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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-25 · 20 (25.5.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
20 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S«ic 334 Dr. Bloch's Audienz nicht teilgenonünen hat. Wir/ waren beniüht,- seine Zülassüng zur Deputation der hiesigen Äultusgemfcmbe zu erlvirken/ doch wurde trotz unserer Vorstellungen Don autoritativer Seite uns bedeutet^ daß lediglich! ein Mitglied des orthodoxen Räbbinates .zuzuzichen sei. Dagegen höherenorts zu remonstrieren, war keine Zeit, denn die Audienz wurde am Freitag nachvrittaa für den nächsten Tag, 9 Uhr!, früh bestimmt. Jüdischerseits aus solchem Grunde das Erscheinen zur-Audienz eüva zu unterlassen,- dafür würde niemand eine Verantwortung Merneb'men, — in einer Zeit, wie die,- irr der wir leben. — Auch die Zustände auf unserem Friedhofe sind in der erwähnten Notiz nicht wahrheitsgemäß aeschildert. Denn es entspricht nicht den Tatsachen,-^ daß die Gräber der indischen Soldaten in verwahrlostem Zustande sich befinden,- . ebensowenig daß indische Soldaten .in Massengräbern bestattet werden. Wahr ist vielmehr, daß auf -dem. äußeren Friedbofe ein besonderer Teil als Soldaterrfriedhof eiirgerichtet > wurde,- daßselbstverständlich sämtliche Soldaten in Einzelgräbern bestattet" werden was schon daraus erhellt,- daß. sämtliche Soldatenbestattungen seit. Ausbruch! des Krieges in Assistenz des jeweiligen Festungsrabbiners (Dr. Weinsberg,- Doktor Go lins Ei- Dr. Templer und jetzt Dr. Sicher) stattfinden. Einen Beweis der Pietät,- mit welcher wir die Gräber unserer Helden ümäieb'en,- ist der Umstand, daß der Kultusrat über Vorschlag des Präsidiums im November 1916 beschlossen hat,- mit einem Kostenauiwande v-on 10.000 Kronen den Soldatensriedhof architektonisch auszugestalten und Mit einem Heldendenkmal, ans welchem die Muren sämtlicher dort bestatteten Krieger eingearaben sein Werder:,- zu schmücken. Die Unterhandlungen wegen der Ausführung dieser Arbeiten sind noch im! Züge,- da sich das k. u. k. Fcstunoskommando, welches von dem Beschlüsse verstäudigt.ivorden. ist,- Kreit,, -.er- Wrt hatdie erforderlichen Plane auszuarbeiten und uns zur Geuehrmguna vorzulegen,- nrrd es ist zu hoffen, daß die Plärre in nächster Zeit zur Ausführung gelangen werden. . Krakau. Der Kultusgemeindevorstand und die Betbausvorstände in Krakau haben in Verbindung mit dem Festunasrabbiner Dr. Sicher die Riesenausgabe einer OsterverWstiguna von 5200 Mann in über 100 Formationen, insbesondere unter Berücksichtigung der schwierigen LeberrsmitteMschaffuirg. glärrzend gelöst!. Eine große. Menge Bote Midraschim diente gleichzeitig als Ber-D köstiaungsort. der. Soldaten, wo sie. teils, umsonst, teils ■■ um 50 Heller ausgiebige Mahlzeiten erhielten, ebenso in. mehreren zu diesem Zwecke gemieteten Restaurants. Die meisten gesetzestreuen Kultusaemeirrdlemikgliederhaberr . außer namhaften Spenden durch! Berköstiguna zahlreicher Soldaten in der Familie die Aktion unterstützt. Sodann wurden im Sinne des betreffenden K/ M.-Grlasses bei einzelnen Landwehrregünentern und im Krieasgesangenenlager über Einschreiten des Festungsrabbiners und unter ökononrischer Mitwirkung des Kultusvorstandes und der. Herren G oldstoff, Leb'enh'eirm .Freilich! Am st e r rituelle Küchen eingerichtet. Die Arreste beider Feldgerichte und die zahlreicher: Spitalsobjekte wurden von eurem Franenkomitee. an dessen Spitze die Damen Großfeld und Schenker standen, versorgt. 130 Soldaten Hatte Fräulein Scho über g im Hotel Loudres aNsgrebig und feierlichverköstigt. Auch die Knltusgememde Podgvrze. deren Vorstand,- die Herren Rabbiner Jakob und Sinrche Fränkel sowie Herr Bernstein. Äsier der isr. VolksWche, haben weder Opfer an Geld noch Mühe 'gescheut, um der Mannschaft einen „koscheren" Vesiach zu erNröglichen. Um die Aufbrinaung nanchäfter Geldspenden zur Ernröqlichuna der Verköstigung hat sich auch' Herr Rabbiner Dr. Thon sehr bemüht. Wochenschrift Nr. 20 MrsanMlnng Zdes' MPWchitces W KrregsfWchtlrttge äus.Wflzieü'^indZdevWWMÄÄ in Mgrienbad. Äinntag, den 29. April, nachmittags 3 Uhr fand im Hotel „National" in Marienbad. eine gut besuchte Versammlung des Hilfskomitees für Kriegsflüchtlinge aus Galizien und der Bukowina statt. .Der Obmann des Komitees, 'Herr Bankier "Fritz Bur bau ni, eröffnete die Versammlung, . begrüßte - die -Erschienenen, insbesondere das - Ehrenmitglied Herrn Landtagsabgeordneten Ritter v. Prunkul. und erteilte sodann dem Kassier. Herrn Bertholb Springer, das Wort zur Erstattung des Kassaberichtes, dem folgendes zu. entnehmen roar: > An Spenden und Beiträgen gingen im Jahre 1914 zusammen, Kr. 6226.30 ein. Verwendet wurden im Jahre 1914 insgesamt Kr. 5888,23, und zwar für Barunterstützungen Kr. 843.89, Verpflegsküsten Kr. 1952.52, Schuhe und Vekleidungsabteilung Kr/ 2063.46, Holz und Kohlen Kr. 565.49, ärztliches Ambulatorium und Apotheke Kr. 243.22, Wöchnerinnen- und: Krankenheim .Kr. 219.65. Das Jahr 1915 begann mit einem Saldo von Kr, 338.07. Die Einnahmen betrugen in diesem Jahre Kr. 66,872.24, darunter Kr. 7600.— Subvention von der „Israel. Allianz zu Wien", aus Staatsmitteln für Bekleidung durchs die k. k. Bezirkshauptnrannschast Kr. 25,613.—, aus Staatsmitteln für Beschuhung durch die k. k. Bezirkshauptmannschaft' Kr. 21,646.80, Spenden von Kurgästen , Kr, 5656'.4'6, Beiträge von Kültusgemeinde- Mitgliebern Kr. ''1171.44, Subvention von der ,,Agudas Jisroel" in Frankfurt a. M. Kr. .950.—, staatliche Subvention für Schulen und Bxthaus Kr. 3060.—, auswärtige Zuwendungen Kr. 1137.44, Zinsen Kr. 37.10. Diese gesamten Beträge wurden für die Flüchtlinge bis auf einen Restbetrag von Kr. 1782.68 verwendet."Die Einnahmen im Jahre 1916 betrugen Kr. 71,605.06, darunter aus Staatsmitteln durch die k. k. Bezirkshauptmannschüft .für Bekleidung Kr. 14,961.32, für Beschuhung Kr. 12,87,5.80, verschiedene Subventionen Kr. 15,552.—, davon von der „Israel. Allianz" Kr. 9900.—, Spenden Kr. 13,783.09, Einnahmen äüS der Approvisionierüng Kr. 14,365.32, nn Zinsen Kr. 67.55. Diese. Summen wurden: im. Jahre 1916 bis auf einen Bettag von Kr. 2133.6g für die Flüchtlinge verwendet, davon Är. 18,288.75 für den Lebensmitteleinkauf und Kr. 9588.90 für das. Marienbader israel. Kriegswaisen-Erholungsheim. Der Bericht schloß Mit einem Danke än alle edlen Wohltäter und Förderer des Unternehmens. Sodann erstattete Herr Obmann Fritz Burbaum, nachdem er dem Herrn Kassier den Dank für seine Mühewaltung, äusge-j sprachen, in eineinhalbstündiger Rede den Rechenschafts- und Tätigkeitsbericht für die Jahre 1914, 1915 und 1916. Tr erinnerte an das- Eintreffen.-der ersten- Flüchttinge in.^Marienbad/ 'die..vank4dor Fürsorge der k. k. Bezirkshauptmannschaft Marienbad alle gut untergebracht, werden konnten. Der Plan der Errichtung einer . EemeinschaftsÄche fand werktägige Helfer und Förderer. Es wurde ein ärztliches Ambulatorium, ein Wöchnerinnen- und Krankenheim errichtet, wobei die Herren Aerzte. Dr. Rofenberg- und Dr. A u g st e i n in Marienbad und Dr^ H 0 r 0 w i tz (Flüchtlingsarzt) Hervorragendes leisteten, ebenso Herr Dr. Feld m a n n aus Karlsbad. Reichlich flössen im ersten Jahre die Spenden, so daß die Flüchtlinge gut verpflegt werden konnten,, die meisten mußten auch mit Kleidern- und-Schuhen ausgestattet werden. Im Jahre 1915 ließ das Interesse an den Flüchtlingen nach, so daß der Obmann eine Versammlung einberufen mußte, bei' welcher die Herren, die derzeit an -der Spitze der Flüchtlingsfürsorge stehen, für die gute Sache gewonnen wurden. Nach dem Durchbruch bei? Eorlice konnten die meisten galizischen Flüchtlinge wieder in ihre ' Heimat zurückkehren. Aber es dauerte nicht lange, bis wiederum, diesmal pus -der von den Russen neuerlich überschwemmten Bukowina. 400 Flüchtlinge eintrafen, für die gesorgt werden Mußte. Redner gedenkt dankbar der patriotischen Unterstützung durch die „Israel. Allianz zu Wien". Durch das verständnisvolle Walten dieser jüdischen Institution ward es nicht nur unserem Komitee, sondern in allen Städten Oesterreichs möglich, den Kriegsflüchtlingen eiltsprechend Unterstützung angedeihen zu lassen. Die „Israel. Allianz" ist 311 einer wahren Zentralstelle des israel. Volkes in Oesterreichgeworden und ist es nur zu hoffen, daß dieselbe fortab der Sammelpunkt des jüdischen Wesens bleibt. Er gedenkt der seinerzeitigen Tätigkeit des'Herrn k. k. Bezirkshauptmannes Dr. Otto Rittett B rechter v. Troskowitz, der oft bis 2 Uhr nachts am Bahnhofe für die armen Flüchtlinge tätig war und ihnen eine wahrhaft väterliche Fürsorge angedeihen ließ. Ebenso erwarh.en sich die anderen Herren Beamten sowie die Städtvertretung, insbesondere Herr Stadtrat Ott, um die armen Vertriebenen große Verdienste. Im Hause Larenburg wurde in sieben Zimmern ein Kriegsumisen- Erholungsheim eingerichtet, in dem während der Saison.'durch je vier Wochen immer abwechselnd 20 Knaben, Waisen nach Kriegsgefallener oder als '.Geiseln verschleppter. Väter, Aufenthalt, und Erholung fanden. Diese Kinder wurden bekleidet und verköstigt, besuchten - die Schule und wurden vom Herrn k. k. Regierungsrat. Professor Dr. Heinrich.Kisch ärztlich beaufsichtigt und behandelt. Auch ein Stickkurs /wurde Über Anregung des galizischen Hilfsvereines in Wien, der auch eine Lehrerin hieher sandte, ins Leben gerufen, ferner' eine Bekleidungsanstalt, eine Nähstube. eine Flüchtlingsschüle und - ein- Bethaus.! . -! Nach einem herzlichen Schlußworte des Obmannes wurde sodann die Versammlung geschlossen, Nathan Rand.

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