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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-02 · 5 (2.2.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. ö Hr. Bloch'S Wochenschrift" 79 Meratur. Sekbstbiographie von Joses Popper-Lynkeus. mit dem Bildnis des Verfassers. Leipzig, Verlag ,, Unesma", E. m. b. H. In einer Seitengasse Hietzings hat ein Gelehrter sein Heim aufgeschlagen, der aus vielen Gebieten des Wesens und auch des Könnens, Bedeutendes geleistet, der Anregungen ausgestreut hat, die der Menschheit zum Segen gereichen tonnen — und wie wenige von uns haben von seinen Leistungen, ja auch nur von seinem Dasein Kenntnis! Nun liegt seine Selbstbiographie vor. Auch darin ist mehr von seinen Ideen als von seiner Person die Rede. Immerhin erfährt man daraus, daß der Verfasser ein ziemlich bewegtes Dasein hinter sich hat und von Erfolgen nur so . viel, als er sich schwer ertämpft hat. Josef Popper-Lynkeus befaßte sich in seiner Jugend zumeist mit Mathematit und Physik. Um des Broterwerbes willen machte er einige technische Erfindungen; Kesseleinlagen zur Verhinderung der Kesselsteinbildung und Luftkondensatoren. Tr selbst schätzt die geistige Bedeutung dieser Erfindungen nicht hoch, aber zu ihrer Zeit waren sie nicht bloß originell, sondern auch recht nützlich. Er tut sich auch nicht viel darauf zugute, daß die Priorität des großen Gedankens der elektrischen Kraftübertragung ihm zukommt. Schon im Jahre 1862 war ihm die Möglichkeit der Fernleitung von Naturkräften mit Hilfe der Elektrizität aufgegangen. Seine Versuche zur praktischen Ausnützung dieser Idee scheuerten jedoch an dem damaligen Wiener Milieu, das für die Förderung elektrischer Erfindungen, besonders eines jungen unbekannten Mannes, nichts, gar nichts übrig hatte. Popper mußte sich begnügen, seine Erfindung zu Papier zu bringen und sie solchergestalt der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in einem versiegelten Kuvert anzuvertrauen. Nach 20 Jahren wurde aus sein Ersuchen das Kuvert eröffnet und die Schrift im Sitzungsberichte der Akademie abgedruckt. Da ergab sich, daß die zu jener Zeit schon in. vielen Experimenten erprobte Kraftübertragung durch Elektrizität 20 Jahre vorher von Popper ersonnen worden war. Am meisten bekannt ist noch sein merkwürdiges Buch: „Phantasien eines Realisten", eine Sammlung frei erfundener Fabeln. Parabeln. Dialogen rc. Beim Erscheinen des Buches erregte fs vieles Aufsehen und noch heute macht es einen frechen Eindruck und gewährt dem Leser einen hohen geistigen Genuß. In den allerjüngsten Tagen kam dem Autor aus irgendeinem . Schützengraben. im Norden . oder .Süden die Feldpostkarle, eines jungen Kriegers folgenden Wortlautes zu: „Lassen Sie einen unbekannten Jüngling Ihnen heißen Dank sagen für Ihre „Phantasien eines Realisten". Sie haben mich durch dieses idealistische ' Buch unbeschreiblich glücklich gemacht. Mir .war es hier draußen zufällig in die Hände gekommen. Entschuldigen Sie das Ungestüm eines begeisterten Jünglings." Die Lebensarbeit Popper-Lynkeus. die Frucht vieljährigen Studiums und Denkens, ist sein Werk: ,,Die allgemeine Rährpflichtials Lösung der soziale nF rage", das im Jahre 1912 erschienen ist. Die Ideen dieses Buches haben im Verlaufe des Weltkrieges reale Gestalt angenommen. In der Mobilisierung der Arbeitsarmee des Deutschen Reiches offenbart sich der Wahrheitsgehalt der Ideen Josef Poppers, in seinem Buche über die allgemeine Nährpslicht. Einer der bedutendsten Männer unserer Zeit, der Gelehrte Wilhelm O st w a l d, schrieb über das Buch, es sei „eines der fundamentalen Werke der Weltliteratur, auf dessen Inhalt man nichtnur in den nächsten Jahrzehnten, sondern Jahrhunderten immer wieder wird zurückkommen müssen". Popper-Lynkeus ist es vor allem! darum , zu tun. zu Helsen. „In meinen sozialphilosophischen Schriften" — jo legt er in einem seiner Bücher seine Absicht dar — „findet man weder Gelehrsamkeit, noch Scharfsinn, weder T.ese, noch Reichtum an Geist und namentlich kerne Theorien. Mir handelt es sich lediglich darum, zu helfen!" Daß L y n k e u s einer der unseren ist, darf das Judentum mit Stolz erfüllen. Die Selbstbiographie dieses merkwürdigen Mannes ist eine willkommene Gabe. Emma Schiller. „Mein liebes Wien". Geschichten aus unseren Tagen. Wien 1917. Verlag von Moritz P e r l e s. k. k. Hofbuchhandlung, 1. Bez., Seilergasse 4. Preis Kr. 1.80. Fünf anspruchslose, kurzweilige Wiener Geschichten aus dem Volksleben unserer gewaltigen Zeit, unterhaltende Erzählungen voll Mitgefühl für die Leiden der Aermsten, vergoldet mit einem sonnigen Humor, der jeden Leser zum Dank für die stilgewandte, künstlerisch veranlagte Verfasserin verpflichtet. Arnoks Zweigs jüdische Tragödie „Rituakmord in Ungarn" wurde von der Generalintendanz der Vereinigten Stadttheater in Frankfurt a. M. für die Spielzeit 1917/18 zur Uraufführung angenommen. Das Drama, dessen Handlung im wesentlichen den historischen Begebenheiten des weltbekannten Prozesses von Iisz a -'Es zkar ftilgt, erregte bereits im vorigen Jahre beim Erscheinen der Buchausgabe (..Hyperion"-Verlag, Berlin) besonderes Aufsehen und läßt eine starke eigenartige Bühnenwirkung erwarten. __ Im Insel-Verlag ist eine Sammlung Märchen und Legenden von I. M. G o r i o n herausgegeben worden, betitelt: „Der Born Juda." Der erste in sich geschlossene Band eines Werkes, das sechs Bände umfassen soll, handelt von „Liebe und Treue". Eine ausgezeichnete Sammelarbeit ist hier geleistet worden; wissenschaftlich gesichert. Vor allem aber kann man hier mit ästhetischer Lust den Zauber dieser uralten Geschichten kosten. Dem Werke ist bei seiner seingeftimmlen äußeren Form Verbreitung zu wünschen. Allen jüdischen Familien aufs Wärmste zu empfehlen. »Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 18. Jahrgang. Heft 2. Prag, den 19. Januar 1917 (25. Tebeth 5677). Redaktion und Administration: Prag, II., Stesansgasse 629. Inhalt: Dr. Ludwig P h i l i p p s o n : Fahne. Schwert und Losung. — Ben Jehuda: Zum Wochenabschnitt. — Joses Hart: Vom häßlichen Entlein. — Jakob Kornblüth: Der „Abgebrannte". — Aus der Bezalelschule (Illustration). — Der Hafen von Erahova (Illustration). — Jehuda Ste inberg: Nogaschah. — Karl B a k o f e n : Abraham Geld. Grete O b e r - nik: Die ungehorsamen Wasser. — Guck in die Welt. Was haben die Jaden von den Polen za erwarten? Diese brennendste Frage der jüdischen Gegenwart beantwortet Dr. Max Rosenfeld in „JUDEN und POLEN” Zeitgemässe Betrachtungen Preis K * 50 puch wird ungeheures Aufsehen machen l E> ist das jüdi'Cne Kotbuch zur Jud-nfragel ». Löwit’s Verlag, Wien, I., Wallzeile 6—8 Zu haben in allen Buchhandlungen. Krtefkirtten. Dr. F. Jnbezug aus den Artikel von Dr. Josef S chm i d t in der „Famil.en- und Frauen-Zeitung für Oeste.reich-Ungarn": „Kriegsfinanzkünstler früherer Jahrhunderte", wollen S.e das bedeutsame Werk: „Samuel Oppenheimer und sein Kreis, ein Kapitel aus der Finanzgeschichte Oestecre.chs", von Dc. Mar Grunwald Nachlesen. Dorr werden Sie von der Gestalt Oppenheimers ein objektiveres Bild gewinnen. I. S. Der Empfang der Spende von Kr. 2.— für den israel. FrauenqWohllätigteitsverein des 2. und 3. Bezirkes wird dankend bestätigt. I. St. in Pola. Richtigstellung erscheint in der nächsten Nummer. Dag unter Zehntausenden von Namen sich hie und da ein Irrtum auch einschleicht, ist unabwendbar bei jedem Menschenwerk. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze» 2. Bez.. Taborstrage 12 (Hotel Ste,anie). Wochen-Programm: Freitag. den 2. Februar, nachmirtags halb 4 Uhr: „Die drei Matunes", Operette in vier Aufzügen von Wollschal; abends 8 Uhr : „König Salomon", Operette in vier Autzügen. Samstag, den 3. Februar, nachmittags halb 4 Ahr: „Bar Kochba", Operette in vier Autzügen von Goldfaden; abends 8 Uhr: Auftreten des Schauspielers Herrn N. Klinger, zum erstenmale: ^.Eisches Chail". Operette in vier Autzügen. Sonntag, den 4. Februar, nachmittags halb 4 Ahr: „Hochzeit auf Spatz",' Lebensbild in vier Autzügen; abends 8 Uhr: „Al Naharojs Buwel", Operette in vier Autzügen. Montag, den 5. Februar: „Das heilige Opfer", Operette in vier Autzügen.

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