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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-23 · 12 (23.3.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
12 (23.3.1917)
Date
1917-03-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Tr. Bloch's Wochen sch rifl" S.eite 186 Nr. k3 stellen für OLahru^DMlltel, Kleider vnd Br^mnatertal üfw. Gegenwärtig beschränkt sich die Tätigkeit .auf 66 Ortschaften. Angeubllcklich sind 8 Sektionen tätig, und zwar 1. die Finanzsektion zwecks Zlnfbringrmg der noch fehlenden Geldnnttel (Vors.: Medizinalrat Doktor Bett); 2. die Provinzsektion zwecks Organisierung mrd Beaufsichtigung der Hilfsaktion in den Provinzstädten. Diese vom Generalsekretär Herrn Rubenzahl geleitete Sektion hat bisher Ä21-668 Kronen verausgabt. 3. Die Sektion für Kinderschutz, der Ln Vertretung des Äniv.-- Professors Dr. Sch o r r gegenwärtig Frau phit. Dr. Ada Rech en stein vorsteht, .hat bis zur Verstaatlichmrg der Waisenaktion die Dom Rettungskomitee gegründeten Waisenhäuser in Lenrberg, Gliinany und Przemyslany geleitet. Gegenwärtig .erhält uird leitet die Sektion zwei Kinderhorte für 400 verlassene Kinder in Lemberg, ferner einen Rachnlittagskurs für 400 Kinder von Evakuierten. Die Ausgaben betrugen bis heute 97L40 Kronen. 4. Die Approvisioniermrgssektion unter Vorsitz von Kultusbeirat Dir. Orausch erhall vorläufig eine von Frau Rosa Melzer gewissenhaft geleitete Volksküche, die täglich über 2000 Gratismittaginahle verabreicht. Außerdem wurden seitens dieser Sektion Naturalien, Erdäpfel und Brennmaterial zur Verteilung gebracht. Die Ausgaben beliefen sich auf 209.547.51 Kronen. 5. Die Unterstützungssektion (Vorsitzender Schulrat Prof. Salomon Mandel) brachte in dringenden Fällen Unterstützungsbeiträge bis zur Höhe von je 100 Kronen zur Verteilung. Aus einen: besonderen, vonr Großindustriellen Herrn Emil L e d e r e r in Wien in mnnifizenter Weise gewidmeten Fonds im Gesamtbeträge von 54.000 Kronen erteilte eine besondere, unter Leitung des Gemeinderabbiners Dr. Guttmann stehende Kommission Darlehen und Unterstützungen bis zur Höhe von je 500 Kronen. Insgesamt wurden an Unterstützungen 181.297 Kronen gewährt. 6. Die Belleidungssektion verausgabte 12.351 Krönen. Die notwendigen Kleidungsmd Wäschestücke wurden in der von Frau Dr. Ceeilie K lasten mit seltener Hingabe geleiteten, von 80 jüdischen ÄUidchen frequentierten Werkstätte, die in einem von Frau Ceeilie Wechsler schenkungsweise gewidmeten Hause untergebracht ist, versertigt. 7: Die unter Bettung des Primararztes Dr. E. Birke l e s stehende sanitäre Sektion bemühte sich nicht ohne Erfolg um die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse im jüdischen Ghetto. Insbesondere hat sie im Jahre 1916 eine Beratungsstelle für Müller und eineSchutz-- stelle für Säuglinge ins Leben gerufen, von der stillende Mütter die notivendigen Nahrungsmittel mrd Geldunterstützungen erhallen. Diese Sektion hat auch eine vor: Frau Rosa Melzer organisierte Waschanstalt für Evakuierte gegrmrdet, in der bis Gilde Dezember 22.466 Stück Wäsche teils unentgeltlich, teils zun: minimalen Preise von 12 Heller gewaschen wurden, eine von hygienischen Gesichtspunkten nicht genug zu begrüßende Neuschöpfung. Schließlich soll rroch des segensreich wirkenden Rechtsschutz- und Jnformationsbureaus, das bisher 6771 Angelegenheiten erledigte (früherer Bureauleiter Doktor Isidor Rath, gegenwÄrtig Dr. Jakob Vogelfänger) wie auch der Lobestation für durchreisende Flüchtlinge, au deren Spitze Frau Vizepräsident Josefine Schleicher steht, mrd die bis heute 64.996 Snkbisse mit einen: Kosterr- . auswande von 11.029.88 Kronen verabreicht hat, Erwähnung getan -weiden. . . Die Gesamtausgaben des Rettungskomitees üefiefeu sich auf 1,462.452 Kronen. Hiezu haben während der Invasion die jüdischen Rettungskomitees in Petersburg, , Kiew mrd Odessa 375:942 Kronen, späterdie Organisationen „Israelitische Allianz", ,.Bd:e B'rith" und „Galizischer Hllssverein" in Wien, denen die amerikanischen " Hilfsgelder zur Verfiignng standen, 976.059 Kronen beigesteuert, die -Regierung hat dem MettnngMMnitM eine Subvention von 86:6.00 Mpnen gewlchrL. An der Spitze dieser wichtigen galizischen Organisation 'stmid nvähMüd der Invasion der damalige Gerneirrdevorsteher Doktor Zäkob D i a um nd, später kaff. Ädll Jakob Strv h,Mgsnwärtig Professor Siglnund Mv omrb ewg, die ÄgAkden des -Generalsekretariats veHch''.'frÄherProf. Doktor Huu-sue r, gegenwärllg wird dasselbe von Herrn Mm - benzahl geleitet. Das Rettungskoilntee hat in den letzten Tagen seinen ' zwei gewesenen Präsidenten und den: öbgenannten Wohltäter Herrn Leder er in Anerkennung ihrer Verdienste um die Institution Ehrendiplome überreicht. In eurem Aufrufe, der auf die Größe der rroch zu leistender: Arbeit und auf; die Erschöpfung der Einnähmsquellen verweist, appelliert das Komitee an dieGlaubensgenossen in Galizier: selbst, ihn: durch! ausgiebige Spenden die Fortführung der Arbeit zu ermöglichen. Möge dieser so berechtigte Mahnruf den 'lebhaftesten Widerhall finden. Das sind lvir nicht rrur unseren hilfsbedürftigen Brüdern, sondern auch der Ehre des gülizischen Judentums schuldig: - B ... . k. Dias PwM Ghetto. Stach Kinem -Vorträge von Prof. Dr. ing. Ällfre- Grotte. (Monatsvorlesung in jbex Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums.) Eine historische Einleitung führte irr das eigentliche Vortragsthema ein. Die Prager Inder: sind oft nach den: Rezept des böhmischen Schriftstellers P.a tacki behandelt worden. Das Ghetto .war der Bienenkorb voll fleißiger Honigwäger, denen nran von Zell zu Zeit ihren Schatz raubte. Dunkle Zellen wechseltenmir kurzen Lichtblicken ab; so z. B. war die Regierungszeit ' des judenfreundlichen Ottokar ein solcher Lichtblick für die Juden Böhmens. Ottokar gab ihnen 1254 ein Privileg, das ihnen gewisse Grnndrechte verlieh. -In die Zeit seiner Regierung dstrste .wohl .auch die Erbauung der Altneuschnle fallen. Karl IV. war den Juden -wohlwollend gesinnt, die von den: unter der ^Regierung seines Sohnes 1389 ,ausbrechenden Verfolgungen -hart betroffen wurden. Das Archenken an diese Zell verewigt eine 'Einschaltung in das Minchagebet am Jorr:- kippur. Mit der Regierung Rudolfs 31. vor: Häbsbnrg brach wieder eine bessere Zeit an. Zwei Gestellten, nur die sich ein reicher Sagenkreis schlingt, treten ans dieser Zeit hervor: der hohe Rabbi Loew -und Mo rdechai Meist. Loew war mit Tycho der Brache befreundet, der ihm eine Audienzbeim Kaiser erwirkte, den: er mittels seiner Erfindung der camera obscnia die Prager Synagoge ai: die Wand zauberte. Er gilt auch als Erfinder der Golemgestalt, die auch in Posen einen besonderen Sagenkreis besitzt. Nicht so laut, aber rrrinder berühmt ist Mordechai 'Meist, der Wohltäter des . Prager Ghetto, dessen Reichtum für unermeßlich - galt. Er wurde später als -rechtschaffener -Fimmzmann -des Hofes zum kaiserlicher: Rat ernannt und erhiell die Erlaubnis, zwei Synagogen zu erbauen, wohl der höchste Beweis kaiserlicher Gnade. Achtzig Jahre später, 1670, hat nämlich der Große Kurfürst wohl 40 bis'50 Jude:: erlaubt, sich in der Mark.Brandenburg anzufiedeln, doch durften sie keine Synagoge errichten. Meist fchenkte Mm Ghetto das eigerarrtige Rathaus, ein Badehäus, ein Armenhaus ::nv schließlich sogar das 'Pstaster. Ms' er 1601 kinderlos -starb, begann 'der bernhrrll gewordene Prozeß um feine Erbschaft, die der Kaiser mit ^der fädenfcheinigen Begründung einzog, daß-Meist fein Gefangener gewesen sei. Eine dritte große 'Persönlichkeit des,Pwger Ghetto ist Jar ob' 'Bwsfev-i, der zur Zeit Ferdinands stl. lebte- - Die- Stinnnnng für die Juden tvnr zu

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