Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 8 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Srite 128 * Dr. Blo'ch's Kriefkasterr. Zu besonderer Beachtung! In großem Wald- und Quellen- Kurort, vier Bahnstationen von Wien, woselbst viele jüdische Kurgäste und.nur sehr wenige jüdische Aerzte sind, bietet sich günstige Gelegenheit, zum Ankauf eines erst vor .acht Jahren modernst erbauten und vor fünf Jahren ganz neu eingerichteten Logierhauses mit 35 großen Zimmern, knapp am Walde, fünf Minuten vom Bahnhof und nahe den berühmten Quellen, das sich als Sanatorium, Ferien- oder Erholungsheim, Erziehungs- Anstalt oder Waisenhaus, jüd. Gasthof und dergleichen hervorragend eignet und einschließlich 600 Quadratmeter Garten nebst Einrichtung um 100,000 Kronen verkäuflich ist, bei halber Anzahlung. Auf Wunsch kann eine große Grundfläche nächst dem Hause zu mäßigem Preise mitgekäuft werden. Anfragen unter ..Jüdische Gelegenheit 100,000" befördert die Administration der „Oesterreichischen Wochenschrift". A. S. Daß die biedere „Reichspost" Parten betreffend Juden abdruckt und die Ankündigung, daß das Leichenbegängnis von der Zeremonienhalle des Zentralfriedhofes (jüdische Abteilung) stattfindet, ausmärzt, paßt in das System des Betruges, der systematisch gegen den christlichsozialen Leserkreis verübt wird. Die Leser sollen nicht erfahren, daß die ..Reichspost" auch jüdische Parten gegen Bezahlung abdrucke. Die Wahrheit den Lesern zu verheimlichen, erachtet seit je dieses fromme Blatt (als seine Hauptaufgabe. Und wenn man dort die Todesanzeige eines israel. Kultusvorstehers liest, so ist es so, als ob es sich um Lie Todesanzeige eines Parteigenossen handelt. Derlei Kunststücke gehören nun Ural zum antisemitischen Metier und zur antisemitischen Moral. F. Birnbaum, Eissel. Die Transferierung der galizischen Flüchtlinge wird vorläufig nicht geplant. Dr. D. St. in Zürich. Ein gewesener „Rabbiner", der nicht inehr amtiert, verliert die Begünstigungen des § 29 und unterliegt der Mustcrungspflicht. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. P o d z a m c z e, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). W o ch e n - P r o g r a in m : Freitag, den 23. Februar, Anfang 7 Uhr: „Bostenoi", Operette in vier Aufzügen. Samstag, den 24. Februar, nachmittags. 3 Uhr: Wochenschrift" „Die Weiber" Lebensbild in vier Aufzügen; abends halb 7 Uhr, Reu, zum erstenmale: ,,Die gestörte Chasene", Lebensbild in vier Aufzügen. Sonntag, den 25. Februar, nachmittags 3 Uhr: „Iüdele", Lebensbild in vier Aufzügen; abends halb 7 Uhr: „Die gestörte Chasene. Montag, den $6. Februar, ^Anfang 7 Uhr: >,Das X. Gebot, ^Operette in vier Aufzügen. Dienstag, den 27. Februar, Anfang 7 jUhr: „Die jüdische AZeschume", Lebensbild in vier Aufzügen. Mittwoch, den 28. Februar, Anfang 7 Uhr: „Bas Schewa" Operette in vier Aufzügen. Donnerstag, 1. März, Anfang 7 Uhr: Auftreten der Schauspielerin Anna P a l e p a d e. Gordin-Abend: „Chasie, die Iesojme" von Gordin. Die 44. Staatswohltätigkeitslotterie. Zur Unterstützung wohltätiger und gemeinnütziger Institutionen wird die 44. Staatslotterie für Zivilwohltätigkeitszwecke veranstaltet. Die Ziehung dieser überaus populären Geldlotterie findet am 22. Februar 1917 statt. Dieselbe ist, wie aus dem Spielplane hervorgeht, reich mit Treffern ausgestattet und weist Hauptgewinne von 200,000 Kronen, 50,000 Kronen, 30,000 Kronen, 20,000 Kronen rc. auf. Lose sind um den Preis von 4 Kronen in Kollekturen, bei Geschäftsstellen der Klassenlotteris» in Tabaktrafiken, Wechselstuben, bei Steuerämtern, Postämtern, Bahnämtern rc. erhältlich. Nanctte Edle von Weriheimftein schc Ansstattmrgs- Stiftmig. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je Kr. 230. -. DewrcbnngsberechtigL sind: Arme israel. Mädchen, zunächst aus der Verwandtschaft der Frau Nanette Edlen von Wertheimstein, bei deren Abgang aus der Verwandtschaft des Stifters, Herrn Sigmund Edlen von Wertheimste'.n, sowie endlich in Ermanglung auch solcher, arme israel. Mädchen aus der israel. Kultusgemeinde Wien. Verlelhungstag: 27. April 1917. Eesuchsberlagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Verlobungsnachweis, Sittenzeugnis, gegebenenfalls Verwandtschaftsnachweis durch legale Dokumente. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 28. Februar 1917. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche sich vor dem Verleihungstage verehelichen, verlieren, jeden Anspruch an diese Stiftung. In tiefer Webmut bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, daß unser Präsident Dr. Arnold Rosenbacher Ritter des Franz. Josefs=Ordens, Landesadvokat, Mitglied der judiziellen Staats und der Richteramts Prüfungskommission, gew. Vizepräsident des deutschen Juristen» Vereines, ehern. flusScbußmitglied des Vereines für die Geschichte der Deutschen in Böhmen, Präsident des böt.m. Gemeindebundes, Vorstandsmitglied des csterr.Gemeinde» bundes,- Präsident der Prager Ortsgruppe und Vorstandsmitglied der israel. H.lianz in Wien, Mitglied des Kuratoriums des Wiener Rabbinerseminares, Obmann der Rechts» Sektion und zahlreicher anderer Repräsentanz=Kommissionen usw. usw. in der Nacht auf beute aus diesem Leben geschieden ist. Groß und schmerzlich ist der Verlust, den seine Angehörigen, seine Freunde und Verehrer, den alle Bedürftigen und Bedrängten beklagen, schwerer und herber der, den die Wohltätigkeitsanstalten, gemeinnützige und Wohlfahrtseinricbtungen in Stadt und Land und Reich und im Heiligen Lande, allen voran die in unserer Gemeinde erleiden, denen er durch mehr als vier Jahrzehnte warmherziger Berater, kluger Führer und glänzender Vertreter war. Von Jugend auf ein zielbewußter Kämpfer für Freiheit und Rechtsgleichheit seiner Glaubensgenossen, war er zum tatkräftigen Lenker der Geschicke unserer Gemeinde vorbestimmt. In solcher Würde bat er durch selbstlose, sachliche, umsichtige und kraftvolle Betätigung seines vom Greisenalter nicht bezwungenen Arbeitswillens in allen Zweigen der Kultusgemeinde-Verwaltung Großes geleistet, Größeres in die Wege geleitet, das Ansehen und die Bedeutung unserer Gemeinde mächtig gehoben und für ihre gedeihliche Weiterentwicklung den Boden geschaffen. Wir werden seinesgleichen nimmer wieder sehen. Prag, 21. Februar 1917. Israel. Kultusgemeinde*Repräsentanz in Prag. tzkransgrder und vrremkrrilicher SudaNem: St. Jvzrs S, Blech — Ärnü lvn L. Bcü <K Eohn, Wien, VII.