Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-06-08 · 22 (8.6.1917) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
22 (8.6.1917)
Date
1917-06-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022271--26054-3051391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 22 Seite 363 Dr.' Blsch'S santerieregiment, und fein jitugercu Bruder Franz V a ch, Einjährig-Freilvilliger in demselben Regiment. Artur Bach biente sein Freiwilligenjahr ab, als der Weltkrieg ansbrach. Unter den ersten, befand auch er sich cm der russischen Front, und er war auch unter den ersten, die. an der Front ausgezeichnet wurden. Bald wurde er der Stolz des berühmten Regiments. Es gab keine freiwillige Unternehmung, in der nicht auch der Nanu Artur Bach figuriert hätte. Das Regiment stand u. a. auch bei Strozko im Kampfe gegen die Russen. Hier geschah es, daß Artur Bach, damals Fähnrich, an der Spitze seiner aus 50 Mann bestehenden Abteilung in das von den Russen besetzte Dorf eindrang, dort mit der starken Macht sieh in ein Gefecht einließ und schließlich mit 200 russischen Gefangenen in Ordnung in unsere Stellungen zurückkehrte. Von der russischen Front kam er zum erstenmal verwundet zurück. Zwei Kugeln waren ihm in die Lunge gedrungen und er schwebte wochenlang zwischen Leben und Tod; schließlich genast er wnnderbarerweise doch und meldete sich mit den zwei Kugeln freiwillig wieder an die Fronst Damals schmückten die große silberne, die kleine silberne mrd die bronzene Tapferkeitsmedaille seine Brust. Im Juni 1915 kämpfte er bereits gegen die Italiener, wurde in kurzer Zeit darauf wieder — diesmal am Bein durch, eine Schrapnell^ kngcl — schwer verwundet. Am 10. Februar 1916 geht er zum drittenmal wieder freiwillig an die Front. Da ist er bereits Leutnant Sein jüngerer Bruder Franz Bach zieht' in derselben Kompagnie als Patrvuilleusührer mit ins Feld. Am 7. Mai trifft das . Jusailterieregintent Vorkehruugeu zur ,Sprettguug einer großen Mine aM Doberdo. Aus freiwillig Geineldeten bildete sicksi bald eine stärkere Patrouille, diese überfällt des nachts die italienischen Stellnugen. bringt die dort befindlichen Italiener durch Handgranaten zum Schweigen und hält sie solange gebunden, bis rückwärts die Sappeure die Unterminiernng vollendet haben. Die Patrouille führte Leutnant Artnr Bach uud unter den freiwillig Gemeldeten befand sich auch der jüngere Bruder- Franz Bach in der Patrouille. Die Nacht war hereingebrochen, die undurchdringliche Finsternis ist den tlnsrigen günstig. Genau um Mitternacht kriechen die todesverachtenden Helden einzeln durch die vorher.vorbereiteten. Oeffnungen aus unseren Stellmrgen hervor mrd schleichen sich in atemloser, rrerventotender Stille an die italienischen Stellurrgen heran. Voran der Leutnant, hinter ihm fein jüngerer Bruder und die übrige Mannschaft. Urrd der nächste Augenblick wird durch das helle Aufleuchten einer italienischen Lichtrakete rroch gefährlicher. toAver'heißender. Und -im Zweiten Augenblick bcgiirnt schon die Hölle. Die Granatenwerfer werden mit einem förmlichen Kugelregerr empfangen. Und der Leutnant Wirst sich auf die italienische Stellung und rnst seine Leute heran. Er wird von einer Granate getroffen, die ihm einen dreifachen Beinbruch zufügt, lvährend er gleichzeitig einen Bajonettstich erhält. Gr sinkt zusammen und gilt schon für verloren. Dia springt ihm fein jüngerer Bruder bei. lädt den schwerverwundeten Bruder auf beit Rücken und bringt ihn rasch! in die eigene Stellung. Unterwegs wird er abermals von einer Granate getroffen, die ihm einen Armbbuch zufügt und ein Stück vom Schulterblatt förmlich herausreißt. Franz Bach bricht keuchend int Kreise der Unsrigen zusammen; er selbst blieb unverletzt, aber sein Bruder war lebensgefährlich verwundet. Dieser wurde sofort hinter die Front transportiert und dank der wunderbaren Vorsehung urrd der ärztlichen Wissenschaft, dem Leben wiedergegeben. Er wird auch jetzt noch im Spital gepflegt und wird auch sein linkes Bein nie Mehr ganz brauchbar sein, so befindet er sich doch schon außer Gefahr. Leutnant Artur Wochenschrift" Bach erhielt aus diesem Anlasse das Mitilärverdnmstkreuz 3. Klasse während sein jüngerer Bruder für seine herrliche Tat mit der großen silbernen Tapserkeits medaille ausgezeichrlet wnrde. Mach dem Tode ausgezeichnet. Der Kaiser hat verliehen das Militärverdieustkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und Schwertern dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Jakob Dukaten z ä h l e r, J.-lR. Alts Mkolsstupg schreibt man uns: Die Leiche des Fähnrichs Erich Pisk. der ans dem östlichen Kriegsschauplatz den Heldentod fand, wurde enterdigst hieher nbergesichrt und im Heldengrab beigesetzt. Dem Heldelt. eiltem Sohrte des hiesigen Dr. med. Albert P i s k. gaben viele Bewohner das letzte Geleite. Aus den Metersburger Mevokutionstagen. Gin drücke einer Russin. Ihre Eindrücke aus den Tagen der russischeit Revolutiolt schildert in aitschanlicher und packeltder Weise die Russin Marylie Mar ko witsch in einem Artikel-Eine Woche Revolution in Petersburg", den sie kürzlich in. der Pariser Revue des Deux Mondes veröffentlicht hat. Ihre Schilde nlngen offenbaren, wie 'zu gewissen Stunden die einfachste. Gebärde eine Situation retten und den Lauf der Geschichte ändern kann. So soll es eilte Fran Sonja Morozowa geweselt seindie über die Haltung der Duma entschied. Am 27. Februar (a. St.) erfuhren die Abgeordlteten in der Duma von dem Ufas des Zarerl üben die Verschiebung der fonflitnierenben Versammlung,. Man war bestürzt und niedergeschlagen. Ein Teil der Abgeordneten sprach davoll,- sich zu sügeu, andere lvieder zählten ans die Unterstützung der Arrnee und wollten alle Kartell auis Spiel setzen; der größere Teil der Volksvertreter aber war unentschlossen. Schon ergriff K e r e n s k i teilten Hut und. schickte sich an,- den Sitzungssaal der Duma zu verlassen,. als Frau Sonja Morozowa den maurischen Palast mit dem Ausruf betrat: -.Ich führe die Armee!" Tatsächlich nahm hinter ihr vor der Umzännultg des Palastes eilt. Infanterieregiment Ausstellung. Dieses Regiment,- frühmorgens Lewassnet aus der Kaserne aufgebrochen,- durchstreifte ohne bestimmtes Ziel die Straßen der Hauptstadt. Eine andere Abteilung hatte sich ihm angeschlossen. Da wurde plötzlich von jemaudem der Vorschlag gemacht, die Gesangeneli der Taurischen Straße zu befreien. Frau Morozowa,- die Beim Aus marsch des Regiments zugegen war und die augenblicklichersaßt hatte, welche Rolle sie hier zu spielen vermochte, stellte sich au die Spitze der Mäulier ltnd rief: -.Zur Duma!" Das Eintreffen der Frau Morozowa mit den Soldaten war es,- das die unentschlosseneu,- zum Verlassen des Sitzungssaales bereiten Abgeordneten veranlaßte, unter dem Vorsitz des Präsidenten Rodzianko die Arbeiten wieder auszunehmeu. Am 28. März kam es zu den Kämpfen in beit Straßen. Die Toten zählten nach Hunderten. Die schaulustige Menge sam'melte sich vor den Hauseingäugen an. Beim ersten Schuß wichen Männer,- Frauen und - Kinder fluchtartig in die Häuser und in die Höfe zurück. Die Barmherzigen Schwestern nahmen vor den Toren ihres Spitals Ausstellung. Sie machten den Eindruck, als würden sie „Verstecken" spielen. Bei jedem Schuß duckten sie sich, dann tauchten sie -wieder empor. Sie erwarteten die Autos der Revolutionäre, gaben ihnen Zeichen,- heranzükommen, stiegen lachend in die Wagen und schlossen sich dem Zuge der Soldaten an. I I Würdig unseren Vätern nnd Brüdern im Felde zeichnen wir die 6. Kriegsanleihe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.