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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-18 · 19 (18.5.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
19 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Bloch'S Wochenschrift' Seite 313 gut Megerstückchen. Leutnant Ros in aus Freibürg i. B., der Sohn des dortigen Geh. Rats Prof. Dr. Rosin, ein Jude,- wurde bei einer Fliegertruppe wegen hervorragender Leistungen im Luftkämpf mit dent eisernen Kreuz , erster Klasse ausgezeichnet. Ueber die Veranlassung . Hiezu erzählt der Kriegsberichterstatter der ,;F rauft* flirtet Zeitung": ,;Jn derselben Nacht als Laon -mit Bomben heimgesucht wurde, erhielt ein deutscher Fliegerchen Auftrag, eine Ladung von 500 Wogramm Dynamit auf einen wichtigen Verkehrspunkt hinter der feindlichen Front abzuwerftn. Gr stieg auf, suchte sein Ziel, konnte es aber im aufsteigend^i Nebel nicht erkunden und flog zurück, um eine bessere Stunde währ- Mnehlnen. Ueber der Hohe von Laon sah er Sprengpunkte von Abwehrgefchötzen in der Luft und entdeckte auch-.alsbald das betroffene französische Geschwader. Da konOüt ihm ein Gedanke: vorsichtig hängt er sich dem Geschwader an den Schwanz und folgt ihm unbemerkt in der Dunkelheit über die feindliche Linie. Gr vertraut darauf, daß mau ihn für einen ausgepichten Franzosen halten werde, nnid so war es wohl auch. Nicht lange, so sah er unter sich die Landungsfeuer des sran- .zösischen Flughafens. Die Piloten des Geschwaders gingen im Gleitflng zur Erde und als letzter schickte sich auch unser Flieger scheinbar dazu an. Gr steuerte in sonderbarem Ungeschick recht nahe über die Flngzeugschnppen hin, ließaus geringster Entfernung,- 50 Meter vielleicht nur, seine Ladung fallen/ riß die Steuerung HM und entschwand in der Nacht. Die Sprengladung, mit 60 Sekuuden-Zeitzünder versehen, krepierte genau und mit furchtbarer Wirkung." NchanNAirg jüdischer Soldaten. (Aus den Beratungen des Hauptausschusses des deutschen Reichstages.) Das ,nHamburü-er israel. Familienblatt" meldet: Bei der Beratung des Heeresetats im Haupt- ' ausschusse des Reichstages ist nämlich die Behandlun g! j übischer Soldaten im Heere zur Sprache gekommen. Die Berichterstattung' hierüber ist unvollständig, da Wer die Kommissionsverhandlungen stenographische Berichte nicht Veröffentlicht werden, sondern nur inhaltlich. ahgeMvzte Protokolle, wobei nicht einmal die Namen der Redner ang-egv'bvn zu werden pflegen, sondern nur die Partei, von' welcher sie in den Ausschuß entsandt sind. Nur durch Vergleich und Znsammertzstjellung der verschiedenen Parteiberichte läßt sich ein ungefähres Bild der Debatten in der Kommission gewinnen. Von diesen Gesichtspunkten aus ist auch unsere nachfolgende Skizze beurteilen. Tie Debatte wurde von einem Vertreter der sozialdemokratischen Fratzion ein'geleitet. Er führte aus, daß trotz der feierlichen GMärnngen vom Regierungstische ans sogenannte Iud enzählun steu stattgefunden hätten^, auch ßWv leine difseren'zielle Behandlung der Juden im Heere kästen Mitteilungen vor. Der Redner führte ferner . Beschwerde Wer BeAMstunsten gegen einzelne Juden sowie gegen die ganze Religionsgemeinschaft derselben. Der svzialdemMatischie Beschwerdeführer fand energische Unterstützung seitens eines Vertreters der fort- Mrittlichen Vvlksjpattei, welcher erklärte,- das Kapitel dW Antisemiti^wfus in der Armee sei sehr uNersrenlichj. Dias KrieMnmisteriuM antworte nicht in richtiger Weise auf Beschwerden von Abgeordneten. Der Redner führte einzelne Fälle von N i ch!tb efürder ung tüWtiger und sogar dekorierter jüdischer Sokda.ten zin Offizi e ren aN. Dtzv Kriegsminister habe als StaMminister die Pflicht, der Verfassung zur Durchführung zu verhelfen. In der Kadettenanstalt habe man Mohäminedaner und Buddhisten aufgenonmren, da dürfe man doch Juden nicht abweisen. Diese mit umfangreichem und authentischem Beweismaterial unterstützten Angriffe mußten eine Erwiderung des anwese^rden preußischen Kriegsministers Hervorrusen. Es seien sehr viele jüdische Offiziere ernannt worden, sagte er, so daß von einer grundsätzlichen Versagung solcher Beförderungen nicht die Rede sein könne. Nicht jeder Offiziersaspirant eigne sich aber schließlich zum Offizier. Das hat auch! niemand behauptet, sondern nur, daß auch viele durchaus geeignete jüdische Krieger wegen ihres Glaubiensbekenntnisses noch! immer nicht befördert würden. Wenn der Kriegsminister schließlich zusagte, daß den vorgeftomMenen Einzelfällen nachgegangen werden würde, so wird man das Ergebnis dieser Untersuchungen abwarten müssen. mN beurteilen zu können,- ob die in Rede stehenden Nichtbeförderungen von Juden ausreichend begründet waren. Namentlich wird der Herr Kriegsminister dann den elnpörenden Be leid igu Niger: gegen Juden als Einzelpersonen und als religiöse Gesamtheit und der solchen Ausschreitungen zugrunde liegenden niedrigen Gesinnung entgegentrete-n können. Ein nationalliberaler und ein Zentrumsredner gaben dem Kriegsminister denn auch beachtenswerte Winke, in welcher Richtung sich namentlich die von ihm versprochenen Untersuchungen bewegen müßten. Der erstere Redner sagte, der Ueberschreitung der Dienstgewatt gegenüber jüdischen Soldaten müsse vorgebeugt werden, und der letztere wandte sich gegen die politische Gesinnungsschnüffelei die namentlich gegen Inden geübt würde. Es werde nämlich! in den Beförderungsformularen nach der politischen Richtung des Aspiranten gefragt. Wenn dann jüdisches RelistiMsbekenntnis mit nicht genehmer politischer Richtung sich paart, dann kommt leicht ein Resultat zutage, das mit den wahren Interessen des Heeres und des Landes wenig vereinbar ist. ' Ein Vertreter der Antisemiten nahm gegen jüdische Offiziere Stellung. Er bestritt die Angaben des Fortschrittlers über die ungleiche Behandlung jüdischer Soldaten und Militärdiünstpflichtigen, vielmehr hätten jüdische Heeresangehlärige es in vielen Fällen verstanden, auf ruhige Posten zu komiNen. Tatsachen hat der Redner nicht angeführt. Der konservative Redner beschränkte sich auf die Behauptung, gegen die Ernennung jüdischer Offiziere sei nichts einzuwenden, aber die Selbständigkeit der Kommandeure in der Auswahl geeigneter Persönlichkeiten müsse unter Nllen Umständen bestehen bleiben. Ein Redner der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft beschloß die Debatte mit der Erklärung, daß es sich bei 'den -jüdischen Mannschaften um die ungerechte Behandlung und um die ungerechte Nichtbeförderung handele. Einer solchen werden doch auch die Konservativen nicht das Wort zu reden wagen. Schtoimche. Felix Salten schildert im „Berliner Tageblatt" drei kleine Begebenheiten ans' einem Wiener Soldatensvital, von welchen wir eine nachstehend folgen lassen: Am selben Tag. an dem Schloimche ekngebracht wird, mus; man ihm das Bein amputieren. Höchste Zeit. Die Operation gelingt. Schloimche erwacht im -ftranfenfaal aus der langen, liefen Narkose und/darf als gerettet gelten. Die Wunde verheilt rasch und gut. Nur am anderen Bein, an der Ferse, da klafft noch eine zweite kleine Wunde. Harmlos, aber lästig, und sie will nicht so recht heilen. Schloimche ist neunzehn Jahre alt, ein schmales, schwaches Kerlchen, fast noch ein kleiner Junge. Alle Tage schreibt er seinen Eltern: Es geht mir besser! — Es geht mir sehr gut! — Es geht mir wunderbar! Und immer ist er fröhlich,' immer seelen- Jeder treue Jude zeichnet die 6. Kriegsanleihe

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