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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-04-20 · 15 (20.4.1917) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
15 (20.4.1917)
Date
1917-04-20
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 244 Dr. Vlvlh'S Krausz Julius, Elektromonteur, geb. 30. Mörz 1688, Wien, 14. Bez., Nauchfangkehrergasse 21. Löwiuger Adele, gcb. 26. Mörz 1391. Wien (Währing), 9. Bez., Säuleugasse 5. Richter Aurora, geb. Ferber, geb. 26. Februar 1692, Temesvar (Ungarn), 4. Bez., Wiedner Gürtel 19. , Richter Emmerich, kgl. ungar. Tierarzt, geb. 10. Januar 1884, Tata, 4. Bez., Wiedner Gürtel 19 (Park-Hotel). Thiel Hermine, Dienstmädchen, geb. 31. Januar 1887, Freudenthal (Schlesien), 3. Bez., Hauptstraße 10 c. Bas Hedwig, geb. Her sch mann, geb. 19. Januar 1879, Tachau (Böhmen), 3. Bez., Paraceljusgasse 8. Dir. ZspaeL Mhn. Der unerbittliche Tod hat ein kostbares Leben vernichtet. Dr. Israel Kohn, der bewährte Führer der BuAveifer JMMMMemLe, ist aut 5. April im 63. Lebensjahre entschlumtnert. Dr. Kohn war ein Mensch von seltenen Charaktereiaenschaften und unter diesen war es besonders sein konziliantes, liebenswürdiges Wesen, das ihm alle Herzen jener gewann, die ihm 'im Leben näher getreten waren. Seit 1884 gehörte er der Repräsentanz an, seit 1894 wurde er mit dem Amte des Vorstehers betraut und seither inrmer wieder einhellig zürn Führer der Budweiser Judenschast berufen. Glühende Liebe für jüdisches Wesen, stete Hilfsbereitschaft und sein reiches Wissen und Können zeichneten ihn in seltenem Maße aus. Wer auch! die chrisllichen Mitbürger unserer Stadt würdigten seine hervorragenden Eigenschaften, indem er in die Stadtvertretung berufen wurde, der er seit 1894 ununterbrochen angehörte. Weiters war er Mitglied des Bezirksausschusses, des Bezirksschulrates, des Direktoriums der Sparkasse usw. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich auch zu einer großartigen Trauerkundgebung der gesamten Bevölkerung unserer Stadt. U. a. waren erschienen: der Bürgermeister Josef Tasch ek, der in dem Verblichenen einen treuen'Freund und Berater verloren hat, k. k. Hoft«t^H leb l, alle Stadtväte, Vertreter aller.Korporationen usw. In der Zerenwnienhalle des israel. Friedhofes hielt Rabbiner Doktor THieberger dem Verstorbenen einen tiefempftrndenen Nachruf; außerdem sprachen noch Dr. Löbl namens der Kultusgemeinde und Ais. Rat Fantl namens der Brüderschaft „B'nai B'rich". Rakonip. Mgemeiue Teilnahme erregt der frühzeitige Heimgang der Frau Selma Brunner, geb. L ö w Y. Gattin Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Doktor Brunner, die im jugendlichen Alter von einem unerbittlichen Tod ereilt wurde. Sie entstammte einer angesehenen jüdischen Gelehrtenfamilie und war mit Gaben des Geistes und Herzens ausgezeichnet und hat sich durchs chre Liebenswürdigkeit und durch ihren Wohltätigkeitssinn allgemeine Verehrung erworben. Friede ihrer Asche! Skotschau. Am 14. d. M. beging Herr Siegmund Hochwälder, Geschäftsführer der Firma Max Steinberg. Tabäkshauptverlag in Skotschau, sein 50 jähriges BerufsjubiläuM. Der Jubilar, der durchs seinen Pflichteifer und sein ersprießliches Wirken im Dienste der Humanität weit Mer die Grenze seiner Vaterstadt sich einen geachteten Namen erworben, erhielt an diesem seinen: Ehrentag viele Beweise der Sympathie und Wertschätzung seitens seiner zahlreichen Freunde und Verehrer. Möge dem braven Mann ein freundlicher Lebensabend beschieden sein. Tarnow. Der Oberrabbiner von Tarnow Abraham Schnur ist in Wien nach einer längeren Krankheit im Alter von 59 Jahren verschieden mrd nach Tarnow iib erführt, um an der Stätte seiner Vorführen zur ewigen Ruhe gebettet zu werden. Die markante Persönlichkeit' Wochenschrift' Nr. 15 des Verstorbenen, fein Wissen nnd seine bedeutenden Fähigkeiten, wie namentlich sein glänzendes, Rednertalent machten ihn weit über die Grenzen seiner Gemeinde bekannt und erhoben ihn zu einem der bedeutendsten geistigen Führer des galizischieir Judentums. Noch in letzter Zeit war seine Tätigkeit in den gegenwärtigen Kriegsjahren, namentlich für die Verbesserung der Lage seiner geflüchteten Mitbrüder, von großem' Erfolg begleitet. Dabei kam ihm auch! der Umstand zustatten, daß ihn schon vor Jahren Seine Majestät der Kaiser durch Verleihung des Verdienstkreuzes ausgezeichnet hatte. So verlor in ihm das galizische Judentum einen Repräsentanten, der sich nicht bald wird ersetzen lassen. Sein Gedenken wird namentlich in seiner Gemeinde unvergeßliche bleiben. Dem tiefempfundenen Schmerze gaben denn auch die Nachrufe beredten Ausdruck, die au seiner Bahre von dem Oberrabbiner von Rzeszow Natan Lev in, dem Rabbiner von Dabrora NachuM Weidenfeld, dem Tarnower Rabbinatsassessor S. I. Ku rr und dem Tarnower Kultusvorsteher Elias Benon gehalten wurden. Ehre seinenr Andenken! Solpatenseder in Salzburg. Wie alljährlich, wurde auch diesmal über Anregung unseres bewährten Vorstehers Herrn Rudolf Löwy ein Soldaten-Seder veranstaltet. Mit Rücksicht uns die große Zahl jüdischer Soldaten gestaltete sich diese Feier zu einer imposanten Kundgebung jüdischen Geistes. Das Arrangement jdes Festes lag in den Händen der Frau Vorsteher Johanna Löwy und Frau Rabbiner Dr. Stella Kn r r e i u, denen die Damen Clara A n i n g e r, Emmy Fisch er, Gisela P i r a k, Alice •£ öwy getreulich zur Seite standen. Frl. Netty Pollak übernahm in aufopfernder Weise die Besorgung der Küche. Die diesem Zwecke gewidmeten Spenden der Gemeindemitglieder wurden von den jüdischen Schülerinnen des Lyzeums eingesammelt. Die Schwestern Frl. Grete und Trude Pollak, Olga und Erna Süß, Erna und Mizzi Pirak, Edith Bäck und Rosa Popper besorgten mit hingebendem Eifer das Decken der Tafel und das Servieren der Mahlzeit. Die Firmen Fischer L Aninger und,.Mazar,S>P.h? g l..st«llteu..kostenlos das Geschirr, Kochgeräte und Besteck zur Verfügung. Der prächtige Saal des Hotel Pitter, kostenlos beigestellt, gefüllt mit den jüdischen Soldaten, die den Worten unseres Rabbiners Herrn Dr. Viktor K ur re in und dem Vortrage der Hagada lauschten,.bot ein. Bild, das allen Teilnehmern in dauernder. Erinnerung bleiben wird. Der Kultusgemeinde Salzburg, die in den Jahren des Krieges schon so viel für die jüdischen Soldaten getan hat, ge-' bührt für .diesen neuerlichen Beweis ihrer Opferwilligkeit herzlichster Dank. Innsbruck. (Pessach.fest der jüdischen Soldaten.) Wie in den letzten zwei Jahren, hat auch diesmal der Landesrabbiner für Tirol und Vorarlberg Dr. Link im Vereine mit. dem Präsidenten der israel. Kultusgemeinde Wilhelm D a n n - Hauser Vorsorge getroffen, daß die israel. Mannschaft der Garnti son, wie auch die jüdischen Kriegsgefangenen, die Pessachtage hindurch mit ritueller Kost bedacht wurden. Es wird stets ein ehrendes Zeugnis für den Wohltätigkeitssinn unserer Gemeinde bleiben, daß klein wie groß nicht zurückstehen wollte, das schöne Werk zu fördern. Insbesondere war es unser Präsident Dannhauser, der seine ganze Tatkraft in den Dienst der guten Sache stelltet Nicht weniger Anerkennung gebührt den Vorstandsdamen des isral. Frauenvereines, den Damen Dannhauser, Dubsky, Link. Abeles, die sich .der großen Mühe unterzogen, für etwa 400 Soldaten den Sederabend zu arrangieren. Die Aufsicht in der Küche übernahm Herr Kantor F i n g e r h u t, der sein schwieriges Amt mit vieler Umsicht versah. Edith Fuchs. Korneuburg. Für die hier stationierten israelitischen Mannschastspersönen des k. u. T. Eisenbahn-Regimentes wurde int „Volkskeller" ein Seder-Abend veranstaltet, der in jeder Hinsicht glänzend verlief und den etwa 100 teilnehmenden Soldaten in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird. Vor hem ausgezeichneten Mahle brachte der hier dienende Herr Oberkantor Wolfen so hui aus Koprivnica den Kiddusch Mit prachtvoller Stimme vor. Am nächsten Morgen fand ein militärischer Gottesdienst statt, bei dem der genannte Herr Oberkantor einige Gebete in formvollendeter Weise vortrug. Mit innigem D.ankgesühl werden die Soldaten stets der würdigen Feier und ihrer Veranstalter gedenken. Kremsier. Wie uns von dort berichtet wird, feierte am 14. d. M. die langjährige Präsidentin des israel. Frauenvereines' Frau Rosa Simon, Besitzerin des Goldenen Verdienstkreuzes, ihren 80. Geburtstag.

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