Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 7 (16.2.1917)
- Date
- 1917-02-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 104 Tr. Bl och's Wochenschrift Ernennung von Keldraööinern. Mittels Verordnung des Kr iegsmin ist eriums nmrbcn die ijr. Seelsorger Dr. phil. Enmnuel Ha Das imd Jakob K offmann zu Feldrabbinern i. d. R. des k. u. k. Heeres ernannt und ersterer beim Platzkommando in Wien, letzterer beim Stationskommando St. Pölten zur Dienstleistung eingeteilt. Mach dem Tode ausgezeichnet. - Der Kaiser hat dem vor dem Feinde gefallenen Oberleutnant Artur Löwy, Ldstbat., in Anerkennung tapferen Verhaltens das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. Juden im deutschen Keere. Vom „Verband der Deutschen Juden" erhalten nur folgende Mitteilung: . Der „Verband der Deutschen Juden" hat der Angelegenheit, betreffend die aufgenommene Statistik jüdischer Kriegsteilnehmer, seine besondere Aufmerksamkeit zugewendet, hat sich in wiederholten Sitzungen des Eeschäftsführenden Ausschusses und des Gesamtausschusses aufs eingehendste mit dieser Frage beschäftigt und ist bei Behörden, insbesondere bei denk Kriegsministerium, wiederholt mündlich und. schriftlich vorstellig geworden. Ueber die einzelnen seiner Maßnahinen eingehend zu berichten, wird erst in späterer Zeit geeignet sein. Für jetzt halteil wir für angezeigt, auf folgende Punkte aufmerksam zu mach eil: 1. Wie schon bekanntgeworden, Hai der jetzige Kriegsininister Herr t>. Stein in Ergänzung des Erlasses des früheren Kriegsministers Herrn Wild v. Hohenborn eine weitere Verfügung dahin getroffen, daß keineswegs die Behörden ufw. Gelegenheit nehmen sollte», Inden aus ihre» bisher innegehabten Stellungen zu entfernen, da für solch: Maßnahmen nur sachliche Grunde in Frage kommen dürfen. 2. Es ist wiederholt von. den höchsten Behörden die Erklärung abgegeben worden, daß bei Anordnung der Statistik irgendwelche Voreingenommenheit gegen die Juden das Kriegsministerium .nicht geleitet hat, daß es im Gegenteil Beweise gegen die bei ihm eingelaufenen Anklagen gegen Juden gewinnen wollte. 3. Der Kriegsminister v. Stein hat mit Bestimmtheit erklärt, daß alle begründeten Beschwerden über Sonderbehandlung von Juden aufs eingehendste geprüft werden und daß gegebenenfalls Abhilfe geschaffen wird. 4. Fälle, in denen eine solche Sonderbehandlung auch nach dem Ergänzungserlaß des jetzigen Kriegsministers stattgefunden hat, von denen übrigens nur wenige bewiesen sind, haben dem Herrn Kriegsminister bereits Anlaß zu solcher Abhilfe gegeben. 5. Der Herr Kriegsminister hat an <den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes. Geheimen Justizrat Cassel, welcher nach einer. vom Verbände an den Herrn Kriegsininister gerichteten Eingabe von diesem zu einer Rücksprache empfangen worden war, ein Schreiben gerichtet, in dem cs heißt: ./Jedenfalls habe ich festgestellt, daß das Verhalten .der jüdischen Soldaten und Mitbürger wahrend des Krieges keine Veranlassung zu der Anordnung meiner Herren Vorgänger gegeben hat und damit nicht in Beziehung gebracht werden kann." Eine interessante Ernennung. Hofrat Dr. Soma Visontai, seinerzeit ungarischer Reichstagsa'bgeordneter, Parlamentsreferent der -Ännexionsvorlage, wurde vom Kriegsminister für säintliche Militärgerichtshöfe in Bosnien und der Herzegowina zum Verteidiger ernannt.