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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-09 · 10 (9.3.1917) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
10 (9.3.1917)
Date
1917-03-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 10 Sette 133 Dr. Bloch s Wochenschrift Die Tätigkeit aus diesem Gebiete erfordert große Und' reiche Mittel uud er gibt die Anregung zur Schaffung einer Z e n t r a l st c f ( c für Kindersürsorge. Präsident Dr. Alfred Stern bringt eine foeber: eingelausene Z u s ch r i s t d e 8 Vorstandes d e r Prager Kultusgemeinde zur Verlesung, in wel cher u. ,a. bekan'utgegebeit wird, daß die Verfügungen der Prager Behörden gegen die galizischien Flüchtlinge, welche in der B egö l1 c rnn g so g ro ß e En tr üstnn g h er v o rgerusen haben, zurnckgezo gen wurd eu. Kultusvorsteher B r o d betrachtet die Uttierrichtssrage als die allenvichtigste. Von der richtigen Lösung dieser Frage hänge eigerttlich die Zukunft der Kultusgemeinde ab. Er freue ficfj, daß diese Anschauung auch von den übrigen 'Vorstandsmitgliedern geteilt wird, doch würde er -es gerne sehen, daß soviel Vorstandsmitglieder wie möglich der UnterrichtskoMmissiou 'beitreten, damit sie dort ihre Wunsche und Airregungen bekanntgeben uird so gu den: Aufbau eines' gestruden Unterrichtswesens nrithelfen. . Die Budgetdebatte habe gezeigt, daß ein großer Teil der Vorstiandsmitglieder wertvolle Anregungen gebracht, und daß es nur an Gelegenheit nrarrgle, diese Anregungen eingehend zu besprechen, da sich die Geschäftssitznnger: des Vorstandes hiezu wenig eignen. Er gibt die dtnregrrrrg, rvenigstens einmal im Jahre eine Sitzung bloß nrit der einen Tagesordnung: Anregungerr und Diskussion, anzuberaumen. Hofrat Dr. Löwrrer bespricht eingehend die Frage des Jugendunterrichtes urrd plädiert mit Nachdruck für eine Modernisierung des Religionsunterrichtes entsprechend den Bedürstrisseir der heutigen Jugend, die wir geistig auskiüsten müssen für .den Kampf, der jirns bx'vprHht.. ..Tatsache' isü leider, daß die Jugend von heute der Mtigrön" gegenüberindifferent' dasteht, und wir sollten aber doch Sorge tragen, sie .Mr die Kultilsgemeinde und ihre Aufgaben gewissermaßen heranzuziehen. Die Frage des Religionsunterrichtes entsprechend der modernen Zeit und den Bedürfnissen der modernen Jugend beschäftige die Kommissionen, doch sei bis fetzt kein Plan aufgetaucht. welcher einen voller: Erfolg versprechen würde. Einer: wichtiger: Faktor für die künftige Entwicklung des Judentums ir: Oesterreichs erblickt auch- Redner in der Schaffung einer Gesamtorgarnsatlon der Judenschaft Oesterreichs, wie sie dom Gerneindebund angestvebt ivird. Die Berr:ühur:ger: zur Erreichung dieses Zieles diirfter: nicht aufgegeben werde::. Ir: sehr empfirrdlicher Weise mache sich die Stagrration in der Lösung der R a b b i n e r f r a g e fühlbar und Redner rvünscht, daß auch diese Angelegenheit endlich vorwärts gebracht werde. Es müsse wieder ein.Mannheimer kommen, ein Mann vor: sozialen Instinkten, der die sozialen Aufgaben des Judentums richtig erfaßt und uns aus dem Sumpfe herausführt. Nach Annahme eines Arttrages auf Schluß der Rednerliste erhält Dr. Schwarz-Hitler das Wort. Erweist ir: eingehender Auseinandersetzung nach, daß einzelne Redner feine ir: der vorigen Sitzung gemachter: Ausführungen mißverstanden haben. Besonderes Interesse erweckten seine Bemerkungen über die Führung vor: Kinderheimen, indem er erklärte, daß feine Erfahrungen auf diesem Gebiete ihr: gelehrt Haber:, daß die Kinderheime in der Praxis unbeschadet der anzustrebender: Ideale gegenwärtig nur konfessionell oder national gesondert segensreiche Arbeit leisten können. Ebenso sei er auf Grund der gesammelten reichen Erfahrungen zur Ueberzeugung gelangt, daß die humanste und staats'erhaltendste Form der Kinderfürsorge nicht in dem System der Kostfrauen, sondern einzig und allein.::: dem.System der Kinderheime bestehe. Im , übrigen halte -er) da keiner der Redner feine Ansichten über die oou ihm in der vorigen Sitzung behandelten Frage sozialpolitischer Statur tatsächlich widerlegt hat, dieselben vollinhaltlich aufrecht. - ■ Hierauf wird die Beratung über das -Budget vertagt und die öffentliche Sitzung geschloffen. Me amerikanischen Spenden. . Mit Bezug aus die. durch die Tagesblätter verbreitete Nachricht über die dpr „Israelitischen Allianz zu Wien" durch den amerikanischen Botschafter zugegangene Spende von 248.000 Dollar wird uns vom Borstande der „Israelitischen Allianz" folgendes mitgeteilt: Es handelt sich nicht um eine neue. Geldznwendung, durch welche der Verein in die Lage käme, in weiterem Umfange als bis jetzt Unterstlrtzungen zu gervähren, sondern un: eine Deckung für bereits seit längerer Zeit gegenüber allen FWchtlirrgskomitees und den notleidenden- Gemeinden in Galizien und Ruffisch-Polen übernommene Verpflichtungen. Während des ganzen verflossenen Winters hahen die Subventionen der „Israelitischen Allianz" an zirka 200 Flüchtlingskomitees in Böhmen, Mähren, Schlesien, Oberösterreich,' Steiermark. Salzburg und in Wie:: insgesamt monatlich nahezu K. 300.000.—, die Subventionen in Galizien monatlich K. 150.000.— und in Russisch-Polen monatlich K. 127.000.— ausgemacht, wobei außerordentliche einmalige Beiträge nicht mitgerechnet sind. In einen: detaillierten Berichte, welcher: die „Israelitische Allianz" über die Aktion bis zum 31. Dezember 1916 an das Hilfskomitee in Newyork erstattete und in welchem. alle unterstützten Orte nebst den verwendeten Summen angegeben waren, waren für die Zeit vom 1. Juni 1916 bis Ende des Jahres allein für Flüchtlinge Kronen 1,968.542.—, für Galizier: K. 910.870.—, für Russisch- Polen K. 915.300.—, außerdem für die Hilfsäktion in Ungarn (durch das auf Veranlassung der „Jfraelitifchen Allianz" von Vertretern aller Parteien gebildete, vor: Hofrat Franz Ä zekely geleitete Hilfskomitee) Kronen 430.429— ausgewiesen. Diese dank der Hochherzigkeit der amerikanischen Glaubensgenossen in so großem Umfange geleitete Aktion hätte bald eingestellt werden müssen, wenn das Komitee in Newyork nicht durch Vermittlung des Staatssekretärs Lau sing in Washington der Allianz durch einen neuen Beitrag zu Hilfe gekommen wäre. Dadurch ist der Verein imstande, in: Rahmen der bis jetzt übernomnreiten Verpflichtungen die Aktion durch einen gewissen Zeitraum fortzusetzm. Es wird uns gleichzeitig mitgeteilt, daß Unterstützungsgesnche einzelner Personen oder Familien von der Zentralstelle in Wien aus nicht ir: Behandlung gezogen werden können. Die Hilfsaktion ist so organisiert, daß jeder .Ort einem Fürsorgekomitee untersteht, an welches sich die einzelnen Petenten zu wenden haben. „Für die Zukunft unserer Mädchen." Unter diesen: Titel wurde in Ihremgesch. Blatte von: 23. Februar von Herrn Herrman König ein Artikel veröffentlicht mit der Anregung, auf welche Weise unseren armen Mädchen eine Mistenz zu beschaffen möglich wäre und wie unsere Glaubensgenossen gleichzeitig zur Behebung der Lebensmittelnot etwas beitragen könnten. In den Sonntapsblätter:: war von dem Volksernährungsamt ein Aufruf erschienen des Inhalts, wonach allen Personen der Gemüseanbau, infolge bestehenden Mangels darin, sehr Ms Herz gelegt wurde. In Deutschland ist man sogar noch weiter gegangen; dort

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