Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 12 (23.3.1917)
- Date
- 1917-03-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 187 Nr. 13 dieser Zeit günstig, denn Ferdinand fühlte sich den in der, Schlacht am Weißen 'Berge sehr tapfer kämpfenden Bilden verpflichtet. 1622 verschaffte Bassevi dem Könige das nötige Geld, indem er ein Münzkonfartium .begründete, zu /dessen Teilnehmern u. a. 'der Fürst von Liechtenstein, Wallenstein und andere gehörten. Es wurden Schmiedetaler geprägt, die heute einen großen Seltenheitswert 'besitzen. Wie groß ihr Wert zu jener Zeit war, ist unbestimmt, gewiß ist nur, daß die Teilnehmer ein Riesengeld bei der Entwertung der Münze verdienten. Der Verdienst betrug insgesamt 163 Millionen. Als das Münzverbrechen entdeckt wurde, mußte der Jude für die Schuld ider hohen Herren büßen. Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges brachte den Juden sehr schwere Leidelt. Im 18. Jahrhultdert erfolgte während des sog. Franzosenbrandes eine vollkommene Vernichtung des Prager Ghettos, 316 Häuser, das alte Rathaus, 10 Synagogen wurden verbrannt. Schon kurze Zeit nachher wurde alles wieder erbaut. Es folgten nun .schlimme Zeitelt. Der iErlaß Maria Theresias verlangte 1744. daß sämtliche Juden binnen 6—8 Wochen das Land Verlässen. Als die Kaiserin auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Juden für den Wohlstand des Landes auf-; inerfsam gemacht wurde, zog sie ihr Dekret zirrlick. Seit dieser Zeit wurde das Ghetto legitim, aber es war jetzt nichts anderes mehr als ein Körper ohne Seele. Dann ging der Redner auf die eitrzelnen Bauwerke des' Prager Ghettos ein. An erster Stelle ist die Altneu-Synagoge zu nennen, derelt Bau in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts fällt. Daß dieses Gotteshaus ohne zerstörende Renovationen bis in die heutige Zeit unverältdert blieb, verdankt es den Rabbinern, die jede Aenderung an dem Bau verboten, weil seine Wände geweiht waren von dem Blute der Mär-j -ihrer, die hier int Jahre 1389 fielen. Die Synagoge Erfreute sich von den Westen Zeiten bis' auf delr heu-« Ligen Tag der .größten Ehrfurcht auch ullter dem Pöbel. Das Tympanon des Eingangsportäls, einen Lebensbaum mit den jüdischen Emblemen des Weins darstellend, ist irrtümlich als das Werk eilles jüdischeir Künstlers angesprochen worden, obwohl sich ähnliche Motive auch in einer Anzahl von Kirchen befinden. Eine Eigentümlichkeit der Synagoge ist die fünfte Rippe in dem Kreuzgewölbe, 'die offenbar die Kreuzform verdecken soll. Das Rathaus stamUtt aus dem Jahre 1566, der Baumeister, Josef Schlesinger aus' Breslau, war kein Jude. Es hat eine merkwürdige barroke Haube, das Dach trägt als Krönung einen Davidstern wit dem Wappen, das -Kaiser Ferdinand den Juden verlieh. Aus neuerer Zeit stammt die von Meist gestiftete Synagoge, die ein silbernes Thorafchild besitzt, welches auf eirrem Mittelfeld den siebenarmigen Leuchter, in ben beiden Seitenfeldern . den Hohenpriester im Ornat und Judith mit dem Haupte des' Holofernes in erhabener Arbeit darstellt, ein merkwürdiges Stück, da jüdische Kunst Menschendarstellungen sonst nicht verwendete. An zahlreichen Lichtbildern zeigte der Vortragende die von ihm geschilderten Kunstwerke und die engen Gassen des Prager Ghettos, dessen Geist nach seinem Wunsche die alte Zeit überdauern möge. Vermischtes. „HilMommission 1915" und „Oesterreichisches Laudes- Komitee" für Palästina. Bergrat Dr. Mar Ritter von Gutmann Kr. 8,000.— ' Kultusvorstand D. L. Werner, Jaslo 221.60; durch Direktor B. Planer, Sammlung einer mitfühlenden Schülerin 100.—, Schlachmonausfpende der Schülerinnen für Maroth 70.—, zusammen 170.—; Schervach Knöbil, Sammlung am Purim: von Bertauer für Annonym, Josef Kimmerling, Leiser Knebel Zurach Goldberg je 10.—, Moses Kamiel 6.—-, Leibisch Arelrad. Schewach KnBbil, Isidor Feuer je 4.—, L. Bertauer 3.—, Zdoko-Büchse im Bethamidrasch 2.32, Feiwisch Pfeffer, Abraham Jsak Häusler, Simon Rubinstein, Chaim Morgenstern, Chaim Greif. Moses Scharf, David Rosenblatt, Herzl Blecher, Jsak Gärtner. Esroim Horowitz. Aron - Wahl, Markus ^Geller. Abraham Bergglas, .Fischl Schwarz je 2.—, Josef Pritsch, Jsak Witz. Israel Agadstein, Wolf Hillmann, David Rosenheck, Moses Weishut, Chaim Schulim Weishut, Jonas Lemberger, Ruchim Hutmann. Efroinr Sperber, Meschulim Stein, Zacharie Ehrlich, Hersch Lempl, Hersch Verschleißer Marcus Arelrad, Leib Brettschneider. Feiwel Korn, Salomon Leiser Weishut, Chaim Eisig Pretzner, Samuel Drescher. Derl Friedmann, ^Chaim Schiffer, Avigdor Fund. Samuel und Sender Rinzler, salomon Grimminger, Leiser Koppelmann. Abr. Sternkücker, Israel Bleichfeld, Seide Pollak. Osias Geller, Josef Gärtner Koppel Scharf, Schimschon Selzer, Rilel Veit, Marcus Düllberg, Salomon Goldwurm, Verl Lautmann, Markus Samuel Blond. Moritz Spitz, Jsak Meier Alter je 1.—, Sammlung durch Samuel Katz: von Samuel Katz 6.32, Esroim Horowitz und Hersch Lempl je 4.—, David Rosenheck 3.—, kleine Spenden 2.18. Jsak Löbl 2.—, Salomon Goldwurm 1.50, Chaim Morgenstern, Chaim Schiffer je 1.—, zusammen 157.32; Israel. Bethausverein „Emunas-Aves", Wien, 14. Bez. 92.—; Moses Leder, Flüchtling in Fürwitz 34.-— und 50.—, zusammen 84. -; Sammlung Jelha Singer, Wien 80.—; Samuel Silbermann, Thorn 74.62; Rabb. Dr. Abraham I. Mark, Linz: von Rabb. I. Scharr 7.40, Flüchtlinge in Neuhofen a. Krems 11.—, Flüchtlinge in Kleinmünchen 6.—, Rabb. Hager, Everding 7.80, Rabb. Wassermann, Steinhaus 5.70, Niwe Wassermann, Steinhaus 10.—. Rabb. Auerbach Windischgarsten 5.—, Rabb. David Greif. Bad Hall 4.—, Moses Stark, Handenberg 6.—, zusammen 62.90; Rabb. S. Fritz. Riedau 20.— und 33.—, zusammen 53.—; Bürgermeister Josef Frankl, Präsident der israel. Kultusgemeinde Ustrzyki-Dolna 45.—, Rabb. Al. Hoffer, Luditz 35.—; Johann Tobias. Olmütz 32.—; kaiserl. Rat Josef Rosenthal, Metallwarenfabrik, Wien, Berthold v. Gutmann, Graz, Emanuel Schlesinger. Er.-Waltersdorf je 30.—; Oberrabb. M. Steinberg, Brody 28.—; Wilhelm Brand Wien 25.—; Josef Ehrenseld, Maley Griffel. Jakob Erünberg, sämtlich in Wien, Jakob Reichsfeld. Gr.-Wrbka, Dr. Philipp Fuchs, Graz je 20.—; Moritz Oeger. Wien 18.—; M. Zweig, Wien 17.50; Rabb. Dr. G. Rosenmann, Mähr.-Schönberg 12.—; S. Philipp, Wien (Purimspende für Mazzoth), Herm. Rind. Budweis (für Mazzoth-Anschaffung), Rabb. Dr. Adolf Löwinger, Szeged (Spende der Frau Ludwig Rosa de Varhely) 10.—; Purimgesellschaft im Restaurant Nagel, Wien (für Mazzoth für Palästina) 1 Rubel und Kr. 6.—, sind Kr. 9.20; E. Löw, Wien 6.—; Gabriel Frankl, Jakob Menkes, beide in Wien. Kr. Rud., Wohltätigkertsverein, Chewra-Kadischa pro 1917. Ronsperg je 5.—; Rabb. Dr. I. Goldstein, Nimburg, Israel Leib Wurmann. Frau Toni Freschl, beide in Wien, je 4.—; Jakob Meisl. Adolf Fleischner, Prof. Josef Batz. Aioritz Silbermann, Wolfner L Weisz, Samenhandlung, sämtlich in Wien, je 2.—. A u s Deutschland: Lehrer Treuinann, Lautenburg Mk. 55.—; Sanitütsrat Dr. Neuberg, Magdeburg 20.—; Ludwig Weiner, Adolf Lewysohn, Breslau 10.—; Siegfried Kohn, Stuttgart, Rat. Bielschovsky. Prof. Dr. Conrad Alexander. Breslau, L. Neumayer. München je 5.—; I. Eigner, Ludwig Weiß, Mar Ritter, sämtlich in Breslau, 3.—; Heinrich Latz, Posen 2.—; Zahnarzt Robert Buch, Breslau 1.—. Bei der „Oesterreichischen Wochenschrift" eingelaufen: I. S., Brünn Kr. 2.—._ Knegsspitalhilje für Palästina. Kultusgemeinde Postelberg Kr. 242.50; Mar Ticho, Brünn 50.—; Israel. Humanitätsverein „Union" (B'nai-B'rith). Pilsen 30.—; Kaufmann Siegmund Orenstein, Göding 5.—; Josef Kellermann, Wien 1.—. Aus Deutschland: Israel. Kriegsgemeinde Heidelberg Mk. 20.—; Selig Hoch, Magdeburg 10.—; Israel. Kultusgemeinde Salzburg 5.—; A. Litmanowitz, Magdeburg 3.—. Adresse für Zuschriften: K. k. Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 2. Bez., Obere Donaustratze 109. Zahlstelle für O e st e r r e i ch: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngasse 3; „Reue Freie Presse", Wien, 1. Bez., Fichtegasse 11; für Ungarn: Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin. Postscheck-Konto Rr. 1000.— (auf das Konto: „Kriegsspitalhilfe für Palästina"). Mazzoth für die Kriegsgefangenen und Internierten. Eremialrat Edm. Hacker, Wien, 7. Bez., Kr. 10.-; Sandor Gestetner. Pozsony 10.—; Apotheker Dr. Ernest Friedjung, Wien. 5. Bez., 5.—; Israel. Kultrlsgemeinde Linz 100.—; Religions-