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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-04-20 · 15 (20.4.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
15 (20.4.1917)
Date
1917-04-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 23& Nr-15 Dr. Bloch's Wochenschrift" Kinder, bezw. Brüder im Juli und September 19'16 auf den: russischen, bezw. italienischen Kriegsschauplatz den Heldentod gestorben sind. . Meine beiden Brüder sind als Aktive eingerückt. Der eine. Albert Mi ha ly, 26 Jahre alt, war im Jahre 1911 zu den Husareil eingerückt. Im Jahre 1914 hätte er seinen dreijährigen Präsenzdienst beenden sollen, als der Krieg ansbrach und er an die russische Front kam, ivo er infolge eines Kopfschusses den Heldentod fand. Er hatte fünf Jahre dem Vaterland gedient. Mein zweiter Bruder, Samuel M ihn ly, 25 Jahre alt, rückte inr Jahre 1912 ein, diente also vier Jahre. Wir wurden verständigt, daß er als Pionier inr Wippachfluß ertrunken sei. Mein dritter Bruder, Franz M ihal y, ist ^gegenwärtig gleichfalls an der italienischen Front. Int Mai werden es zwei Jahre sein, daß auch dieser Bruder Soldat ist.Mein jüngster Britder ist noch Bürgerschüler, überdies sind wir noch zwei Schwestern. Sechs Geschwister ivareir wir und jetzt sind wir nur vier geblieben. . . /' : Iie jüdische akademische Aeröindung „Anitas" im Ielde. Dr. Erlist Skutetzch gefallen. Wieder hat die jüdische akademische Verbindung |J1liiitrt§" einen ihrer Besten verloren: Doktor Ernst Skutetzky, der lange Zeit vermißt war, ist, wie durch seinen im Felde stehenden Bruder Leutnant Kurt S tute tzky festgestellt wurde, anc 7. Septenwer 1914 bei Huycze als Leutnant eines Tiroler 'Kaiserjägörregimeuts auf "dem Felde der Ehre gefallen:. Dr. Erirst Skutetzky absolvierte seine jurioischen Studien an der Wiener Universität. Als junger Student trat er in die jüdische akademische Verbindung „Unitas" ^ein.... Seltene Begahung.und hervorragende. Charaktereigellschaften erwarben rhm nicht nur das Vertralieu ulld die Zuneigung seiner engeren Bundesbrüder, die ilju alsbald znm Präses dieser Verbindung beriestnr, sondern .auch lveiterer Kreise der jüdischen akademischen Jugend Wiens,'als deren Wortführer er oft in kritischen ^Situationen bei den akademischen Behörden energisch iiitt> mit 'Klugheit für die jüdischen Interessen eintrat. Nicht geringe Verdienste hat er sich um die Jüdischnationalen an den Wiener Hochschulen erworben; noch größer aber sind seine Verdienste in arrderer Richtung. Der Name Dr. Ernst Skutetzky wird gewiß fortleben in kommenden jüdischen Generationen: Dr. Ernst Skutetzky war nämlich einer der Begründer der Wanderb ewegung „Blau-Weiß". Jeder, der dem großen imposanten Schauturnen gelegentlich des Wiener Zivnistenkongresses auf der Hohen Warte beigewohnt hatte, wird, es sicherlich lmvergeßlich bleiben, wie er an der Spitze der kleinen Judenjungen und Judemnädchev des ersten blauweißen Wanderllnbs unter dem Jubel taufen- 'der und tausender Zuschauer einzog und so auch den Gedanken der körperlichen Regeneration des jüngsten Judentums durch rastlose, den edelsten Motiven der Liebe zu seinem Volke entsprungenen Arbeit, in die n.at umsetzte. Sein Wirken war kein vergebliches und sein Name wird mit Dankbarkeit und Verehrung immer genannt werden, wenn das junge „Muskeljudentum" aus den Plan treten wird! , Ein glänzender Turner und Fechter, ein sonniger Mensch, ein tüchtiger Soldat — Dr. Skutetzky^ war seinerzeit als EinMrig-Frenvilliger seines tiroler Kaiserjägerregim eirts Rangerster —, ein treuer Sohn seiner Mutter, ein liebender Mann seiner jungen Gattin, ein braver Bruder und Bundesbruder, ein selbstloser Diener seines Volkes, ist mit Dr. Skutetzky gefallen, dessen frühen Heimgang nicht nur seine engere Umgebung, sondern das jüdische Volk Oesterreichs zu beklagen hat. Möge ihm die Erde leicht sein! Th. M. Aenno Aosenstrauch. Die Zioniftenschast von Suczawa (Bukotvina) betrauert wieder das Ableben einer ihrer Getreuesten. Unser lieber, erst 25 Jahre alter Benno Rosenstrauch fand am 25. Februar 1917, nach einer anc wolhynischen Kriegsschauplatz ausgestandeneu Bauchfellentzündung, in einem Feldspital als Leutnant des . Infanterieregiments den Tod. Wir beweinen in dem jungen Toten einen unserer liebevollsten Mitmenschen und aufopferungsvollsten Judensöhne, der vom fünfzehnten Lebensjahre bis zu seinem so frühen Lebensende mit Herz, Seele und Tat unserem Volke und dessen Renaissance gehörte. In den Mittelschuljahren von begeisterter zionistischer Weltanschauung für seine jungen Volksgenossen erfüllt, wuchs er während seiner juristischen Hochschuljahre, die er vor Kriegsausbruch absolvierte, in seiner zionistischen Arbeitsstätte „Tikwah" zu ihrem glühendsten Verfechter für die zionistische Sache in Suczawa heran. Mit Hingabe widmete sich Benno Rosenstrauch zionistischer Werbearbeit unter der saldierenden Jugend; mit ganzem Feuereifer nahm er innigen Anteil an dem Ausbau des Jüdischen Nationalfonds in Suczawa, den er in den Jahren 1911 und 1912 mit großer, zärtlicher Begeisterung betreute. Mit Kriegsausbruch rückte der Dach ingeschiedene zur Heeresdienstleistung ein, focht mit kleinen Unterbrechungen im Norden und im Süden und wurde mifc der bronzenen und silbernen Tapserkeitsmedaille 2. Klasse dekoriert. Er hatte auch das Glück, als Offizier der kaiserlichen Leibgarde mehrere Monate in Schönbrunn zu dienen, bis' zu dem am 6. Januar 1917 erfolgten Abgang an die Front, von der er nicht inehr zurnckkehrte. Noch vor wenigen Wochen äußerte sich unser junger Freund einem seiner Parteigenossen gegenüber über seine zionistischen Arbeitspläne in Suczawa und besprach das Programm jüdischer Politik nach dem Kriege in seiner Vaterstadt. Dieses war der Inhalt des Gespräches unseres jungen, leider nun toten Bolkshelden vor seinem Abschied, vor seinem letzten Wasstngang. Benno Rosein, st rauch hat hier sein noch junges, aber tatenreiches Leben beschlossen. Wir. seine Weggenossen, wcrbett ihn nicht vergessen und schicken unserem teueren Toten die letzten Grüße. Sein Wirken wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte zionistischer Propaganda sein. Für den Dahingeschiedenen, die Hoffnung stiller Eltern und seines Volkes, vereinigen wir unsere Schmerzenstränen mit denen der schmerzersüllten Familie und mit dem Gelöbnis, in seinem Sinne fortzuwirken. hold. Juden in der russischen Armee. Der „Rußki Invalid" teilt mit, daß bis zum 1. Januar d. I. 8681 jüdische Soldaten in Rußland mit dem Georaikreuz ausgezeichnet worden sind, darunter 635 1. Klasse. 982 2. Klasse, 1296 3. Klasse und 5768 4. Klasse. Medaillen haben bekommen bis 1. Januar: 11.374 Juden 1. Klasse. 14.100 2. Klasse. 26.636 Juden wurden zu Gefreiten, Unteroffizieren, Feldwebeln usw. befördert. Die amerikanischen Anlerstntzrmgsgetder und der Krieg. „Egyenlöstg" berichtet: Aus Newyork ist uns bit Mitteilung zugekommen, daß die amerikanischen Hilfskomitees, welche zur Unterstützung der durch den Krieg

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