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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-25 · 20 (25.5.1917) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
20 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 322 Dr. Möch'S Wochenschrift Nicnschikvffs, Sirorniantikoffs und ihre Gesiunüngsgenosscn in Rußland und außerhalb Rußlands wählen in sDch/NAichyr Situationen den bequemeren und sicheren Weg:: sie geben ihrem W^rMübrecherrden/KSHen / eyrest- KnUrittspNcn chm ins Gesüht, wie sie es bis uun ihm M Ehren denk Juden getan iMben -und —- .schlüHen ftch der Revolution an. Ihr wollt es nicht glauben? So leset-es doch selbst in Nr. 1*4.719 der „Nowoje Wremja" vom 5./18. 1917, d. h/ in der ersten Nummer nach Len sstben „großen" Tagen der ru ssischey Revolution/ wHretid welcher in Petersburg überhaupt steine Zeitungen erschierrerr sind. In dieser Ämmer oer-' öffentlicht das Blatt das von der neuen provisorischen Regierung ausgegebette Kommunique über Leit Sturz des Zaren urrd die Einsetzung der provisorischen 'Regierung. Diesem welterschütternden Ereignis widmet das' Blatt einen eigenen Artikel: „D ie ,.gesalte n c" N n d d i e. „neue" Macht"»- in welchem dieses gesinnungstüchtige Blatt sedrem lcurgjichrigen Brotgeber den folgenden Nachruf widmet: „Man kann den letzten Regierungsakt des gewesenen Kaisers nicht ohne Aufregung lesen. Welch' glänzende Möglichkeiten eröffneten sich unserem Herrscher von gestern. In der Vollblüte einer glücklichen Jugend bestieg er den Thron. Das Volk, müde der schweren, erstickenden Lust der vorangegangenen Aera, fühlte sich hoffnungsvollen Herzens zu ihm hingezogen. Er aber empfing dir Abgesandten des Volkes, die ihm die Hoffnungen und die Zuversicht bes Volkes verdolmetschten mit den Worten: „Närrische Phanta sien l...T^r Wunsch des Volkes in Einigkeit mit seinem Herrscher ein freies Leben zu führen, waren ihm nur „märrische Phantasien I__" Bor den Abgesandten des Volkes .— des. wahren Herrschers -- stand ein lieber, schüchterner Jüngling mit zärtlichen Augen nnd> sprach -aus «inem Stück Papier die erwähnten zwei fatalen Worte. Diese Notiz wurde ihm von Menschen verfaßt, die in ifyttx : Jij^lfÄen 'MüeWLHUVeit, .vor der obersten Macht an die berufen war, zusammen mit dem großen' Volk tzu regieren, welches den sechsten Teil des Konti- Lents -aüßmachh sprach Worte/die zü > bitterer Resignation - führten. Der KrHeg im fernen Osten'schieil den fatalen PechvvgÄ doch eines besseren belehrt zii haben. 'Er gab seinen Entschluß kund, zusammen mit dem Volke regieren zu wollen und nicht gegen dasselbe. Es erschien das Manifest vom 17. Oktober. Krmm war aber die - Gefahr vorüber, wurden alle Zusicherungen, der Reihe nach zurückgezogen.- An Stelle der allgemeinen Arbeit mit dem Volk,, begann von neuem hi e a I te Ar beit de r bl in ■= den egoistischen Clique, von welcher der Thron umgeben war. Es begann wieder die Offensive gegen die Teilnähche des Volkes an dem Aufbau des Reiches; ^die politischen Frecheiten. welche niit kaiserlichem Worte im Oktobermanifest zugesagt-wurden und zur Grundlage 'des neuen Lebens in Rußland hätten dienen sollen, wurden rasch und systematisch zunichte gemacht und der G la u d e an t> ir H« i l i g k e i t d c s -k a i se r l Ich e n W o r!-. les würde zerstört. Nach Ausbimch des Weltkrieges ergab; sich für den Kaiser abermals die Gelegenheit, der alleinige- Führer des vereinigten Volkes zu werden. Aber er verstand es nicht, die Gele g e n h e i t a u sz ü n ü tz e n u n d ' 1 at Vüs üeradeGegen> teil; -et hörte nicht auf die SGnmen der Presse, der Städte; der Semstwv, des Adels, der Reichsduma und des Reichsrates; Spe iche Il« öern, Idioten, Verräter n uri;d V o lksfeinden ube'rließ. er die Herrschaft. Er stellte seinen schwachen Verstand und steinen wanke!-. müEigest Willen in uAsinniger Weis« höher, als den Verstand und den Willen des ganzen russischen Reiches.." Noch verblüffender ist Las Zeugtris unwandelbarer Treue srft Len „Herrscher vvn.gestern^ das sich hie^NowHe -Mc^Ka." - 'ftr. eiMin! Weiten MrWl. in derselben Numststr WW ausMll und den zhnischen Titel sühtt: „DM Leb en wird so rtgesestt". Das saubere Blatt schreM hier n. a.: .^,Vor. einigen'Tagen platzfe bei uns in. Rüßländ eiste Bombe. Die Grplosion war von so ungeheuerlicher Gewalt, daß von ihr noch unsere Ärurenkel sprechen werden. Und heute, da die „Now.Wr." uach der siebentägigen Unterbrechung zum erstenmal erscheint, hatten wir es für nützlich, dem glänzenden Beispiele jenes französischen Kannnerpräsioenten zu folgen und au^urufen: »tu seuvce conunue!«r ' ■' ■ Vpr einit’lMoche noch gab es ln Rußland Menschen, die das SchiÄstal des Volkes und des Reiches monopolisierten. Jetzt aber, da jeder einzelne von usts .ein freier, selbständiger Bürger geworden, ist die Last des Reichsaufbäues auf unsere eigenen Schultern gelegt. ~<£in freier Bürger . sein, ist nicht nur eine Bequemlichkeit, ein Vergnügen, sondern auch eine große, Derantwortliche Heldentat. Das . russische'' Leben wird nur dann auf kulturellem, normalem Wege vorwärtsschreiten, .wenn die Heldentat des Bürgertums -- von'-jedem einzelnen mit .Freude und ^Bewußtsein ausgenommen wird/' st ' - /st . Das Matt verweist aus die Ruhe, mit welcher die Umwälzung -ausgenommen wurde, und schließt: „Ja, das Leben wird fortgesetzt! - Das Schicksal ~ Rußlands liegt jetzt in den Händen der russischen Bürger und wir könnet ocr Zuversicht Ausdruck geben, daß die Beschlüsse der. Konstituante den besten Ausdruck für die Ideale der Gerechtigkeit, Re chtlich ke.it. und Me n s ch e n lie b e wir d!" st ' Klingt das nicht wie der bittersteHohn, die rückß sichtsloscfte Verurteilung der ganzen bisherigelr Haltung derselben „Nowoje Wreinja"., einer Halttnl.g,. der sie bis zum Platzen jener BoMbe,- an der sie jetzt mit solches Begeisterung schreibt, ihre ganze Existenz zu danken hattH einer Haltung-, die sie jetzt nur deshalb ändert, weil der; jenige, der sie-bisher .Wr-sLichbeKlchlte;^ bankerott geworden ist? Idioten, Verräter, VoMfeinde nennt ,,Nowose Wremja" heute jene vdrderbliche Clique, deren bez-ahltds Organ es Jahrzehnte hhtdürch war. Das ist, antisem'i- .tisihe Treue,- antiseinitische GLsittnungstüchligleit, antiseyMsche Loyalität! Die „Nowvje Wremja" ist nicht schlechter als chre Wiener 'Gesinnungsgenossen: Loyalität für den Zahlungs'Wigsten! Die siingsten tyüvfäüt in Palästina An die 7,HilfsVom-missivn 1915 für Palästina" in Wiendie seit dein' Frühjahr 1915 zur Linderung der nnbeschreMichen Not.unter - der jüdischeli Bevülkerung Palästinas bisher ntit hochherziger Unterstützung des hohen' k. y#x % -. WnW.rWls/. KesMuße.rrs-, Mer,„ein e . .MstliyN'. Kronen'gesMnMelt hatist Met die. dortige Lage ein offi-- Mser Bericht gelangtder die in der Tagespresst. Mi handeltest Md M deutschen Reichstag besstrocheNen jüngsten BorWle int Heiligen Lande zu ergänzen geeignet ist. Die türkischen Behörden verfügten me Evakuierung nicht nur Jüdaeäs- .d. h. der jüdischen Ansiedlnngen ist Jaffa,- Petächtikrosth, Mschon Lezion usw., sondern auch, der nördlich' in Galiläa gelegenen Hafenstadt Kaifü, .Die Juden öttoNtänischer Staatsbürgerschaft wurden nach Ana-' tolien gewiesendie österreichisch^-nngarischen Staatsangehörigen. aMr/schsttttch nach Jerüsalein dirigiert. Das Elenddas WdstW üher die ohnehin an best Bettelstab gesunkene Bebölkerüng! Jerusäletns heraüfbeschworen würde,- ist ohne, Uebertreibung als die dr itt e Ze-r^ störung der Heiligen Stadt zu bezeichnen. Die Konsuln sind MchLlv's. Unser Konsul Krasts. leistet UebeÄnenWiches. Da- Geld aus Oesterreich und Ungarn/ seit WngLrer Zeit nicht heremtanrst' müßten hei arabischest Geldverlechern enoW hoch verzinsbare 'Darlehen aufste-. nommen werden. Megn nicht sosort Bargeld aus der Monarchie. eintrifftist ein vollständiger ZusüMmestbruch nicht nür unserer österreichisch-ungarischen Llüsiedlimgensonderst auch des VaterKndi-schen Prestiges unausbleM' Alle Patrioten solltest ihr Möglichstes aufbietetlmst solches zu verhiüdern. Die Ansiedlungeu in Saffed. und Tiberias sind vlorMüfig noch außer Gefahr. Grnennnng neuer Herrenhsausmilglirder. Seme Majestät Kaiser Karl hat 55 Persönlichkeiten' als lebenslängliche Mitglieder in das Herrenhaus be-. 'rufen. '/; Ugter den neuen Herrelthausmitgliedern befinden sich auch:

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