Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 22 (8.6.1917)
- Date
- 1917-06-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 364 Dr. Blocht Wochenschrift" Nr. 22 In all denr lag einfacher,- eindrucksvoller Heroismus. Mn junger Mde in Offtstersuniforu:, Alexander B u r n stc in, auf der Brust die drei Kreuze des St. Georgs-Ordens für tWsercs Verhalten vor dem Fände, wurde in geheimer Mission nach dem Arsenal gesendet. Er geriet in einen Streit mit den Revolutionären, bei denen die Offiziersunisorm Verdacht erlneckte. Man riß ihn aus denr Automobil,- überfiel ihr: und beschloß, ihn sofort zu füsilieren. Alexander Burn stein kreuzte angesichts der Menge seine Arme über der Brrist. Als die Gewehrebereits auf ihn gerichtet waren,- rief ein Arbeiter aus: /.Einen Tapferen, der, so jung, drei Kreuze und eine St. GeorgsMedaille trägt, darf man nicht erschießen! Kameraden/ senkt §ie Gewehre!" Burn stein wurde daraufhin in Freiheit gesetzt und erfüllte die ihm übertragene Mission. Tragisch war die Jagd nach den Polizisten. Man stöberte sie in ihren Privatwohnungei:,- in den Höfen und Scheunen auf. Auf der Straße begegnete man ganz plötzlich einen: flachen Schlitten, auf dem, miteinem weißen Tuch teilweise bedeck!-,- ein nackter Körper lag, die Beine ragten, heraus und schleiften auf dem schneebedeckten^ Böden nach. Die Umrisse des Tuches ließen leicht vermuten,- daß, es sich hier um einen Geköpften handelte. Es war der Leichnam eines Polizisten, der nach einen: Begräbnisort geschafft wurde. Das Volk an seiner blinden Wut und' in den: Bestreben,- die politischen Verbrecher schleunigst zu befreie!:, leerte, die Gefängnisse in großer Hast, und ohNe Wahl,- so daß fünftausend gemeine Verbrecher frei in bei: Straßen von Petersburg heruwliesen und dreihundert deuffche Spione.- die in der Peter-Pauls-Festung gefallen waren, sich in aller Seelenruhe davonmachen konnten. Zwei Tage später kän:en vierzig befreite Sträflinge zur Bnrgermiliz und baten/wieder in Hast geiwmtneu,-zu, -werden, da sie weder Obdach noch Nahrung hätte!:. Gin Ehrentag der 55-er. Der Reaimentskoinmandant des 55. Jnsanterieregin:ents veröffentlicht in . einem sich sehr nett nach außen ausnehmenden Photographie:: versehenen Büchlein einige Episoden aus der neunten Jsonzo schlack) t,- welche sich aus das.55. Regiment beziehen. Eine besondere Unmittelbarkeit des Erlebten und Geschilderten,- eine Prägnanz in dem Ausdrucke verleihen dieser Broschüre einen besoirderen Wert. Wir werden auf das Schlachtfeld geführt, wo wir das Dröhnen der Geschütze aller Kaliber zu vevnehmcn wähne::. Wir begleiten die sich freiwillig meldenden Patrouillen n:it atemraubender Spannung,- wir beobachten die in aller Dunkelheit,- in besoickerer Eile die Menage einnehmende Mannschaft und begleiten mit unseren Segenswünschen die zun: Gegenstoß: ausholenden braven 55 er. Ein frischer Hauch von Mannesmut,- Todesverachtung und unerschrockener Tapferkeit weht aus jeder Zeile des Reinen Büchels uns entgegen. Wahrlich, es erzählt mehr als so mancher dicke Band. Es sollte auch deshalb in keiner Schulbibliothek fehlen. Da sollte unsere Jugend.patriotische Tugeicken aus solchen unmittelbar geschriebenen Schilderungen lernen. Das 56. Regiment hat nicht zum erstenNMl sich so hervorgetan. Unter, der bewährten Führung seines Oberstleutnants/ welcher selbst als Held trotz seines gebrochene-: Armes bei seinen Braven auszuharren wünscht,- bis die glückliche Friedensstunde geschlagen Haben wird, hat schon so manchmal dieses Regiment frische Ruhmesblätter in den alten Äürbeerkranz unserer Armee gewunden. Nicht allein die Tapferkeit des Regimentskonnnandanten und der ihM zur Seite stehenden treuen und patriotischen Bätaillonskommandanten und Regimentsadjutanten ist es/ welche als Muster den: Soldaten dieses Regiments dient,- sondern die immerwährende Pflege des kameradschaftlichen Geistes;- die Vornnd die Fürsorge um das Wohl' des einfachen Mannes sind es,- welche aus diesem Regimente einen ehernen Wall machen,- an dem der Feind sich noch oft blutige Köpfe anrennen wird. So verdient denn auch der Nebenzweck,- welchen der RegimentskoinMandänt durch seine Veröffentlichung verfolgt dem Witwen- und Waisenfonds dieses Regiments bedeutende Mittel zu sichern, unbedingte Unterstützung von all denjenigen,- welche patrioti'ch denken und fühlen. Es sollen, die Witwen und Waisen der Helden des 65. Regiments in ihrem Schmerz um d en Verlust ih rer Gatten und ihrer Väter' Linderung durch diejenigen erfahre::-/ denen ein glücklicheres' Los beschieden wurde. So möge denn die Broschüre des Oberstleutnants Fleischer den doppelten Zweck erfüllen. Sie ziehe aus als Weck- und Mahnruf zu patriotischer Pflichterfüllung ans dem Schlachtselde und in: Hinterlande. - H. ®ft«c Kundgebung von Juden in Kdessn für die rumänischen Juden. . An: Sonntag,- den 13. Mai veranstalteten die Inden in Odessa eine Kundgebüng wegen, der schlechten Behandlung,- die, wie sie erfahren hatten, ihren Glaubensgenossen neuerdings in Rumänien zuteil wurde. Einige tausend Inden versammelten sich! vor dem Gebäude des rumänische:: Generalkonsulats und sandten eine Abordnung z:: den: Generalkonsul mit einen: Schreiben/ das Verwahvunq gegen das Vorgehen der rumänischen Regierung einlegte. Kurz darauf erschien dieser mit der Abordnung auf dem Altan,- und einer der Abgesandten teilte der'Menge, mit,- der Generalkonsul werde die Verwahrung seiner Regierung schriftlich übermitteln. Die rumänische Regierung antwortete, die jetzt versammelte rumänische Volksvertretung werde. die Jndensrage im Ganzen behandeln. Minister Brat rann sucht sich wiederum mit Lügen zu Helsen, allein sie werden ihm diesmal kaum mehr Aiufruf. Für die Eliaknierten in Palästina! Tausende palästinensischer Juden, darunter zahlreiche Oesterreicher und Ungar::/bisher von Mangel und Krankheit heimgesucht, Habdn nun auch ihr Obdach verloren. Unsägliche Not, herrscht unter diesen Unglückliche::, den: Flüchtlingselend- und verheerende:: Krankheite:: Preisgegebenen. Nur sofort und kräftig ausgreifende Hilfe kann von den Wischen Siedlungen int Heiligen Lände eine ernste Gefahr abwenden. Wer zur Erhaltung dieses Kulturwerkes beiträgt/ erfüllt eine Menschenpflicht/ dienicht nur nach Auffassung :naßgebe:cker jüdischer Kreise/ sondern auch leitender Staatsmänner dringend geboten ist. / ' Vor allem hilft er Tausende wertvoller Menschenleben retten. ' Kops.und Hertz gebieten es/ die Hand zur Gabe zu . . Die; HilfskoMmiffion 1915" für Palästina. Erste Spende: E. F. 1000 Kronen für die Evakuierten Palästinas Vach der Rede des Herrn Rabbiners Dr.. G r il n. w ä I d. 41 61