Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 4 (26.1.1917)
- Date
- 1917-01-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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'S«teT8 ffüsmt$'" Me-'--jAveilHtzv' :■ 'MMH.LgWrM bei eiuzelußn Vorträge von den Meisten und angesehensten Tagesblättern Wiens veröffentlicht worben sind. Auch der „Korrespondenz Wühelm" verdanken wir die freundl'che Verbreitung unserer Veröffentlichungen. Ebenso hat die gesamte jüdische Presse unseren Bestrebungen Las nötige Verständnis entgegengebracht und sie in dankenswerter Weise unterstützt. . Beim Tode, Scholem Aleichems schickten wir der Tagespresse eine entsprechende Notiz, die über das Wese::, die Sprache und das Milieu seines Schaffens aufklären sollte. Iuterv e n t i o n b e i B e h ö r d e n. Als der Gebrauch der hebräischen Schrift im br'etlichen Verkehre für Me Gebiete der Monarchie, in welchen Briefzensur stattffndet, als unzulässig erklärt worden war, wodurch alle Korrespondenzen in. hebräischer und jiddffcher Sp u^e betroffen wurden (in den o'Tuv'erten Gebieten Russisch- Polens auf Gru"d eines Re^krip'es des Mil'tärqeneralgoüvernenrents Lublin), wandte sich das Komitee 'mit .einer eingehend motivierten Eingabe, die auch von anderen jüdischen Korporationen und Komllees mllunterschrieben war, an das k. u. k. ArnreeoberkomMando und an das Handelsministeriunr (Postdepartement) um Aushebung dffllr BeHränAlngett. Auch nahm ein Mllglled 'des Komitees Gelegenheit, persönlich in den bezüglichen Aenrtern Informationen - in dieser Angelegenheit einzuholen, sowie Aufklärungen zu erte'len. Von denjenigen, die die Bestrebungen des Komitees auch materiell in besonderer Wei'e aedrdert haben, seien zum Schluffe Hervorgeboben die Herren Baron Louis v. Roth s ch i l d, Reichsratsabgeord"eter Caniffl Kur and a, kais. Rat Karl Hirsch, Direktor W'lhelm Kux, Fabrikant Leopold Lourie, BrDer Czeezo- . wiczta, Heinrich und Fritz Men dl, Sandor Wolf. Indem wir jetzt darang ehen, unsere Arb eit . ior zw e iten TMgkellsiahre fortzusetzen, danken wir im Ramen der Sache affen, die uns in nullten Bestrebungen geistig - oder nladrieff gehoben ha^en und biffen, fernerhin uns im'verstärkten Maße zur Seite Zu stehen. Wien, im Dezember 1916. ' Das Präsidium. In Börsenkreffen erregte die Nachricht, daß der bekannte Börsesensal Wilhelm Fi sch er das Judentum verlassen und die Taube e:npfanaen hat, peinliches Auiseben. Das umsomehr, als Herr.Fischer bereits im Greisenalter steht und seine glänzende. Karriere, welche ihn zum Millionär gemacht hat, ausühlleßlich der Förderung und der Unterstützung des verstorbenen Börwnraffs Theodor Kantor, welcher nnrner als warmer Jude gefühlt, zu verdanken hat. Bei der leigen Fabnenffucht. welche leider jetzt in füranziellen Kreisen herrscht, komurt es auf einen Renegaten mehr oder weniger nicht nrehr an, allein.hei dem Umstande, daß die große Oeffentlichkeit Börse und I u den tu m id e n tifi zie r t und alles, was dort vorgeht, unserem Volke .in die Schube schiebt, ist es Pflicht der jüdischen Prelle. bei jeder Gelegenheit darauf lnn- . zuwellen. daß das indische Element an der Wiener Bör'e allmählich verschwindet, daß man dort auf jedem Schritt und Tritt auf Täuflinge stößt und daß, wenn es in diesem Tempo, webergeht, Hansens Prachtbau a:n Sch offenring bald j u d e n r e i n sein wird, zum großen Leidwesen der Antisemiten, da sich auf eine judenreine Börse schwer schimpfen läßt. Vereül zur Errichtung von Volksküchen (nach. ist. Ritus), - Wien, 2. B^z., Krummbaumgasse 8. - In der am 17.b. M. .stattgehabten Vorstandssitzung - wurde Wnachst eine Trauerknndgebung für den verewigten Monarchen-, weiland Seiner Majestät Kaiser Franz Wochenschrift" » Josef I., abgehälten, an die sich eine Huldigung für den jungen Regenten, Seiner Majestät Kaiser Karls I., anschloß. Es wurde zur Kenntnis gebracht, daß Herr Oberrabbiner Dr. Moriz Ende mann» der den Verein por 44 Jahren begründete und ihn: seither als Präsident Vorstand, sich genötigt sieht, seine Stelle im Präsidium. zurückzulegen. Der Vorstand hat in Würdigung der außerordentlichen Verdienste Herrn Oberrabbiner Doktor Moriz Güdemann zu seinen Ehrenpräsidenten ernannt. Zürn Präsidenten wurde der bekannte PH'lanthrop Herr Saw C o h n, zunr Vizeprälldenten Herr Direktor Benno Kahane, zum Schriftführer Herr Direffor Ignaz W a g n e r und. in den begehenden Vorstand Herr Direktor Franz Türket gewählt. . In dieser Sitzung wurde auch, über die ausgedehnte Tätigkeit des' Vereines während der. Kriegszeit"Bericht erstattet, und es konnte mitgeteilt werden, daß sellKr'e-' beginn 6 253.385 Port'o^en, darunter 1176.810 Gratisportw^en, an Personen ohne Unterschied der Konfession verteilt wurden. Es wurde ferner - berichtet, daß.' - die - von dem Verein ins Leben gerufene Speisestelle für Handelsangestellte und den Mittelstand, 1. Bezirk, Eßlinqgasse 18,- nrehr als 600.000 Portionen seit Juli 1915 abgegeben hat Der" Vorstand hat diese außerordentliche Leistung :n.' Befriedigung zur Kenntnis genommen. - - - Arbeit für Flüchtlingsfraueil und -Mädchen. Der „Galizische Hilfsverein" (gegründet im Jahre 1901) errichtet für' Flüchtlingssrarien und -Mädchen.ans den östlichen Ländern in. Wien, 9. Bez., Bergaasse 4, neuerlich einen Kurs zunr Erlernen von Filetarbeiten. . Aufgenonrnren werden nur solche Per'onen, welche .die. Arbeit zu Eriverbszwecken erlernen wollen. Bedürftige . Schülerinnen, erhallen während, der Unterrichtszeit, -die 7blost-..weniae--Wocherr-'där'ert>--Uu^rstüiMNgewff7''7ss-!' Ausgellrnte Arbeiffxinrren werden, solange der Garn- Vorrat reicht, dauernd berchäff'gt. Auch nach Rück'ehr. in ihre Heimat könnerr sie mit dieser Technik Erwe-b finden. Anmeldungen in den nächsten Tagen perwnl'.ch i:n Unterrichtslokall zwischen 10 und 12 Ulsr vormittags. Der „Galizische Hilfsverein" hat stets für die Beschäftigung von Flüchtlingsfrauen und -Mädchen sowohl in Wien als auch außerhalb Wiens Sorge getragen. - 1 I n Wien hat er z w e i Näh st u b e n aeffihrt. In der ersten wurden 85 982 Militärwäschestücke hergellelll und dem .k. k. GewerbeHrderungsamte in Wien abge liefert, sowie aus denk dem Hilfsvereine geschenkten 3.1' terial 3369 Wäschestücke verfertigt und gemeinnützigen Anstalten zuaewendet. Die zweite Nähstube wurde ans Wunsch des k. f: Ministeriums des Innern errichfft und darin 116.111 Wäschestücke für Flüchtlinge - erzeugt. Ueberd.ies fand eine große Anzahl Frauen und- Mädchen durch den. Hikssverein. in der H äkelei'und Weißstickerei längere Zeit, Beschäftigung. In den File.tk ursen in Wien wurden bisher 48 Schülerinnen zu Filetarbellerinnen ausgeblldet. ' Für die in B ö h nk e n u n d Mäh r eu weillnden Flüchtlinge hat der Hilfsvereül.nr einer Reihe von. Orten und deren Umgebung verschiedene Hausindustrien eingesührt, und , zwar: - H a arn etz er ei:, in Außig. Brandeis, Douba, Gablonz, Karlsbad. Krnmaü.' Melnik,- Rokitzan, Schlan und Vywcan, sämtlich in Böbmen; Filetarbeiteur in, Böbm.-6eipa, Eipel,7 HoRtz/ Königüchos und Trauffnau in Böbnlen; dann i:r Auspitz, Gaya, Gewitsch, Holleichau, Lundenburg^ Pohrtitz, Schaffa, Ung.^Brod und Zwittau in Mähren. Nach Maßgabe der verfügbaren Lehrkräfte wird er demnächst dieselbe Haüs-