Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 20 (25.5.1917)
- Date
- 1917-05-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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n ..A>, Dr., Bloch's Wochenschrift" Seite 33S LouisFreiherßv. Rothschild. U; /:S^cf freä .Bankhauses S M. tf. .Rothschild-; ^.-Pexgrab Max. - Ritter .v.'/G,.ut-m-L-nn/'.--. . . - .Gesellschafter der Großhandlungsfirma Gebr. v/:^-vr.u Gutmann in Wien; -. ... . .. .. . . . Dr. Philipp. Ritter iv.Gomperz/ mährischer Landtagsabgeordtreter/ Obmannstell- ...., . Vertreter des Klubs des.' verfassungstreuen Groß- Grundbesitzes im mähr. Landtage ... ... - Morrtz. Benedikts ... . Herausgeber und Chefredakteur der ..7,Neuen Freien Presse". - x.:_ . .. . ■ - Außerdem sind bereits. Mitglieder des Herrenhauses: Hofrat Professor. Dr. S. Grunhul,-' Hofrat Professor Freiherr cJosef Schey v. K 0 r ow ta,- Komm'erzialrat Bernhard We.tz ler,- . t Eeneralrat der Anglo-Oesterr. Bank.! Ins Herrenhaus sitzen ' aber - auch? 0 f f i z i e l l e Vertreter sämtlicher K o n f e s s i o n e n in Oesterreich und es hat istit Bestimmtheit-verlautet und wurde allgemein erwartet,- daß diesmal als 'Repräsentant der ' 'jüdischen Konfession der Präsident der Wiener isr. Kultusgemeinde als der -größten KultusgeMeinde Oesterreichs in das Herrenhaus, berufen werde. Daß-diese HoMung sich! nicht erfüllt hat/-, wird als Zurijcksetzullg schmerzlich empfunden. Das InMutversudrscherr Militarseelsorge Wir erhalten folgende Zuschrift : . . Das Institut der Militärseelsorge war ein dringendes Bedürfnis und die Hohe -k. u. k. Militärverwaltung hat durch die Schaffung und Einrichtung des Institutes ein volles Anrecht auf die Dankbarkeit der österreichischen Inden erworben. Nur darf man sich die Befriedigung' nicht Verkümmern lassen' durch, die Mängel, die naWr^mäß-WeriMeüsWUung7' die "in den' Sturmschritten^ des^ Weltkrieges entstanden^ bei dem ersten Versuch'choch anhasten. Aufgabe ist es vielmehr,- auf etwaige Gebrechen die Aufmerksamkeit der maßgebenden' Militärinstanzen zu lenken/ deren wohlwollende Intentionen zweifellos.', dahin gerichtet sind,- das mue Institut am zweckmäßigsten äuszUgestalten. Dazu gehört allerdings in erster Linie das Verlangen/ daß an die Front zunächst und - vor allem ' die' Rabbiner jüngeren Alters zu entsenden find/ während im! Hinterland und in der Heimat mit der Israel. Seelsorge ältere Rabbinen zu bestellen wären. Dieser Wunsch entspricht Nicht nur der Vepnunstn nicht bloß der Gerechtigkeit, sondern auch dem Interesse des Dienstes. . > ... Der Leiter der Militärseelsorge am Sitze der hohen Kriegsverwaltung bildet naturgemäß für die Organe des. Kriegsministeriums auch eine Informationsquelle in allen Agenden der Militärseelsorg'e. Vor allem in PersonalangelegenheiteN; -erist' häufig? in der Lage,- für Bestellung von Feldrabbinen .für die verschiedensten Heeresgruppen Vorschläge zu unterbreiten: Deswegen empfindet man es als eine Anomalie/ daß zur Leitung der Militärseelsorgq.in.Wien ein jüngerer Vereinsprediger bestellttchurde/ der noch, uW einmal die Rabbinatsvrüfung bestanden hat. An dieser Stelle gerade wäre ein älterer Theologe . um? richtigen t Plätze/ ein. Rabbiner mit Erfahrungen .in ' der-:Seelsorge,., der. auch .in. Kreisen.der -AsntDenossey. Apnä-ge« -seiner theologischen Bildung und .seines, allgemeinen- -Wissens eines Msmaßes von Ansehen sich exfreut. 7 /Wünschensw erd wäre es/ daß dieser Leiter in - Wien, bereits auch! -Erfahrungen des. Frontdienstes besitzen/ .seine - Natur mud Mt ckennen möchte. Nach ,drei- Wxiger--Megsdaner-Ärchrde zz§, sich! empfehlen,- einen der angesehensten Feldrabbinen,- die sich an der..Front bewährt h aben,- zur.Leitung.nach Wien zu berufen. Ist solcher Wunsch Ungehörig? Pastorrerung israelitischer Mannschaft anläßlich der Gidrsleistnng von Marsch formationen nnd die Heilige Schrift. Von t. u. k. Feldrabbiner Dr. Leo Verlisch. Eine der wichtigsten Funktionen eines modernen .Feldrabbiners in diesem großen Weltkriege ist. die Vereidigung der israelitischen Mannschaft einer ins Feld abgehenden Marschformation. Bevor wir aber dieses aktuelle Thema behandeln,- wollen wir zuerst den ganzen?kkt dieser Eidesleistung kurz skizzieren. Nachdem die ganze ins Feld abzugehende Mannschaft auf einem Platze in Feldadjustierung versammelt ist,- wird dieselbe entweder nach Religion oder nach Sprache in Gruppen geteilt. Vor der Mannschastsfyrmation sind all chre Offiziere Mit dem Kommandanten und ben Feldkuraten*) versammelt. Die letzteren Nehmen ' gewöhnlich bei der provisorisch: ausgestellten Kapelle Aufstellung. Beim Hissen der Regimentssahne wird von der Regimeutsmusik die Bolkshymne gespielt oder in Ermanglung derselben eine Fanfare geblasen« wahrend welcher die ganze Mannschaft samt den Offizieren und Feldkuraten die Ehrenbezeugung erweisen. Nachher Hält gewöhnlich der Kommandant an die gesamte Marschformation eine kurze Ansprache« in welche^ er die Mannschaft an ihre soldatischen Pflichten erinnert. Dann verteilen sich die versammelten Feldküratem indem sich jeder zu seiner erwähnten Gruppe begibt und gleichfalls eine Krrze Ansprache hält/ in . welcher er die Truppen in diesem wichtigen Moment/ in welchem dieselben vom Hinterland Älbschied nehmen und ins Feld ziehen,- an ihre Pflichten gegen Staat, Gesetz'und Vaterland/ aber auch an Religiöll, Gott und religiöse Gesetze gemahnt. Nach Beendigung dieser Ansprachen versammeln sich wiederum alle Feldbrraten bei der provisorisch! ausgestellten * Kapelle,- worauf die Vereidigung der gesamten Marschformation vorgenommen wird/ indem .vor, jeder Marschgruppe je ein Offizier die Eidesformel in der Muttersprache der Marschgruppe vorliest. Sodann wird zum zweitenmal die Regimentsfahne gehißt/ währenddessen wiederum . von der Regimentskapelle die Volkshymne gespielt oder in Ermanglung derselben eine Fanfare geblasen wird und zugleich die gesamte Mannschaft samt Offizieren und Feldkuraten zum zweitenmal die Ehrenbezeugung erweist/ woraus die Truppen vor dem Kommandanten defilieren und abmarschieren. Einen und denselben. Akt der Vereidigung einer ins Feld abgehenden Marschsormation — vielleicht ohne die oben erwähnten Formalitäten — finden wir im fünften Buche Moses/Kap. 20, S. 2, 3, 4. Dort lesen wir: “gti jrrrrr rt^rt ftzr naanps rrfn by nnnbab am ränp zm nnbx iö&t ■lx-ipn irann \s*pTi ftrr Lift LLLp “Srr.T 2L'.-:ftrr -irr rLirm.MiTtft-.LL'w-r /«Und es soll , sein, wenn -ihr bereit seidzum Krieg, so trete-der Priester vor und.rede, zum Volke'und spreche zu ihm: Höre/ Israelihr seid jetzt bereit--zum Kriege wider eure Feinde; nicht zage euer Herz; fürchtet, euch nicht/ es bange euch nicht und zittere nicht -vor.-'ihnen. *) SelbstverständliA wirb mich -der Feldrabbiner zudem.Feldkuraten gezählt, der auch oft mit diesem Prädikat angesprochen wird.