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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-04-27 · 16 (27.4.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
16 (27.4.1917)
Date
1917-04-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. IB Dr. Bloch's Wochenschrift" Seite 261 Scharlach, Masern und Diphtheritis, vollkommen freizuhalten. Allerdings stiegen die Heimhaushältkosten im Jahre 1916 auf 'den Betrag von K. 16.839.— und überstiegen um pin Beträchtliches die Höhe der Haushaltkosten in den letzten drei Friedensjahren, in welchen fast die doppelte Anzahl von Kindern verpflegt werden konnte. Im Jahre 1916 konnte somit der Verein mit höheren Kosten nur die Hälfte seiner humanitären Zwecke erfüllen, und da gewärtigt werden muß, daß die Lebensmittelpreise noch! weiter steigen werden, so ist das Kinderheim zur Aufrechterhaltung seines Betriebes in Laa auf die erhöhte und eifrige Unterstützung all seiner Gönner, Mitglieder und Freunde angewiesen. Die Gesamtzahl der seit Bestand des Vereines in der Anstalt zu Laa verpflegten kranken Kinder beträgt 954 mit einem Gesamtkostenauswande von K. 162.731.—. Der Bericht schließt mit der Aufforderung an alle Menschenfreunde, unermüdlich wirksam.zu sein für die Werbung neuer Mitglieder und für die Sammlung von Spenden, damit der Bestand des Kinderheimes gegen alle Fährlichkeiten gesichert werde. Die Verlesung des Berichtes wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. .Es ergriff sodann der Delegierte des 5tultnsVorstandes Herr Dr. S a m u e l y das Wort und betonte, daß. er sowohlals Vereinsmitglied wie auch in Vertretung der Kultusgemeinde nach den überaus erfreulichen Leistungen des Vereines im abgelanfenen Jahre dem Vorstande seinen Dank und seine Anerkennung aussprechen wolle. Trotz der schweren Kriegszeit habe der Verein das menschenmöglichste geleistet und er wünsche, daß das Kinderheim auch weiter gedeihe und seine segensreiche Wirksamkeit imMer weiter entwickle. Redner erinnert sodann an seine vorjährige Anregung, daß der Verein^ Kinderheinr> der ja. in,seinem Gutshofe in Laa ein so schönes, gesundes und entwicklnngssähiges Antvesen besitze, zu der Kinderfürsorge der Wiener israelitischen Kultusgemeinde in eine engere Verbindung treten möge. In wenigen Wochen werde das Kinderambulatorium des künftigen jüdischen Kinderspitals, dessen Ban durch den Krieg verzögert wurde, eröffnet -werden. Er halte an dem Gedanken fest, daß in Laa durch einen entsprechenden Anbau, sei es nun in definitiver Form oder zunächst Nüttels einer modernen Baracke, ein Annex geschaffen werde, welcher es ermöglichen würde, daß das Kinderheim als Erholungs- oder Re ko nvaleszentcnstätte für das AmbulatoriuM. resp. snr das künftige Kinderspital der Kultusgemeinde dienen könnte. Er habe den Eindruck gewonnen, daß im Kultusvorstande die Neigung bestehe, für die Durchführung dieses Planes Opfer zu bringen. Redner macht den Vorschlag, daß der Vereinsvorstand in einem entsprechenden Elaborate an den Kultusvorstand diesen Gedanken weiter ausführe. Er selbst sei bereit, in der Spitalskommission für diesen Plan einzutreten und ebenso habe sich Herr.Primarius Prof. Dr. Zappe rt bereit erklärt, ein solches Elaborat in der Kinderspitäls-Kommiffion zu unterstützen. Vors. Herr Keleti dankt dem Vorredner für die neuerliche Bekundung seines warmen Interesses für das Kinderheim. Er werde die Anregung Dr. "Samnelys am die Tagesordnung der nächsten Vorstandssitzung setzen und die Herren Dr. SaMuely und Prof. Dr. Zappert einladen, dieser Sitzung beizuwohnen. Redner knüpft hieran die Bitte an die beiden genannten Herren, das Kinderheim in Laa persönlich! zu besichtigen. An die Ausführungen Dr. Sam'uelys knüpfte sich eine kurze Diskussion.' worauf die Versammlung Wer Antrag des Revisionslomitees dem abtretenden Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilte. Bei den nunmehr vorgenommenen Neuwahlen wurden die Herren Ludwig Bunzl, Moriz B. Eißler, Robert Eißler, August Fischel, Ignatz Frankl, Ignaz GlLick, Dr. Max Haudek, Siegmnnd Kander s. Emil Keleti, Albert Mayer, Architekt Ernst Ornstein, Direktor Siegmund Reich, Dr. Maximilian Saxl, Leopold Waller, Fritz Weiß, Generalkonsul Jaques Weiß, Louis Weiß wieder- und die Herren Gustav Frankl und kais. Rat Julius N e u m a n n neugewählt. In den Revisionsausschuß wurden neuerdings die Herren Leopold N e n d a, Ignaz II r b a ch und Armin Wallesz berufen. Tod des Erfinders der Esperantofprache. Hochbetagt ist in Warschau kürzlich Dr. Ludwig Zäme nhof, der Erfinder der Esperanto spräche, gestorben. Vor dreißig Jahren hatte er unter dem Pseudonym „Esperanto" die Grundsätze des von ihm erfundenen künstlichen Sprachensystems veröffentlicht, das eine internationale Hilfsfprache werden sollte und tatsächlich wegen seiner Vorzüge gegenüber anderen ähnlichen Versuchen dieser Art, namentlich dem Schleyerschen „Volapük"^ manche Vorteile besaß und bald in allen Ländern eine nicht unbeträchtliche Zahl voll Anhängern und Freunden fand. Dieselbe wurde schließlich so groß, daß mehrere internationale Esperantokongresse, darunter ei'.rer auch vor wenigen Jahren in Wien, stattsinden konnten. Für den gewöhnlichen Gebrauch besteht die von Dr. Za Nienhof konstruierte Sprache aus 1900 Elementen, hauptsächlich aus den romanischen und germanischen Spracheir ausgewählt. so daß der Deutsche nur beiläufig 800 Elemente auswendig zu lernen hat. Mit diesen und den internationalen Wurzeln wird durch Suffixe und Präfixe, durch Anhängung eines O für Substantiv«, eines A für Adjektiva, eines E für die Adverbien, eines I für den Plural, ein ganzes Sprachensysiem geschaffen. Dr. Zainen Hof war Arzt und hat bis in die letzte Zeit an deut Ausbau und an der Einbürgerung seines Systems, speziell als Handels- und Juristensprach", welche die Nationalsprachen nicht verdrängen, aber ergänzen sollte, gearbeitet. Tsie Judenftace in Holland. Seit dem Ausbruch der russischen Revolution bekundet die allgemeine Presse Hollands wie noch nie zuvor ein großes Interesse für die Judenfrage. Blätter, die seither fast nie jüdische Nachrichten gebracht haben, besprechen in spaltenlangen Leitarriieln die Hage der Juden in den verschiedenen"Ländern und gelangen einstimmig zur Schlußfolgerung, daß mit der Emanzipation der Juden noch nicht alles getan sei und fordern Palästina als ein Heim für die Juden, wo sie kulturell und wirtschaftlich sich ungehindert entwickeln können sollen. Auch die Tatsache, daß Zangwill sich wiederum dem Zionismus zugekehrt hat, wurde in allen Blättern lebhaft besprochen. " - Volksküche Mr Flüchtlinge in Amsterdam. Das holländische Judentum nimmt im allgemeinen wenig Anteil an dem Schicksal der hier in großer Not lebenden ostjüdischen Flüchtlinge. So lehnte, unter beschämenden nichtigen Ausflüchten, der hiesige Synagogenrat die Unterstützung des „Hachnnosas Orchim". einer Zufluchtsstätte für mittellose Durchreisende, ab. Eine rühmliche Ausnahme bildet die Initiative, die von Herrn Dr. Jsak Pr ins ausgeht, und dem ernstlich die Drangsal der hier zum Aufenthalt gezwungenen Flüchtlinge am Herzen liegt Seiner energischen Tätigkeit ist es gelungen, hier eine Küche zu errichten, die ihre Pforten

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