Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 24 (22.6.1917)
- Date
- 1917-06-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Seite 397 Nr. 24 ' Dr. Bloch's Wochenschrift" lichkeit bezeugt haben,- tvorauf der König eine Ansprache hielt' und u. a. sagte: ,,Deu Thron besteigend', war ich von denselben GeMlen durchdrungen (wie meine Borfähren) unh nun ich die Pflicht auf .mich nahm, um. alle Rumänen unter derselben Flagge zu vereinigen. Mußten sie gleichzeitig das Symbol der Eintracht und religiösen und politischen Freiheit aller Söhne dieses Landes werden.Juden oder Bekenner jeden anderen Glaubens sollen gleiche Rechte auf die Dankbarkeit des Vaterlandes und "die des Königs haben und sollen die gleichen Rechte ikm freien, blühenden Rumänien geniesten/' Nun, allzu übeiHeugend klingt das nicht und weist man derartige Berichte, namentlich hier im neutralen Lande, richtig einzuschätzen. Nicht als ob die Deputation nicht die Vaterlandstreue der Juden bekundet hätte. In welchem Lande bilden die Juden nicht das loyale staatstrene Element? Auch die Rede des Königs mag beit Tatsachen entsprechen. Aber man weist hier,- was man voir derartigen Reden zu halten hat; denn hier ist es genau bekannt, dast die rumänische -Regierung nur dem Drucke der russischen Revolution nachgegeben hat,- wenn sie den Juden notgedrungen Rechte einräumte. Diese. Rede lvmmj reichlich ijpäftMrüscht das Gefühl zu erwecken, daß hier der Mantel nach dem Wind gehängt wird. Aber ans diesem Bericht ist auch noch zu entnehmen,- dast diese Deputation berechtigte Klagen vorbrachte und um dringenden Schutz des Königs bat. Ist-es der rumänischen Regierung ernstlich um Verbesserung der Lage der rumäuischeu Inden zu tun, so wird sie dies dadurch beweisen, indem sie rasch .die Nebel beseitigt. Ben Zew. Wie wir vernehmen, befindet sich eine Deputation rumänischer Juden auf dem Wege von Petersburg über Stockholm gegenwärtig in Berlin, um von hier über die Schweiz nach Paris und London zu reisen, zu dem Zwecke,- das Geschick der Juden Rumäniens -unabhängig von dem Willen der rumänischen"Regierungsmänner sicherzustellen. ■ Die Behandlung der rumänischen Inden in Hesterreich. * Die Abgeordneten Nikolaj W a s s i l k o und Genossen haben an den Minister des Innern Freiherrn v. Hand e l und an den Unterrichtsminister Freiherrn v. H u s s arek in Angelegercheit der Behandlung rumänischer Staatsangehöriger jüdischen Bekenntnisses eine Anfrage emgebracht. die besagt: ..Es ist eine bekannte Tatsache, dast die Judenschaft Rumäniens gewiß, an der antiösterreichischen Stimmung dortselbst kein Verschulden trifft, ebenso wie es bekannt ist, daß unsere in Rumänien. einrückenden Truppen -gerade bei den rumänischen Staatsangehörigen jüdischen Bekenntnisses freundlichen Empfang gefunden haben. Es ist daher unerfindlich, aus welchem Grunde die ö st e r r e i chi i sch e Regier u n g bei der Behandlung rumänischer Stiaatsangv'höriger, 'die sich bei Kriegsausbruch in Oesterreich befanden^, b e s o n d e rs st r c n g gegen solche jüdischen Bekenntnisses vorz u g e h e n f ü r gut f .a n d. Eine ganze Reihe rumänischer Juden, welche sich seit 20, 30 und 40 Jahren i,n Oesterreich in angesehenen Lebensstellungen befanden, ja sogar solche, deren Söhne '-urittkepweile"osterreich-ische. Staatsangehörige wurden -und' als Angehörige der österreichischen Armee im Felde stehen, wurden interniert. Ja. noch mehr: Eine an sich den 'Gründen der Vernunft wie auch dem sonst in Oesterreichs geübten milden System gegenüber feindlichen -Untertanen widersprechende, von der Unterrichtsverwaltung zu Kriegslbegiun erlassene Verordnung,*'wonach alle se ne Kinder vom öffentlichen Unterrichte ans^- zuschließeu sind, die nach irgend einem feindlichen Lande zuständig waren, wurde u v ch m a l s s ü r d i e B e - Hand l n n g de r K in der tu m ä »i sch e r il ntertaneu jüdi s ch en Bekenntnisses den Uuterb ehör d en ein geschärft. Nur um^jenen ruruänischeu Staatsangehörigen, die» weil sie Christen sind, oder hohe Verbindungen haben, von solchen Maßnahmen verschont wurden,' nicht zu schaden, weil der Zweck dieser Interpellation keines-» Wegs der ist, den Kreis der Internierten noch zu vergrößern, versagen es sich die Interpellanten, als Beweis der besonders' rigorosen Behandlung der jüdischen rumänischen Staatsängehörigels, die Liste dieser in Oesterreich unbehelligt sich bewegendest rumänischen Familien, die Nichftuden sind, anzuführen." Der Minister des Innern wird gefragt, ob er die Entlassung der Internierten aus dem Lager von Katzenau veranlassen wolle. Aer Islam im Weltkriege. Gener.u T'chemal Pascha Mer den lulturellen Aufbau PaMMnas. Budapest, 14. Juni. Inder Deutschen Politik veröffentlicht Prvsessor Tr. E. Jäckh ein Gesvrächj,/ das ein Mitarbeiter der Deutschen Orientbücherei mit dem Oberkonunandierenden der -syrischen Armee General D s ch e m a l Pasch a über Syrien und Palästina gehabt hat. Dfchemal Pascha äußerte sich zunächst über das Schulwesen in diesen Ländern. „Es gab." sagte er, „in Syrien und Palästina vor dem Kriege viele englische und französische Schulen. Rach der Kriegserklärung haben, wir alle den feindlichen Mächten angehörigen Schulen geschlossen. Unsere eigene Organisation des Unterrichts in Syrien und Palästina war sehr gut ausgebildet, jedoch nicht genügend für alle Schüler, die die obenerwähnten Schulen besuchten. Infolgedessen haben wir unverzüglich damit begonnen, die Lehranstalten zu erweitern, wobei wir von drei Gesichtspunkten aus vorgingen: 1. die Organisierung der vorhandenen Schulen; 2. Gewährung einer bevorzugten Stellung derjenigen Schulen, die von. neutralen Untertanen geleitet werden unddie der türki- 5schert Nation würdig waren, und 3. die Neugründung von Schulen. In den von neutraler! Staatsangehörigen geleiteten Schulen lag der Unterricht türkischen Sprache und der Religion in oft sehr unfähigen Händen. Ich selbst habe mit den Direktoren dieser Schulerr gesprochen und hgbe sestgestellt, daß ihre Absichten nnnmehr anders sind. Sie haben für die türkische Sprache und für unsere Religiorr tüchtige Lehrer angestellt und diese Initiative wurde auch bisher mit gutem Erfolg belohnt. Man kann sagen, daß die Atmosphäre. die heute in diesen Schulen herrscht, weit gesunder ist, als vor dem Kriege. Die erste Schule, die rvir von neuerrr eröffnet haben, ist die Universität Sela hie irr Jerusalem. Es ist dies eine Hochschule. Wie Sie ferner. wohl wissen und wohl auch beobachtet haben, betrieben die Fremden in Syrien den Ackerbau nach den modernste»! Mechoden, während viele der Araber selbst immer rrvch an veralteten Systemen hingen. Derart zogen die Fremden Millionen aus diesem Lande, während dessen Söhne rrur einen kargen Gewinn einheimsten. Aus diesem Grunde habe ich zwei Ackerbauschulen gegründet, eine in Palästina, Latrnm. in der Nähe von Jaffa,/ die zweite in der reichen Bukaebene, Tanail-Kfara. die Sie sa mit mir selbst besucht haben. Wie Sie ebenfalls wissen, habe ich für die zweite Schule einen Direktor aus Deutschland berufen. Herrrr Dr. König. Heute schon tragen diese beiden Anstalten reiche Früchte.- Nach der Gründung dieser Schulen habe S *' Jeder treue Jude zeichnet die 6. Kriegsanleihe