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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-23 · 12 (23.3.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
12 (23.3.1917)
Date
1917-03-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sette 185 Ar. 12 Dr. BloH's Wochenschrift" -- Dep gleiche Vorgang wie bei den bettlägerigere Kran- - feit ist Bezüglich! der.KriegMfangenen tu der Garnison Wien, zu beobachten. - . IV. Irr den -Kriegsgefangenenlagern (für 5kriegsgefangene und Wachmannisch asten) ist der int Punkte li tt vorgeZmchnete. Vorgang eirrZuhalterk. Durch die Verabreichung, der rituellen Kost, dürfen Mehrauslagen nicht erwachsen. Für die Kriegsgefangenenlager jedoch wird ausnahmsweise, gestattet, daß die Kriegsgefangenen währerid der. Feiertage aus der für die Wachlnannschast israel. Glaubens zu errichtenden Osterküche verköstigt werden. . ,. Wien. Die „Agudas Jisroel" versendet inr Aufträge der derzeit in Wien weilenden Rabbiner von Autorität aus.Galizien eine Zuschrift in hebräischer Sprache an sämtliche Juden Oesterreichs, in welcher sie zu großer HitMisamteit- und 'Sparen an Säbhat- und Feiertags- Aichtern auffordert, insbesondere für kommende Ostern, gelegentlich der Seeleuandacht, dies zu berücksichtigen, eingedenk der großen Not und des herrschenden Mangels an- Beleuch turkgÄrritteln. So sehr die Seelenandacht jedem einzelnen am Herzen liegt, da es doch derU Andenken! von Eltern und sonstigen teuren Dahingeschiedeneil gilt, wird inständigst gebeten, mit den Lichtern zu sparen und daKMMaAp/GM-(lieber>..chohWigen.-.AveKeN'' züzuweyderr.' ' In den Gvtteshänserlt sollen Nur die notigerl Gebetlichter, keine anderen aber ängezündet werden. Es ist Misere heilige Pflicht, heißt es' am Schluß, nach den Porschristeik unserer Lehrer alle Härterr des Krieges geduldig-zu ertragen für das Wohl und das Glück unseres geliebten Landes und kein Opfer darf und soll Nils-zu groß sein für Kaiser und Reich. Brünm Dieser Tage erschien in der Statthalterei .eine /. Abordnung der kleineren Knltusgemeinden in M ähr e n, bestehend jstus Äen Rabbinern Dr. jJg kG ü n z. i g (Losch itz), Dr. F. Kanter (Zwittan) und Dr. Rosennll anit (Mährisch-Schönberg), um für die Versorgung der Flüchtlinge mit Kartosfelrr während des israelitisch eil Osterfestes zu bitten. Die Mordnung wies darauf hin, daß mit Rücksicht auf die knapp zugeuiesseue Mazzoth- ' menge die. aprnen Flüchtlinge in diesem Jahre besonders schwer betroffen werden urtd daher eine Abhilfe ' dringend zu ernpfehleu wäre. Zugleich ersuchten die Rabbiner, die- HöchWreise für Mazzoth irr diesenr Jahre möglichst..niedrig zu bemessen. Hofrat' W eriter, der die Abordnung-empfing, versprach die vorgebrachten Wünsche tunlichst, zu berücksichtigen. Schachmeister Rnbinstein gegen dm fünfjährigen Sch mul Rzeszewski. Aus Warschau wird gemeldet: Kürzlich spielte inr Saale des Vereines der indischen Handelsangestellten der bekannte Schachmeister Rubin stein eine Schachpartie mit dem fünfjährigen Schach'wunderkind Schfnul Rze- - s z e w s ki. Die Partie, die über anderthalb Stunden währte, bot viele interessante Augenblicke, und uarnerrtlich der Endkampf gestaltete sich sehr spannend. Sowohl Herr Rubin stein, den blind spielte, wie auch sein kleiner Partner, führten ihre Züge äußerst vorsichtig -und bedächtig. In den langen Zwischenpausen, die dadurchentstanden, bot sich daher genugsam Gelegenheit - zur Beobachtung des kleinen Mannes, der da auf seinem durch untergelegte -Bücher erhöhten Sitze so ernst und verständig'wie kaum ein Erwachsener seinen zähen Vertei- - ■ diguntzskanlpf auf dem Brettefichrte. Denn daß es eilt . - Verteidigungskampf war, den das Kind hier mit dem . - bedeutenden Meister fichrte, war auchdem von vornherein klar> der in kkeineren Zirkeln bereits 'mit denk Kleinen gespielthätte -und- v ort nhm natürlich, schnell, und sicher mattgesetzt worden war. Leicht wurde Herrn Rubinstein die Sache gewiß nicht gemacht und der Kuß, den er seinem kleinen Gegner, der sich nach tapferes Gegenwehr schließlich doch ergeben mußte, auf den blonden Scheitel drückte, war ein Zeichen wärmster und ehrlichster Anerkennung. _ Jüdische dlerzte in Bagdad. In einem im „Neuen Pester Journal" erschienenen Feuilleton „Bagdad" erinnert der Verfasser Bernhard Stern, ein hervorragender Kenner des Orients, daran, daß die Bagdader stets Verehrer der Aerzte gewesen seien. Allerdings waren das in alten Zeiten die gelehrtesten und geschicktesten Heilkünstler der damaligen Welt. Besonders taten sich am Hose der arabischen Kalifen die jüdischen Aerzte hervor. So lebte am Hofe des Kalifen Manßur und dessen Thronfolgers Jsa Üetr Musa der jüdische Arzt Frat ben Schachnasa, den die Herrscher auch in allen politischen Angelegenheiten zu Rate zogen. Ein anderer berühmter jüdischer Arzt in Mesopotamien war der Syrier Maferdscheweih; auf der Wiener H o fb i b l io t h e k befindet sich ein Manuskript des arabischen Arztes und Historikers Jbn Ossaibija, in denr köstliche Anekdoten von Maferdscheweih erzählt werden. Der jüdische Arzt Afrania in Bagdad war auchals Schriftsteller bedeutend: er besaß eine Bibliothek von dreißigtausend Handschriften. Vor tausend Jahren gab es in Bagdad ferner einen jüdischen Arzt I s.a k I s r a i l i ben S it £ e i irr a n E b u I a k'ob, der ebenfalls als Schriftsteller Ruhm genoß. Er wurde steinalt. Als man den Hundertzehnjährügen einmal fragte, weshalb er Junggeselle geblieben, antwortete er: „Ich habe vier Bücher geschrieben, die mein Andenken besser erhalten werden als Kinder." Und wahrlich: von der Stadt selbst, in der er länger als ein Jahrhundert gewirkt hat, ist nichts übrig geblieben — seine Werke aber existieren noch nach einent Jahrtausend in sorgfältig gehüteten kostbaren Pergamenten. Rechenschaftsbericht des Lemberger Mischen Rettungskomitees. Das, was wir vor kurzem im Hinblick aus das segensreiche Wirken des Zentralkomitees für jüdische Kriegstvaifen bemerkt haben, trifft in noch erhöhtem Maße auf die großzügige, in atlt Lebensgebiete hinübergreifende Tätigkeit des noch mährend der Jnvasionszeit gegründeten jüdischen Rettllngskomitees in Lemberg zu. Wenn auch all die Arbeit, die hier von guten Menschen geleistet wird, vorläufig mehr für den Augenblick berechnet ist, so eröffnet sie dochj anderseits den Ausblick auf die Zeit einer ruhigen und systematischen Hilfsaktion nach Friedensschluß, unk die während der mehrjährigen Kriegszeit geknickten jüdischen Existenzen neu aufzurichten und dem jüdischen Volke womöglich eine bessere, von Zufälligkeiten des Tages unabhängige Zukunft zu sichern. Bis dahin begrüßen wir dankbaren Herzens jedes redliche, von echter jüdischer Bruderliebe getragene Streben, die Tränen York Taufenden zu lindern und das zu retten, was kroch zu retten ist. Besser als alle schönen Worte mögen die imposanten Ziffern des in Druck gelegten Berichtes von der eifrigen und opferwilligen Wirksamkeit des. Hilfskomitees Zeugnis ablegen. Der Wirkungskreis des Komitees umfaßte während der Jnvasionszeit außer der Stadt Lemberg 163 galizische - Ortschaften, irr denen unter unsäglichen Schwierigkeiten und Gefahren Lokälkomitees zwecks Durchführung der Hilfsaktion eingesetzt wurden. Unter ihrer Leitung entstanden Volksküchen, Teehallen, Kinderheime, Verteilungs

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