Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 17 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Gbeite 278 5Jtr. 17 Dr. Bloch'S erhabene Gründsatze der Liebe, Güte, Milde inid Barmherzigkeit auchseine Lxitstenre waren, und die beiden goldenen, von der Misch en Volksseele geprägten Worte E'IEfi welche die Fahne der heiligen Bruderschaft zieren, waren in den Tafeln seines Herzens mit eherner Schrift eingegraben. Aus allen Kräften und mit glänzeirdem Erfolge war er bestrebt, aus einem Almosen spendenden Vereine ein Institut eminenter sozialer Fürsorge in altjüdischem Geiste zu gestalten. Nicht in Almosen sollte die Chewra-Kadischa ihre Kraft erschöpfen, welche an jene seltsame Pflanze des Propheten erinnern .-pp py ,-j^n puv die in der Nacht enrporblüht und irr derselben Nacht, von keinem Lichtstrahl erhellt, dahinwelkt. Ihr Wirken gleiche vielmehr eurer Feuersäule, welche die Nacht erleuchtet urrd deren Strahlen beleberrd und erwärmend irr die Hütterr der Errterbterr der Gesellschaft, der Krarrken, der Siechen und Notleidenden aufrichtend und belebend dringen. Herr Salo Cohn rvar aus dein Stamme der Kohanim. Als ein wahrer, echter Priester waltete er im Tempel der Menscherrliebe urrd Barrirherzigkeih auf deirr Altgre desselben freudigen Sinnes reiche Opfergaben darbrirtgerrd. Er war von einer tiefen Religiosität, liebte sein Volk, hing mit allen Fasern seirres Herzerrs am Glauberr der Väter, urrd es erfüllte ihn mit wahrem Stolze, daß er seinen Stammbauin Jahrhunderte zurück bis auf einen Mann zurückführen durfte, der eine Leuchte des Judentums. ein hellglänzender Stern am Himmel der Mischen Wissenschaft rvar, urrd int Geiste der so vererbten Familierrtradition begegnete er irr Hochschiätzüng urrd Verehrung den Trägern der jüdischen Wissenschaft diese selbst in reichem Maße fördernd. Aus dieser ReligiosiÄ ging auch seine Anhänglichkeit, seine Fürsorge und seine Freigebigkeit, mit welcher er das Ditmar-Königsbergffche Institut umgab, hervor, welches rmch den Jrrtentionen des Stifters Mädchen in jüdischem Geiste erziehen soll, danrit diese frornnre Hausfrauen rverderr." Mdrrer entrichtet im Ramien des Kuratoriuurs desselben den Zoll unverlöschlicher Dankbarkeit mit dem Bemerken, daß die'er Teil der Tätigkeit des Verstorbenen eine lerrliche unverwelkliche Bllinre bildet in denk Kranze der Verdienste urrd Tugenden, welche der Verewigte sich während seines Lebens gewunden und der unsichtbar den einfachen Sürg schmückt. Redner schließt: „So ist ein Leben voll reichen Inhaltes', gott- und menschengefällig, abgefchlosserr, ein Mann dahirrgegangen, der segnend und segenspendend aus der Erde wandelte urrd reiche Saat ausstreute, die rwch irr den späteren Zeiten reiche Fruchte tragen wird. Er wird nun einziehen in die Gefilde ewigen Friedens und jenen Lphü finden, der nach den herrlichen Worten des Dichters ‘iDfi allen jenen . Vorbehalten ist, die, im Ebenb'ilde Gottes geschassen,- dessen Wege, die da sind die Wege der Gnade urrd Barmherzigkeit, durch, das Leben gewarrdell. Salo Cohn wird über das Grap hirraüs in uns. stets fortMen als ein leuchtendes Beispiel treuer Pflichterfüllung im Dienste edelsten Menschentums als eine Zierde der Menschheit, als ein Segen für das Judentum' rCQ*? '“"S Seür Airdenken wird für und für gesegnet sein." Daun sprachen iränriens der isr.-cheol. Lehranstalt Rektor Dr. Schwarz; für den Vorstand des Vereines' „Zur Unterstichung hilfsbedürftiges Mitglieder der Wiener Börse"- kais. 'Rat Gewitsch und namens des Vereines sstr Mische VolksWhen Direktor K aha n e. Darauf erfolgte die Beisetzung in der Familiengruft. WMenfchrift" KültusMäsident Dr. Simon S>chaff. Am 28. v. M. verschied in Wien, sern von seiner Heinrat, im 79. Lebensjahre der Präsident der Leniberger israel. Kultusgemeinde Dr. Simvn Schaff. Mit. dem Verblichenen ist eine einflußreiche, markante Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben der. galizischen Juderrschaft geschieden. Dr. Simon Schaff war ein sogenannter felf made man, der seine materielle und soziale Stellung Mn reist sich: selbst und .seiner zielbeivußten Arbeit zu verdanken hätte. In seiner Jugend zählte er zu beit äuge scheusten Rechtsäuwälteu Lembergs, dessen advokgtorischer Rat und dessen Intervention irr Geschäftssacherr gesucht waren. Er betätigte .sich auch oft an 'kommerziellen und industriellen Unternehmungen und seine Anteilnahme daran galt für die Interessenten als Garantie des Erfolges, da man zu seinem sicheren Blick und seiner erprobten praktischerr Auffassung ein unbedingtes Vertrauen hatte. Seit Mehr als 30 Jahren widmete er sich dern öffentlichen Dienste der israelitischen. Kultusgemeinde, zu deren Präsidenten er allmähliche aufftieg.- Was er während dieser Zeit für die Kultusgemeiude bedeutete? Wer Personen und Verhältrrisse in Lemberg kennt, der wird auch! die Größe des Verlustes zu ermessen wissen, den dieselbe durch seinen Heimgang erleidet. Dr. Schafs hat zwar seit Jahressrist auf sein Mandat verzichtet und die Würde eines Präsidenten der. Gemeinde ruht gegenwärtig in den Händen seines Schwiegersohnes, des verdienstvdllen und überaus' sympathischen Dr. Emil Pgr.nas, aber die Arbeit des Doktor . S ch a ff bleibt, Vorbildlich: und die Richtlinien, die er der Gemeinde vorgezeichnet /hat, werden derselben auch in Zukunft Mäßgeibend sein.'Niemals waren die. finanziellen Verhältnisse der Gemeinde so konsolidiert, niemals hatte ihr Budget eine solche Ausdehnung, eine solche Prosperität aufznweisen, wie unter der Äegide des 'Dr.. Sch a ff. Mit' eiserner "Händ griff "er "ein und wußte jeden Mißbrauch, jede einseitige Parteinahme abzrrschaffen uird irr alle Zweige der komplizierten Verwaltung Ordnung zu bringen. Jhut ist es ausschließlich zu verdanken, daß trotz mancher. Opposition eine Steuerreform durchgesührt wurde, durchwelche der Gemeinde die erforderlichen Geldmittel reichlich zur Verfügung gestellt wurden und Freund und Gegner — auch solche, die. etwa geglaubt hatten, sich durch seine Maßnahmen finanziell gekränkt zu fühlen — mußten schließlich anerkennen, wie korrekt und gerecht gebart wurde und daß alle Ausgabe- und Einuahüierubrikerr im Verhältnisse gleichmäßig verteilt wären. Wer nicht nur'aus ökonomischem Gebiete, sondern aüch kulturell wüßte Dr. Sch aff segensreich für'die Gemeinde zu wirken, namentlich auf dem Gebiete des Unterrichtswesens, speziell des Reli-- gionsunterrichtes, wo der Verstorbene eine Reihe von sächlich tüchtigen, .akademisch gebildeten L-ehrkräfterr nur sich versanftMte, um auch in diesen Disziplin, -frisches Leben und Schwung zu bringen. Im' privaten Leberr keine rituelle Rücksicht übend, wie es ja vermöge seines Berufes und seiner Jngendtradition. erklärlich! ist, hat er gerade gegestüber dem! konservativen Teil der Lenrß berger.Judenschast ein besonderes' Errtgegenkomnren bekundet und mit freigebiger Hand hat er die betreffenden Synagogen und Bekhäüser dieser Partei renoviert und ausgestaltet. Wenn auch! diese Maßnahmen vorläufig nur äußerlichen Wert Habens so bahnten sie dochden Zweck an, daß mit der Zeit auch der innere Gottesdienst sich wird nrodern gestalten und ausbäueu lassen. Es ' ist schwer,' all die Jnstiiutiorren und hümänihären Anstalten arlfzuzählen, denen Dr. S ch.a ff eine. besondere ' Fürsorge gewidmet Hatz und ich!. will nur kurz des Waisenhauses erwähnen, wo Dr. Schaff durch eine besondere Stiftung zuni Andenken eures Verstorbenen Kin-