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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-30 · 13 (30.3.1917) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Seite 209- Nr- 1Ä Dt. Bloch's Wochenschrift Wohlgeboren Herrn Oberkatttor Alois ft ulte, Wien. Euer Wohlgeborenl Der/Bethausvorstandfür' den 1. und 2; Bezirk hat mit Bedauern^ davon Kenntnis genonnnen, daß Sie mit Rücksicht aüf' Ihren-' Gesundheitszustand nicht' mehr in' der Lage sind, bei dem« seitens ' der' Wiener' ifrael. ftültusgenteinde alljährlich anläßlichder höhen Miertage veranstalteten Gottesdienste im Großen Musiksäale die Funktion eines Oberkantors zu übernehmen. Durch' 34 Jahre' haben Sie, sehr geehrter Herr, die ersten kantoralen Funktionen' bei dem von der isr. ftultusgemeinde veranstalteten Gottesdienste versehene Während dieses' langen Zeitraumes blieb Ihr ausgezeichneter, gemütvoller Vortrag in seiner Weihe und Wurde aus" gleicher Höhe und haben Sie sich stets durch den innigen;, zunr Herzen dringenden Tön, wie auch durch Ihr tiefes Verständnis der Gebete die volle Würdigung und allgemeine Sympathie' bei den Bethausbesuchern in reichem Matze erworben. Änd nun, nachdem Sienach sö langjähriger Tätigkeit mit Rücksicht auf Ihren ^Gesundheitszustand diese gottesdienstliche Funktionen nicht mehr auszuüben in der Lage sind, gedenkt der Bethausvorstand Ihrer ausgezeichneten Dienste und spricht Ihnen in voller Würdigung derselben seinen tiefen Dank und wärmste Anerkennung aus und gibt dem herzlichen. Wunsche Ausdruck, datz es Ihnen, sehr geehrter Herr, noch viele Jahre vergönnt sein möge, in vollster Gesundheit die wohlverdiente Ruhe zu genießen. Hochachtungsvoll Der Präsident: Dr. Markus Spitzer. Hugo Weiß, Sekretär. Albert Löw. (Zu feinem 80. Geburtstag.) Einer der Besten in unserer Mitte, Albert Löw. begeht am 31. März (Sabbat Hagodaul) seinen 80. Geburtstag, und aus diesem Anlatz richtet die „Oesterr. Wochenschrift" an den treuen Freund und geschätzten Mitarbeiter die herzlichsten Glückwünsche. Albert Löw, einziges Kind einer geachteten Bürgerfamilie, wurde in Holleschau am 18. April 1837 geboren, verließ schon nn Alter von 13 Jahren die Vaterstadt, um zunächst in Troppau die Realschule zu absolvieren und dann in Wien, an der Technik, sich theoretisch für den künftigen Beruf vorzubereiten, nebenher frequentierte er — bezeichneierweise — den Oberlehrerkurs am Pädagogium. Im Berufsleben betätigte er sich in der Leitung von Brennereien und Raffinerien in Galizien, Oberösterreich und Ungarn - mit anerkanntem Erfolg und. genießt nun in Wien schon seit mehreren Jahren den wohlverdienten Ruhestand. Die Erfüllung der. Berusspflichten bildete für Albert Löw keinen Hemmschuh für das heiße Streben nach stetengeistigen Fortschritt. Durch Willenskraft erwarb er die umfassendsten fteimtnisse der jüdischen Wissenschaft und sein geistiger Horizont dehnte ssich durch rege Korrespondenz mit einer ganzen Reihe hervorragender Männer der Wissenschaft und Persönlichkeiten selbst der höchsten sozialen Stufen. Wir finden ihn als Schriftsteller unablässig bemüht, sowohl in Zeitschriften als in Broschüren, die Rechte und die Interessen seiner Mitbürger' niannhaft zu' vertreten; in zahlreichen gediegenen Vorträgen suchte er das Interesse für die jüdische Vergangenheit neu zu beleben. Auch die Bestrebungen der Tierschutzvereine fanden in ihm warnte Förderung und anläßlich der Publizierung einer Schrift, das Verhältnis des Judentums zur Tierschutzfrage behandelnd, ist Albert Löw in/ mehreren deutschen Städten durch die Würde eines „Ehren- Bundeswartes" ausgezeichnet worden. .Ebenso ersprießlich als seine publizistische Tätigkeit gestaltete sich auch sein Wirken . im Diettste der Wohltäitgkeit. Ausgestattet mit ungewöhnlicher Feinfühligkeit des Gemütes wurde sein echtjüdisches Herz von Mitleid erfüllt, wo immer ihm Unglück und Elend .gegenübertraten und mit einer oft über die eigenen Verhältnisse hinausgehenden Freigebigkeit setzte er sich in -den /Dienst werktägiger Menschenliebe. Zudem besitzt ec die in seinem grundguten Wesen wurzelnde Gabe, durch das eigene Beispiel? und durch Anregung auch die anderen für edle Zwecke und' für hohe Ziele zu begeistern. In vorbildlicher Treue bekundet er seine Anhänglichkeit der Vaterstadt, an deren Geschick und Bestrebungen er unausgesetzt den/ Wärmsten Anteil nimmt. Viele der dortigen Institutionen (Frauenwohltätigkeitsoerein, Bibliothek rc.) sind seiner Initiative entsprungen, andere öffentliche Angelegenheiten, z. B. der Bau-des Muen Tempels, würden durch seine rastlose Propaganda wirksam' gefördert. Diese Verdienste haben allgemeine Anerkennung gefunden-und die dankbare Heimatstadt hat Albert Löw zum „Ehrenbürger" ernannt,-während die hervorragendsten der dortigen Vereine ihn als „Ehrenmitglied" in ihren Listen.eingezeichnet haben. Dem gleichen Motive, der treuen Liebe zur Heimat; entstammte auchseine' Anregung, zur Schaffung eines „Humanitären Geselligkeitsorreines-der. "Holleschauer" in Wien, in welchem Albert Löw als Ehrenmitglied unfi" Vorstand' der Vereinigung gemeinsam mit. dem uni' ihn" gescharten Gleichgesinnten sich rastkos' bemüht; bei den in ' der Metropole dömhilkerenven' Holleschauern den Zusammenhang mit der Heimat lebendig zu erhalten und zu KefestiWiu Die .nicht unbeträchtlichen Beiträge der Mitglieder? dienenhauptsächlich dazu, dürftigen Heimatsgenossen Beihilfe zu bieten und. Studenten durch Erteilung von Stipendien Erleichterungen zuteil werden zu. lassen. Die Folgen des Weltkrieges boten dem jugendsrischen Jubilar neue Gelegenheit Zu intensiver Betätigung im Dienste der Humanität, und eine ganze Reihe von Fürsorgeaktionen wurden von ihm durch eigene Beiträge sowie durch Heranziehung von fremden Unterstützungen gefördert. Dieser Mann, dem man das Prädikat „Einer der großen Idealisten unserer Zeit" beigelegt, hat keine Gegner und keine Widersacher, — wohl aber begeisterte Freunde und treue Schüler, die heute wetteifern, ihm ihre Verehrung zum Ausdruck zu bringen und sich aus vollem Herzen im Wunsche vereinen: daß eine gerechte .Vorsehung unserem teuern Jubilar einen langen, schönen lind glücklichen Lebensabend bescheiden möge! Josef P e r l b e r g. Wien. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Be risch Winter wird am kommenden Sabbat, den 31. d. M., nachmittags um 31/.-, Uhr, im Vereinsbethanse „B'nai B'rith". 20. Bezirk, Karajanaasse 20, eine Dräsche abhalten. Wien. Samstag, Schabboshagodaul. nachmittags 4 Uhr hält Herr Rabbiner Dr. Salomon Funk im Kaiser Franz Josef I.- Huldigungstempel, 2. Bez., Pazmanitengasse 6. einen halachischen Vortrag über das Chomez-Verbot am Pefsach (Pessochim 28 a). Toynbeehalle (Josefine Mendl-Wühlfahrt§hauZ>. 20. Bez., Denisgasse 33. Als Schlußfeker der Wmterfaison findet Samstag, den 31. März ein ftonzert statt, bei welchem der ftonzertfänger Victor H e i m, die Pianistin Frl. Clara Reiß. . die ftonzertfängerm Frl. Emy Berger und die Rezitatorin Frl. Csti Drucker Mitwirken. Das ftonzert beginnt präzise halb 7 Uhr und schließt kurz nach 8 Uhr, so daß die Rückfahrt mit der elektrischen Straßenbahn gesichert ist. Eintritt frei ohne Karte. Dir. Max H. Kriedländet f. A. Am 20. März. t. I. starb hier dev in weiten jüdischem Kreisen des In- und Auslandes geschätzte Rabbiner und. Schriftsteller Tr. M. H. Friedländer im Alter von 80 Jahren. Der Verblichene hat mehr als 50 Jahre in den Gemeinden Jägerndorf, ftanitz, Eoltsch-Ienikau und Pisek segensreich als Rabbiner und Prediger gewirkt. Seine zahlreichen geistvollen Werke haben' ihm einen Ehrenplatz in der jüdischen Literatur gesichert. Erwähnt [eien: „Jüdische Geschichtsbilder". „Tiferet Israel", „Die Arbeit" und die „Populär-wissenschaftliche Vorträge". Das Leichenbegängnis fand über feinen ausdrücklichen Wunsch in aller Stille statt. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor S ch l e i s e r irr würdigster Weise und Rabbiner Dr. Taglicht schilderte in beredten, übcrzeugungsvollen . Worten die hervorragende Bedeutung dieses frommen, anspruchslosen Gelehrten. Sein Andenken sei gesegnet! Austritte, aus dem Judentum vom IS. bis 24. März 1917. Biel Wilhelm, Schüler, geb. 27. Januar 1900. Wien, 3. Bez., Wassergasse 12. Biel Erwin, ftontorist, geb. 7. Januar 1899, Wien, 3. Bez., Wassergasse 12. Eisner Paula, Beamtin, geb. 29. April 1630. Wien, 3. Bez.. Hörnergasse 24. Engelsrath Alfons» ftaufmatm, geb. 6. Januar 1879- Wien, 3. Bez., Hauptstraße 72. Eeiringer Hedwig, geb. Jellinek, geb. 6. Januar 1867. Wien, 3. Bez., Beatrirgasfe 4 a. Hitschmann Walter, Beamter, geb. 7. Januar 1895. Igkau, 11. Bez., ftriegsspital. Inster Ernestine, Advokatensgattin. geb. 23. Dezember 1862. Dorna-Watra, 4. Bez.. Mayerhofgasse 11. ftohn Jakob, Kaufmann, geb. 27. Mai 1686. Rakonitz, 2. Bez.. Springergasse 9. Natzler Ernst, Bankbeamter, geb. 19- November 1888, Szakolcza (Ungarn), 8. Bez., Zeltgasse 14. Natzler Eugenie, geb. Freund, geb. 21. Februar 1893-, Wien, 8. Bez., Zeltgasse 14. Orenstein Stephan Walther-, geb. 11. Februar 1913. Wien (laut Zuschrift der israel. ftultusgemeinde Graz). Orenstein Marie Fanny, Gutsbesitzerswitme, geb? Löwenberg, geb. 24. Oktober 1967, Wien (laut Inschrift deo t t BezirWhauptmannschaft Gröbming). Rosenstock Kranz Sigmund, Jurist, geb. 30. Mai 1892. Wien, I. Bez.» Hegekgasse 14'.

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