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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-18 · 19 (18.5.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
19 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 19 Seite 3!2 Tr. Blocks Wochenschrift ' Alkerhöchfter Dank Ihrer Majestät der Kaiserin. An den Initiator der Aktion .Sreibrot für die Annen Wiens" Dr. Josef Kläger ist! , das folgende huldvolle Telegramm gelangt: „Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, Allerhöchstwelche von der am heutigen Tage zum erstenntal erfolgten Verabreichung von Freibrot an die Annen Wiens sehr erfreut und mit großer Befriedigung Kenntnis genommen. haben, lassen Euer Hochwohlgeborerr und allen an dieser Aktion Beteiligten Allerhöchstihren w>ärmsten Dank aussprechen. Im Allerhöchsten Aufträge: Obersthosmeister Graf Ester-- hazy." __ Jüdische Jamitien im Jelde. Dem ^Mzhenlöseg" entnehmen wir die folgenden Meldungen: Ignaz Weisz in Besenyötelek hatte fünf Söhne an der Front. Heute Uvipfen schön bloß zwei auf den Kriegsschauplätzen. Am 26. August 1914 siel sein Sohn Andor in russische Gefangenschaft. Seit dem 27. August wird sein Sohn Emerich-, der an der russischen Front kämpfte, vermißt und seit dieser Zeit fehlt jede Spur von ihm. Geblieben sind noch die Söhne: Max und Josef nn der russischen Front. Max ist bereits v i er nt al ausgezeichnet, und zwar besitzt er die bronzene; die Reine silberne und die große silberne Tapferkeitsmedaille und erhielt jüngst das eiserne Kreuz am^ Bande (ber Tapferkeitsmedaille. Der fünfte Sohn Aladar ist bereits zum drittenmal an der Front. Hermann S te in e r in Hatvan hat drei Söhne beim Militär. Josef, Leutnant,/ dient seit 14 Monaten (Verwundete-Stefan, Infanterist, 20 Jahre alt, seit 21 Moiraten an der Front (eisernes Kreuz); Georg,- 18 Jahre altx.ist Kanonier..n, Wach dem Uode ausgezeichnet. Der Kaffer hat dem im! -Herbst J1914 gefallenen Leutnant d. R. Dr. jur. Adolf Geißler, Schützenregiment, das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und Schwertern verliehen; dieselbe Dekoration erhielt der gefallene Leutnant d. R. Isidor Weisz, ung. Ldwreg. Irewdtändische Iekorationen. Trt.-K'orpöral Wraham KaufM'ann und Vormeister Ernst Mandl, Einjährigi- Freiw.-Feuerwerker Mrgen F e l d m a n n -erhielten den kaff, ottomanischen eisemen HaMnvnd. Auszeichnung des Ietdraööiners Ar. Aranüfurter in Men. Dem Leiter der israel. Militarseelsorge in Wien, Feldrabbiner Dr. Frankfurter, wurde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone aM Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Auszeichnung des IeldraßHiners Ar. Lnü. Se. Maj. der Kaffer hat dem k. u. k. Feldrabbiner Dr. Link Kr tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille und den Schwertern verlichen. Diese Allerhöchste Auszeichnung! bei. gleichizeitiger Berlechürrg der Schwerter für tapferes Verhalten wird von all denen, die den genannten Feldrabbiner aus seiner Tätigkeit persönlich kennen zu lernen Gelegenheit hatten, mit hoher Befriedigung begrüßt werden. gute Debatte über mititänschc Auszeichnungen im dentschi» Reichstag. (Bericht des Berliner „Tageblattes" vom Dienstag, den 8. Mai 1917.) In der 102. Sitzung vom Montag, den 7. Mai sprach Mg. Dr. Müller-Meiningen (fortschrittliche Bölkspartei). Seiner Rede entnehmen wir sölgende. Stelle: ,;Die Pflicht gebietet uns, hier: eine Sache zu behandeür, der wir bisher mit einer gewissen Scheu aus dem Wege gegangen sind. Sie betrifft die Verleihung d.e s e i se r n e n K r e u z e s. Gewiß, wir sind direkt nicht zuständig), es ist das eine Angelegenheit des Obersten Kriegsherrn. Wer wir sind dafür verantwortlich. . daß -die richtige StimMung im Heere besteht. Der Kaiser will natürlich das allerbeste, aher er ist schlecht beraten. Wir.Müssen ganz offen und ehrlich feststellen, daß an der Front tiefes Aergernis darüber besteht, daß Leute, die nie im Feuer waren,- die die' Gefangenen nur aus den Gefangenenlagern kennen, daß die Soldaten in den Mappen, die Bahnhofskommandanten,- die Beamten in den PxovianWsttern und in den Bureaus in der Heimat, daß Schreiber und sogar Köche mit dem eisernen Kreuz in höherem M a ß b e da ch t w e r de n, als d i e an der Fr out kämpfen de Infanterie. (SMnrifches' Hört, hört! im ganzen Hause. Zurufe: Auch die Pferdeburschen und OffiziersVurschen!) Die Offiziere an der Front klagen sämtlich darWer, daß sie auch für ihre täpstrsten Soldaten keine Anszeichünngen bekommen. (Hört; hört!) In der Etappe aber gibt es kaum einen Offizier oder Beamten, der nicht das eiserne Kreüz besitzt. (Sehr rich- ' tig!)' Der Witz bemäch-tigt sich bereits dieser Dinge, die früher nur mit hoWM Emst behandelt worden sind. Man hatte, immer eine .Wvisse Ehrfurcht. vor.. dem einfachen, blanken efferMn Kreuz. Jetzt witzelt . mä!n über dieses Kreuz, und zwarnicht nur inv Ausland. An der Front sagt man: ^Borme koMntt der Kugelregen, hinten komnrt der Ordenssegen!" (Hört, hört!) An der Front pftegt man von solchen Auszeich!- nungen sich zu unterhalten nach! der Melodie: Mie sollst du mich! befragen!" und ^Jch weiß nicht, .was soll es bedeuten!" Der heutige Zustand' ist damit verteidigt, worden, daß die Etappe zur Gtzsahrzone feindlicher Flieger 'gehört./ Mit demselben Recht Über würde dann ist Freiburg und Karlsruhe jede alte Frau das eiserne Kreuz verdienen. (Sehr richtig!) Jetzt fängt der gleiche Mißbrauch schon mit deM eisernen Kreuz erster Klasse an! (Hört, hört!) Die Verbitterung ist gro ß!, der Schaden ist nur schwer wieder gut zu Machen. Wer es Müß so rasch wie' möglich etwas für den FronffoldMen AschMn. Wer sich' die Aus- - zeichnustg erWMpft und nicht^erfessen hat, Muß eine besondere Auszeichnung erhalten. Das läßtsich ganz sgstt Machen. ET tut uns weh, daß wir hierüber haben reden Müssen. Wer es war unsere Wicht. Ich' habe keineswegs übertrieben/' (Sehr richtig!) Sodann sprach Mg. v. Gr a e fe (kons): ,7DM Hinweis des Mg. Dr. Müller-Meiningen aus die Mißistände bei der VerleWstg W! eisernen Kreuzes halte ich für durchaus berechtigt/ Mn gewisser Bildungsgrad muß auch für das OffiziersÄrrps vorausgesetzt werden. Der Soldatwffl als Offtzier. einen Mann,- der übe r ihm steht. KünsOer, Handwerker usw.x die. etwas' . Besonderes leisten^.Wnnen auch! ohne die vorgeschrieberre - Schulbildung das MnfährigenzeugNis erhalten." werden die WHeWmngjeu,.' die inOester- . reich: in iahnlicher Weise verliehen werden,- im . üsterreichischen. -A^eordnetenhanse eine ebenso freimütige Dar- - legnng erfahren.

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