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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-09 · 6 (9.2.1917) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 88 Dr. Bloch's um Material zur Bekämpfung zahlreicher anonymer Denunziationen zu gewirmen. Wir sind der Ueberzeugung, daß der fetzige Kriegsminister v. Stein bemüht ist, Gerechtigkeit walten zu lassen. Wir dürfen unZ der Hoffnung hingeben, daß die Gleichberechtigung Üinftig eine feste Grundlage unserer Verfassung bilden wird. (Anhaltender Beifall.) Die weitere Tagung befaßte W mit internen Fragen. Rabbiner Dr. Go Id mann (Oppeln) sprach .über „Aufgaben des Zentralvereins nach dem Kriege". Die bisherigen Vorstandsmitglieder werden auf Vorschlag des Bezirksvorstehers Hirsch berg (Berlin) wiedergewählt. Nur an Stelle des' freiwillig ausgeschiedenen Regierungsassessors N a t h a n s o h n (Dresden) trat Eg er (Chemnitz). ___ M die deutschen Logen des Ordens „B'rmi-B'rrch". Deutschlairds Feinde haben den Frieden verworfen. Noch einmal beginnt der Krieg, lauter als zuvor tönt der Waffenktang. Nie war Haus und Herd so bedroht, wie in diesen Tagen. Bitteres brachten uns deutschen Juden die letzten Monde. Man hat Erhebungen angestellt, ob wir uns Gefahren zu entziehen suchten, nachdem Lausende unserer Brüder und Söhne für das' Vaterland geblutet haben. So empört wir darüber sind, in diesem Augenblick tritt unsere Empfindung darüber zurück. Die Grundlagen unseres Ordens, die den höchsten Idealen umfassender Menschenliebe dienen, bleiben unverrückbar bestehen. In diesem Augenblick aber gilt es des Vaterlandes Rettung. Es geht um Ehre, Freiheit und SMständjgkeit,., Ix .gesteigertem. Maße, werden mir für das bedrohte Vaterland durch Not und Tod unsere Pflicht tun. Für sein Wohl wirken und wachen auch unsere Logen. Von diesem Geiste sollen unsere Verhandlungen und Taten beherrscht werden. Großloge für Deutschland VIII U.O. B. B. T i m e n d o r f e r, Präsident. G o l d s ch m i d t, Sekretär. Das deutsche Auswärtige Amt Wer die neue jüdische Gemeindeordnung in Polen. Um über den Charakter der neuen jüdischen Gemeindeordnung in Polen Aufschluß zu erhalten, wandte sich der „American Jewish Chronicle" an den deutschen Gesandten in Washington, Gras v. Bern stör ff, Mit folgender Anfrage: „Sr. Exzellenz Graf v. Bern stör ff, kaiserl. deutscher Gesandter, Washington, D. C. Bezugnehmend auf die Verordnung der deutschen Regierung Wer die Organisation der jüdischen Religionsgesellschast in Polen, welche in weiten Kreisen der amerikanischen Judenheit Interesse erweckt hat, bittet der „American Jewish Chronicle" Eure Exzellenz um Auf- Üärung über die Art und Bedeutung des' erwähnten Gesetzes. Die amerikanischen Juden wünschen zu erfahren, ob das neue Gesetz über die religiöse Autonomie für die polnischen Juden die kulturelle Autonomie aus nationalen Grundlinien einschließt, ferner ob der Oberste Rat der Juden, der durch das Gesetz vorgesehen ist, in der Lage sein würde, an der künftigen Regierung Polens teilzunehmen, und ferner ob es wahr ist daß die polnischen Juden in die neue volnische Armee eingereiht werden sollen." Se. Exzellenz der deutsche Gesandte übermittelte dem „American Jewish Chronicle" daraufhin folgende Wochenschrift" Nr. 6 Antwort, die . vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Z i m m e r m a n n, unterzeichnet ist: Kaiserlich deutsche-Gesandtschaft, Washington, D. C., 8, November 1916. An die Redaktion des „American Jewish Chronicle", Newyork.! In Beantwortung Ihrer Anfrage über den Charakter der Rechte, die den Juden in Polen gewährt worden sind, gestatte ich mir, Ihnen die Abschrift einer Depesche zu übermitteln, die ich soeben.von meiner Regierung erhalten habe: '1. Das neue Gesetz über die Verwaltung und Organisation der jüdischen Gemeinden in Polen übertrifft nach übereinstimmendem' Urteil der Sachkenner bei weitem alle bisherigen Verfassungen für die Juden und hermeidet dadurch die durch die früheren Gesetze verursachten Fehler: Es gibt den Juden weitgehende Selbst-j Verwaltung und die Möglichkeit zur Unterhaltung eigener Schulen und der Entwicklung ihres' eigenen Unterrichtssystems. 2. Die Frage der nationalen Autonomie kann nur durch die polnische Verfassung gelöst werden und konnte durch die jetzige Verordnung nicht vorweggenommen werden. Für diese Frage ist eine vorhergehende Verständigung zwischen Polen und' Juden erforderlich, um einen Jnteressenkonflikt zu vermeiden. 3. Jedenfalls' ermöglicht die gegenwärtige Verordnung die gesunde Entwicklung eines' gedeihenden jüdischen Lebens und eine unbehinderte Vorwärtsentwicklung. Sie schafft Körperschaften, wie Selbstverwaltung zur Organisierung und Beaufsichtigung der Schulen, und diese Körperschaften werden bevollmächtigt, über den Lehrplan zu entscheiden. Sie haben die Befugnis' zur Erhebung von Steuern und damit ist eine repräsentative Körperschaft zur Wahrnehmung jüdischer Interessen ..gebildet. - Die Verwaltungsräte der Kreisgemeinden und der Oberste Rat der Juden, welche in dem gegenwärtigen Gesetz vorgesehen sind, erinöglichen den polnischen Juden, an der künftigen Regierung des Königreichs Polen -teilzunehmen. 4. Eine Zwangsaushebung von polnischen Juden findet nicht statt. Nur freiwillige Meldung von Polen und Juden für die polnische Legion ist ins Auge gefaßt. Der Umfang solcher freiwilligen Meldung kann jedoch jetzt noch nicht vorausgesehen werden. gez. Zimmer mann, Sekretär des Auswärtigen Amts. „HilMomMission 1915" und Kriegsspitalshilfe für i - Palästina. ' Von einem hohen k. u. k. Ministerium desAeußern ging uns die folgende Mitteilung zu, ein deutliches Zeichen, mit welchen Schwierigkeiten unsere Aktion zu kämpfeu hat, und die geeignet ist, das Mitleid der weitesten Kreise für unsere Schützlinge in Palästina zu erwecken: Im Verfolge der telephonischen Mitteilung vom vom 19. d. M. beehrt sich! Pas k. u. k. Ministerium des Aeußern Euer Ehrwürden den nachstehenden Wortlaut eines zur Weiterleitung an Euer Ehrwürden bestiururten Telegrammes aus Jerusalem bekanntzugeben: „Infolge Ausbleibens der erforderlichen Gelder mußte ich die Aufnahme unserer Staatsangehörigen in das hiesige Rothschild-Spital mit 16. d. M. einstellen. Krause Konsul." Gleichzeitig erhielten wir von unserem Schlesischen Landes'komitee einen Brief, dem wir die folgende Mitteilung entnehmen: „Angesichts der großen Notlage, in welche jedoch unsere Glaubensgenossen in Palästina geraten sind.

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