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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-06-22 · 24 (22.6.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
24 (22.6.1917)
Date
1917-06-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 398 Dr. BlM's Wochenschrift" Nr. 24 ich in Aleppo ein internes Lehrerseminar und schädliche Bewegung für das türkische Reich, und ich tat in Beirut die externe Mädchenschule „Dschemal Pascha" mein Möglichstes und tue es' auch heutenoch,um einer eröffnet. Ferner wird in Bälde die Eröffnung folgender Erweiterung dieser Bewegung in diesem Lande eutgegeu- Schulen stattfinden: in Beirut ein externes Lehrersemizuarbeiten. Jchi hätte dies für rneiire Pflicht." nar und ern Mädchenlyzeum, int Libanon eine externe Elementarschule für Mädchen und desgleichen in Damaskus. Die Lehrerinnen für diese Schulen sind aus © Konstantüropel angekomvren, die Räume sind schon vor- Sd bereitet und die Schüler sind schon 'in die Listen ein--- JSi getragen worden. Als Schulräume benützen wir diejenigen O der früher den feiiMicheir Mächten angehörigen Schulen. "SS Die Oberleitung über die drei letzten Schulen habe ich Dg der berühmt«: türkischen Schriftstellerin Halide Edib Hanum anbertraut. Dies bürgt dafür, daß die Schulen in O) vollkommener Weise geleitet werden. Außerdem' habe ich fä wiederum Waisenhäuser eröffnet (so das Waisenhaus Gan- *0 , tora tut Libanon für etwa tausend Kinder), die ich übri- —m« ' gcns später zu eüter elementaren Kunst- und Gewerbeanstatt umwandeln will." Ctf 10} D;chental Pascha bemerkte framt, daß; die französi- 9) scheu, englischen und russischer: Schüler: nach dein Kriege nicht wieder eröffnet werden und daß auch die amerika- "$■4 rrischen Schüler: langsam verschwinden werden, falls sie M nicht ihr ProgranNN urrd ihre Denkur^sweise grund- - sätzlich ändern wollen. - Ueber die Versorgung von Beirut, des Libanon und von Jerusalem sagte Dschemal Pascha: O „Tie Versorgung ist schwierig, weil es sich um ztvei kousumterende Großstädte und um eine Gegend handelt, w deren landwirtschaftliche Produktion gering ist. Jerusalem «. Mn: Beispiel kann sich selbst Mr zwei Monate -im q) Jahre ernähren. Dam: muß hier die Schwierigkeit der Transportvechältnisse erwähnt werden. Wim tun alles, nur Abhilfe zu schaffen,. auch kann man sagen, daß diese « Gegenden zwar manchmal zu leider: haben, daß sie aber nie ohr^ Lebensinittel geblieben sind. Um genügend Nahrungsmittel nach« diesen Gegenden hinzuführen, braucht jsj rnan EiseiHahnen und Karawanen. Beide Mittel sind naö türlich^ in hohen: Maße durch militärische Bedürftüsse *ej ü: Einspruch genommen. Der Transport vor: Norder: nach £4 dem ariden befindet sich! in den Händen der militärischen 2) Trartsportverivaltungen, so daß nur wertige Waggons > für den Transport Von Lebensmitteln für die Bev'ölke-' rung zur Verfügung stehen. Dann ist rwch ift Ertvägung _CD zu Ziehen, daß hier wie überall die Produzenten ' ihre S Erzeugnisse veÄergen, um sie spater mit noch! höherem »8 Eewirtn zu verkaufen. Und schließlich darf rrtar: nicht ver- <D gissen, daß bk BevöKerur^ von Beirut und Jerusalem vor den: Kriege fast ausschließlich vom Handel lebte. Heute aber ist der Handel naturgemäß stark zurückge- $4 gangem Diejenigen Personen, die früher von diesen: Har:- _£ del lebten, sind heute auf die Hilfeleistung der Regierung d angewiesen, die ihr Möglichstes tut." S3 Auf die Frage nach den j üdisch en Kolonien er- V widerte Dschemal Pascha: ^Augenblicklich siiü) die jüdischen S Kolonien weder schiädlich noch nützlich für das ganze Land, g Sic arbeiten nur Mr sich selbst Falls diese Kolonien zilnehmen, wird auch die Zionistische Strömung anwachstu. Ich bin aber ein Gegner des Zionismus. Ich bin gegen ' xfi. ciw e^Ei nw an de ru n g de r I u d en in P a l ä st in a. Cti Wie Sie wohl wissen, liegt es uns fern, in einen Gegensah zu den Arabern Zu treten. Noch! weit ferner liegt1 uns natürlich die Schaffung eines Elements, das wir gegen div Araber aüsspielen sollten. Diejenigen Juden, die mjt diesem ^Gedanken n<U) Syrien kommen, halte ich für doppelt schädlich." . *'■ Ueber den Zionismus sagte Dschemal Pascha: ^Meiner Meinung imch! ist der Zionismus eine iebr Am Schlüsse des Gespräches bezeichnete Dschemal Pascha eine Bahüverbindung zwischen . Aegypten und Syrien für wünschenswert. Er wünsche diese Verbindung und betrachte sie vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus als' sehr nützlich („Pester Lloyd.") Kngkand und der>Zionismns. Die „Frankfurter Zeitung" meldet: Im den Spalten der englischen Blätter nehmen in neuerer Zeit die Erörterungen über den Zionismus und die Zukunft Palästinas einen breiten Räum ein. Während ein Teil der englischen Juden den Zionismus als eine nationaljüdische Bewegung ablchUt und eine Gefahr in der Richtung darin sieht, daß die Engländer jüdischer Konfession mit der Gründung eines jüdischen Staates in England als „Fremdvolk" nwchten angesehen werden,; find andere angesehene Inden wie Lord Rothschild und der englische Oberrabbiner, von der „Times" unterstützt, für' den Zionismus eingetreten. In diesem Sinne ist eine Erklärung von Bedeutung', die dem „Nieuwe Rotterdamsche Courant" zufolge der Oberbefehlshaber her englischen Armee in Palästina, Sir Archibald Murray, abgegeben hat. I:: dieser Erklärung heißt es :- „Was sollen wir mitvenibefreiten - Palästina machen? Ohne Zweifel-werden wir es als jüdisches Palästina wieder ausleben lassen und es den Inden möglich machen, ihre - ZionskräuMä iw! eigetien Lande zu verwirUichemÄlle-Juden werden wohl nicht nach Palästina zur,ückke!hren, aber-es" iveröeü' doch Viels'sein! DepiMte jüdische Staat, unter englische'm 0 de r 'sr auz ösl'r s ch e m P r 0 t e k t 0 r a t, wird das jüdische Kulturzentrum für die Juden der ganzen Welt werden." Der Uapst und der Zionismus. Wie die„Pol. Rundschau" aus Rotterdam schreibt^ meldet das /in Lyndon erscheinende Zionistenorgan „Je-, wish Chronicle", daß der Papst kürzlich das Mitglied des zionistischen Exekutivausschusses So ko low in einer besonderen dreiviertelstündigen Audienz einpsangen habe. Er hörte nrit großer Außnerksanikeit Sokolows Bericht an und bemerkte, daß; es ihm sehr willkommen sei, von einem führenden Zionisten AufsWüsse über die, Bewegung zu erhalten, welche die Berichte des Kardinals Gaspa r i über denselben Gegenstmrd> ergänzen. Der Papst erklärte, daß er die Betniühüngen der Juden zugunsten . der G-rüi:- dung eines nätionalen'Heims in Palästiina nrit Sympathie verfolge. Vom -Standpunkte der von ihm zu - lvährenden religiösen Interessen sei gegen den Zionismus nichts einzuwenden; seine Sorge gelte nur den heiligen Stätten, die ijedvchi, wie er 'erwart^,- buvch, eine btzfondere Abmachung in entsprechender Weise geschützt werden würden. Sokolow gab die Versicherung, baß die Juden bas Eigentun: der Christen ebenso achtenwürjden, wie ihre Ge- Mhle. 'Der Papst erwiderte, daß er 'diese Erklärung mit dein größten Vertrauen entgegennehine, und gab seinen besten Wünschen für die Verwirklichung des zio^ uistischen Programvi's Ausdruck. Mit den Worten „Wir werden gute Nachbar:: fein," brachte er die Audienz zum Abschluß.

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