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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-04 · 17 (4.5.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
17 (4.5.1917)
Date
1917-05-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 17 * Dr. Bloch'S Wochenschrift" Seite 37» des die Mittel beschaffte, das Haus bedeutend zu erweiteru und modern auszugestalten, ferner die Bespeisungsanstalt, wo etwa 700 Kinder täglich Mittagkost bekomni'en, die Gemeindebibliothek, für welche Dr. S ch a f f eine schölle Unterkunft in einem neuen Lokal geschaffen hat, kurz — in jedem Belange, wo für die Schaffensfreudigkeit des D-r. Schaff ein Feld der Tätigkeit eröffnet war, haben sich seine Energie und Initiative glänzend bewährt und unverwischbar werden die Spuren seines Wirkens in. der Gemeinde bleiben. Der Talmud erzählt, als eilt berühmter Rabbi erkrankte und seiner Auflösung entgegensäh, da versantmelten sich seine Schüler llnd Ädopten und erschienen bei ihm, um ihm Trost zu spenden. Da entblößte der Rabbi fetrten rechten Arm, von dessen weißer Haut ein Schini'mer ausging, und weinte: „Wehe über diese Schönheit,- daß sie in der Erde modern soll," sprach er, auf den Arm hinweisend. Wahrlich, nicht die Schönheit des Aörnes, nicht die Weiße der Haut waren es, die ihm Tränen erpreßten, aber dieser Arm, das Symbol der Stärke, daß auch seine Schaffensfreudigkeit mit ihm erlöschen soll, das war es, was ihn weinen machte! Auch Dr. Schaff war in seiner Art ein Kraftiliensch, ein Mannt der Tat, der niemals danach strebte, mit billigen Phrasen zu glänzen, er haschte nicht nach Popularität, er wollte nur gerecht sein lind den Zwecken, denen er diente, treu bleiben. Sein Name wird mit goldenen Lettern in der Geschichte der Lemberger Gemeinde verzeichnet feilt, seine dankbaren Mitbürger werden chm ein Denkmal errichten in ihren Herzen. Friede seiner Asche! " 'H. Miser Franz Fosefs-Ferienheint. : Wien, 9. -Bez., Türkenstraße-17. -- - - Im Hange zu unserer Notiz in der vorigen Nummer der „Oesterreichischen Wochenschrift" bezüglich der Unterforingung unserer Schützlinge in dem frenndnachbarlichen Ungarn teilen wir Mit, daß der Jnternatsdirektor Herr Ignaz Gabor in Budapest unserer Präsidentin Frau Sofie Grünfeld in liebenswürdiger Weise das Anerbieten machte, fünf österreichische Kinder mit der Wandergruppe durch Ungern. mitzunehmen, die er persönlich durch drei Wochen mit zwanzig Knaben unternimmt. Diese Aktion ist namentlich von hohem Werte, da die Knaben unter Führung eines so hochstehenden Schulmannes in der schönen Natur manches lernen und. bleibende' Eindrücke fürs Lehen in die Heimat mitnehmen. Sederabend .vorbereitet. Es war auch etwas Erhebendes darin, als am Sederabend der bereits 52 jährige, ergraute Rabbiner Klingberg in schlichter Landsturmkleidung, umgeben von seinen Kindern, die er zu dieser Feier bezog, in Gesellschaft von 200 Landsturmmännern, die um die mit weihen Leinen bedeckten Tische, in einem hell beleuchteten Saale Platz nahmen, nach dem Verrichten des Abendgebetes und Kidusch, die Sederschüssel, das Symbol des Pessachfestes, erhob und die Worte: „Khu lachmo aujo" (..Dies ist das Brot der Pein") sprach. Als er am Schlüsse dieses Gebetes zu den Worten: ..Heute sind wir noch Sklaven, aber übers Jahr freie Söhne", kam, da fielen alle anwesenden Soldaten in den Chor ein. in der festen Zuversicht, daß übers Jahr, wie einst unseren Vorfahren, der Allmächtige auch uns einen siegreichen Frieden schenken wird. Nach dem Verlesen der Hagada, die Herr Rabbiner Klmgberg, oft durch eigene Kommentare erläuterte, begann die Mahlzeit, wobei trotz des herrschenden Ernstes manch schöner Witz jüdischen Humors zu hören war. Nach dem Essen wurde gebeuscht. wobei Herr Rabbiner Klingberg mit seiner kräftigen gefühlvollen Stimme den Segensspruch für das Kaiserpaar und Vaterland Hnnaussen TVschno absang. Der Sederfeier wohnten auch einige jüdische Offiziere bei. Großen Dank schulden für diese hübsche Feier die jüdischen Soldaten dem Herrn Bataillons-Kommandanten Oberst Wauma sowie dem Herrn Hauptmann Huppert und dem Herrn Leutnant Anger, welche Herren das größte Entgegenkommen dem Herrn Rabbiner Klingberg bei der Einrichtung der Osterküche erwiesen. Aehnlich wie der erste verlief der zweite Sederabend. Dank den oben erwähnten Herren erhielten die jüdischen Soldaten durch volle neun Tage, außer Fleischmittagen, auch Frühstück und Nachtmahl. _ Wien. lVerband der isr. Religionslehrer an den psterr. Mittelschulen.) Mittwoch, den 25. April fand eine Ausschußsitzung unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann - statt.* Der Vorsitzende teilt zunächst mit, .daß anläßlich des im Dezember v. I. vollendeten 20 jährigen Bestandes des Verbandes Begrüßungsschreiben abgegangen seien an den ersten Obmann und Ehrenmitglied desselben. Schulrat Dr. A. Weiß, sowie an Prof. Dr. L. Goldhammer, der seit'der Begründung das Ehrenamt des Kassiers.in eifriger Weise versieht. Von beiden Herren seien Dankschreiben eingelangt, wobei Herr Prof. Doktor GoldhamMer hundert Kronen als Spende dem Verbände gewidmet hat. Ferner gelangte zur eingehenden Beratung die Lage der gegen Remuneration bestellten israel. Religionslehrer, wobei darauf hingewiesen wurde, daß die gerade in der Kriegszeit ganz besonders zum Vorschein gekommene ungünstige Situation derselben in der nicht genügenden Klarheit über die Rechtsstellung derselben ihren Grund habe, weshalb beschlossen wurde, diesbezüglich zur richtigen Zeit an maßgebender Stelle Schritte zu unternehmen. Vermischtes. Peffachfeier der Mischen Soldaten in Neutitschein. Seitens des k. u. k. Bataillons-Kommandos wurde angeordnet, daß alle in Neutitschein stationierten Soldaten jüdischen Glaubens während der Osterfeiertage rituelle Kost verabreicht bekommen. Zu diesem Zwecke wurden im Rekonvaleszentenheim ein Küchenraum, ein Speisesaäl-pnd andere Räume zur Verfügung gestellt. Mit der Leitung der Osterküche wurde, wie im Vorjahre Se. Ehrwürden Herr M. H. Klingberg, Rabbiner aus Krzeszowice betraut. Herr Rabbiner Klingberg, im Bewußtsein der hohen Aufgabe, eine rituelle Küche für die ganzen Feiertage für zirka 200 Soldaten streng orthodoxen Glaubens durchzuführen, nahm sich der Sache mit dem Eifer eines wahrhaft aufopfernden Seelsorgers an. Mit Hilfe seines 21 jährigen Sohnes Meier Schulem Klingberg, der seit einigen Monaten ebenfalls bei demselben Regiments als Soldat dient, leitete und bewachte Rabbiner Klingberg die - erforderlichen Einrichtungen, die durch speziell hiezu einigen gewählten jüdischen Soldaten durchgeführt wurden, wobei dem Herrn Rabbiner seitens der inspizierenden höheren Offiziere manch hohes Lob ob der ungewöhnlichen Reinlichkeit in den Kücheneinrichtungen zufiel. Seitens des t. u. k. Bataillons-Kommandos wurden den jüdischen Soldaten Kartoffeln. Fleisch. Mazzoth und Gemüse beigestellt. Durch Spenden bemittelter jüdischer Soldaten wurden noch .Eier-, Fische. Wein und. Sliwövitz herheigeschafft. Nach vierzehntägiger, mühevoller .Arbeit war nun alles für den Newyork, dev 12. Dez. 1016. An die Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift"; Herrn Dr. I. S. Bloch, Wien. Euer Hochwohlgeboren! ' Wir, ein junger Kolomeaer Unterstütznngsverein hier in Newyork. der zu dem Zwecke gegründet worden ist, jüdische Flüchtlinge ans der Ltadt Kotomea, die sich in verschiedensten Städten Oesterreichs befinden, zu unterstützen, stellen an Sie nachstehende Bitte: Wir möchten gerne unsere Landsleute unterstützen; es ist uns jedoch unmöglich. Mit ihnen Verbindung zu erlangen, weil wir deren Adressen nicht besitzen. Wir wenden,uns demgemäß an Herrn Dr. Bloch, unferen alten Freund und Beschützer, er möge bekanntgeben, daß in Newyork ein llnterstütznngsverein für Kokomeaer Flüchtlinge existiert, damit alle Notleidenden sich an uns schriftlich mit ihrer Bitte wenden, und wir sind bereit, ihnen Unterstützungen zuzuw enden. Die Bittgesuche \

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