Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 167 Dr. Bloch's Wochenschrift" des Verhalten belobe ich Sie iinf Namen des Allerhöchsten Dienstes. Dankl m. st., G. d. K. Gesehen: 14. Januar 1915. Puhollo m. st., Feldzeugüreister." Der zweite Sohn, Friedrich L ich t e n st e in, wurde von Berlin zum Infanterieregiment Nr. einberufen. Cr kam mit seiner Kompagnie an die russische Front., Für seine Tapferkeit wurde er mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet. Der dritte Sohn, Ladislaus L i cht e n st e i n, kämpft an der italienischen Front. Der vierte, Julius^ Patrouillenführer, dient bei einem Mörserregim'ent .auf dem nördlichen Kriegsschauplätze und wurde mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der jüngste Sohn, Ge za, rückte im Mai 1915 zu den ' ern ein. In Anerkennung seines tapferen Verhaltens wurde er außertourlich zum Fähnrich! befördert und erhielt nacheinander die silberne Tapferkeitsmedaille 1. und 2. Klaffe. __ („Egyenlöseg.") Jüdische Kamitten iw Jelde. Der Zsolnaer KaufmänN Moriz Ring hat sieben Söhne beim Militär. Außer seinem« jüngsten Sohne, dem 18 jährigen Arpad R i n g, der bei der letzten Musterung geeignet befunden wurde, waren sämtliche Brüder bereits im Felde oder sind auch heute noch draußen. Der eine Sohn, Franz, ist Mediziner, besitzt bereits, die bronzene Tapferkeitsmedaitle und das goldene Verdienstkreuz und erhielt bas Belobungsdekret. Se. Majestät ernannte chn zuM Sanitätsleutnant. Der Vater der sieben Briüder hatte seinerzeit an der bosnischen Okkupation als Unteroffizier teilgenommen. Moriz Gr'oszm gnn, Getreidearleiter in Budapest, hat vier Söhne beim Militär. Der älteste, Rudolf, 38 Jahre alt, ist als Infanterist, im Januar 1916 mit einem Brustschuß schwerkrank in russische Gefangenschaft geraten5'^ine- Brust" schßrKckk die größt! silberüe Tapferkeits-Medaille. Auch der zweite Sohn, Anton, geriet beim Falle von PrzeMyfi mit einem Lungenschuß in russische Gefangenschaft; er wurde mit der kleinen.silbernes! Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der dritte, Matthias, 30 Jahre alt, Honved, war bereits zweimal verwundet und 'ist zweimal mit der kleinen silbernen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet worden. Auch der vierte Sohn, Aladar, 26 Jahre alt, besitzt bereits die große silberne. Tapferkeitsmedaille.; Zum Heldentod des Aeldravöiners Ar, Adolf Kelemen. Man schreibt dem „Pester Lloyd", .Nr. 52: ,,Gestatten Sie Mir, anläßlich! der heutigen Meldung vom Tode des Feldrabbiners Adolf Kelemen eine charakteristische Erinnerung an diesen schlichten Helden mitzuteilen. Ich war heuer zur Kur in Gastein, als mir eines Tages ein Feldrabbiner gemeldet wurde. Der Name war mir unbekannt, doch« der Mann gewann mir bei seinem Erscheinen sofort das Herz. Sein Anliegen ging dahin, daß ich ihm einige empfehlende Zeilen an Baron H a za i gebe, damit es ihm wieder gestattet werde, an die Front zurüchukehren.. Er sei nach einjähriger Tätigkeit als Feldkurat in. den Krankenstand versetzt worden, weil man an ihM hochgradige Arteriensklerose konstatiert hatte. „Doch in Gastein bin ich wieder vollkommen hergestellt worden, ich bin ganz gesund, es fehlt mir gar .nichts, Ich Muß das am besten wissen," wiederholte er mit eindringlicher Beharrlichkeit. So sympathisch mir die Bitte war, bm Mann an die Front zu protegieren, so zögerte ich dennoch. Dia spielte der Feldrabbiner den letzten Trumpf aus, er zog ein Bündel Briefe-'von Mitgliedern' des- OMzierkorps chervor, ine sämtlich mit kameradschaftlicher Wärme die Lücke beklagten, die sein Abgang gerissen, da er, abgesehen von seiner Seelsorgetätigkeit, durch sein ganzes Wesest und Gebaren im Offizierkorsts als auch bei der Mannschaft viel zur Erhöhung der Stimmung beigetragen habe. Die Briefe Machten einen sehr rührenden Eindruck, und ich konnte nicht widerstehen. Offenbar wurde die Sehnsucht Kelemens bald erfüllt. Er ist an die Front zurückgekehrt, und nun hat chn ein Granatsplitter getötet; er ist in die Walhalla, der reinen und edlen Helden versetzt worden. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, gleichsam ein Zypressenreis an dem Grabe dieses Mannes niederzulegen, der im schlichten Ornat des Feldgeistlichen die Seele eines edlen und opferfreudigen Helden geboren." Aus dem Ietde der KHre gefasten. Der Techniker Friedrich Münz aus Polnisch-Ostrau. Fähnrich in einem Infanterieregiment, ist bei einem Sturmangriff in den Karpathen an der Spitze seines Zuges infolge eines Herzschusses gefallen. Fähnrich Münz ist der einzige Sohn des hiesigen Kaufmanns Michael Münz und ein Neffe des stettvertr. Cheftedakteurs des „N. Wr. Tagbl." BernhardMünz. Er war vor seiner Einrückung seinerzeit beim Bau der Ostrau— Karwiner Bahn in der Bauleitung tätig. Are Beerdigung eines rusfisch-Mischen Kriegsgefangenen. Ein Winternachnrittag. Der Horizont hatte sich in schwere, graue Wolken gehüllt. Auf des heulenden Sturmwindes unsichtbaren Schwingen hüpfen inr Wirbeltanze Schneeflocken. Dazwischen flattern nach Beute schreiende und krähende Krähen. Ein russischer Kriegsgefangener jüdischen Glaubens wird zu. Grabe getragen. Die Farben- und Musiksymphonie der Natur verleiht die richtige Stimmung. Vor dem ungedeckten Sarge marschiert ein Zug andersgläubiger Kameraden und hinter ihm folgen die Glaubensgenossen, die die Trauerpsalmen des Borbeiers leise nachsprechen. Nur wenige Soldaten der Wachmannschaft mit aufgepflanzteu Bajonetten begleiten den Kondukt. Der Schnee vermählt sich mit dem lehmigen, gelben Boden und bildet so einen schwer zu durchwatenden Kotbrei. Der Weg dom Gefangenenlager bis zu dessen Friedhof ist weit und öfters werden die Träger des Sarges von Kameraden. abgelöst. Der Lagerfriedhof ist erreicht. Seine Pforten sind weit geöffnet und Totengräber verrichten schweigend ihr trauriges Werk. . . . In fymetrischer Ordnung liegen beim Eingänge in mehreren Reihen die Grabhügel' der Russisch-Orthodoren. Vor ihnen stehen schlichte Hotzkreuze. die auf einer Blechtafel Name und Regiment des in der Gefangenschaft Dahingeschiedenen in deutscher und russischer Sprache tragen. Gegen Osten gewandt liegt in winterlicher Stille der Gottesacker der Mohammedaner, aus welchem beschneite Eisenstäbe mit Halbmond und Stern hervorleuchten. An der Seite seiner christlichen Kameraden wird der Verstorbene zur ewigen Rühe gebettet. Nun besteigt der Seelsorger den hochausgeschauselten Hügel, um dem unbekannten Verblichenen einen Nachruf zu widmen. Er schildert mit ergreifenden Worten die Leiden, die der Krieg hüben wie drüben hervorrief, er rühmt die soldatische Treue, die die Ringenden in Kamps und Tod beseelt.*) *) Er weist und kennt die Kriegsnot. denn auch er wirkte viele Monde an der Front und er mutzte gar manche traurige Botschaft an Hinterbliebene. übermitteln, wenn der Trost den Schwerverwundeten nicht mehr Nützen konnte. Man vernimmt lautes Schlugen ..... der Redner sucht seine Worte der Sprach seiner Zuhörer anzupassen und schlietzt mit dem Tröste der heiligen Schrift: „Wenn auch Ihr im Lande Euerer Feinde «weilet, so will ich Euch nicht verschmähen und mein Bündnis pnit Luch niemals lösen, denn ich bin Euer Goft." Es weinen und schlugen auch die russisch und grusinisch, sprechenden.Kriegsgefangenen, wenn sie auch die Worte des Seelsorgers nicht verstehen.... Dumpf fallen die Schollen auf den schlichten Sarg. Armin Wil ko witsch."! Aer deutsche Beichskanzter, die Wiener „Weichspost*' und die Wermazzotl) der Wiener Inden. Im preußischen Abgeordnetenhaus hat der deutsche Reichskanzler eine Rede gehalten, welche die stärkste Sen-