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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-09 · 6 (9.2.1917) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 86. Dr. Blülh's Uebrige»- vergessen. Nach einem halben Jahre erscheint er plötzlich Lei uns in Bolechow wieder. Cr. erzählte,, daß er aus Kiew geflohen sei, mit Hilfe eines Juden bis Brody kam, wo seine Eltern wohnten. Dort blieb er einige Zeit, hielt es jedoch nicht lange .aus und kam nun Zurück zu uns, natürlich in Zivilkleidern, mit Berichten von ungeheurem Wert. Wir hatten ihn natürlich mit großer Freude empfangen. Mit seiner Auszeichnung haperte es anfangs, da man sie ihm nicht ausfolgen wollte, weil'ihn die Auszeichnung als auf dem Felde der Ehre gefallen verliehen worden war. Schließlich wurde sie ihm dpch ausgefolgt mit dem dritten Stern. Stolzerfüllt trägt er sie auch heute noch. . . . Beförderung. Der EiienLahnminisier hat den Kommissär der ' k. -f.. Staats L a h n d i r e k t i o n L e m b e r g Jsak Melzer zum Oberkommlfsär ernannt. Obertömmissär Melzer, der zu beit tüchtigsten Beamten feines Ressorts gehört und bei federn Anlässe Begeisterung und Opferwilligkeit für die jüdische Lache an den Tag legt, ist der Gatte der durch ihre verdienstvolle jüdische Tätigkeit bekannten Frau Rosa Pomeranz-Melz er. Jüdische Kamitten im Jetde. In Rabensburg bei Lundenburg lebt die Witwe Johanna Pisk, deren zwei Löhne und ein Schwiegersohn den Heldentod fanden, ein dritter Sohn ist letzthin schwer verwundet worden, ein vierter in russischer Kriegsgefangenschaft, ein fünfter ist vor kurzem zur militärischen Dienstleistung eingerückt. Kekden der italienischen Krönt. Neüestens würden, wie „Egyenlöfeg" berichtet? an der italienischen Front u. a. die Folgenden für tapferes Verhalten vor dem Feinde ausgezeichnet: - Arthur F r i sch aus Kaschau, Fähnrich, silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Julius Rado aus Zalesgerszeg, Einjährig-Freiw illiaen-Fühn r ich, zum zweitenmale die bronzene rapferke itsrned a ill e. Paul Franke l, Leurnant, Georg F r än k e l, Fähnrich (zwei Brüder in einem Regiment), aus Nagy-Kauizsa, jeder mit der silbernen Tapserkeitsmedaille 2. Kl. Paul Rapoch, Leutnant, Nagy-Kanizsa, Signum laudis. Michael Asch n er, Leutnant, Agram, silberne Tapserkeitsmedaille 1. und 2. Klasse. Dr. Andor Szöllösi aus Szombathely, Leutnant, silberne Tapserkeitsmedaille 2. Klasse und Signum laudis. ' Ernst Bostovit s, Oberleutnant aus Tavolcza, Lignüm laudis und Militärverdienstkreuz 3. Klasse. Desider Mezei. Fähnrich aus .Budapest, silberne Tapserkeitsmedaille 2. Klasse. Michael Molnar, Leutnant, Budapest, silberne Tapferkeitswedaille 1. Klasse. Salomon Glück, Infanterist aus Sovronkeresztur, bronzene Tapserkeitsmedaille 3. Klasse. Samuel Deutelbaum, Oberleutnant, und Armin D e u t e l b a u ui, Leutnant aus Kosarfalva, Komitat Trencsen, zrvei seit Ariegsbeginn im JnsanteriLregiment Nr. heldenmütig kämpfende Brüder. Der erstere war bereits Zweimal verwundet und erhielt das Militärverdienstkreuz 3. Klasse und das Lignum laudis. Der zweite ivar einmal schwer verwundet und erhielt zum zweitenmale das Signum-laudis. Sein Auge glänzt, indem er dem.Berichterstatter sagt.- „Ehrwnrden! Wir sind zwei Wochenschrift" Nr- 6 Brüder, wir hätten, nach unserer Verwundung: auch zu Hause bleiben können; wir haben uns jedoch freiwillig gemeldet, kamen auf den Kriegsschauplatz, schlugen uns abermals aus wahrer Liebe für unser Vaterland, denn (dies sagt er stolz, erhobenen Hauptes) wir sind Iuden und die Juden sind —erst jüngst sprach es der Kommandant aus - - die Patriotis ch e st e n u n d Berläßlich sten." ._ Köersttentnant Keldmann sel. And. Vor einigen Tagen ist in Mährisch-Ostrau der während des Krieges dem dortigen Militärkommando Lemberg zugeteilte Oberstleutnant Moriz Feldmann während des Dienstes plötzliche verschieden. Der Verewigte, der sich wegen seines' lauteren Charakters und seiner humanen Gesinnung sowohl bei seinen Vorgesetzten, als ganz besonders bei der ihm unterstehenden Mannschaft ungeheuchelter Wertschätzung und 'Verehrung erfreute, diente in früheren Jahren beim Jufanterieregimeut Nr. 95 in Lemberg und Stanislau und später, nach seiner infolge Krankheit erfolgten Einteilung in den Armeestand beim Stadtkomwando Lernberg. Sein so unerwartet erfolgtes Hinscheiden hat in weitesten Kreisen aufrichtige Teilnahme hervorgerufen. Das Leichenbegängnis fand mit militärischen. Ehrenbezeugungen aus dem jüdischen Friedhofe in'Mährisch-Ostrau statt. Die seelsorgerischen Funktionen versahen Rabbiner Dr. Spira und der aus Olmütz berufene Feldrabbiner Dr. Templer unter Assistenz der Gemeindekantoren. Einer der von der Mannschaft am Sarge niedergelegten Kränze trug die Aufschrift: „Unserem Vater", ein rührender Beweis für die Beliebtheit, deren sich der verstorbene Stabsossizier erfreute. - W. Körner aus Kzernowitz. . . Standort--am>30.--'Januar Sehr geehrte Redaktion! Sonntag, den 28. Januar l. J„ um 11 Uhr vormittags, war ich Augenzeuge einer rührenden Szene, die sich auf dem jüdischen Friedhofe iu Marmaros-Sziget äbspie'ltc und die gewiß dazu beitragen wird, die Legende von der angeblichen jüdischen Drückebergerei und Feigheit gründlich zu zerstören. Zur erwähnten Zeit wurde die Beerdigung des im Epidemiespitale verblichenen 30 jährigen Infanteristen Mordka Leib (Leopold) 'Körner aus Cze'rnöwitz vorgenommen. Dies ist leider, inr Etappenranme eine -gif oste Erscheinung, und müssen bei derlei Fällen interessante Momente mitspielen, um besonders verzeichnet zu werden, was auch üiesnml der Fäll war. Es erschienen , zur Leichenbestattung der Generalstabshauptmann Krause des . ArmeekoiNmandos und'Spitalskommandant Reg.-iArzt Dr/Alfred Weinberg er. Ersterer heftete dem Verblichenen am offenen Grabe die bronzene Tapserkeitsüredaille, urit der er ausgezeichnet würde,' an. Ich ersuchte die Herren Offiziere» mir-die Daten, die zu dieser eigenartigen Auszeichnung des Verstorbenen führten, anzugebeu, welcher Bitte willfahrt wurde, indem mir folgende, von dem Gedachten eigenhändig geschriebenen Notizen zukamen: - / Herr Generalfläbshanptmann Krause beim .A.-K. schreibt: . j . „Zur Orientierung, diene: Ende Oktober 1914, bei Zwaugorod, ritt er auf die Nachricht, das; ich -vorn bei eineil Newgboszierungsritt verwundet worden sei. aus eigenem Antriebe allein mit nach vorn, unr mich trotz des starken Feuers im Walde zu suchen. Winter 1914/15 war er in den Karpathen bei verschiedenen Gelegenheiten sehr brav, ebenso im. Sommer 1915 in Nutzland. Herbst 1916, beim Rückzug (Gegend Brody). hat er allein sich um die Rettung meiner Pferde bemüht. Er war immer sehr brav nnd energisch und 'wollte stets bei mir fein, Im Sommer 1916 trug er eine Gehirnerschütterung:davon

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