Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Mr. 13 Dr. Blvch's Wachenschrift Seite 205 -oft wir dabei fallen, wie -kleine Kinder, die sich im Gehen üben, kannst Du Dir 'vorstellen. Nächstens folgen Aktionsereignisse von hier, die Dich auch interessieren werden. Innigste Grüße non Deinem Vetter _ Armin." MprästdenL Gast üöer die Juden. Der ehemalige Präsident der Vereinigter: .Staaten William T a 'ft hielk kürzlich inj Washington Zwei Vorträge über „Die Rolle der Jirden in der Geschichte", die die Aufmerksamkeit der weiten amerikanischen Oeffentlichkeit aus -sich lenkten. Im ersten Vortrag ging. der Redner aus die Mgenart der Juden ein, die sich trotz aller Verfolgungen und trotz ihrer Zerstreuung bis heute ihr individuelles Gepräge bewährt haben, und schilderte die großen Verdienste der Juden um die wirtschaftliche und geistige -Entwicklung aller modernen Staaten Europas und Amerikas, in denen ihnen die rechtliche Freiheit eine hemmungslose .Entfaltung ermöglichte. Der zweite Vortrag war der gegenwärtigen Lage der Juden gewidmet. Der Redner sprach die Ansicht aus, daß die einzelnen kriegführenden Staaten beider Koalitionen den aufrichtigen Wunsch haben, nach Beendigung des Krieges die Bedürfnisse ihrer Juden zu berücksichtigen. Er betonte aber, daß eine solche partikuläre Lösung keineswegs ausreichend sein kann und daß die Judenfrage tit ihrer ganzen Größe.nur auf der bevorstehenden Beratung der Vertreter aller Staaten aufgerollt werden kann und -muß. Die Vereinigten Staaten von Amerika —- sagte der.Redner — sind verpflichtet, ihren Einfluß - geltend zu machen, um! dieses alte und jetzt so akut gewordene jüdische Problem auf die Tagesordnung des 'künftigen Friedenskongresses zu stellen. fe' Ans dem MilitärkomMando-Befehl Nr. 70 vom 26. Marz 1917. Betrifft: Osterfeiertage pur isr. Soldaten und Kriegsgefangenen;/ Gottesdienst. Das Osterfest .(Pesfach) fiir die israel. Glaubellsangehörigen beginnt Freitag, den 6. Ilpril 1917, um 5 Uhr nachmittags, und endet Samstag, den 14. April, um 8 Uhr nachmittags. Die ersten zwei Tage, d. i. von Freitag, den '6. April, 5 Uhr nachmittags, bis Sonntag, den -8. April, 8 Uhr nachmittags, und die -letzten zwei-Tage, d. i. von Donnerstag, den 12. April, 5 Uhr nachmittags, bis Samstag, den 14. April, 8 Uhr nachmittags, sind Hauptfeiertage. Der Mannschaft (Eg s ) sind der 'Nachmittag des 6.,. dann der 7. und 8. April dienstfrei zu geben. Wo dies aus dienstlichen Rücksichten unzulässig erscheint, ist der Mannschaft Freitag, den 6. und Samstag, den 7. April, zur -Begehung der Sederaibende die Bewilligung zum Ausbleiben Ger die Retraite zu gewähren. An den Hauptfeiertagen werden Gottesdienste in aller: Bethäusern jener Stationen, wo sich solche befinden, abgehalten werden. Den ^Offizieren und Militärbeamten sowie der Mannschaft und der: ausgangsfähigen Kranker: ist, soweit es die dienstlichen Verhältnisse gestatten, Gelegenheit zu geben, dieser! Gottesdiensten 'beiwohnen zu können. .In jenen -Stationen,wo sich keine Gotteshäuser be- .finden, , sowie in den Kriegsgefangenenlagern m:d Arbeits- -stelleN/ außerhalb der Lager ist den Soldaten, bezw. Kriegs- - gefangenen zu gestatten, sich^ 'in einem geeigneten Raume -zu?gemeAfamen -'AnLnHten. zu rverftmrmeln'. -Dieser Befehl äst'den ifrael. Glanbensaugehörigeu Aufruf! . Die verheerenden Folgen des Krieges haben unsere Glaubensbrüder in Palästina, in erster Reihe die aus Ostgalizien und der Bukowina, am schwerster: mid empfindlichsten getroffen. Eine Grundlage ihrer Existenz, die ständigen Unterstützungen aus chren Heimatsländern, haben sie infolge der feindlichen Invasion in jene Gebiete vollständig verloren. Mangel an den unentbehrlichster: Lebensmittel:: nnd unerschwingliche Preise einerseits, dezinnerende Epidemien — ohne ärztliche Hilfe nnd Medikamente? — anderseits kennzeichnen die gegenwärtige trostlose Lage im Heiligen Lande. Welche Opfer die verschiedensten Krankheiten infolge Unterernährung und Mangels ar: sanitären Vorkehrungen dort fordern, kann daraus ersehen werden, daß, wie uns jüngst aus Palästina zuverlässig mitgeteilt wurde, von der über 50.000 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung in Jerusalem allein kaum 24.000 zurückgeblieben sind. Um das Maß der Leiden übervoll zu machen, bleiben jetzt auch die sonst ansehnlicher: Unterstützungsbeiträge Amerikas aus. Dieses unbeschreibliche Elend nach Möglichkeit zu lir:dern, hat die Hilsskommission 1915 für Palästina sich zur Aufgabe gemacht. Seit nahezu zwei Jahren ist es ihr mit Hilfe des hohen k. n. k. Ministeriums des Aeußern und vieler edler Gönner auch gelungen, das erstrebte Ziel z:: erreichen: Viele Tausende wurden vom Hungertode gerettet, viele Kriegswaisen und -Wittoen wirksam unterstützt, und aus unserer gleichfalls gegründeten Kriegsspitalehitse für Palästina vielen Kranken ärztliche Hilfe und Medikamente verschafft. Nun sind aber unsere M tttel erschöpft, während die Anforderungen an unser Hilfswerk infolge der stetig steigenden Not immer großer werden. Wir wenden uns daher an alle edlen . .freynde. .und: -Wohltäter, ohne. Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit mit der dringenden Bitte, sich dieser Aermsten der Armen zu erbarmen, an den kommenden XT NOLNFeierta^en durch Thoraspendenund Sammlungen unsere Aktion" nach Kräften zu fördern und dadurch mit dazu beizutragen, daß unsere Schützlinge, darunter Hunderte Witwen und Kriegswaistu, die wir ohne Rücksicht aus die Staatsangehörigkeit unterstützen. vor dem sicheren Hungerlode bewahrt werden. Das Präsidium Hilfskommission 1915 u. Kriegsspitalshilse für Palästina, Wien, IV., Fra::kenberggasse Nr. 14. W. R eich, Baden bei Wien, Dr. Max G r:: n w a l d. Oberräbbrner. Rabbiner. Dr. Adolf Kapralik. Für die Kriegsspitalshilse: k. k. Hofrat Dr. Julius Sch l a g. Zahlstelle für Oesterreich: Bankhaus S. M. von Rothschild, Wien, I., Renngasse 3; für Ungarn: Magyar-Altalanos-Hitelbank, Budapest; für Böhmen: An das böhmische Landeskomitee für Palästina, Prag, Nillasstraße 16; für Mähren: Mährisches Landeskomitee für Palästina, Brimn, Adlergaffe 16; für Schlesien: Schlesisches Landeskomitee für Palästina, zu Händen des Präsidenten Dr. Theodor Sonnenschein, Troppau; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin; Postscheck- Konto 1000 (auf Konto Hilfskommission öder Kriegsspitalshilfe für Palästina). Sämtliche Spenden, auch die Tenlpelspenden, rverden in der „Oesterreichischen Wochenschrift", bezw. im.Frankftirter Isr. Familienblatt" veröffentlicht.