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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-23 · 8 (23.2.1917) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
8 (23.2.1917)
Date
1917-02-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8 Seite IIS Dr. Bloch's des Talmuds, der Lehren Chinas und Indiens. Von den Philosophien aller Zeiten und Völker wurden Einblicke und Gedanken aufgenommen, schöne Worte und Gleichnisse der Dichter, Könige, Staatsmänner und sonst bedeutender Menschen nicht .vergessen, auch manches Wort eines' noch Lebenden eingesügt, und so von überallher der edle Zweck, zu erbauen, zu belehren, zu trösten, erfüllt. Den einfachen Leser wird nun wohl das Evangeliunr über alles ergreifen, den gebildeteren vielleicht das Fremde tief überraschen, so etwa einer der herrlichen Sätze des Talmuds, wie dieser: „Als die Aegypter im Meere versanken, bereiteten sich die Engel vor, ein Frcudenlied anzustimmen. Da sprach der Herr mit unwilliger Stimme: Meine Geschöpfe haben in den Wogen ihr Grab gefunden und ihr stimmet einen Gesang an?" oder der Upanischaden oder des Laotse. Die wunderbare Güte des Comenius, die starke Religiosität Schleiermachers („Um Religion zu. besitzen, nmß der Mensch erst die Menschheit gefunden haben, und er findet sie nur in Liebe imd durch Liebe"), die tiefe Christianität Kierkegaards, die erhabene Freiheit Fichtes wird jeweils mit einem anderen Licht gegen ihn erstrahlen. Aber auch die Dichter bestehen hier: was könnte geistlicher berühren als dieses Gebet von Wilhelm Raabe: „Du liebster Gott, und wenn man auch den Sonnenschein wegstreicht, so gibt es doch noch den Mvnd und die Lampe am Winterabend; es ist soviel schönes Licht in der Welt!" oder jenes schöne dunkle Wort von Hermann Rehr über den Gang des Menschen oder das innige -Abendgebet von Hermann Hesse, — nicht der alten, längst übernommenen Sentenzen zu gedenken, mit denen Goethes, Klopstocks, Hölderlins, Schillers Namen verbunden bleibt. Eine Gabe des lebendigen Trostes ist hier dargereicht. Möge sie empfangen werden. möge sie Ihre Kraft erproben an den ärmsten, an den geprüftesten Seelen! Felix Braun. . Mtueike Kost für israelitische Soldaten in Hesterreich-Angarn. Der gemeinsame Kriegsminister Freiherr v.Krob a t i n hat in betreff „ritueller Kost für israelitische Mannschaftspersonen" im Hinterlande soeben an alle Militärkommandos einen Erlaß gerichtet. Wie der Budapester „Allgemeinen Jüdischen Zeitung" aus Wien telegraphiert wird, lauten die Hauptbestimmungen des Erlasses wörtliche wie folgt: Den Soldaten israelitischen Glaubens ist die rituelle Kost durch Köche ihrer Konsession bei jenen Unterabteilungen abgesondert zubereiten zu lassen, bei welchen mindestens 100 Mann jüdischen Glaubens vorhandeil sind. Die Herstellung der Kost hat zwecks Ersparung von Service möglichst auf demselben Herd zu erfolgen, wie die der übrigen Mannschaft. Nur wo dies untunlich ist, hat die Herstellung auf einem Herd, auf welchem' die Zubereitung für mehrere Unterabteilungen allgestrebt werden muß, zu erfolgen. Das Zutragen der rituell zubereiteten Kost von der Kultusgemeinde in die militärischen Unterkünfte lvird llur dann gestattet, iuemt die Kost in Speisetraggeräten itt der Größe für mehr als zehn Portionen — für deren Beschaffung jedoch unbedingt die 'jüdischeil Kultusgenreinden aufzukoimnen hätten — in die militärischen Objekte erfolgt. Das Zutragen der Kost hat m diesem Falle in militärischer Ordnung, unter Führung eines Unteroffiziers Zil erfolgen. Das Abholen der Kost mit Menageschalen wird nicht gestattet. Diesfalls ist die Ueberwei-' filng des Menagegeldes' von den Unterabteilungen an die die rituelle Kost zul ereilende und abgebende Kultusgemeinde gestattet. Der Unterabteilungskommandant (Stellvertreter), dann die Vorgesetzten Kommandanten haben sich fallweise davon zil überzeugen, daß die Her- Wochenschrift" gestellte Kost in Güte und Menge auch dem Menagegeld entspricht. Ueber vorgebrachte Bitte des Mannes wird die Anzahlung des Menagegeldes auf die Hand an einzelne Personen, jedoch, nur an den höchsten Feiertagen bewilligt. Die Militärkommandos haben im Sinne der vorstehenden Bestimmungen das Weitere im eigenell Wirkungskreise zu veranlassen. Mehrkosten infolge Verabreichung der rituellen Kost dürfen dem Aerar keinesfalls erwachsen. Diese Verfügung hat für die Armee im Felde unb für die im Bezüge der Kriegsverpflegung stehenden Unterabteilungen keine Giltigkeit. Da wegen Herstellung der islamitischen Kost bisher keine Klagen eingelaufen find, Hat die 'Zubereitung in der bis her ge übten Weise zu erfolgen. Iacoö K. Schiff. Ein treuer Freund Deutsch!ands iln Auslande, einer der prominentesten Deutschamerikaner, der bekannte Newyorker jüdische Philanthrop Jacob H. Schis f. beging am 10. Januar seinen 70. Geburtstag. Er ist 1847 in Frankfurt a. M. geboren und wanderte, achtzehnjährig, nach Newyork aus, wo er 10 Jahre später Mitglied der bekannten Bankfirma Kuhn, Loeb und Co. wurde, die er bis zu ihrer heutigen, auf dem amerikanischen Geldmarkt für manche Zweige fast ausschlaggebenden Bedeutung erhob. Sein tatkräftiges Eintreten für Japan in: Russisch-Japanischen Kriege ist noch allgemein bekannt. Er finanzierte Japan zu drei Anleihen im Gesamtbeträge von 75 Millionen Dollar und wurde so der beste Verbündete des Jnselreiches gegen russische Barbarei. Japan überschüttete den Bundesgenossen, wie ihn die japanischen Zeitungen nannten, mit allen möglichen Ehrungen. Schiff hat eine reiche philanthropische Tätigkeit entfaltet. Er beschenkte Newyork mit schönen Bauten. darunter auch. Heime für jüdische Anstalten, z. B. das American Jewish Theological Seminar und die Hebrew Ioung Men-Society. Newyork verdankt ihm auch eine Anzahl von Monumentalbrunnen, er stellte ihr auch reiche Mittel zur Errichtung von Settlements zur Verfügung. Die Jto fand in Schiff einen verständnisvollen Mitarbeiter für ihre Galvestontation, er ist einer der Begründer des Montefiore-Heims, dessen Vorsitz er vom ersten Tage ab führt. In diesem Kriege hat Schiff sich als warmer Freund der deutschen L-ache gezeigt. Er gab seine japanischen Orden zurück und schied aus der amerikaltisch-japanischen Gesellschaft aus, weil er zu einem Staate, der (mit Rußland gegen Deutschland kämpft, keine Beziehungen haben wollte. Die Friedenspropaganda, die Schiff betreibt, hat die englische Oeffentlichkeit stark beunruhigt, ein sicheres Zeichen für die Bedeutirng, die Schiff für die amerikanische Oeffentlichkeit hat. Die „Daily Mail" warnte in einem Leitartikel vor der Unterschätzung der Schifftschen Propaganda und bezweifelt Lord Greys Fähigkeit, sich gegen den hellsten Kopf der Vereinigten Staaten zu behaupten. — An der Hilfsaktion für die jüdischen Bewohner der okkupierten Gebiete hat Schiff sich mit gewohnter Freigebigkeit beteiligt, auch an den Vorarbeiten für den amerikanischen Kongreß nimmt er nach anfänglichem Widerstreben großen Anteil. Wir wünschen dem treuen Freunde des' alten Vaterlandes noch einen langen, arbeitsgesegneten Lebensabend. Korrespondenzen. Aus einem Briefe aus Jerusalem, 25. Dezember 1916. Ich ergreife die gute Gelegenheit, um Ihnen ein Bild von den hiesigen Verhältnissen zu geben. Vor Kriegsbeginn zählte unsere Heilige Stadt etiva 59.999 oder

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