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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-25 · 20 (25.5.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
20 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Bloch'S-Wochenschrift" Seite 333 WMsmHmses der österreichisch-- (Auseftrem Briefe unseres Jerusalemer Komitees.) . 7.. . Hochverehrter Herr Doktor! - : Mrtterr im Rummel und. den von der Zeit bedingten An-fr-egUNgen-dachte,-ich so-" oftdarüber nach, daß Sie, als einer,-, der, Herz und-Sinn für das Heilige'Land hass und die hochlöbliche HilfskoMmissiorr für Palästina etwas Bleibendes und Bestehendes schaffen sollten. Es ist ja wahr, daß. die H ilfskoMmissiorr bis heute bereits recht viel geleistet hat,-, ebenso wahr ist es aber, daß die bisherigen Leistungen/. so notwendig sie auch sein Mögen, für bcn Moment waren, und auch da nicht ausgiebig genug, rvas nicht Ihre Schuld ist. An eure Beseitigung der Chalukka irr absehbarer Zeit ist gar rricht zu denken, da wir sehen, daß auch..der rreue Jsschnb, die Kolorrien ausgenommen/.,zn gewissem Sinne vorläufig von Chalukka lebt.'' Ebenso. schw^x^wi-rd es dnrchzustchren sein,- daß nur alte,-.erwerbsnrrsWgie undciLeute,.die sich ausschließlich dem Thorastudium.widmen,- Chalukka nehrnew sollen.^ Im besten Falle wäre nur zu erreichen, daß 1. Vorsteher und Verwalter rricht dorr draußen und nicht für leberrslän glich, nominiert/ sondern von hier aus für beschränkte Zeit gewählt werden: 2. wohlhabende Leute sollen nicht unterstützt werden: 3. Ordnung rmd Korrtrolle. . Damit Ware das' Hebel bloß halbwegs gemindert, aber noch. langt reicht beseitigt, es Müßte von unten, d. h. vom- Kinde angefangen werderr.' Eine irr' der „Wochenschrift" vom 16. März l. I. veröffentlichte fragmentärtige Notiz erMutigt mich 'dazu., Ihnen einerr lange gehegten Plan zu unterbreiten. Es härrdelt sich nur die Gründung eines Waisenhauses in Jerusalem. Ich habe auf Grund genauer Informationen festgestellt,- daß hier heute nahezu 100 österreichische jüdische, elendig verlassene Waisenkinder existieren. In Sased und Tiberias werden, ihrer gMchftrlls nicht^wenigeDüseili. >?-Älter'"Welt Bvlkertz'"lmd Länder,- fast ohne Ausnahme, sind hier mit zahlreichen Arrstalterr reichlich vertreten,- nur Oesterreich-Ungarn, auch das christliche,- bilden hierin eine sehr zu bedauernde Ausnahme,- indem sie hier — dieLämelschule, die d o ch schließlich v orr De u t sch e rr sin a n z i e r t u rr d e rhalten wird und ganz deM Hilssverein gehört,- ausgenommen, — rein gar nichts besitzen. Was hat da rricht z. B. Deutschland für großartige Anstalten, christliche und jüdische, bloß irr Jerusalem: Hospital, Gymnasium, Volksschulen/ Saimtoriu'm, Hospize, Hilfsvereinsschulen, jüd. Waisenhaus, über dessen Leitung Sie untemichtet sein dürften, Schnellerisches Waisenhaus, das mustergültig ist,- eine ganze Stadt für sich bildet und entschieden nachahmerrswert erscheint. Unser Bündnis mit der Türkei bringt es Mit sich/ daß auch Oesterreich-Ungarn dazu berufen wäre,- hier eine gewisse Rolle, zu spielen. Darum ist es auch Menschliche/ jüdische und höchst patriotische Pflicht, unserer heimatlichen Stammesbrüder,- hier ettvas Segensreiches zu schaffen/ und ich glaube, daß auch nnfere Regierung rricht ) umihin köunerr w i r d, dieses Bestrebens. finanziell zu nn ter -stütze n. Das wohterrvogene Staatsinteresse erfordert dies. Das zu gründende Waisenhaus stelle ich mir irr ' großen Zügen in folgender Weise vor: 1. Leitung/ Einrichtung und' Erziehung sollen den weitestgehenden Ansprüchen entsprechend strengstens religiös sein. 2. In der, Anstalt selbst sollen allerlei Werkstätten nntergebracht fein und die Zöglinge, soweit sie sich hiezu eignen,- sollen zu Gewerbetreibenden aller hier gangbaren Art ausgebildet werden und bis zum vorgeschrittenem Alter,- eventuell bis zur Hochzeit, in der Anstalt verbleiben,- so daß die Anstalt selbst zur Gewerbestelle rnit Betrieb und Verkauf werde und sich möglichst selbst erhalte. Drejenrüen Zöglinge/ die sich Dr Gewerbe nicht entsprechend eignen,- fotten in Ackerbau, hauptsächlich Gemüsebau/ Obstkultur. Viehzucht, Milchwirtschaft gründlich unterwiesen werden. Zu diesem Behufe muß die Anstalt geeignete Gartenanlagen, Stallungen lftw. besitzerr. Die Erträgnisse sollen zunächst die 'Anstalt selbst versorgen,- der eventuelle Ueberschnß soll in der Stadt vorkaust werden. Die. der. Landwirtschaft sich widmenden Zöglinge sollen überdies zu geeigneter Zeit für ein bis zwei Monate in eine bestehende jüdische Kolonie hi-nausgeführt werden» um sich zu pervollkommnett. Dien Zöglinge können später den Grundstock für eine urit der Zen zu gründende österr.-ungar. jüdische. landwirtschaftliche Kolonie bilden. Die Zöglinge sollen dann/ Sh Gewerbe- oder Landwirtschafttreibende» ein Musterbild für NichtchalukkanehMer und Selbstverdiener im Heiligen Lande abgeben. 3. Die weltlich-geistige Ausbildung der Zöglinge soll das Maß der Normalschule nicht übersteigen. Hingegen sollen sie in den hebräisch-retigiösett Fächern weiteren und gründlicheren Unterricht erhalten. Die herrschenden Sprachen^ in der Anstalt sollen sein : 'Hebräisch als Ivb e ü d e S v r ach e und D e u t s ch: österrnngarsscher Patriotismus und Staarsaedanken sollen eisri!gst gepflegt werden. Die Anstalt füll den Namött Seiner glorreicherr Majestät weiland Kaiser Franz Josefs oder unseresgegenwärtigen Monarchen führen. Gebäude/ Anlagen und Einrichtung sollen imposant» würdig des Namens, unseres Kaisers/ der Ehre, unseres Vaterlandes und seiner Juden fein. Gründung» Erhaltung und Finanzierung der Anstalt kann ich nrir in folgender Wesse vorstellen : Das leitende Prinzip muß sein,- daß die Anstalt nicht aus-von Zeit zu Zeit zu erfolgendes Schnorren gegründet und ansgebaut sein darf» vielmehr muß ihre Erhaltung von vornherein gesichert sein und aus fester Basis beruhen. Dies folgendermaßen: Ein jedes Bett, das einen Zögling bedeutet,- erfordert 1500 K. an Bau- und Ein richtungskösteu und 5—600 K. jährlich au Erhaltuugskosten. Eine jede größere Kultusgemeinde der Monarchie übernimmt eines oder lüehrere Betten auszustellen. Das betreffende Bett, bezw. der betreffende Zögling erhalten den Namen der betreffenden Gemeinde. Körperschaften und einzelne leisten dasselbe mit denselben Rechten. Das Bett erhält eine Tafel mit der Aufschrift des Stifters/ bezw. der Stisterin. Sämtliche Zöglinge werden verpflichtet, für das Seelenheil eines zu nominierenden Eemeindevorstandes, bezw. Stifters während des ersten Jahres und am Jahrzeittage im Anstaltsminjan Kaddisch zu sagen. Hier wäre auch einemi 'jeden begüterten Glaubensbruder die günstige Gelegenheit geboten, für seine im Kriege gefallenen Lieben ein bleibendes Andenken'zu -stiften. Die Ausführung des Planes müßte naturgemäß nach dem Kriege statt sin den. Allein Aktion und Zlgitation sollten schon jetzt eifrig einsetzen. Eine entsprechende Parzelle könnte jetzt unvergleichlich billiger gekauft werden,- als später. Das Waisenhalls Müßte, nur hier eröffnet werden/ weil Jerusalem der Zentralpunkt des jüdischen Lebens in Palästina ist und bleibt. Selbstredend sollten dann Waisenkinder auch aus Sased/ Tiberias und ganz Palästina Aufnahme finden. Wollen Euer Ehrwürden die Sache in die Hand nehmen; es tvird und -muß nrit Gottes Hilfe gelingen/ und Sie werden etwas Gewaltiges geschaffen haben. ... Kvatau. In bezug auf die Zuschrift in der „Oesterr, Wochenschrift" vom 18. d. M. unter dem Titel ,-,Eine ^Anfrage an den Krakauer Kultusvorstand" erhält die Redaktion von hochgeschätzter, verläßlicher Seite die Information, daß die Anklagen nur auf Unkenntllis der Berhättnssse und der Vorgänge beruhen. Nienmnd bedauert lebhafter als das Präsidium uild der ganze Kultusvorstand/ daß Herr Rabbiner Dr. Thon, welcher sich unserer uneingeschvankten Wertschätzllng erfrellss an der

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