Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-30 · 13 (30.3.1917) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022262--25892-3051220
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

«eite »10 Wr Moch'S Mqchenfchrist Nr. 18 Wachs Albert Georg, Mittelschüler, geb. 1. Juni 1999, Wien; 1. Bez.^ Heinrichsgasse 2. Schuschny Vla, -Kontoristin, geb. 26; April 1896, Wien, 2. Dez., Schüttelstraße 67. Schuschny Alice, Kontoristin, geb. 26. April 1696, Wien, 2. Dez., Schüttelstratze 67. OlmüH. Als Obnmnn. Des Verbandes der Rabbiner Mährens und Schlesiens hat Herr Rabbiner Dr. O h p e nheim sowohl nn Statchältereipräsidium als dein Ernährmrgs- und Viehverwertungsamte vorgesprochen, wo Wer die Beschaffne der Mazzoth, von dem Ritus, entsprechenden Rindsfett, Mer die Unmöglichkeit der Abgabe von Mazzoth an Militär-Personen seitens der Kultusgemeinden, in deren Sprengel sich größere Garnisonen befinden. Wer die Erlaubnis des Fleischgenusses am Erew Pessach und Swi'i schel Pessach in eingehendster und entgegenkommendster Weise. Besprechungen gepflogen wurden. ' _ Linz. Sonntag, den 1. April 1917 findet im Blauen Saal des Käusinännischen Vereinshauses ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Mark Wer „Jüdische Sagenliteratur" statt. Beginn 8 Uhr abends, Erntrittsgebühr als Kostenbeitrag 60 Heller. - Brünn.. Mitten im Krieg entstand hier ein neuer jüdischer Verein, dessen - bisheriges Gedeihen und dessen Leistungen zu den schönsten Hoffnungen berechtigen.' Am 4.. Januar d. I. fand die konstituierende ■ Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß" statt und' schon zählt der Verein nahezu 100 Wanderer und Wanderinnen und verfügt über ein-eigenes geradezu ideales Heim. Daß es gelungen ist, nicht nur eine große Anzahl von zahlenden Mitgliedern, sondern auch mehrere Stifter zu gewinnen, zeigt, welches Interesse die hiesige jüdische Bevölkerung dem neuen .Verein entgegenbringt. Am <4. März wurde das neue Heim festlich eingeweiht. Vor geladenen Gästen zeigten unsere Wanderer und Wanderinnen ihre Leistungen, die ungeteilten Beifall fanden. Herr Feldrabbiner. Dr.. Rosenzweig würdigte die Leistungen der Sängerinnen, durch eine Einladung zur MitwiWng an der Pürimfeier, die er 'für^öie ^-jüdischen Soldaten der Hiesigen Garnison-jm Festsaale der „DMschr'n Technik"' veran-" stattete. Die Wanderinnen Grubner, M assarik, Franke l und. Friede! brachten hebräische, jiddische und deutsche. Volks-, und Wanderlieder zum Vortrag, welche tosenden, nicht endenwollen-' den .Beifall bei unseren HeDen hervorriefen. Waren auch die übrigen Vortragsnummern durchwegs Kunstleistungen, so zeigten doch die Lieder des „Blau-Weiß" deutlich, was das Herz und das Gemüt unserer Soldaten bewegt. Die Beteiligung an dieser Purimseier brachte dem „Blau-Weiß" neue. Freunde und Gönner, so daß dem jüngsten jüdischen Verein in Brünn eine sichere und schöne Zukunft vorausgesagt werden kann. Hotteschau. Montag, den 19. d. M. wurde Herr Josef M e i s e I, - Angestellter der Abraham Herrschen . Bethamidrasch- Stiftung unter sehr großer Beteiligung zü Grabe getragen. Der Verstorbene war wegen seiner wahrhaften- Frömmigkeit 'und Menschenfreundlichkeit hochgeachtet, und geehrt- Im . Sterbehause nahm sein ältester Sohn, Lhewra-Vorsteher Herr Leopold Meisel in ergreifenden Worten Abschied. In der Zeremonienhalle widmete Herr Rabbiner-Stellvertreter Salomon Hirsch dem Dahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf, in. dem er seine seltenen guten Eigenschaften und seltene Pflichttreue, insbesondere, seine durch .42 Jahre geleisteten Dienste als vorzüglicher. Kore hervorhob. Endlich spracht beim offenen Grabe Herr. Salom Zobel aus. Boskowitz und schilderte, welche unersetzliche Lüche durch das Hinschdiden dieses frommen Mannes in der Gemeinde entstanden. „Joses enenu!-/ rief er. Im Bethamidrasch, in der Gemeinde, überall wird Rabbi Josef -Meise! fehlen. Die kantoralen Funktionen versah Herr Kantor David Kr a t k a aus Orlau, Schwiegersohn des Verstorbenen, in würdiger Weise. Herr Josef Me ise l erreichte ein Alter' von 74 Jahren. "Derselbe hinterläßt eine Witwe, vier Söhne, von denen zwei als Kantoren in bedeutenden Gemeinden wirken und eine Tochter. Drei Söhne und der Schwiegersohn sind eingerückt. HollesDau. (A üs g eichnun g.) Herr Dr.. Siegmund K n o p f, Herrschafts- und Fabriksarzt, erhielt von Seiner Majestät dem König von Bayern den St. Michael-Orden.. mit der Krone. jWAka (Mahren). Am 29. März 1917 feierte Herr Moriz Haas, seit 40 Jcchren Pächter des hiesigen Graf Magnis'schen Merechofes, im engsten Fmurlienkreis seinen. 70. Geburtstag, Herr H aas, ein rastlos^ tätiger, theoretisch und . plastisch gleich versierter Landunrt, erfteut sich zufolge seines , läuteren Charakters und fein»» wohltätigen Wirkens allgemeiner Wertschätzung und Beliebtheit, sowohl bei der jüdischen;- als auch bei" der chriMchen Bevölkerung feines weiteren Unckreises.? : \ " - Herr H a a s ist .aber auch 7 ein -frommer, überzeugungstreuer 'Jude, und hauptsächlich - seinem Bestreben und, seiner materiellen' Mithilfe ist es zu verdanken, daß. in seiner nux von einer, kleinen, mrMer mehr abnehmenden Anzahl jüdischer Familien bewohnten Gemeinde ein Kultusverein besteht, ein- Bethaüs, in dem nahezu an jedem Samstag Gottesdienst abgehalten wird, und eine jüdischdeutsche Privatschüle, welche nicht nur von jüdischen, sondern auch mehrfach von christlichen Kindern besucht wird. An der Seite-des Jubilars waltet feit mehr als 40 Jahren seine mit ihm in glücklicher Ehe vereinigte Gattin Frau Eäcilie. H a a s, geb. Buszt.in. Sie entstammt einer angesehenen oberungarischen Familie, welche ihren Stammbaum - bis auf einen . Rosch geolah im babylonischen Eril namens Ba.stonai ableitet. Von seinen drei Söhnen ist der älteste; Dr. Theodor Haas, der Verfasser des Werkes: „Die Juden in. Mähren". Advokat in Brünn, und steht derzeit als Oberleutnant im Felde.. Der. jüngere, Otto, ist seit mehreren Jahren Mitleiter, der .Gutspachtung seines Vaters, der jüngste Sohn, Dr. Erwin Haas, ist zum .großen Schmerz dev Eltern im" Vorjahre zufolge' einer im Kriegsdienste zugezögenen Erkrankung im 29. Lebensjahre gestorben. Die Gatten der Töchter stehen ebenfalls im Felde und. wurden bereits mehrfach dekoriert. Jüdische Könige in R«ßla«d. immer haben die Inden in einem solchen AbhängigkeitsverhäMis zum Reich; des Zaren gestanden wie jetzt. Es hat Zeiten gegeben, wo gerade .in Rußland die Juden jedenl andern Bürger gleichberechtigt lvaren, wo sie sogar als selbständiges Volk unter der Herrschaft angestammter jüdischer Könige lebten. .; ' Wenn man heute nach Moskau oder nach Nischni- Nowgorod zu einem der-großen Feste komMt, bei? denen ganz Rußland znsamUten strömt, findet man -ein Völker-? gemisch und ein. Spracheugewirr, wie wohl fast nirgendsauf"der^ Welt)'und'"das findet man nichD nur Pente,? ' sondern so war es schon vor 2000 Jahren. Früh schon)', in den ersten Jahrhunderten der christlichen'Zeitrechnung, sah man unter den Gckvändern der russischen Krieger und Bauern ab und zu den schwarzgläntzenden Kaftan des Juden austauchen, und wer fragte, woher denn diese eigenartigen Menschen stannnten mit' den schwarzen geringelten Lycken und den Seidengewändern, dem erwiderten die Kundigen, das seien Leute von einem'; fremden Volk da -unten aM Schwatzen Meer, das irgendwoher aus Indien gekommen sei. Ganz stimmt das. nicht, denn nicht aus Indien kamen'-die Juden nach Rußlandsondern aus Persien, wo sich bald nach der Zerstörung Jerusalems Juden in großer Zahl ansiedelten. Im sech;-? sten Jahrhundert nngefäHr, als die Nachkommen Sems' in Persien schon bodenständig geworden waren, setzte; eine Bewegung ein,. die der jüdischen Religionsfreiheit, an der die sonst so anpasftlngssMigen. Israeliten, mit eiserner Zähigkeit sesthielten, zu Leibe wollte, und - als diese Bewegung in.Judenverfolgung ausarlete, begannen sie anszuwandern, Umgingen das Schwarze Meer und siedelten sich zwischen den Mündungsgebieten des Don und. der Wolga an. Jnganz kurzer "Zeit gelang .es ihnen, auch hier wieder festen Fuß zu fassen, ja sie verpflanzten alle Kultur, die ihnen eigen war, in jene bis dahin öden und unwirtlichen Gebiete und begannen, jenem Lande und seinen Bewohnern den Stempel , ihrer Eigenart; aufzuprägen. Das ging,so! weit,; 'daßdie ChasareU, die Bewohner jener Landstriche,? in Persienentfielen, und zwar--wahrscheinlich auf das Betreibeneinflußreicher Juden? Ungefähr zu. dÄfelben -Zeit, war am' anderen Ende Europas, auf der Pyrenäetthalbinsel, eine ganz ähnliche Entwicklung; vor sich Mangen. Jüdische?: Fa-, Milien, die nach'deMendMlUgen?Versßll des-palästtnischeit? Reiches- Nordäfrika durchwän.derk hatten/ wären-Mer -die? Meerenge'-W on .Gibraltar nach Spanien gekommen und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.