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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-09 · 6 (9.2.1917) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6 Dr. Bloch's Wochenschrift" Seit. 85 pagnie in der ersten, zweiten, dritten, vierten^ fünften, siebenten, achten und neunten Jsonzoschlacht auch unter den schwierigsten Verhältnissen tapfer und erfolgreich geführt und wurde fünfmal für Allerhöchste Auszeichnungen eingegeben. Nur in der sechsten Jsonzoschlacht hat er nicht mitgekämpft, denn eine bei den Offensivstößen im Mai 1916 am Jsonzo erlittene Verwundung hielt ihn durch vier Monate von der Front fern, an der er sonst immer stand. Zum drittenmate ausgezeichnet. Der Kaiser hat angeordnet, daß dem Oberleutnant d. R. Paul Karivelesl, Feldjägerbat., für tapferes Verhalten vor dem.Feinde zum zweitenmale die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung bekanntgegeben werde. Sonstige Auszeichnungen. Fräulein Mina Winter, Tochter des praktischen Arztes in Währing und Bethausobmann-Stellvertreters Dr. Ignatz Winter, wurde für ihre Tätigkeit als freinnttige Pflegerin in dem Universiiätsspitäle mit der silbernen Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Ernennung eines Ietdraööiners. Der israelitische Seelsorger Ludwig S ch ap, Erg.- Bez.-Kommando Brünn, wurde .zunr Feldräbbiner des k. u. t Heeres ernannt. __ Die fünf Wrüder Weisz. Fünf (Söhne (des Samuel W e isz in Magyrabe (Kom. Bihar), sind Soldaten: 1. Albert Vertesi, Leutnant, ^.,.r ... ',,ipr!..Mrgerlichen..Leben,, Motheker. Er kämpft seit Beginn des italienischen Krieges an dieser Front, ist mit der silbernen Tapferkeitsmedarlle 2. Klasse und dem Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit . der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Die letztere Auszeichnung erhielt er deshalb, weil er mit seiner Kompagnie seine Stellung gegen eine zehnfache Uebermacht mit verhältnismäßig igeringen eigenen Verlusten solange hielt, bis er abgelöst wurde. 2. Martin Weisz, Leutnant, mit der bronzenen und der silbernen Tavferkeitsmedaille 2. Kl. ausgezeichnet. 3. Eugen Weisz, in russischer Kriegsgefangenschaft. 4. Josef Weisz, Kaufmann, und Ludwig Vertes, sind seit ihrer Einrückung an der italienischen Front. MarinefachkHrer Sigismund Stockt. Die Auszeichnung des Marinefachlehrers Herrn Sigismund S tö ckl mit dem Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens wurde in Nr. 3 irrtümlich notiert. Der k. k. Märinefachlehrer Sigisnrund Stöckl aus Pola ist nichtjüdischer AbstamMuirg, noch gehört er der jüdischen Religion an, was hiermit richtiggestellt werden soll. Es ist naturgemäß, daß bei der Notierung von vielen tausenden Namen hie und da auch ein Irrtum und eine NaMensverivechslung nicht zu vermeiden ist. Kokdene Tapferst ilsmedailke. (Aus den int „Egyenlöseg" veröffentlichten Tagebuchblättern des- Feldwebels Ealambos.) Dieses hätte sich noch am Alleranfange des Krieges, im Winter 1914/15, zwischen den schneebedeckten Bergwipfeln der Karpathen, die schon soviel Qualen gesehen, soviel Blut in sich gesogen haben, zugetragen. Wir hatten den-großen Rückzug von Lublin durchgeführt, waren unten in Serbien gewesen, brachen aus und schlugen uns durch aus Przenchfl. waren in Neu-Sandec bei unserem gewesenen Thronfolger, unserem jetzigen glorreichen Monarchen Karl, welchem wir Fünferhusaren die erste russische Kosa.enlanze überreichten, die er von meinem Hauptmann Farkas mit den Worten übernahm: „Ich bin glüMch, daß die erste russische Kosakenlanze mir von einem ungarischen Husarenoffizier überbracht wird." Ich hatte damals den rechten Arm in einer Schlinge, er hatte eine Stichwunde, aber ich ging nicht ins Spital. Wir kamen in die Karpathen herüber und erhielten auch eine Kompagnie Ulanen. Zu ihnen gehörte ein jüdischer Sanitätst'orpora!: Jo'es Mann. Wir schlugen, drängten den Feind über den Berezte-Paß bis D oho^cz und Stryj. Dann wieder zurück in die Karpathen. Es waren das Riesenleistungen. Korporal Mann war ein geborener Galizianer und leistete, als genauer Kenner des Terrains, auch bei Aufklärungsarbeiten große Dienste. Einmal kamen wir, nach einem furch tbaren Gewaltmarsch zu Pferde, in meterhohem Schnee, nach Fü öpfalva. Hier hielten wir uns drei Tage lang gegen den an Zahl mehrfach überlegenen Feind. Schließlich zogen wir uns Mer höherem Befehl zurück. Mer wir hatten einen Schwerverwundeten: den Wachtmeister F. Er hatte einen Bauchschuß; wir konnten ihn nicht mit uns nehmen. Mer hier sah ich ein Rassisches Beispiel der Menschenliebe. Korporal Mann der Sanität erklärte es als feine Pflicht, bei dem Schwerkranken zu bleiben. Wir mögen nur weitergehen, er bleibe hier. Drei Tage später treffen wir uns in Szolyva. Ich hatte ihn in der ruthenischen Volkstracht kaum wiedererkannt. Er erzählte, daß er, da er nicht in Gefangenschaft fallen wollte, die Kleider des Sohnes des Ortsrichters lieh, sich für diesen ausgab und seinen Kranken zu den Russen nach Wotocz brachte. Die Russen haben .angesichts des. schwerverwundeten Soldaten keinen Verdacht geschöpft. Da aber dort bloß ein Verbandsplatz war, fuhr er seinen Patienten mittels Schlittens weiter nach Skole, der ersten k.einen Stadt auf galizischem Gebiete, übergab ihn dort einem Spital und war sogar bei der ersten Operation behilflich. Es war ein Bauchschuß. Dem russischen Arzt siel wohl seine Gewandtheit auf, er zog sich jedoch Mit der Lüge aus der Affäre, daß er Mediziner und der Sohn des Ortsrichters von Fülöpfalva sei. Von demselben Arzt erhielt er über seine Bitte die Erlaubnis, nach Fü öpfatva zurückzutehren. Unterwegs schnitt er an einigen Ste.len die Telepho..drähte durch und überbrachte überdies sehr wichtige Berichte. Er ging einfach in den Stall eines höheren Kommandos, hielt dort 24 Stunden Rast und interessierte sich für die dortigen Vorgänge. In Fü.öpsava übergab er ehrlicherweise die Pferde und den Schlitten, beglich gegen Empfangsbestätigung den Mietpreis und floh üi er einen der Bergpfade zu uns herüber. Seine Berichte waren von fabelhaftem Werte. Einige Tage spä'er konnten wir wieder marschieren. An jenem Tage vereinig en wir uns zum erste.ma.e mit den Deutschen. Eine .schwere Patrouille mußte ausgeschickt werden. Man brauchte Leute, die sich freiwillig melden. Wir meldeten uns. Wir waren drei Juden in der Division. Einer war beim Maschinengewehr, dieser tonnte nicht mitgehen, die beiden anderen. Korporal Mann und ich, hatten sich gemeldet. Wir kamen in ein klei.res Dorf vor Krasne, als wir plötzlich lebhaftes Feuer erhielten. Mann attackierte vor mir und fiel sozusagen vor mir vom Pferde, während sein Roß mit dem verschobenen leeren Sattel auf dem Rücken mit uns zurückjagte W'r bedauerten den Armen außerordentlich. Er wurde für e'ue Auszeichnung vorgeschlagen und erhielt nach dem To c die goldene Tapferkeitsmedaille und bekam äks To er den dritten Stern. Längst Hütten wir auch Kn mft all den

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