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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-02 · 5 (2.2.1917) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 70 Dr. Bloch s (Gero), geboren in Baesmndaras, Reisender einer Budnvester Lederffrnm, rückte Lei der ersten Mobilisierung zum Honvedmfanterieregiment Nr. ein. Während der Känwfe in Wolhynien verwundet, lag er in einem Bndapester .Spirale krank darnieder, aW die Rumänen uns den Krieg erklärten. Freiwillig meldete er sich aus dem Erholungshein: an die rumänische Front, ivohin er — nachdem er zum Zngssührer befördert worden war — mit der ersten Marschkompagnie auch geschickt wurde. Die Unsrigen standen bei Csiktavslea, als ihn sein Leutnant, da er rumänisch spricht, nrit vier Mann als Erkundungspatrouille aussandte. Sie Kassierten die Ortschaft Csitsonckofaln, als sie erfuhren, daß auf den: Nachbarwege bereits rumänische Reiterpatrouillen ausgetaucht seien. Dort hatte der katholische Feldgeistliche Zoltan G. Korbuly eben seine Sachen gepackt, und um die dortselbst befindlichen kirchliche!: Kultqegenstände zu retten, nahm er Goldberger und zwei Mann zu sich, und so gelang es die Rumänen durch Schnellfeuer zu verjagen. Nach seiner Rückkehr übernahm er aus Wunsch des Feldgeistlichen Korbuly freiwillig auch ans der Gebirgsigemeinde Csobotfalva die dort befindlichen Kirchenschätze sowie die wertvolle Antiquitätensammlung des ProbstesLndw. B a l i n t, um sie vor den: Feinde zu retten. Es gelairg ihn: auch, in: Kugelregen die Werte herauszuholen, den: Geistlichen zu übergeben und sogar noch zwe: Gefangene einzubringen. Der Geistliche belobte ihn für seine Tat und versprach ihn:, über sei:: heldenmütigesi Verhalten die Meldung zu erstatte:: u::d für ihn neben Vorrückung zun: Feldwebel eine Allerhöchste Auszeichnung zu erivirken. Gleichzeitig überreichte er ihn: eine EmvsangHestätiguug mit folgendem Wortlaute: „EmpsangGestätigung. Josef G o l d b e r g e r,- Zugsft'ihrer, Patrouillenkommandant, meldete sich freiwillig nach Csobotfalva zur Rettungder kirchlichen Werte. 6 Stück türkische Karabiner, 4 versch. Gewehre. 4 Bajonette, 2 Husarensäbel, 2 Dolche,- 1 goldenen Kelch, 1 Meßtuch, 1 Kelch, 1 Kirchenmantel, 1 Gürtel, 4 rote Gürtel, 3 blaue Stolen, 2 schw. Stolen, 1 Kelchdecke, 2 Bicher, 2 Bücher, 1 Friedhofmantel,- 1 Winterreisepelz. Frauen- und verschiedene Gegenstände habe ich behufs Einhändigung vor: ihn: übernommen. Csiksorulyo, 5. Septeinber 1916. Zoltan G. Korbuly in. p." Goldberger wurde seitdem von den Beschwerden des Kriegsschauplatzes hart mitgenommen, erkrankte und wurde in einem Petzer Militärspitat gepflegt. Hier besuchte ihn der Sekretär des Siebenbüraer Bischofs, Grafe:: Majlath, der ihn für seine tapfere Tat belobte und ihm versprach, daß, gleich wie sein Kompagniekommandant Oberleutnant Min küss auch er seiner Vorgesetzten Behörde über den Fall die Meldung erstatten werde. Jüdische Aamitien im Aetde. Von Herrn Leopold Fleischmann in Wien sind drei Söhne im Felde, und zwar: Dr. August Fle i schür an n, k. k. Einf.-Freiw.-Feldwebel, Doktor Hugo Fleisch mann, k. k. Einj.-Freiw.-Fähnrich, Doktor Viktor Fleisch mann, k. k. Einj.-Freüv.-Korporal. Herr Dr. Hugo Fleischmann dient bei der Kavallerie und wurde kürzlich durch den Divisionär außertourlich znm Fähnrich ernannt; er ist in: Zivilberufe Sekretär der Universall-Edition, A.-G., Wien-Leipzig, und Dr. der Rechte, und Dr. der Philosophie. Wochenschrift" '-*r- 5 Jüdischer Sporlülub „Haüoay^, Wien. Der Verein, der jede politische Tendenz ausschlietzt, bezrveckt die körperliche Regeneration des Judentums. Die sportlich hochstehenden Leistungen unseres ersten jüdischen Sportvereines im Frieden fanden bei unswenig ■ Widerhall. Wir lasen oberflächlich in den Montagblätter:: von seinen Erfolgen und wunderten uns wohl darüber, denn der Gedanke der körperlichen Minderwertigkeit des jüdischen Volkes wurzelte nirgends so tief wie bei uns selber. Und gleich giftiges Wundern war das einzige Gefühl, das die zahllosen Siege der ,/Blauweißen Jungen" auslöste. Als der Krieg ausbrach, da erinuerte sich mancher der „Hakoah" und Zweifel erfüllte sein Herz/, ob denn das Schlagwort der körperlichen Regeneration nicht eitel Spiel sei/gut für den' Frieden. Anfangs .hörte man nichts von der Anteilnahme unseres Vereines an: Kriege. Doch bald sickerte:: Nachrichten, die von Sportblättern in die Oefsentlichkeit getragen wurden, durch, die von Heldentaten zu erzählen wußten. Heute, wo wir schon einen gewissen Abstand von cken Ereignisse:: gewonnen haben, können!vir es getrost sagen, daß kein Sportverein in Oesterreich so hart vom Kriege betroffen wurde wie unserer, und daß auch keiner soviete dekorierte Helden anfzuweisen hat wie er. Die „Hakoah"/ die in siebe:: Sektionen ungefähr 400 junge Juden betätigte, verlor beirr: ersten Anstoß gleich vier Fünftel ihres Bestandes. Mit Begeisterung griffen unsere Jüngens zu den Waffen, galt es doch, unseren nördlichen Erbfeind zu bekämpfen. Gerne lasse ich rnich wieder vor: der Stimmung übermannen, die von mir Besitz ergriff, als die ersten Hakoahner ins Feld zogen.- Ihre sinnende:: Augen zeugten von lieberleguttg. Ihr Händedruck war ein-Versprechen. Ein-Versprechen, das sie sich und den: Judentum gegeben, das Märchen der jüdischen Schwäche und Feigheit verschwinden zu machen. Heilige Ehrfurcht ergriff rnich, als ich einen nach den: anderen scheiden ffah. Jeder n:it demselben Gesichtsäusdruck, der da zu sagen schien: „Ich io mm’ wohl nimmermehr, aber ihr könnt euch aus rnich verlassen." Und sie haben ihr Versprechen erfüllt. Eine große Anzahl von - ihnen wurde rnit Auszeichnungen bedacht, worüber wir das nächstemal eine genaue Liste veröffentlichen wolle::. Gedenken wir der Helden, so-müssen.wir in erster Linie den Vizepräsidenten Kadettaspirant Dr. David Weinberger erwähnen, der als leuchtendes Beispiel jüdischer Opfersreudigkeit siel. Etwas Trost rnag esuns gewähren, daß er das vorgesteckte Ziel erreichte. -Es wurde ihn: in "jeder Hinsicht Anerkennung gezollt, die auch-sichtbar durch die vor den: Tode erfolgte:: A::szeichnu::gen rnit der silbernen Tapserkeits'rnedaille 1. Klasse und der Hervorragende Waffentaten vollbrachten noch Oberbronzene:: Tapserkeitsmedaille zum Ansdruck kam. leutnant Arthur Ko lisch und Leutnant Franz Ru Holser. In der Durchbruchsschlacht bei Gorlice war ein Bataillon des J.-R. - das erste, das die gegnerischen Stellumgen durchbrach. Sämtliche vier Kompägniekommandante» wie auch der Maschinengewehrkoinmandänt waren'Juden. Ko lisch ’führte eine Kompagnie und Rnd o l fe r (als Fähnrich) befehligte die Maschinengewehrabteilnng. Ersterer bekam das MilitärverZ dienstkreuz 3. Klaffe (mittlerweile hat er auch das Signum laudis erhalten), letzterer die silberne ^apserkeitsmedaille 1. Klaffe. Sektionsleiter der Fußballriege,' Leutnant Eugen .E isler, gmg iin J::l: ILH^an..De'HroD.-^.-J-ttt-Februar 1915 würde er gefangengenonffnen In dieser kur- . zen Zeit, wurde - er nrit der silbernen Tüpferkeftsmedäilte

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