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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-02 · 5 (2.2.1917) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5h. 5 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 69 „Melde geyorsamft, Lerr Höerleutiiant . . . (Eine Szene in dm Gyevgyöer Schneealprn.) Unter unseren Soldaten in den Gyergyöer Alpen macht jetzt, wie dem „Egyenlöseg" berichtet wird, die joigeubc schöne Episode die Runde: Um die Mitte Dezember standen wir beim Gyergyöer Paß. in scharfem Kampfe mit den Rumänen. Der Feind war gut eingeschossen und verfügte überdies auch über Terrainvorteile. Es gehörte der erprobte Heldenmut unserer Soldaten dazu, unr btefeit Stellungsvorteilen ein Gegengewicht zu bieten, und der Feind vermochte, trotzdem er in der Offensive war, dennoch auch keinen Fußbreit Geländegewinn zu erzielen. Der Leutnant einer unserer Batterien, Alfred D e - nie IN), im Zivil ein junger Hörer der Technik, hatte die feindlichen Geschütze dreimal zum Schweigen gebracht. Bei der letzten Gelegenheit, als sein Geschütz durch eine Granate beschädigt wurde, eilte er trotz der Ermahnung und des Bittens seines Kommandantens nochmals zur Kanone und ließ drei Schüsse abgeben. Nach dem letzten Schuß kehrte er zu seinem Ba teriekommandanten zurück, nur ihm die Meldungzu erstatten. Er stand etwa sechs bis acht Schritte vor seinem Kommandanten, als neben ihm ein Schrapnell niederplatzte. Ein Teil des Geschosses drang ihm in die Rippen, der andere traf ihn am Kopfe. Leutnant Demeny schwankte einen Augenblick, blickte dann um sich und näherte sich bleich und schwanken Schrittes seinem Oberleutnant-Kommandanten. Zwei Schritte vor diesenr begann er: „Melde gehorsamst, Herr Oberleutnant. . ." Weiter vernwchte er es nicht. Aus seinem Munde strömte das Blut, der Oberleutnant — Dr. Richard Maczek — sprang auf ihn zu, nahm ihn in seine Arme auf, bevor er hinfiel. Der junge, lebensfrische Jüngling hatte ausgerungen. Der Leichnam wurde auf einen leeren Munitions- Wagen gebettet, der urit Reisig und grünem Laub geschmückt wurde. Die Ba'teriemannschaft, welche den verewigten Helden abgöttisch liebte, umstand, zu Tränen gerührt, den entseelten Körper des Leutnants Alfred D e - m e n y. Der Leichnam wurde im reichgeschmück'eu Wapen nach Gyergyöer-SzentmiAos gebracht, wo bis zur Bestattung die Brigade Mannschaften aus allen Wasfengatauigen als Ehrenwache beistell e. Die Bee:digung g'ng mit einfacher Zeremonie vor sich: ein agiler Gefreiter der Batterie, Philipp Mangold, rezitierte die Gebete und einige Psalmen und ein Talmudist: namens Go löste in sprach einige schöne, die Verdienste des Heimgegangenen würdigenden Worte. Der Brigadier, Feldinar'challeutnant Bandian, gab dem ausgezeichneten Offizier persönlich das letzte Geleite. Die Heldentat des Leutnants Alexander Schlesinger. : Im k. n. k. Generälstabsbericht vom 30. Dezember 1916 war u. a. gemeldet, daß unsere Offiziers- Patrouillen nordwestlich Zalosce vorsühlend mit Erfolg gegen die feindlichen Siellungen vordrangm. Her folgen nun die Einzelheiten die es erfolgreichen Borfühlens. Ihr Held ist. der Leutnant Alexander Schlesinger aus Szombathely, Besitzer der kleinen und großen silbernen sowie der goldenen Tapferkeitsmedaille. Er wurde in rascher Aufeinanderfolge befördert; im August 1914 war - er als Einjährig-Freiwilliger eingerückt. In jüngster Zeit wurde er erst für eine Allerhöchste Anerkennung und dann für das Militärverdienstkreuz dritter Klasse in Vorschlag gebracht. lieber seine jüngste Waffentat berichtet Leutnant S ch l e s i n g e r, nach einer Meldung des .»Egyenlöseg", folgendermaßen an seine Angehörigen: iw er seine jüngste Waffentat bericht t Leutnant Schlesinger, nach einer Meldung d-s „Egy.'ntöseg", folgendermaßen an seine Angehörigen: „Gestern führten wrr mu glänzendem Erfolge enie Unternehmung aus, wie sie ftit Bestand des Jagdkommandos weder inbezng auf das Zrel, noch hinsichtlich des Erfolges in gleicher Weise bisher durchgefi'chrt worden ist. Wir schlugen uns mit 35 Mann durch die russischen Hindernisse, gingen über ihre Stellungen hinaus und griffen sie von hintm an Drinnen in der Stellung breiteten wir uns dann weiter nach rechts aus und zerstörten alles in einer Entfernung von 80 Schr tten und, um schließlich auch e:n sichtbares Ergebnis heimzuvrin gen, brachten wir acht Russen und elf Gewehre ein. Als wir uns nicht länger halten konnten, entstand fürchterlicher Lärm und Fmern, wir kehrten jedoch laut vorherigem Plan ruhig zurück, ohne einen Mann zu verli ren. selbst ohne einen Schuß abzugebeu. Abends elf Uhr marschierten wir in großer Kälte und hohem Schnee von unserer Feldwache ab und morgens 5 Uhr rückten wir wieder ein D.n ganzen Weg leg en wir auf dem Bauche gleitend, ständig in einer Emftrnnng von fnnßehn bis zwanzig, stellenweise sogar nur acht Schritte von den Russen, zurück. Um uns nicht durch Husten zu verraten, verdeckien wir mts den Mund mit Taschentüchern. Als wir die Russen angriffen, stießen wir unerwarteter Weise auf starken Widerstand, so daß das Schicksal der Exped kion wiederholt in Zweifel stand. Meine Leute halten den strenen B.fehl, nur im äußersten Notfall zu schießen, da wir uns sonst verraten würden. Aber auch so kam ich in eine gefahrvolle Situation. Einem Russen gelang es irgendwie, mich an der Gurgel zu erwischen und drückte sie so fest, daß ich schon dem Ersticken nähe war Niederschießen wollte ich ihm nicht, sondern hieb mit me neu Revolver uns voller Kraft auf seinen Kopf ein. Er ließ wohl locker, brüllte aber wie ein wildes Trer, bis wir ihm den Mund stovften. -Tie übrigen kleineren Einzelheiten erzähle ich nicht weiter. Die Wirkung war eine so große, daß ich selbst überraschc war. Das ganze Armeekorps bespricht die Affäre, und heute kam der Korpskommandant heraus und nahm persönlich die Dekorierung meiner Leute vor. Acht erhielten die große silberne, elf die k eine und sechzehn die bronzene Tapserkeitsmedaille. Ich bin in so gehobener Stimmung, d '.ß ich vor Fr:nde außer mir bin. Ich freue mich unendlich über dieses Geschehnis und nebenbei auch darüber, daß ich mich jetzt e'ne Wecke ausruhen kann, denn die Ruhe wird mir schon sehr wohl tun. Ununterbrochen kommen nur Glückwünsche zu. Am meisten staunt alles darüber diß ich keine Verluste hatte, weder im Handgemenge noch bei meiner Rükkehr, obgleich es da schon hell g nug war und sie aus uns so stark geschossen haben daß die ganze Front nur so krachte. Auch de:u Staate haben wir, selbst angesichis der Auszeichnungm großen S ils. eine bedeutende Summe erspart. Bor einigen Tagen haben in dieser Gegend a ch die Deutschen und die ähnliches durchgeführt, aber mit Artillerievorbereitung, während wir auch nicht eine einzige Patrone verscxoffen haben. Soeben brachte man uns die N.ichrccht, daß unsere Expedition auch im heutigen amtlichen Bericht erwähnt wurde. Natürlich nur mit der allgemeinen Bemerkung. daß „nordwestlich Zalosce uns.re Lpizicrspatrouillen vorfühlend erfolgreich vorged: nagen sind ..." Alexander Schlesinger, der für seine Tat das Militärverdienstkreuz 3. Klasse erhielt, war ein 19 jähriger Waisenknabe, Angeste l.er einer Möbelniederlage inSzoinbathely als der Krieg ansprach, und meldete sich mit Bewilligung des Waisenstuhls freiwillig zum Militär. Jetzt suchte er vom Kriegsschauplätze um feine Großjührigkeitserklärung an, worauf der Waisen stutzt des Eisenburger Komitates die folgende Entscheidung traf: „Die Großjährigkeitserklärung des mehrfach ausgezeichneten Leutnants Alexander Schlesinger, der bei der ersten Mobilisierung sich zur Verteidigung des Vaterlandes freiwillig melde, e und mit feinem Hbldenmut hervorragende Beweise seiner Reife und aufopfernden Valerlandsllebe erbracht hat, llegt kein wie immer geartetes Hindernis im Wege." Sonstige Auszeichnungen. Se. Majestät der Kaiser hat dem Postassistenten Moses Ader, Postdirektion Lemberg, in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung im Kriegsverkehr das goldene Verd enstkreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille verlieht »r. Errettung katholischer Kirchen gegenstände durch einen jüdischen Mnterofsifier. Feldräbbiner Freudiger meldet dem „Egyenlöseg" den folgenden ergreifenden Fall: Joses Goldberger

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