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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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' W. MM'K >industxüe in Budweis,. Ezaslau. Mm, Kgmotaux Marien- ' bad, Nächod,, Pardubitz- Reichenberg' und Teplitz-Schonau , tu Böhmen, ferner in Bodenstadt mrd Keltsch in Mähren einführen. . . Seinen, statutarischen BestmlNiUncen entbrechend erhält der Hilssverein in Gakizien derzeit Liberdies fol- . gende Arbeitsstätten: p für Filet arbeiten: in Brzeslo, Dembica, Gori lice und Magierow; . für Klöppelei: in Cieszanow, Lubaczow, Mostyivielkie und Okeszyce; . . für Perle nstricke rei: in Frystak, Jaslo-Olpiny und Sieniawa; - für Weißstickerei: in Jaworow, Kolbuszowa, Lezajsk. Mielec, Niemirow, RzesZow,- Sed'ziszow, Tarnobrzeg und Wielkie-oczy.' . ..... Der „Galizische Hilssverein" kann jedoch,, wiewohl er 45' Ortsgruppen in' den österreichischen 5lronländern hat, seiner.humanitären Aufgabe nur dann vollkommen gerecht werden, wenn er durch den Beitritt einer.großen 'Anzahl neuer Mitglieder gestärkt wird. EI ergeht daher der Ruf an alle Cdeldenkenden. diesem Vereine als Mitglied.beizutreten. Der Mitgliedsbeitrag ist SlV 4.— Per Jahr. Beiträge und Sb enden wollen an den „Galizischen Hilfsverein", in Wien, 9. Bezirk, Berggasse 4 (österr. Postsparkassa-Kvnto 80.199, ungar. Postsparkaffa-Konto 11.057), gesendet werden. Zur jüdischen Lage in Polen. Die Konsolidierung der Verhältirisse im neuen vol- - nischen Staatswesen nimmtihren Fortgang. Mit der nunmehr erfolgten Einberufung des Staatsrates ist die erste Körperschaft der kimftigen polnischen Regierung ins Leben gerufen, deren Aufgabe es sein soll, die . Vorbereitungen zur weiteren- Ausgestaltung Polens zu treffen und in die Wege zu leiten. Als Mitglieder des provisorischen Staatsrates sind 25 Personen ernannt, darunter ein Jude, der bekannte Assinnlant Kas'mierz Nathansohn in Warschau, Präsident des Börsenkomitees, Aleje Ujazdowskie 14. Er ist Leiter des größten polnischen Bankhauses, der Handelsbank, hervorragender Nationalökonom, und Finanzmann. Er gehört der so- ... genannten assimilatorischen Richtung der Jacken an, die! p'ich der national-polnischen Bewegung anschließt. Mehrere Mitgliederder Fannlie N. dienen als Freiwillige in den polnischen Legionen. Die Sonntagsruhe im Warschauer Magistrat. Nun hat der Magistrat den ersten Schritt in Sachen der Sonntagsruhe getan. Es wurde von ihm eine gemischte Kommission eingesetzt und damit betraut, genaue . Vorschriften über die Sonntagspuhe und die gebotenen Ausnahmebestimmungen auszuarbeiten. Die Kommission setzt sich zusammen aus vier Delegierten des Magistrates je zwei Vertretern des polnischen und jüdischen Kaus- ^.männischen Vereines sowie je zwei Delegierten der polnischen und jüdischen Handelsangestellten. Im Projekte, das der Magistrat der gemischten Kommission als Unterlage unterbreitet hat, ist die wichtige Bestimmung ent-? halten, daß Werkstätten und Handelsbetriebe, die Juden -gehören, am Samstag und an jüdischen Feiertagen ge- - schlossen sein müssen, dafür aber von der Arbeitsruhe . am Sonntag und an christlichen Feiertagen vollständig zu befreien sind. 1. .;.; Es ist zu. hoffen, daß dieser loyale, noch genau zu ^präzisierende Vorschlag die Genehmigung aller Instanzen -./-findet und -znm endgültigen Gesetze wird. Die Wahlergebnisse im österreichischen OkkupatieMehißt. Die Ergebnisse der Wählen in den vier größeren Städten des österreichischen O.kupationsgebie'es sind folgende: In Lublin, wo die Juden 50 Prozent der allgemeinen Bevölkerung ausmachen, erhielten sie bloß 17 Plätze im Stadtrat, also 32 Prozent der allgemeinen Stadtratsabgeordneten; in Petrikau erhielten die Juden 14 Plätze, also 28 Prozent, während sie 37 Prozent der allgemeinen Bevölkerung ausmachen- In Kielee wurden 13 Fichen gewählt, also 26 Prozent, statt der 35 Prozent, die ihnen ihrer Zähl nach zukommen. In R a d o m, wo die Vereinigung der Juden nrt den Polen zustandegekornmen ist und die jüdische Bevölkerung der Stadt 45 Prozent ausmacht, wurden nur 12 jüdische Ratsmänner gewählt, also 24 Prozent. Eine Konferenz des „Roten Mogen-Dovid'. Bor einigen Tagen wurde in Lodz eine Versammlung der Mitglieder des „Roten Mogen-Dovid" abgehaTen. Man beschloß, in nächster Zeit alle Vereine des „Roten Mogen-Dovid" in den Provinzstädten zu emer Konferenz zusammenzurufen, um eine breitere Tätiake't aus hygienischem und sanitärem Gebiete unter der jüdi'chen Bevölkerung einznleiten. Deswegen soll die Konferenz, mit deren Vorbereitungen eine gewählte Organi'at'onskommission beauftragt wurde, eine gemeinsame Plattform für die gemeinsame Arbeit der „Roten Mogen-Dovid"-Vereine auszuarbeiten.! Jerusalem. Das für uns unerwartete Hinscheidmr unseres allgeliebten, teueren Kaisers hat auch hier iit der heiligen Stadt in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung, ganz besonders aber bei den österreichisch-ungarffchen Untertanen, den tieffteit Eindruck und lebhafteste Anteilnahme geiunden. Gerade hier, wo Juden aus allen Teilen der Welt in den verschiedensten Schattierungen existieren, hat es sich jetzt am klarsten gezeigt, welcher innigsten Synrpathien sich unser in Gott ruhender Monarch bei allen Juden ohne Rücksicht aus Staatsangehörigkeit und Richtung erfreute. Diese Gefühle äußerten sich auch irr öffentlichen Kundgebungen in Form, von Trauerseierlichkeiten. Donnerstag, den 30. November 1916, um 10 Uhr vormittags, fand die Trauerfeier im größten Tempel der ungarischen Gemeinde statt. Die ganze Gemeinde und viele geladene Gäste waren anwesend. Der ältehrwürdige Rabbi Chajim Sonne Ilfeld hielt die Trauerrede; passende Psalmen wurden rezitiert; manche Tränen und ausgeweinte Augen wurden sichtbar. Am Nachmittag desselben Tages organisierte die österreichische Gemeinde ihre Trauerfeier. Es ist interessant, daß diese Trauerkundgebnng in jenem Tempel — sogenannte Back'sche Schul — stattfand, dessen Fertigstellung Seine kaiserl. und königl. Llpostolische Majestät der verewigte Herrscher anläßlich feines hohen Besuches in der heiligen Stadt durch ..eine hochherzige größere Spende von 10.000 Gulden ermöglichte. Bei dieser Feier sprach Herr Vorsteher P. Schapira. Montag, den 4. Dezember 1916, veranstaltete die Edler von Lämel-Schnle, die 60 Jahre bestehende jüdische österreichische Lehranstalt, die das Glück hatte, von Seiner Majestät besucht zu werden und zwei höchstdessen Photographien mit separater Widmung geschenkt zu erhalten, eine großaugelegte Trauerseier. Das Progranrm lautete: 'Schüler-Blasorchester; einleitende Ansprache, des Direktors Herrn Ephraim Cohn; Seminarchor; Ansprache des Prorektors Herrn I. Preß an die Schüler; Lämelschülerchor; Trauerrede des Semiuarlehrers Rabbiner M.-Groß; Seminarchor; Rede des Großrabbiners lChacham-Pascha) Ehrw. Nissim Danon; Seelen- und Kaisergebei: Kantor A. Bar da ki; Orchester. Anwesend

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