Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 21 (1.6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Das Sinnen der Feinde vernichtet, wer die 6. Kriegsanleihe zeichnet Seite 350 Dr. Oloch'S Nochenschrrst Nr. 21 welcher auch 'Dr. Chajes,- Oberrabbiner von Triest, Zugezogeir wurde. In einer einhellig ang«rommenen Resolution wurde dent Wunsche Ausdruck gegeben/ daß ehebaldigst ein Kongreß, der Feldrabbiner der gesamten bewaffneten Macht abgehalten werden möge. Die Waffe der WreisLreiöer. Der /.Bauernbündler" vom 1. Mai schreibt: „Mit 15. Wril ist die neue kaiserliche Verordnung, gegen Preistreiberei und Kettenhandel in Kraft getreten, die verschärfte Strafen androht/ falls Sachen, die den Lebensbedürfnissen der Menschen wie Haustiere mittelbar oder unmittelbar dienen/ zu übermäßigen Preisen, verkauft werden. Auch, der Wein/ den manche Richter bisher als entbehrlichen Bedarfsartikel bezeichnet hatten/gehört nunmehr unter die Preistreiberver'ordnung^ Es wird nun auch der große Weinbauer/ der in den letzten drei Jahren wahrlich, genug verdient hat, vorsichtig sein müssen. Unsere Bundesmitglieder machen wir aus die scharfen Strafen aufmerksam und raten ihnen, alle Weinagenten auszujagen mrd chren Wein nur an die ihnen gut bekannten ehrlichen und christlichen Gefchüfksleute zu verkaufen,, von denen sie keine Anzeige zu fürchten haben." : Die Zukunft des Keitigeu Landes. ...Jean Longuet/ ein Enkel von Karl Marx und Führer der sozialistischen Minderheit Frankreichs/ sprach in einer Versammlung der Poale-Aio.n und trat hiebei für die Schaffung, eines nationalen jüdischen Zentrums in Palästina ein. Millionen Todesurteile und Millionen gebrochener Herzen durch, kulturlosen dhationalisMüs und vernunftwidrige Vaterlandsliebe. Mott o : Die Staatsmarime einen. Frieden zu schließen, den Opfern -angemessen, zeigt, Wie tief >wir stoch in den Kinderschuhen der Mensch?- lichkeit stecken. Können doch alle Schätze der Welt -auch den hnnderttausendsten Teil des vergossenen Menschenblutes nicht auswiegen. Baronin Berta v. Suttner,- welche .in einer öffentlichen Versammlung ihre Begeisterung für meine Werke hervorhob/ ineinte nach, Lektüre des Buches „Friedensministerium",- idj; kämpfe mit zu scharfen Geisteswaffen. - Heute hätte die Heimgegangene Friedenssürstin zugeben müssen,- daß gegen Eroberungskriege rächt genug scharf gekämpft werden konnte. . Nur wenige Denker ahnten,- daß, ein entfesselter Weltbrand so viel wertvollen Gelehrtengeift verzehren wird. . Ein wissenschaftlicher Mann,- der als Fürst des Rechtes galt und dem bekannt ist,- daß alte Summe des Wissens ohne Förderung ethischer Werte nutzlos und gemeim schädlich ist/ wurde zur Freude aller Menschlichkeitspioniere Präsüient über hundert Millionen Bürger. Ein Gelehrter/ welcher es weißj, daß die Verhinderung der Glückzerstörung eines einzelnen Menschen wertvoller als die größte Provinz.ist/ wird von.der finsteren. Macht eines kulturlosen IWivnalisMus und einer vernunftwidrigen Vaterlandsliebe gefangen/ die ihm!, dem Senate und dem RejpMefthmwnWits^ HMuschM:5Mtionale Ehre und VaterkandsliMe dcheffchen ^WH MMtente anzuschließerr und ftn Dienste dch:fFreMit und eines dauernden Friedens. Kriegs zu führen,- welcher folgerichtig Millionen schuldlose/ sriedensliebende Menschen zuM Tode verurteilt und unendliches Leid/ Hungersnot und Millionen gebrochener Herzen herausbefchwört. Die Erziehung/ dem Vaterlande mit Gut und Blut beizustehen,- bildet nur dann ein Staatsinteresse, wenn vorher dem Volke die viel wichtigere Erkenntnis zuteil wird/ 'den vernünftigen vomstörichtest Patriotismus unterscheiden zu können. Von dieser Erkenntnis und nur von ihr allein hängt das Wohl und Wehe der Völker ab. Der törWe EntentepäLriotisMus/ welcher jeden Friedensapostel als Landesverräter brandmarkt und die eigenen Staatsangehörigen nutzlos verbluten läßt/ ist zumeist auf die Unterlassungssünde bedeutender Philosophen zurückzusühren/ welche lehrten, sich aus Patriotismus -preiszugeben/ ohne auf den Unterschied eines törichtbösen und eines vernünftig-edlen Patriotismus hinzu-- weifen. > Erst wenn wir uns zuM geläuterten Gefühls- und Rechtsbegriffe auffchwingen/ daß gerade edle Vaterlandsliebe jedermann verpflichtet/ sich den gleichen Wert wie .den der ganzen Welt beizumessen/ erst dann wird das Menschentum von solchen weltverheerenden Freisinnigen/ welche durch Erweiterung von Menschenschlach,Häusern die wirkliche Freiheit verleugnen/ gerettet werden. Gemäß der bedauerlichen Wahrheit: V e r ft et it b f i ndet man nur bei wenigen/ stimmten bloß '8 Senatoren und 24 Repräsentantenhausmitglieder gegen deN Meufchlichkeitsverrat für, das blutaussaugende Groß^- kapitalistentuM/ die Hinterlassung von Witwen und Waisen dem amerikanischen Volke auMzwingen. ' Auch die Worte des DuMapväsidenten: /.Rußland kann seine Verb;ündeten nicht verraten/ mit denen es drei Jahre hindurch Schulter an Schulter gekämpft hat/" sind vernunftwidrig und volksverräterisch/ denn der gesunde Menschenverstand offenbart/ daß die Aufrechterhaltung der von dem ersten Landesverräter mit der Entente geschlossenen Verträge e r st -r e ch t e i n e n s ch w e r e n H o chverrat gegen dgs russische Volk und gegen die Menschlichkeit bildet. Ehe .die vor Monaten verfaßte Schrift /.Die verkehrte Zivilisation und ihre zwei Trabanten" erscheint/ soll aus Solidaritätslgefühl darauf aufmerksam gemacht werden,- daß jeder internationale Sozialist, der die Kriegs- Verlängerung fördert/ sein Gewissen mit Millionen Todesurteile schuldloser Menschen belastet. Selbst wenn die fortwährende Vermehrung von Witwen und Waisen tatsächlich eine erweiterte Freiheit und einen Wohlstand herbeiführen würde/ so hätte auch diesfalls die Menschheit/ deren Wohlfahrt durch solche fürchtbare Gräuel erkauft werden müßte/ nicht die allergeringste Existenzberechtigung. Denn schon die Zerstörung des Lebensglückes einer einzigen Familie ist ein schweres Verbrechen/ geschweige, wo es sich um'Millionen Todesurteilen und Millionen gebrochener Herzen handelt. Erwägt man/ daß Kaiser Karl I. bei jeder Gelegenheit seine glühende Friedensliebe bekundet und trotz der Möglichkeit/ durchzuhalten, den Minister des Aeußern beauftragte/ auf Annexionen gegenüber Rußland zu verzichten/ um. nutzlose Menschenschlächtereien zu verhindern' und ko Mares Menschenleb en zu erhalten/ so sind jene Sozialisten/ welche aus Freiheitsgründen den Frieden verzögern/ ebenso unbewußte Massenmörder wie die Entente und ihre amerikanischen jBeschützer/ die den erzreaktionären Stolypin/ welcher in einem Jahre 23.741 Frecheitshelden hinmorden ließ/ zu seiner Rettung beglückvünschten und heute von der Gewalt des Gewissens gezwungen werden,- aus Menschlichkeits- und Frecheitsgrnnden den Kindern zuliebe ihre Väter und ihre Ernährer töten zu lassen. Welcher haarsträubende Wahnsinn! Klardenkende wissen/ daß jeder feindliche Staatsmann durch die Vo'lksWüschung/ wir hätten nur aus Kriegs-