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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-06-29 · 25 (29.6.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
25 (29.6.1917)
Date
1917-06-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Mette. 412 ' ' Tr. Bi atz für die jüdischen Forderungen cintreten wird. Ebenso steht es fest, daß die Errichtung eines Mischen Staates das Enterhandlnngsthepra zwischen, dein Oderrichter Louis D. Branders und dem Staatssekretär Lansing bildete. Eine diesbezügliche Erklärung von Wilson wird dieser Tage, errvartet. Nichtjüdische Tageblätter rechnen mit einem neuen jüdischen Staat. Eure Enquete, unter Leiturrg von führenden Senatoren veranstaltet, hat zum Endresultat geleitet, daß. ein allgenreines Verlangen besteht, das jüdische Volk irr der Reihe der Völker auszundhmen urrd chm fein eigenes Land zurückzugeben. Eiltet: der jüdischen. Bevölkerung wird die Stimmung mit jedem Tage hoffnungsvoller. Rabbiner predigen täglich für den Zionismus und Bitten für die Verwirklichung des alten Voltsideals. Dreihundert Abgeordnete, die mehr als eineinhalb Millionen Inden der Newyorker Gemeinden vertreten, haben einstimmig eirre Resolution angenommen, worin die Hoffnung ausgesprochen wird, daß. die Demokratie den Triumph der baldigen. Wiedererrichtung von Zion bringen wird. Alle Klassen der Gesellschaft haben sich der Kongreßbewegnng angeschlossen. Die Finanzmänner I. H. Schiss und Louis Marschall haben eine Erklärung zugunsten eines jüdischen Palästina abgegeben. Von. allen Seiten kommen Telegramme.und Anfragen an Wilson, um seine Stimmung zugunsten des jüdischen Volkes zu erheben. Hin arnerrkanisches Geschenk an das neue : WnUand. Ueber Anregung des bekannten Schriftstellers Hermann Bernstein ür Newyork hat sich ein Komitee gebildet, an dessen Spitze der bekannte Philanthrop Jakob H. Schiff steht, zu dem Zwecke einen Fonds zu sammeln, um dem freien russischen Volke eine Abbildung des bekannten amerikanischen „Standbild der Freiheit" zu schenken. Are Zudensrage in Hlußtand. Eine Erklärung der provisorischen Regierung. Die „Zürcher Zeitung" teilt eine offizielle Erklärung der russischen Regierung zur Judenfrage mit. Das Indische Korrespondenzbureau im Haag wendete sich! unter Hinweis auf die Tatsache/ daß bisher die Jndenschaft in keiner offiziellen Note oder Erklärung über die Friedensbedingungen erwähnt wurde, an die russische Regierung mit denk Ersuchen, ihre Haltung zu den auf die Friedenskonferenz gerichteten jüdischen Wünschen zu bestimmen. Darauf empfing das Bureau folgendes Telegramm vom 24. Mai: „Die provisorische Regierung überläßt es dem' Mischen Volke, nach seinem- Belieben zu bestimmen/ ob es sich als Ko stfesfio,ir oder Nationalität betrachten will. Die Regierung wird sich beglückionnschen, sich die Mitwirkung dieser Nation an dem Werk der internationalen und sozialen Regeneration der.Menschheit zu sichern. Gezeichnet: Ter e sch t scheu ko, Minister für auswärtige Angelegenheiten Rußlands." , Eröffnung der zionistischen Konferenz in Wuß-kand. „Rjetsch" vom 25. Mai bringt einen Bericht über die erste feierliche Eröffnungssitzung der Delegiertenkonferenz der russischen Zionisten, die. am' 24. Mai (6. Juni) in Petersburg.begonnen hat. - Wir entnehmen der „Jüdischen Rundschau": Wochrnsch-Ut" 1 Nr. 2o j Die Tagung wurde im Namen des Zeirtralloiiütees der ruffischeu Zionisten durch A.. D. Jdelsoyn eröffnet. Der groste Saal des Theatergebäudes war von Delegiertem, Ehreudeputativnen und Gästen überfüllt. Die zionistische Fahne, die Soldaten in den Saal trugen, wurde unter dem Gesang der „Hatikwah" begeistert empfangen. Zu Vorsitzenden wurden Dr. I. W. Tschleuow und M. M. U s fisch kin gewählt. Die einleitende Rede von Tschlcn o w galt der Würdigung der Judenemanzipation in Rußland und den großen jüdischen Hoffnungen in Palästina. Die Versammelten ehrten durch Aufstehen das Andenken der jüdischen Opfer des Krieges und der Märtyrer des Freiheitskampfes in Rußland. In einer besonderen Gedenkrede wurde David Wolffsohn gefeiert. Im Namen der Provisorischen Negierung hatte der Minister des Aeußeren M. I. Terefchtfchenko ein Begrützungss schreiben gesandt. Es folgten dann Begrüßungen von M. A. Marsch awsty im Namen der Petersburger jüdischen Gemeinde, Rechtsanwalt H. B. S l i o s b e r g im Namen des Petersburger' Statthalters und der Jüdischen Kriegshilfsorganisation. Die Tagung begrüßten ferner der Petersburger Rabbiner Dr. Ai. G. Eisen stad t und der Dumaabgeordnete N. M. Fried mann. S. M. D u b n o w sprach im Namen der „Historischen Gesellschaft", A. B. Salkind im Namen der „Bildungsgesellschast", I. Mar-- kon im Namen der „Hebräischen Gesellschaft" und andere mehr. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation hat der Tagung eine Begrüßung gesandt und durch das Kopenhagener Bureau der Zionistischen Organisation das folgende Telegramm erhalten: „Siebente zionistische Konvention Rußlands empfing in tiefer Dankbarkeit und mit großem Beifall Ihre herzlichen Grüße. Wir sind glücklich, Mitteilen zu können, daß die inneren Kräfte wachsen. Die Entwicklung der zionistischen Bewegung im freien Rußland übertrifft alle Erwartungen. 530 Delegierte und viele Gäste teilnahmen an der Konvention, die begrüßt wurde vom Außenminister, vom Soldaten- und, Arbeiterrat und Armeedeputierten. Ts trafen Begrüßungen vieler jüdischer Gemeinden ein. Alle großen Organisationen arbeiten in dem Zionismus freundlichem Sinne. Cs herrscht große Hoffnung, daß die jüdische Wiederherstellung nicht weit ist. Das Präsidium: Tfchlenow. tl s s i s ch k i n." Zionisten und Ksstmitanten in London. Die Leiter des jüdischen „Eonjoint Eornilees" (Vereinigten Komitees in London) —. vertreten durch Sir Claude Montefiore und Me. Alexander — haben angesichts der zionistischen Bestrebungen zur Gründung eines jüdischen Staates in Palästina in der „Times" eine Erklärung publiziert, daß das Judentum kein Volk bildet, sondern eine Religionsgenossenschaft, ilnd daß sie zwar Anhänger der Kolonisation Palästinas sind, aber alle nationaljüdischen Bestrebungen ablehnen. Daraufhin haben sowohl Lord Rothschild als auch der Chief-Rabbi Dt. Herz und der Chächam Dr. Ga st er der „Times" Proteste zngesendet,- in welchen das Recht jenes Komitees bestritten wird, int Namen der englischen Judenheit zu sprechen. Eeberdies haben mehrere Protestversarnmlnnaen ftattgefunden. Des werteren meldet das „Jüdische Korrespondenzbureau" im Haag : In Glasgow hat auf einer jüdischen Volksversammlung das bekannte Mitglied des englischen Parlaments Josef King die Haltung des Conjornt ComMittees als volksfeindlich' kritisiert und ein jüdisches Palästina als einzige Lösung der Judenfragen bezeichnet. Desgleichen nahm ein anderer Abgeordneter, Majör Wedgwood) in einer VersanrMlnng der ..B'nei-B'rith"-Loge in London für den Zionismus Partei. Die Leitung der Friendly-So.cretres (Gesellschaft der Freunde) zog zuM Protest ihre Delegierten aus dem Conjornt Committee zurück. Auch in der Anglo-Jewrfh- Associatron und im Board of Deputres wurde die Haltung des C. C. abfällig kritisiert. Vergebens versuchten einige dem Judentum entfremdete Lords durch! Erklärungen in der chTrMes^ den schlechten Eindruck, den das C. C. in der Oeffentlich-keit gemacht hatte, zu verwischen. Kennzeichnend ist/ daß sich" gegen diese, nichtrelrglösen Lords, die in der ,;Trmes" erklärten) das Judentum! wäre nicht eine nationale, sondern eine religiöse 'Gemeinschaft, die orthodoxen Synagogen Englands.* aussprachen.

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