Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 906 Dr. VlM's WMenschrist' SK.13 Pnfnff m die gefetzestwuen Zuden Mens. Während in .allen Zentren jüdischen Lebens Vereine segensreich wirken, unr in der gesetzestreuen Jugend die Liebe und Begeisterung für das überlieferte Judentum zu wecken und zu erhalten, fehlt hier bisher eine solche Bereinigung. Das unterfertigte provisorische Komitee hat es daher zu seiner Aufgabe gemacht, ehebaldigst eine Organisation zu schaffen, welche der gesetzestreuen studierenden Fugend Wiens Gelegenheit gewähren soll, ihre jüdischen Kernrtnisse zu vertiefen und chnen gleichzeitig eine Heimstätte bietet, in welcher unverfälschter, altMischer Geist walten soll. Es wird' beabsichtigt, Kurse (Schiurim) über Bibel, halachische Literatur, Geschichte und Philosophie des Judentums zu errichten. Auch gesellige Veranstaltungen sollen in altjüdischer Weise geboten.werden. -Ein Zentrum der thoratreuen Studenten soll diese Institution werden. Wer für die so leicht gefährdete Zukunft der thoratreuen Jagend wirksam Mitarbeiten will, schließe sich an! Gesetzestreue Eltern, es geht nur die Zukunft eurer Kinder! Meldet euch! Jeder, dem das überlieferte Judentum. am Herzen liegt, tue seine Pflicht und unterstütze werktätig die Organisation! Zuschriften, Annreldungen sind zu richten an Rabbiner Joel Pollak, 2. Bezirk, Untere Augartenstr. 1a, 2. Stock, Tür 11. Persönlich, von 2—4 Uhr. Wien, im März 1917. Rabbiner S. Fürst Rabbiner Dr. S. Rabbiner M. Flesch Rabbiner 9L Friedman« Rabbiner S Neuwirt ^Rabbiner JJPöAaik ' ' Rabbiner H. Schenk Rabbiner A- Weisz Kais. Rat Marcus Boudi Sigmund Boudi David Bischofswerder Eduard Deutsch Ernst A Enaelsrath Moritz' H'elsevMrg ' Max Hokbaner Oskar Neurath . Wolf Vavpenheim Dr. I Reiniger er im Gegensatz zu vielen Philosophen der Meinung Ausdruck gab, daß die Moral nichts Angeborenes, sondern das Resultat strenger Selbstzucht und der Erziehung sei. — Obwohl die Einnahmen des jungen Vereines in allen Punkten gestiegen sind, wäre doch zu wünschen, daß der reiche Goldstrom aus den Palästen dieses eleganten Westeudes von Wien sich in die Kellerwohnungen und feuchten GartenzüntNer der besonders' armen Döblinger jüdischen Armen dank diesem! vortrefflichen Vereine in weit reicherem Maße ergießen würde wie bisher. Wien. Sonntag, den 18. März fand iw Zeremoniensaal des stimmungsvollsten der Wiener Tempel,'der Schöpfung des leider so früh Heimgegangenen Oskar M ain o r e k, die fünfte Generalversammlung des Jüdischen Döblinger Frauenvereines statt, der seit Gründung des Leopoldstädter Vereines wohl nicht mehr der jüngste, aber einer der rührigsten Wiener Frauenvereine ist. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man kais. Rat Heller vom Blindeninstitut, Dr. L ö w y von der Zentralstelle. Frau Professor Roth und HeleneSLein („Weibliche Fürsorge"), Frau Benedikt (.Frauenhort"), Frau Dr. David (Jubiläumsverein), Frau Dr. F e u cht w a n g und Frau Winter^ (Währinger Verein), Frau T e l l sch und Frau Schein (Leopoldstädter Verein). Frau Dr. Kahn begrüßte die Anwesenden in formvollendeter Rede und erteilte Frau Doktor Annie Kohn das Wort zum Rechenschaftsbericht, dem zu entnehmen ist, daß der Verein im laufenden Jahre in vollem Bewußtsein seiner Kriegspflicht seine sämtlichen Einnahuten wieder .ausgegeben und hauptsächlich zu Pflege fchaftsfällen, Pfründen, Blindenfürsorge, Fürsorge für jüdische Soldaten in den Bezirksfvitälern verwendet hat. Nachdem Herr Tenipelvorsieher Müller, kais. Rat Hetler. Dr. Löwy, Frau Professor Ro th, Helene Stein und Frau Benedikt das Wirken des Vereines und namentlich! seiner Präsidentin Frau Dr. Sidonie Kahn gefeiert hatten, das Absolutorium erteilt und die Wiederwähl des Vorstandes erfolgt war, hielt Herr Rabbiner D^ Feuchtwang einen formvollendeten Bortrag über den Ursprung der Moral, in dem Drohobycz. Auf Initiative des Oberrabbiners Herrn Dr. Margu lies entstand im vorigen Jahre in nuferer Stadt eine Filiale der „Israelitischen Allianz"^ deren Vorstand eine überaus rege Wohltätigkeitsaktiorr entwickelte. An der Spitze der Filiale standen die Herren: Dr. B. Margu lies als Obmann, Leon Spandorf als Vizeobmann, Leo, Schutzman n -als Kassierer, M. Tan n e n b a u M als Schriftführer und Löwi D i chter als Vertreter. Die Filiale stellte sich die Linderung des durchs beit Krieg her vorgerufenen Notstandes der hiesigen jüdischen Bevölkerung zur Aufgabe. Innerhalb der „Allianz" entstand ein Hilfskomitee zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen und ein Rechtsfchutzbüro, das in allen Fällen, in denen einem! Juden ein Unrecht geschehen sollte, bei den Behörden intervenierte. Die Tätigkeit des Hilfskomitees zerfiel in fünf Abteilungen: 1. Es unterstützte die hiesigen ArMen teils durch! Verabreichung von Kartoffeln, teils durch Gewährung von Geldmittelndie es von der reicheren Bürgerschaft und von der „Allianz" in Wien erhielt. 2. Im SoMMer passierten unsere Stadt wenigstens gegen,10.000 Flüchtlinge, denen man rechtzeitig zu helfen verstand. - Dank den Bemühungen der Herren Jakob Feuerstein, Gustav mit) Jacob Goldmann und Jacob. ■ Spitzmann wurden 60.000 Kronen gesammelt. Man gründete sofort eine Küche, wo man.die hilflosen Flüchtlinge zwemral täglich! mit warmen Speisen versah. Hier beteiligten sich ' aufopferungsvoll - - Frau ''Oberingenieur Bauer, Frau Richter Tannen bäum und Fräulein Dr. H a m M e r f ch- M i d t.! Außerdem bekamen alle Flüchtlinge Geldmittel zur Weiterfahrt. 3. Die Geldsammlungen der^ Herren Dr. Margu lies und Markus Sternhbach, die etwa 10.000 Kronen betrugen, wurden für den Ankauf von Brennmaterialien für den Winter bestimmt und der Rest wurde unter die Armen verteilt. 4. Die Filiale der „Allianz" gründet^ eine Volksküche, in der früher täglich zirka 600 Portionen zu 10 Heller, jetzt aber zirka 200 Portionen zu 12 Heller verabreicht werden. Es muß angedeutet werden, daßseit einem Monat die jüdische Volksküche ausschließlich dank. den Geldern seitens des Magistrats erhalten wird, und därum ■ wird auf diesem Wege das Präsidium der Filiale «ersucht, die Zahl der Portionen für die Armen zu erhöhen. 5. Für die kommenden Feiertage hat das Hilfskomitee Kartoffeln und Mazzoth vorbereitet, die man den Armen unentgeltliche verabreichen wird. Den obgenannten Herren, der „Allianz" iit; Wien und dem Regiernngskommifsär Raimund Jarosz sei für die Förderung der Tätigkeit des Komitees der herzlichste Dank ausgesprochen. Wegen Preistreiberei zu dvei Tagen Arrest und 2Y.VÜV K. Geldstrafe verurteilt. , (Was die „Reichspost" verschweigt.) ' - ' Vor einem Strafsenate des Reichenberger Kreisgerichtes hatte sich der am 4., Februar 1858 in Reichenberg geborene,...dahin zuständige Erotzkaufmann kaiserl. Rat Gustav S chir me r, wohnhaft in Reichenberg, Kaiser Wilhelmsplatz, . wegen Pr eis - tr e ib er e i zu verantworten. Die Auflage legte ihm zur Last, in den Jahren 1914 und, 1915 Reis^ also einen unentbehrlichen Bedarfsgegenstand, auf g e tau st zu _ haben,,, um,, seinen ' Preis auf übermätzi g e H ö h e z u ,t r eiben und ferner in Aus. onaEgBWBSS