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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-06-08 · 22 (8.6.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
22 (8.6.1917)
Date
1917-06-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 370 Dr. Bloch August ». Schnapper, S. Heit und viele andere nahmen sich dieser Schöpfung Webers besonders an. Selbst Ln der Zeit, als der Antisemitismus in der Wiener Ratsstube Eingang fand, erfuhr das eifrige Wirken ^Direktor W c b c r s seitens der politischen Gegner rückhaltlose Llncrkcnnung. Dies kam Insbesondere im Jahre 1910 zum beredten Ausdrucke, als anläßlich der 40 jährigen Dienstfeier Webers der damals bereits schwer kranke Bürgermeister Dr. Lueger zur Feier persönlich erschien, um in Gegenwart der Vertreter der hohen Ilnterrichtsdehörden und in Anwesenheit des vollzählig erschienenen Präsidiums Der löbl. israel. Kuilusgemeiude Wien Direktor Weber als hervorragenden Pädagogen zu feiern und dessen Verdienste um «das Schulwesen Wiens besonders hervorzuheben. Weber Wurde auch seitens des k. k. Unterrichtsministeriums in Würdigung -seiner hervorragenden Tätigkeit durch die Verleihung des Titels eines Direktors ausgezeichnet. Seine lganz kurz bemessene freie Zeit benützte Weber um sich «ganz und gar dem Judentum zu widmen. Er zählte zu den Gründern der ehemaligen Kultusgemeinde Währing und rief auch in Kiefer Gemeinde, die Ehewra-Kadifchä, deren langjähriger Obiuann er war, ins. Leben. Auf seine Initiative wurde der Gemeindeteinpel km. 18. Eemeindebezirke erbaut und anläßlich der Einbeziehung -Der Vororte-Kultusgemeinden in die Kultusgemeinde Wien nahm er an den diesbezüglichen Verhandlungen hervorragenden Anteil. Seitens des ehemaligen k. k. Bezirksschulrates Hernals wurde^ er mit der Inspektion des israel. Religionsunterrichtes des Schulbezirkes Währing, welcher sich damals bis nach Tulln erstreckte^ betraut. In der von ihm geleiteten Taubstummen schule wurde der geregelte israel. Religionsunterricht von ihm eingeführt und fand dieser auch nach seinem Muster in anderen Taubslummenschulen Eingang. In Dieser Hinsicht wurden auch seine Verdienste anläßlich der bereits oben erwähnten 40 jährigen Dienstfeier «durch den alloerehrten Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern sowie dessen Stellvertreter, «des fel. Landesschulrates Dr. Gustav K o h n eingehend gewürdigt, lieber diese denkwürdige Feier wurde auch ausführlich seinerzeit in' Dr. Bk ochs ..Oesterrcichische Wochenschrift" berichtet. Der Verein zur Unterstützung mittelloser taubstummer Schulkinder Wiens, an dessen Spitze der Landesschülinspektor Hofrat Dr. Rieger und die bedeutendsten Schulmänner Wiens stehen, ernannte Weber einhellig zum Ehrenmitgliede. Direktor Weber wurde puch während seiner Wirksamkeit im 2. Wiener Bezirke zum Direktor Der türkisch-sephard. «Religionsschule bestellt. Für. seine . mustergültige Leitung dieser Anstalt zollte ihm der Verband der türkisch-sephardischen Israeliten die schmeichelhafteste Anerkennung. Aber auch in organisatorischer Hinsicht betätigte sich Direktor Weber Mit besonderem Erfolge. — Im Jahre 1881 wurde er, obwohl sich schon damals gerade in Lehrerkreisen die ersten antisemitischen Bestrebungen geltend machten, zum Obmann des damals semitischen Bestrebungen gellend, machten, zum Obmann des damaligen größten Lehrervereines des politischen Bezirkes Hernals gewählt. Als solcher verstand er es, viele Wünsche der Lehrerschaft in Den Schulvertretungen durch sein zielbewußtes Vorgehen durch zu setzen und erfreute er sich allenthalben unter seinen Berufskollegen des besten Ansehens und der besonderen Wertschätzung. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit, als. Leiter der städt. Mädchenschule, 2. Bez., Rovaragasse 30, führte er mit Zustimmung der Vorgesetzten Schulbehörden die phonetische Unterrichts- und Lehrmethode ein und erzielte damit beim Unterrichte vollsinniger Kinder die überraschendsten Erfolge. - Hiefür wurde ihm die uneingeschränkte Anerkennung seitens der berufendsten Schul- und Fachmänner zuteil. Schon im Ruhestände, beschäftigte ihn die Abfassung eines eigenen Lehrganges dieser Unterrichtsmethode, jedoch wurde er gerade vor Abschluß seiner Arbeit vom Tode ereilt. Um «ihn trauern eine tief gebeugte Witwe und zwei Söhne, von denen der eine, Josef Weber, Oberbeamter des k. k. prio. Bankvereins, Der andere. Ingenieur Mar Weber, Oberkommissär der 1 t prio. Südbahn ist. Wien. Im 75. Lebensfahre verstarb der Rabbinatssekretär der isr. Kultusgemeinde, Herr Jonas S t r a n s k y. Er stand langer als 55 Jahre im Dienste der Kultusgemeinde. Der Heimgegangene hat sich; durch sein verdienstvolles Wirken viele Sympathien erworben. Die Be-' erdigung findet Freitag, den 8. Juni, um 4 Uhr nachmittags, statt. s Wochenschrift Nr. 22 Austritte aus dem Judentum vom 26. Mai bis 1. Juni 1917. . Wrani),7grb Kuglcr, Steil», geb. 18. Juni 1887, Wien, 2. Bezirk. * Grüner geb. Deutsch Rosa, Hilfsarbeiterin, geb. 7. April 1867, Das (Ungarn. Kom. Papocz), 20. Bezirk, Hannovergasse 6. Köstenblatt Josefa, Schneiderin, geb. 10. Juni 1891, Wien, 2. Bezirk, Hochstettergasse 8. Stark geb. Kicschner Martha, Handelsangestellte, geb. 8. Dez. 1875, Karlsbad, 3. Bezirk, Schrollgasse 1. Fuchs Mar, Geschäftsleiter, geb. 22. Oktober 1382, Napagedl, 4. Bezirk, Große Neügasse 26. Speyer geb. Sternberg Klara, geb. 20. November 1871, Wien, 4 5Pv<*3tT¥ 49 May Robert, Jurist, geb. 18. September 1889. Ung.-Ostra, 1. Bezirk, Iohannesgasfe 20. Eottlieb Alice, Hilfsarbeiterin, geb. 22. Juni 1897, Wien, 12. Bezirk. Erlgasse 46. Ungar Paula, Beamtin, geb. 24. Januar 1892, Wien, 17. Bezirk. Iörgerstraße 33. Steiner Leopold, Bürgerschüler/ geb. 15. Februar 1903, Wien, 7. Bezirtz Halbgasse 12. Korngut Helene, Buchhalterin, geb. 15. Oktober 1836, Wien, 7. Bezirk, Neustiftgasse 87. Braun Robert, Student, geb. 2. März 1396, Wien, 19. Bezirk, Sieveringerstraße 191. Brünn. (Profe s s 0 r t i t c l.) Der Kultusminister hat dem Rabbiner bet isr. Kultusgemeinde in Aussig,- Doktor Arthur Rosen zweige derzeit Feldrabbiner und Leiter der k. n. k. israel. Militärseelsorge in Brünn, den Professortitel verlieheu. Mistel. (Auszeichnung.) Se. kais. und königl. Hoheit der Herr Erzherzog Franz Salvator hat als Protektorstelloertreter des Roten Kreuzes der Gemahlin des hiesigen Großkausmannes Herrn Leopold Münster, der Frau Wally Münster,- der Präsidentin des hiesigen isr. Frauen-Wohltätigkeitsöereines,- iit Anerkennung besonderer Verdienste um -die freiwillige Sanitätspflege im Kriege die silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration taxier verliehen. Wiener-Mustadt. Unser Herr Sekretär und Religio nslehrer Marius Alexander Landau, der heuer in das 25. Jahr seiner hiesigen und in das 30. Jahr seiner gesäurten Amtstätigkeit tritt. erhielt das folgende ehrende Dekret: K. k. Bezirksschulrat der Stadt Wr.-Neustadt. Zahl 230. Hebet Antrag der israel. KuktusgeMeinde Wr.-Neustadt hat Ihnen Der Stadtbezirksschulrat in der am 25. Mai I. I. stattgehabten Sitzung für Ihre fast 25 jährige Tätigkeit in der Eigenschaft als Religionslehrer der genannten Gemeinde für Ihre stets gewissenhafte und erfolgreiche Tätigkeit die belobende Anerkennung ausgesprochen. Es gereicht mir zum Vergnügen, Euer Wohlgeboren hievon in Kenntnis setzen zu. können. Der Vorsitzende: P r a s ch e k, Bürgermeister. Linz.Als vierter Vortragender im Rahmen des Vortragszyklus spricht Frau Erna Patak-Wien «über „D i e Aufgaben der F r a u i m Iudentu m". Der Vortrag findet am.Sonntag, den 10. Juni 1917 im Blauen Saale des Kaufmännischen Vereinsh'auses statt. Beginn preise halb 9 Uhr abends.: Kostenbeitrag 60 h (einschl. der Lustbarkeitssteuer). Hpi ratHausstn t tu n gsstipendien. Aus der Sali GrHrgrasischen Stiftung gelangen vier Heiratsäusstattungsstipendien im Betrage von je 600 K. an arme,-würdige israelitische Mädchen ohne Unterschied des Alters zur Verteilung. Die verliehenen Ausstattnngsbeträge werden den Bewerberinnen erst nach! erfolgter Verehelichung und Nachweis dieses Umstandes ausbezahlt. Bewerbungsgesnche sind bis zum 5. Juli 1917 bei der israelitischen Kultusgenleinde in Czeru0-

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