk (Rußland) ein gewandert bin und wo ich als Kantor der israel. Kultusgemeinde wirft?. ' Als mein verewigter Sohn schulpflichtig wurde, wirkte ich bereits an der .Jaszberenyer Kultusgemeinde, nachdem ich di«; iMngarische Staatsbürgerschaft erlangt hatte. Sowohl an der Volksschule als auch an dem hiesigen staatlichen Ober- - gymnafium gehörte er zu den besten Schülern. Auch die Reife-' Prüfung bestand er mit vorzüglichem Erfolge. Als armer Schüler' gab er> auch Stunden, um uns materielle Hilfe zu leisten. Im Jahre , 1912 inskvibierte er an der Technischen Hochschule, denn er wollte.., . Maschineningenieur werden. Er war Techniker im dritten Jahr- ' gange, als der Krieg ausbrach. Bei seiner anfangs Oftober 1914 erfolgten Musterung wurde er wegen Körperschwäche ungeeignet befunden. Seine heiße Paterlandsliebe ließen ihn jedoch, ni'icht ruhen. Er setzte mir, so lange Zu, .bis ich mich gezwungen sah, von seiner körperlichen . Schwäche abzusehen und meine Zustimmung zu geben, daß er sich anfangs März 1915 freiwillig zum Militärdienst melde. Er wurde auch? Wochenschrift"! Nr.^26//.« assentiert und rückte im Mai 1915 zum Honöed-Jnfanterie-Regiment Nr. 29 in Kelenföld ein. Nach Beendigung der Offiziersschule rückte er zum - Kadetten vor. Am 29. November' desselben Jahres .kann er an die italienische Front, wo er einen Monat später zuni Honoed-Jnfanterie-Regiment Nr.: 1 versetzt wurde. Sechs. Monate nachher, am 29, Mai 1916, wurde er , zifm". Fähnrich befördÄt und erhielt einen vierzehntägigen Urlaub: Sein letztes Schreiben ldatiert vom 26. Juni 1916. Am 8. .Juli verständigte uns' ein Offtzierskamerad bereits von seinem Heldentod. Wie beliebt er bei seinen Kollegen war, beweisen der nachstehende Brief und die eingelaufenen Feldpostkarten: : 2. Martinuvic, den 30. Juni 1916. Schnlerzerfüllt teilen wir Ihnen mit, daß unser geliebter Kriegskamerad gestern, den 29., um 5 Uhr früh, als er seine Abteilung zum Sturmangriff führte, für seinen König und sein Vaterland, den Heldentod starb. Wir werden das Andenken .unseres heldenmütigen. Kameraden pietätvoll bewahren und immer in Liebe an ihn denken. Die Offiziere der 9. Kompagnie. Sarmassy Kund, m. p. ' 3. 18. Juli 1916. Sehr .geehrter Herr! Ich schrieb Ihnen bereits, daß Ihr l. Sohn gefallen ist. Jetzt weiß ich auch, wo er begraben ist. Er wurde im, Radzianover Friedhofe im eigenen E-rabe mit militärischem, Pomp bestattet. Das ganze Regiment bedauert ihn sehr, denn wir haben in ihm einen hervorragenden Offizievskameraden verloren. Mit aufrichtiger .Teilnahme Sarin a s s y Kund, Leutnant, Honved-Jnfanterie-Regiment Nr. 1, 9. Komp.^ m. p. 4. Abschrift. Front, 13. Juli 1916. Sehr geehrter Herr! Betrübt komme ich Ihrem Ersuchen nach und daß ich es bisher nicht tat, hat seinen Grund darin, daß ich nicht wußte, daiß Ihnen jemand^ die niederschmetternde Nachricht bereits zukommen ließ. Ich war bei dieser Schlachtz die unerwartet kam, nicht anwesend, . denn ich ging gerade damäls auf Urlaub,. als der arme, heldenmütige Alexander zurückkam. Mährend unseres /Angriffes wurde . auch unser gewesener Kompagniejkommandant verwundet, ebenso wurden auch die übrigen' Kommandanten verwundet. Von den Chargen der Kompagnie blieb nur ein Feldwebel. Laut Erzählung desselben verlief die für uns .>ehr ruhmvolle, dabei aber traurig und niederdrückend abschließende Angriff folgendermaßen: In den frühen Morgenstunden des 29. Juni erhielt unsere Kompagnie den Befehl zum Angriff zusammen mit mehreren anderen Kompagnien. Als die Kompagnie den Feind anstürMte, erhielt der arme- Alexander, deran der Spitze feiner Abtei lun g mit l e g e n d ä r e m H e l d e nm-u t st ü rm t e, ei n e f e i n d >- liche Kugel, welche unter dem rechten Arm eingedrunaen war und auf.der.linken Seite herauskam. Eineinhalb. Minuten nach'feiner Verwundung hat der arme, liebe Alexander den Heldentod gesunden. Alexander wurde , für sein tapferes, heldenmütiges Ver-, halten während der Schlacht für eine Auszeichnung in Vorschlag gebracht. Das ist natürlich ein sehr trauriger Trost, aber er lindert doch einigermaßen den Schmerz. Ich bleibe Mit aufrichtiger Teilnahme und Hochachtung Otto Mayer, Leutnant, m. p." Aus dem Ehrenbuchs. Leutnant t-, R. Ignaz Kulik. J.-R., Mitglied der .,Emunah" in Lemberg, Sohn des Herrn David Kulik, fiel am 11. Juni 1916 beim Sturmangriff in Wolhynien. Er war bereits mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. NunMchr erhielt der Vater das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und Schwertern zugestellt, wodurcher erst erfuhr, daß sein Sohn, Leutnant Jgnaz^ Kulik, gefallen ist. Der Kommandant schrieb an den Vater u. a.: „Daß ich und meine. Kameraden an Leutnant Kulik einen aufrich^ tigen Freund sowie' einen äußerst P f l i ch> t t r e u e n ü n d sch n ei d i ge n O ffiz iev'verlieren. brauche ich wohl nicht besonders betonen." . Siegfried Araf — gefallen: Der Weste lSohn des durch -sein humanitäres Wirken allseits bekannten Ehepaares Moritz»: nnö: Arrtonie G r aff, Siegfried, ist am 23. Mai iM 46. Lebensjahre auf dem- Felde der Ehre bei Plavagefallen. Siegfried Mr a-ß war seit »30 Jahren Veanfter der Mineralöl-Jndustrie-Akt.-Ges. Vorm. > David nFanto^ und Komp, und erfreute sich seitens seiner- Vorgesetzten und Kollegen infolge seines rechtlichen Charakters-und Fleißes allgemeinen Ansehens - und grö ßter Beliebth eit. Wie seine Eltern, so fand auch! er frühzeitig! Gefallen an der Körperpflege mnd -wurde im Lauft - der - Zeit einer der Führer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.