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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-23 · 8 (23.2.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
8 (23.2.1917)
Date
1917-02-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Bl och's Wochenschrift Sau 127 siche .Phraseologie mit den Worteir ansdrückt: iitdi- 0idueU nti t eine nt Altslng von Ewigqiltiq - keit. Wenn wir ein solches Gebet aus alten Zeiten hatten, wurde nran es unzweifelhaft noch eher würdigen. Aber das macht nichts. Wenn unsere, ans feindlichem Boden lebenden Gefangenen z. B. den „Szozat" oder so en „Hymnus" zufällig nicht, kennen würden, würden sie gerne auch eilt beliebiges anderes Lied mit ungarischer Beziehung oder ungarischem Text aufgreifen. Es soll sie nur an ihr Ungartum erinnern. Nun ist ein Sterbefall eine Gelegerrheit, die religiöse Gefühle auslöst, und ist das Kadisch ein die höchste Religiosität ausdrückendes, universelles Gebet. Der Text: „Gebenedeit und geheiligt sei sein großer Name!" hat zwar mit der Aktualität nichts gemein, aber dessen ständige Wiederholung wird seelisch umso leichter. Schsüler: Demzufolge kann das Kadisch auch bei anderen Gelegenheiten gesagt werden. . . . Professor: Es konnte wohl sein, wenn die Tradition Passelbe nicht für diesen Zweck beschlagnahmt hätte. Ebenso wie die nationale Tradition den Szozat und den Hymnus zu Gebeten geweiht hat. Schüber: Diese sagt' man doch aber nicht Tag für Tag! Professor: Weil man es nicht nötig hat, uns das Vaterland Tag für Tag ins Bewußtsein zu prägen, das geleitet uns auch ohnedies auf unsereu Wegen, fast bei allen Manifestationen. Aber Gott ist im Himmel und die Religiosität fällt soweit von der Sphäre unserer individuellen oder öffentlichen Tätigkeit, daß wir sie stets heraufbeschwörett müssen, damit sie dieselbe irgendwie durchdringe. Und auch das Andenken der Eltern sehnt sich täglich in unsere Seele zurück. Schlüte r: Warum rezitieren wir es also nicht zu Hause? .. . Professor: Schauen Sie, wenn Sie morgens zeitlicher ausstehen, Ihre Schularbeiten so arrangieren, nur beim Kadisch iM Tempel sein zu können, dann haben Sie sich während der ganzen Zeit Ihrer Vorbereitung und Ihres Tempelganges mit dem Andenken Ihres Vaters beschäftigt. Ihm haben Sie ein Opfer gebracht an Zeit, an Bequemlichkeit. Die Alten haben dies damit ausgedrückt, daß man bei frommen Handlungen „szecliar lialiclia“ f)at, ix i. den Lohn, das Verdienst für den Weg, für die Vorbereitung. (Aus dem Ungarischen des Fach-Inspektors Dr. M. T 6 n y e s in Budapest» übersetzt von Rel.-Pros. Dr. Jg. Fried lieb er.) Literatur. Dr. Artur Rosenberg. Beiträge zur Geschichte der Inden t. Steiermark. Wien, Braumüller, 1914. (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Oesterreich. Herausgegeben von der historischen Kommission der israel. Kultusgemeinde Wien, 6. Band. S. 10 und 200.) Auf die Vorrede folgt der darstellende Teil dieses Werkes mit fünf Kapiteln, und zwar: 1. Uebersicht über die allgemeine Geschichte, 2. Die Rechtsverhältnisse, 3. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, 4. Die sozialen und kulturellen Verhältnisse und 5. Die Beziehungen der Juden zur Steiermark feit ihrer Ausweisung 1436 bis zu ihrer Wiederansiedlung <1367, S. 1—117, hierauf Erkurse S. 119—144, Beilagen. S. 145—180, Verzeichnis der abgekürzt angeführten Werke S. 181—186, 'Personenverzeichnis S. 187—196 und Verzeichnis der geographischen Bezeichnungen S. 197—200. Die handschriftlichen Quellen, welche zumeist noch nicht veröffentlicht in den Archiven gefunden werden mutzten, sind recht fleißig herangezogen worden. Das denselben entnommene Material bezieht sich aus die nutzeren Lebensbedingungen der Juden in Steiermark, Kärnten und Kram während der drei Jahrhunderte, vom 13. Jahrhundert bis zu ihrer Ende des 15. Jahrhunderts stattgefundenen Vertreibung. Die Zeit feit der Mitte des 18. Jahrhunderts — mit den ersten Bestrebungen ihrer Rückberufung (sie! vergl. das Promemoria des Kammerpräsidenten in Steiermark Grasen Adolf v. Wagensperg vom 30. April 1760 an die Wiener Regierung) — bis zur Wieder errichtnng der ersten jüdischen Knltnsgemeinden im Lande wird urkundlich pikiert. Für die Kenntnis der innere n Zustände der Juden bieten diese Beiträge wemg. Außer den Angaben über die Existenz der Judenmeister, Synagogen und Jndsnrichter wird über kulturhistorisch Bedeutsames nichts mitgeteilt. And doch (wäre in dieser Hinsicht manches den beigelegten Aktenabschriften zu entnehmen. So z. B. die Anwendung des Bannes, durch die ..Judenmeister" verhängt, bei zivilrechtlichen Streitigkeitsfällen, die Gepflogenheit, gütige Urkunden „mit unser jüdischen geschrist ■ zu einer waren urchund der warheit" zu bestätigen, und zwar sowohl seitens Frauen als auch Männern, dann die zum Teil eigentümlichen jüdischen Namen, von denen z. B. der Vorname Feiertag als das deutsche Aequivalent des Jomtob angesprochen werden muß,, sowie die Tatsache, daß unter sämtlichen, in den beigelegten Akten und sonst als in- Steiermark rc. wohnhaft angeführten Juden nur ein einziger als Landfremder. „Abraham, der B e h e m", bezeichnet wird. Sonst werden alle übrigen auf die einzelnen Städte des Landes zurückgeführt. Hebräisch geschriebene Quellen oder Werke werden im ganzen Buche nicht genannt. Ein Sachinder fehlt. In der S. 45. Anm. 1. aufgestellten Behauptung, daß in jenen Fällen, wo jüdische Frauen „an Stelle ihrer Männer dem Broterwerb nachgingen", „es sich um Frauen solcher Männer handle, die dem Gesetzes st udium oblagen, wofür nach jüdischer Sitte eine Besoldung nicht genommen werden darf", ist zu bemerken, daß die jüdische Sitte ursprünglich (bis zum 14. Jahrhundert) die Besoldung der Gesetzeslehrer (Richter. Rabbiner) für diese ihre religionsgesetzliche Funktionen verboten hat. Das geistliche, das richterliche und das Lehramt sollten ideale Ehrenämter sein. Hingegen eine Entlohnung für das Gesetzesst u d i u m wurde nirgends verboten, well es eines Verbotes hiezu nicht bedurfte. Auch sonst in aller Welt wird oder wurde das Studium als solches nirgends bezahlt. Ilebrigens ist dieses Buch, welches auf gediegener archivalischer Grundlage interessante Tatsachen aus dem «ökonomischen Leben der mittelalterlichen Inden in einem Teile 'der Alpenlünder mitteilt und nützliche Beiträge zur Geschichte der Juden in Steiermark liefert, als eine Bereicherung -der einschlägigen Literatur nur zu begrüßen und allen Freunden der jüdischen.,.Geschichte zu empfehlen. Przemysl. Dr. Josef Mieses. „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 16. Jahrgang. Heft 3. Prag, den 2. Februar 1917 (10. Schebat 5677). Redaktion und Administration: Prag. II., Stefansgasse 629. Inhalt: Nach. Th. Moore : Zum Lied er-Sabbat. — Ben J e h uda : Zum Wochenabschnitt. — Joses Hart: Vom häßlichen Entlein. — Tobia. der Daniter. — Eine Hochzeit nach altjüdischem Brauch (Illustration). — Beim Studium (Illustration>. — Erete Obernik: Die ungehorsamen Wasser. — I. Fried: Der betrogene Wolf. — Schlesinger-Silenski: Der weise Hebräer. — Moritz Antscherl (Wien): Merkverse. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel. Nr. 4. Prag, den 16. Februar 1917 (24. Schebat 5677). Redaktion und Administration: Prag. II.. Stesansgasse 629. Inhalt: Der Streit Kains und Abels. — Ben Jehuda: Zum Wochenabschnitt. — Joses Hart: Vom häßlichen Entlein. — Samuel, der Prophet. — Die hebräischen Schriftlichen. — Das Gebäude der Altneufyuagoge (Illustration). — Das Sackgähchen an der Pinkasfynagoge (Illustration). — Die Juden in Prag. — Schlesinger-Silenski: Der weise Hebräer. -- Aus Palästina (Die Samaritaner). — Rätselauflösungen. Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel. ,-Jeschurun". Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemut h. 4. Jahrgang. Heft 1. Verlag des „Jefchurun", Berlin N. 24. Inhalt: Ergiehungsftagen in Ost und West. — D. Hofsmann: Probleme der Pentateucheregese XII (Lrodus 1, 1—6. 1). — A. Blau: Ein Beitrag zu: ..Charles Dickens und die Juden". — S. Kaatz: Talmudisches. — I. Neubauer: Eine Exegese R. Juda-ha-Chassids im Lichte des Coder-Hammurabi. — Prof. Kittels Obergutachten. — E. Biberfeld: Das Lied vom xoackeren Weib. — H. Levy: Die Judenfrage. — Bücherbesprechung. _ Nachlässe der Wiener Juden im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beittag zur Finanz-, Wirtschasts- und Familiengeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Herausgegeben und bearbeitet von Dr. I. T a g l i ch t. Wien und Leipzig ' 1917. Wilhelm Braumüller. k. k. Universitäts-Verlagsbuchhandlung. Gesellschaft m. b. H.

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